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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sektengeist bis sektion (Bd. 16, Sp. 408)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sektengeist, m.: statt des ehemaligen sekten- und raufgeistes nehmen mehrere universitäten eine feinere tendenz an, gesellschaften der wissenschaft ... zu werden. Herder 17, 303 Suphan; das wird den aufrührerischen sektengeist zu paaren treiben. Shakespeare Heinr. IV., 1. th., 5, 4; denn jeder bedeutende kopf ward, auch wenn er hoch über dem sektengeiste stand, willig oder nicht, in den streit der literarischen parteien hineingerissen. Treitschke d. gesch. 2, 16.
 
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sektenlust, f.: der verfasser dieses werks versichert, dasz ihn keine lange weile .. kein fanatisches jucken .. keine secktenlust, zum autor gemacht habe. Lessing 4, 464.
 
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sektenpulver, n., entstellt aus insektenpulver, s. Andresen volksetym.6 142.
 
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sektenseuche, f.: wie die cholera langsam schleicht .. und wieder sprünge macht .. fast gleich ging es mit der sektenseuche. Gotthelf 1, 429 Vetter (bauernsp. cap. 41).
 
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sektenwesen, n.: das ganze halb kindlich rührende, halb lächerliche gebahren dieses anmaszlichen studentenstaates trug allzu sehr den charakter des sektenwesens, als dasz sein politischer fanatismus hätte auf weite kreise wirken können. Treitschke d. gesch. 2, 5.
 
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sektenwut, f.:

der bund, der eines schwure bedarf,
ist ein insekt, das sektenwuth,
von gifthauch voll, in gottes garten warf.
Seume ged. (1826) 86.


 
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sektieren, verb. eine sekte bilden, einer sekte angehören.
 
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sektierer, m., vergl. sektieren und Weigand 2, 677 f.: sectirer, m. autheur d'une secte Hulsius 294b; sectarius Frisch 2, 253a; eine so prahlerische ausstellung der innern kräfte des bundes ... muszte jezt in eben dem grad die zuversicht der sektirer erheben, als sie den muth der regentin darnieder schlug. Schiller 7, 218.
 
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sektiererei, f.: meine ideen .. werden sich eher jedes andern fehlers als der sektiererey schuldig machen, und eher aus eigner schwäche fallen, als durch autorität und fremde stärke sich aufrecht erhalten. Schiller 10, 275. vgl. Campe erg.-wb.
 
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sektierisch, adj.: sectirische bücher in der kurf. sächs. schulordnung von 1580, s. Germ. 28, 401; sectirisch, d'une secte Hulsius 294b, haereticus Frisch 2, 253a. — jetzt sagt man dafür sektiererisch, während die noch ältere sprache sektisch (s. daselbst) bevorzugt, vgl. Weigand 2, 678.
 
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sektion, f. , lehnwort aus lat. sectio, besonders in technischer verwendung, so unter anderm
1) aufschneidung, öffnung, zerlegung eines leichnams. Kinderling 329. Campe erg.-wb. 2) abtheilung, gruppe innerhalb einer gröszern gesellschaft. 3) nach Campe auch abschnitt in einem buche; abtheilung einer stadt, stadtviertel. 4) eine reihe mit electricitätsquellen, taster und zeichengeber ausgerüsteter stationen auf einer gemeinschaftlichen leitung. Karmarsch-Heeren3 3, 197. —