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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seitmal bis sekante (Bd. 16, Sp. 402 bis 403)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seitmal, s. seit II, 2, c.
 
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seits, in adverbialen zusammensetzungen oder zusammenrückungen, wie einer-, ander-, dis-, jen-, meiner-, deiner-, väterlicher-, mütterlicher-, landesherrlicherseits, abseits mit secundärem s, s. oben unter seite passim und die zusammensetzungen; abseits, procul, diszeits, cis, citra, jenseits, ultra, gegenseits, contra, beseits, seorsum, separatim (mhd. besît, in neuerer sprache beiseit), einseits, ab una parte, allerseits, uno ore, beyderseits, utrinque, keinerseits, nuspiam Stieler 2002; beseits, beyseits, widerseits u. and. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 762b, vgl. Steinbach 2, 576; Frisch 2, 261c (gibt beyseit für beyseits).
 
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seittisch, m., s. seitentisch.
 
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seitung, f. für saitung, s. oben zweites seite: die seittung (das zusammenwachsen einer seite, chorda, nervus) oder hailung der wilt wachs. Braunschweig chirurg. (1539) 56a.
 
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seitwärts, adv., obliquus, oblique Stieler 2440; seitwärts gehen, stehen Adelung; seitwärts sitzende narbe, seitwärts stehende wurzel (einer pflanze) Campe; seitwärts gewendetes blatt, ein blatt, dessen fläche nicht horizontal, sondern vertical gerichtet ist. Jacobsson 7, 334a;

die sonn ist abgegangen
von jhrer hohen bahn
und schielet das verlangen
der welt nur seitwerts an. Königsberger dichterkreis 21 neudruck;

noch, da dem todten sein moos begann, ging Friederich seitwerts,
ohne zeugen zu seyn.
Klopstock 1, 77;

ein blick voll zärtlichkeit,
den sie, als ob sie sich vergäsz', erst auf ihn heftet,
dann seitwärts glitschen läszt.
Wieland 9, 60 (Musarion II);

ich dächt', wir hieszen ihn ganz sachte seitwärts gehen (davon gehen, sich auf die seite machen).
Göthe 12, 116;

[Bd. 16, Sp. 403]



und er schlug sich seitwärts in die büsche.
Seume werke 1, 82 (1826);

einen traurigen blick seitwärts zur erde heftend. Lessing 8, 227; wenn die ministerialische sonne ihr antlitz seitwärts wendet. Gotter 3, 18 (1802); kein scheues seitwärtsschielen .. sondern .. ein tapferes aufwärtsschauen. J. Paul uns. loge, vorrede xxxix; selten mit dem genitiv: seitwärts der strasze lagerten die truppen; was der gewaltige so zu erzielen sucht, liegt entweder seitwärts der pflicht, oder geht über dieselbige hinaus. Klinger 12, 165. seitenwärts:

weil der fast brennende beflammte sonnenstral
schon seiten-wärts, und nicht wie vor, von oben, fiel.
Brockes 1, 152 (1739).


 
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seitweges, adv. abseits der belebten strasze; in allgemeinerem sinne, abseits:

der marschall von Holm, den das necken verdrosz,
hielt klüglich deswegen auf ländlichem schlosz
seitweges sein liebchen verborgen.
Bürger 255 Sauer.


 
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seitwenden (daneben seitwände), plur., nach Jacobsson 7, 333b soviel als schläfer, mitteldeiche, deiche die hinter dem haupt- oder seedeiche liegen. vgl. Schiller-Lübben 4, 205b unter side-, sîtwendinge.
 
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seitwind, m., s. seitenwind.
 
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seitzling, m. eine art weinapfel in Schwaben. Frisch 2, 262a.
 
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sekant, adj., lehnwort aus dem ital. seccante (vgl. sekieren) im Wiener volksdialekt, 'unangenehm, zudringlich, neckend, quälend' Hügel 148b: o das ist ein sekanter mensch, der glaubt, die leut' sind nur wegen ihm auf der welt, dasz er sein gall' an ihnen auslassen kann. Raimund 2, 309. — dazu sekatur, f., plage, qual, mühe. Hügel a. a. o.
 
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sekante, f., term. techn. der mathematik, eine gerade, die die peripherie eines kreises schneidet, verlängerte sehne. — secans, secante s. Eggers 2, 870.