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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
selbstgang bis selbstgefallen (Bd. 16, Sp. 470)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) selbstgang, m.: der glaube an den selbstgang alles guten. Pestalozzi 8, 368; sie vermögen nichts gegen den selbstgang der kraftvollen göttlichen natur. 369.
 
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selbstgängig, adj. automatum Steinbach 1, 542; selbsgängig werck Dentzler 2, 262b; dann er het .. ein lebendig bratspiszwerck: oder selbsgengig bratspüszmül von 72 pratspissen erfunden. Garg. 80b.
 
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selbstgebacken, adj.: selbstgebackenes brot, das man mit eignen händen, oder im eignen hause gebacken hat, s. Campe.
 
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selbstgebärung, f.: unser skeptiker .. hielt geradezu diese vermehrung der begriffe aus sich selbst, und, so zu sagen, die selbstgebärung unseres verstandes .., ohne durch erfahrung geschwängert zu sein, für unmöglich. Kant 2, 574. vgl. selbstgeboren.
 
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selbstgebaut, adj.:

und um die zelle blüht
ein kleiner selbst-gebauter garten.
Wieland 21, 403 (Klelia u. Sinibald 10, 122).


 
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selbstgeboren, adj. (vgl.selbstgebärung): so wenig ein mensch seiner natürlichen geburt nach aus sich selbst entspringt: so wenig ist er im gebrauch seiner geistigen kräfte ein selbstgebohrner. Herder 13, 344 Suphan (ideen 9, 1); wie hat sie (Margaretha v. Parma) sich aus selbstgebohrnem endschlusse über den buchstaben der königlichen befehle erhoben. Schiller 7, 329.
 
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selbstgeboten, adj.: och haben die herren von Hirsow sehss selbgebotten gericht allü iaar. Grimm weisth. 1, 403 (vom jahre 1433).
 
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selbstgedacht, adj.: sie zu einem kleinen specimen, das sowohl für eine probe des selbstgedachten, als des gelehrten gelten kann, aufzufordern. Gotter 3, 378; denn das selbstgedachte versteht man viel gründlicher als das erlernte. Schopenhauer parerga u. paral. 2, 15.
 
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selbstgedanke, m.: wie oft hat mich ein dergleichen selbstgedanken, ad analogiam mit selbstgespräch, gestärkt und getröstet. Hippel 12, 194.
 
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selbstgedichtet, adj.:

selbstgefühltes lied entquillet,
selbstgedichtetes dem mund.
Göthe 5, 165.


 
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selbstgefallen, n. (m.).
1) gefallen an sich selbst, vgl. DWB selbstgefälligkeit: sich mit groszem selbstgefallen im spiegel betrachten. Campe; dennoch strahlten die jugendlich unvorsichtige eitelkeit und das selbstgefallen von ihren hübschen gesichtern. Keller 8, 176. dazu: vom selbsgefallen narren, oder von spiegel narren .. das sechtzigst narrengeschwarm ist, von spiegel narren oder selbsgefallen narren. dann es seind deren gar vil, die jnen selbs in allen jren wercken und worten alzeit allein wolgefallen. Höniger narrensch. 218b.
2) eignes belieben, willkür. so selten:

wie wär's, verlieszen wir der menschen schlacht,
und stellten's lieber vater Zeus anheim,
den sieg nach selbstgefallen zu verleihn?
Bürger 159a (Il. 5, 40).