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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seitlings bis sekant (Bd. 16, Sp. 402 bis 403)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seitlings, adv. seitwärts, zur seite, im bilde:

darneben seitlings uberschlegt,
das sechst gebot bey seite legt.
B. Ringwaldt die lauter warheit 218 (1597);

seitlings, zur seiten; seitlings gehen vor einem groszen herrn, damit man ihm den rucken nicht wende. Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 762c; seitlings gebrauchen einige für oblique (s. im folgenden). Frisch 2, 262a. mhd. dat. plur. sîtelingen, quer: Kristo wart daʒ houbit ûf gekart an deme krûze ... Sente Pêter wart daʒ houbit under gekart ... aber sente Andreas wart sîtelingen an daʒ krûze gebunden. myst. 1, 8, 34. seytlingen, beseytz, uberzwrch hr, ex transverso, oblique, in obliquum Maaler 372c. seitlingen, oblique vocab. von 1618 bei Schm. 2, 337; seitlingen, seitlings, seitwärts Stalder 2, 369; nd. sydling, zydelinge Schiller-Lübben 4, 205a.
 
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seitmal, s. seit II, 2, c.
 
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seits, in adverbialen zusammensetzungen oder zusammenrückungen, wie einer-, ander-, dis-, jen-, meiner-, deiner-, väterlicher-, mütterlicher-, landesherrlicherseits, abseits mit secundärem s, s. oben unter seite passim und die zusammensetzungen; abseits, procul, diszeits, cis, citra, jenseits, ultra, gegenseits, contra, beseits, seorsum, separatim (mhd. besît, in neuerer sprache beiseit), einseits, ab una parte, allerseits, uno ore, beyderseits, utrinque, keinerseits, nuspiam Stieler 2002; beseits, beyseits, widerseits u. and. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 762b, vgl. Steinbach 2, 576; Frisch 2, 261c (gibt beyseit für beyseits).
 
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seittisch, m., s. seitentisch.
 
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seitung, f. für saitung, s. oben zweites seite: die seittung (das zusammenwachsen einer seite, chorda, nervus) oder hailung der wilt wachs. Braunschweig chirurg. (1539) 56a.
 
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seitwärts, adv., obliquus, oblique Stieler 2440; seitwärts gehen, stehen Adelung; seitwärts sitzende narbe, seitwärts stehende wurzel (einer pflanze) Campe; seitwärts gewendetes blatt, ein blatt, dessen fläche nicht horizontal, sondern vertical gerichtet ist. Jacobsson 7, 334a;

die sonn ist abgegangen
von jhrer hohen bahn
und schielet das verlangen
der welt nur seitwerts an. Königsberger dichterkreis 21 neudruck;

noch, da dem todten sein moos begann, ging Friederich seitwerts,
ohne zeugen zu seyn.
Klopstock 1, 77;

ein blick voll zärtlichkeit,
den sie, als ob sie sich vergäsz', erst auf ihn heftet,
dann seitwärts glitschen läszt.
Wieland 9, 60 (Musarion II);

ich dächt', wir hieszen ihn ganz sachte seitwärts gehen (davon gehen, sich auf die seite machen).
Göthe 12, 116;

[Bd. 16, Sp. 403]



und er schlug sich seitwärts in die büsche.
Seume werke 1, 82 (1826);

einen traurigen blick seitwärts zur erde heftend. Lessing 8, 227; wenn die ministerialische sonne ihr antlitz seitwärts wendet. Gotter 3, 18 (1802); kein scheues seitwärtsschielen .. sondern .. ein tapferes aufwärtsschauen. J. Paul uns. loge, vorrede xxxix; selten mit dem genitiv: seitwärts der strasze lagerten die truppen; was der gewaltige so zu erzielen sucht, liegt entweder seitwärts der pflicht, oder geht über dieselbige hinaus. Klinger 12, 165. seitenwärts:

weil der fast brennende beflammte sonnenstral
schon seiten-wärts, und nicht wie vor, von oben, fiel.
Brockes 1, 152 (1739).


 
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seitweges, adv. abseits der belebten strasze; in allgemeinerem sinne, abseits:

der marschall von Holm, den das necken verdrosz,
hielt klüglich deswegen auf ländlichem schlosz
seitweges sein liebchen verborgen.
Bürger 255 Sauer.


 
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seitwenden (daneben seitwände), plur., nach Jacobsson 7, 333b soviel als schläfer, mitteldeiche, deiche die hinter dem haupt- oder seedeiche liegen. vgl. Schiller-Lübben 4, 205b unter side-, sîtwendinge.
 
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seitwind, m., s. seitenwind.
 
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seitzling, m. eine art weinapfel in Schwaben. Frisch 2, 262a.
 
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sekant, adj., lehnwort aus dem ital. seccante (vgl. sekieren) im Wiener volksdialekt, 'unangenehm, zudringlich, neckend, quälend' Hügel 148b: o das ist ein sekanter mensch, der glaubt, die leut' sind nur wegen ihm auf der welt, dasz er sein gall' an ihnen auslassen kann. Raimund 2, 309. — dazu sekatur, f., plage, qual, mühe. Hügel a. a. o.