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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sein bis seinestheils (Bd. 16, Sp. 365 bis 366)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sein, adj., mundartlich, sain, träge, saumselig Höfer 3, 58, langsam, spät, träge, traurig, kränklich. Schm.2 2, 286, soan, langsam. cimbr. wb. 234a, mhd. seine, sein, seim, langsam, träge, klein, gering, kurz, adverbial auch: kaum. Lexer mhd. handwb. 2, 858. 859, ahd. seine (unde sûmich). Graff 6, 239; ags. sne Bosworth - Toller 811; altnord. neuisländ. seinn Cleasby-Vigfusson 520b, schwed. sen, dän. seen; got. zu erschlieszen aus sainjan, säumen, sich verspäten. 1 Tim. 3, 15; vom schwed.-lapp. übernommen als saines. Thomsen einfl. der germ. spr. auf d. finn.-lapp. 168. verglichen wird lat. segnis gramm. 13, 184, auch serus, sanskr. sâyas, ende, abend und innerhalb des germ. got. seiþus, spät und seit. Schade2 2, 751. als zusammensetzung mit lang hat vielleicht das oben theil 6, 179 unter langsam erwähnte mhd. lancseine, -seime, -seim, ahd. *langseini, langseimi zu gelten. eine weiterbildung sainlich bietet Oswald v. Wolkenstein 65, 2, 8. fraglich ist, ob in der folgenden stelle eine weiterbildung vorliegt: sänig, wercklos und verdrieszlich.

[Bd. 16, Sp. 366]


quelle von 1586 bei Schm.2 2, 286. verbale ableitungen sind das oben erwähnte got. sainjan, altnord. seina, to delay, slacken. Cleasby-Vigfusson 520a, mhd. seinen, verspäten, versäumen, aufschieben, aufhalten, hindern. Lexer mhd. handwb. 2, 859, mundartlich: faul, schläfrig sprechen, singen, beten Schmid 490; sainlen, sauneln, saundeln, langsam sein im thun und sprechen. Schm.2 2, 286, soandlen, soanln, saundln, zögern, langsam, träge thun. Schöpf 577 (vergl. dazu auch säumeln 1 oben theil 8, 1910), davon die sainel, unausrichtsame person. Schm.2 2, 286, die soandl, der soandler. Schöpf 577 (daneben oberpfälz. seineln, schnurren, einen laut von sich geben wie die katze, wenn sie sich gütlich thut, oder schmeichelnd um etwas herumstreicht, schmeicheln; sich seineln, sich gütlich thun Schm.2 2, 286, vielleicht ein anderes wort, doch zeigt schmeichen, schmeicheln einen ähnlichen bedeutungsübergang, wobei allerdings die bedeutung 'schnurren' zurücktreten müszte. dazu seinerla, lockruf für katzen. Baierns mundarten 2, 267); altnord. neuisländ. seinka, to delay, slacken. Cleasby - Vigfusson 520b, deutsch mundartlich seinken, sich träge daher schleppen Schm.2 2, 286; soanzeln, im reden langsam, faul sein. Schöpf 577, daneben in gleichem sinne sienzeln ebenda, säinzeln Schm.2 2, 286. 316, seanzln, im reden mit der zunge anstoszen. Castelli 254, davon der säinzler, die säinzel. Schm.2 2, 286 (auch in weiter abliegender bedeutung ungestüm nach etwas verlangen, weinerlich bitten [von kindern]. Schöpf 673).
 
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sein, n. seemännisch für signal, plur. seinen Bobrik 635, das holländ. sein, zeichen. dazu seinbrief, signalbrief, signalbuch, worin die bedeutungen der signale verzeichnet sind. 639.
 
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seinen, gen., s. DWB sein, gen. 1.
 
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seinen, seineln, verb., s. sein, adj.
 
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seiner, gen., s. DWB sein, gen. 1.
 
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seinerei, f. das sein (esse), scherzhafte bildung: ich bitt' euch, wozu ist man denn eigentlich? wozu braucht es denn eigentlich die seinerei, die existirerei? als, damit wesen seien, welche das wesen wissen? Vischer auch einer 1 (1879), 277.
 
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seinerlei, seiner art, gebildet wie deinerlei, meinerlei, s. diese oben theil 2, 912 und 6, 1935. in einer anwendung, die den genitivischen ursprung des ausdrucks deutlich zeigt: (quid est filius, est vivens ex vivente ejusdem speciei). ein sun ist nichts anders dan ein ding, das da lebet seinerlei .. ich kan die species nit basz tütschen, dan seinerlei. Keisersberg evang. (1522) 14a (in andrer vollständigerer fassung: ein sun ist nit anders dann ein ding das da lebt von einem lebendigen seinerley. derselbe bei Scherz-Oberlin 1472). prädicativ: wan du ein liecht von dem andern anzündest, warumb heiszt das liecht nit des andern liechts sun, es ist doch seinerlei, sie sein beide feuer, es ist darumb, das feuer lebt nit. ebenda. dem heute herrschenden gebrauch entsprechend, voranstehend, attributiv:

zu etwas grossem noch wird Sordalus wol werden,
dann seinerley geburt ist nicht gemein auff erden.
es ist jhm selbst bewust (man denckt jhm auch sehr dran),
die mutter hat jhn bracht und hatte keinen mann.
Logau 1, 186, 79.


 
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seinerseits, adv. von seiner seite aus, gebildet wie meinerseits (s. dies oben theil 6, 1935), deinerseits.
 
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seinerzeit, adv., s. sein, possessiv 5, c, o, δδ.
 
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seinesgleichen, s. sein, possessiv 5, c, ζ.
 
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seinestheils, adv. quantum ad illum. Stieler 2269 und so heute allgemein, in getrennter schreibung seines theils. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 760c.