Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sein bis seinethalb (Bd. 16, Sp. 366)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sein, n. seemännisch für signal, plur. seinen Bobrik 635, das holländ. sein, zeichen. dazu seinbrief, signalbrief, signalbuch, worin die bedeutungen der signale verzeichnet sind. 639.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seinen, gen., s. DWB sein, gen. 1.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seinen, seineln, verb., s. sein, adj.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seiner, gen., s. DWB sein, gen. 1.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seinerei, f. das sein (esse), scherzhafte bildung: ich bitt' euch, wozu ist man denn eigentlich? wozu braucht es denn eigentlich die seinerei, die existirerei? als, damit wesen seien, welche das wesen wissen? Vischer auch einer 1 (1879), 277.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seinerlei, seiner art, gebildet wie deinerlei, meinerlei, s. diese oben theil 2, 912 und 6, 1935. in einer anwendung, die den genitivischen ursprung des ausdrucks deutlich zeigt: (quid est filius, est vivens ex vivente ejusdem speciei). ein sun ist nichts anders dan ein ding, das da lebet seinerlei .. ich kan die species nit basz tütschen, dan seinerlei. Keisersberg evang. (1522) 14a (in andrer vollständigerer fassung: ein sun ist nit anders dann ein ding das da lebt von einem lebendigen seinerley. derselbe bei Scherz-Oberlin 1472). prädicativ: wan du ein liecht von dem andern anzündest, warumb heiszt das liecht nit des andern liechts sun, es ist doch seinerlei, sie sein beide feuer, es ist darumb, das feuer lebt nit. ebenda. dem heute herrschenden gebrauch entsprechend, voranstehend, attributiv:

zu etwas grossem noch wird Sordalus wol werden,
dann seinerley geburt ist nicht gemein auff erden.
es ist jhm selbst bewust (man denckt jhm auch sehr dran),
die mutter hat jhn bracht und hatte keinen mann.
Logau 1, 186, 79.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seinerseits, adv. von seiner seite aus, gebildet wie meinerseits (s. dies oben theil 6, 1935), deinerseits.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seinerzeit, adv., s. sein, possessiv 5, c, o, δδ.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seinesgleichen, s. sein, possessiv 5, c, ζ.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seinestheils, adv. quantum ad illum. Stieler 2269 und so heute allgemein, in getrennter schreibung seines theils. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 760c.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seinethalb, adv., dasselbe wie das folgende. vgl. meinethalb oben theil 6, 1935. mhd. begegnet adverbiales sînhalp in der bedeutung 'auf seiner seite, von seiner seite aus, von ihm aus', local:

ze sweder sîner sîten
er sînhalp sach (der könig Lac, der zwischen Erec und Enite reitet), so fröuter sich:
wan îr beider lîp was wünneclich.
Hartmann Erec 2910.

freier:

der bâbes gebôt sînhalp
uber allen gaistlîchen gewalt. kaiserchron. 8422 Schröder;

iwer prîs, sinhalp (der besiegte ist gemeint) der gotes slac,
im freude hât enpfüeret.
Wolfram Parz. 545, 6.

daneben schon mhd. sînthalp, nhd. seinenthalp, in neuerer zeit seinethalb, formen, deren t (et) sicher unorganisch ist. das en in seinenthalp erklärt sich am leichtesten durch einflusz des folgenden, der übrigens für alle diese formen angenommen werden kann. im obigen sinne, mit getrennter schreibung: neyn fürwar,

[Bd. 16, Sp. 367]


sprach Fridrich, ich kan mich sein nit geng verwundern (dasz der ritter, der für die beschuldigte frau kämpfen will, noch nicht da ist), ich förcht aber er der erdachten handlung glauben geben hab, und dardurch mein gnädige fraw seinent halb verkürzt werd. Galmy (1540) 121a. ähnlich: liebe schien seinethalb sich mit vortheil, lust und ehre in gleichem grade zu verschwistern. Meiszner bei Campe unter verschwistern. grund, zweck bezeichnend:

aber des magens wuth, des verderblichen, kann man unmöglich
bändigen, welcher so viel unheils den sterblichen darbeut.
seinethalb (τῆς ἕνεκεν) gehn selbst schönrudrige schiffe gerüstet
durch das verödete meer, unheil feindseligen bringend.
Voss Odyssee 17, 288;

ein geschehenlassen, dulden seitens des sprechenden ausdrückend:

der kunic sînthalp müest werden
ein heiden mit allen den sînen,
ê daʒ er mêr wold erschînen
ûf ungerischem sant.
Ottocar 24945 Seemüller