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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seitenwehr bis seitenzahl (Bd. 16, Sp. 400 bis 401)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seitenwehr, f.
1) vgl. seitengewehr: wöhr, seitenwöhr, ensis, gladius lateralis. voc. von 1618 bei Schm. 2, 973; seitenwehr, gladius Stieler 2512; bei Campe versehentlich in diesem sinne als n.: (alle durchreisenden sollen) alle andere waffen auszer der seitenwöhrn, sobalt ainer in die herberg angelangt, von sich .. geben. tirol. weisth. 1, 23, 7; sein menliche seitenwehr. 3, 28, 11; dasz jeder burger sein gebührende ober- und seitenwöhr habe. steir. u. kärnt. taidinge 539, 3; wie sie die seitenwehren nicht geben wollen. Schweinichen denkw. 36 Österley.
2) die seitenwehr, verlohrne wehr, bei einem treibjagen an der seite aufgestellt. Kehrein wb. d. weidmannssprache 271; das seitenwehr Jacobsson 4, 137a, ebenso bei Adelung.
 
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seitenweiser, m., s. seitenzeiger.
 
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seitenwendung, f.: durch eine rasche seitenwendung entging er dem hiebe; seitenwendung eines deiches (niederd. siedwendung Schütze 4, 102); verletzende seitenwendung einer rede.
 
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seitenwerk, n. pars organi pneumatici in latere operis Frisch 2, 262a, vgl. Jacobsson 4, 137a; seitenwerke im festungsbau. Campe (im gegensatze zu den haupt-, kernwerken).
 
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seitenwind, m.: venti collaterales, die seitenwind. Corvinus fons lat. (1660) 352a; seit- sive seitenwind, intermedius,

[Bd. 16, Sp. 401]


lateralis Stieler 2464, vgl. Frisch 2, 262a; mit einem seitenwind fahren. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 762b. Eggers kriegslex. 2, 889; doch ist seitenwind in der deutschen seemannssprache nicht geläufig, sie nennt diesen vortheilhaftesten wind halben wind im gegensatze zum vollen, der grade von hinten komml. die jäger nennen halb-, seiten-, schneidewind den wind, der den jäger von der seite trifft; er ist bei suche und pirschgang nachtheilig. Behlen lex. der forst- u. jagdk. 3, 371; vgl. Kehrein weidmannssprache 327.
 
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seitenwink, m.: indem er bald das erkenntniszvermögen auf's engste einzuschränken bemüht schien, bald aber die gränzen, die er selbst gezogen hatte, mit einem seitenwink hinausdeutete. Göthe 50, 56.
 
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seitenwinkel, m.: wer bin ich, dasz ich urtheile, da ich eben nur den groszen saal queer durchgehe, und einen seitenwinkel des groszen verdeckten gemähldes im dunkelsten schimmer beäuge. Herder zur philos. u. gesch. 3, 173.
 
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seitenwort, n. (vergl. seitenstück): gynäkofagen. ein seitenwort zu anthropofagen .., wovon das letztere menschenfresser, so wie das erstere weiberfresser bezeichnet. Wieland 5, 191 (Amadis xiv, anmerk. 2); bei Campe als neubildung verzeichnet.
 
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seitenwunde, f.: seiten- sive sperwunde, et brustwunde, dicitur vulnus in pectore Christi lancea datum. Stieler 1389; (die stigmatisierte) ergosz .. blut aus dem brustkreuz und der seitenwunde. Brentano ges. schriften 4, 320.
 
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seitenwurzel, f., im gegensatz zur pfahl- oder herzwurzel: in der regel wird die erste oder mittlere wurzel am dicksten, und steigt gerad hinunter — pfahlwurzel. die andern heiszen seitenwurzeln. Oken 2, 24; bildlich: er vernahm, dasz die sprache wurzeln treibe und seitenwurzeln. Immermann Münchh. 1, 78 (1841).
 
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seitenzahl, f.: seitenzahl einer mathematischen figur; seitenzahl eines buches, die gesammtzahl der seiten eines buches, oder auch die zahl, die oben oder unten auf der seite steht; mit seitenzahlen versehen; die seitenzahl richtig anführen. Campe.