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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
durchwanderurg bis durchweben (Bd. 2, Sp. 1708 bis 1710)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) durchwanderurg, f. peragratio, percursatio Henisch 775.
 
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durchwanken , wankend durch einen raum sich bewegen.
1. untrennbar. die schiffe durchwankten die wellen. da er an diesem feurigen morgen mit der sonne, die neben ihm von zweigen zu zweigen flog, durch das brausende gehölze hinweg unter vollstimmigen ästen, die eben so viele bewegte spielwalzen waren, über das im grünen sonnenfeuer stehende mos und unter dem ins himmlische blau getauchten grün durchwankte J. Paul Hesp. 1, 165.
2. trennbar. die kranke trat in das zimmer und wankte durch.
 
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durchwarm, adj. und adv. sehr warm Gramm. 2, 770.
 
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durchwärmen , durch und durch warm machen, völlig erwärmen Rädlein 209a, niederd. dôrwarmen Schambach 46a.
1. untrennbar. die sonne hat den erdboden ganz durchwärmt. die luft ist ganz durchwärmt von der sonne Stieler

[Bd. 2, Sp. 1709]


2437. die steine durchwärmen Steinbach 2, 944. denn der anfang des frühlings folgt auf den winter, da die erde durchgefroren und die darauf befindlichen cörper sehr erkältet werden, folgends da es gute weile haben will, ehe die erkälteten cörper wieder durchwärmet werden Christ. Wolff Gedanken von den würkungen der natur 320. so ist kein wunder, wenn auch eine etwas schwächere würkung der sonnen (in den hundstagen) dennoch mehr ausrichten kan als eine stärkere im anfang (des jahrs), da noch nichts durchwärmet ist 325. uneigentlich, wenn ich nicht an der auflodernden flamme ihrer erstlingsliebe mich so durchwärmt hätte Thümmel. sie hatte mit ihrem alten manne der von kranken launen vielfach heimgesucht war eine friedliche ehe geführt und mit gleichmäsziger heiterkeit sein haus durchwärmt Paul Heyse Novellen 3, 238.
2. trennbar. ich habe mich in die sonne gesetzt, bin aber noch nicht durchgewärmt. das bett ist nicht recht durchgewärmt. uneigentlich, die liebe musz wie der aurikelsame auf schnee gesäet werden: beide wärmen sich durch das eis schon durch und gehen dann desto frischer auf J. Paul Hesperus 3, 163.
 
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durchwarten, ausharren, verweilen. einen ganzen tag durchwarten Stieler 2441.
 
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durchwärts, illac, istac, illic, durchwertz Voc. theut. 1482 e 5b.
 
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durchwaschen ,
1. untrennbar, wie auswaschen perluere Stieler 2446.
2. trennbar, durch vieles waschen durchlöchern, zerreiszen. das hemd ist durchgewaschen. sie hat sich die hände durchgewaschen beim waschen des zeugs wund gerieben.
 
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durchwässern , durch und durch wässern, bewässern irrigare Stieler 2445.
1. untrennbar. der bach hat die wiesen durchwässert. ein durchwässerter garten. uneigentlich, mit wässerigen, überflüssigen, schalen, geistlosen worten und gedanken anfüllen. ein durchwässertes lied Zachariä. alles war empfunden, selbst gedacht, nicht mit erborgten blumen geschmückt, nicht mit gemeinsätzen durchwässert Sturz 1, 130.

so denk ich, theurer freund, und lasse
die geister von der höhern klasse,
den alten wein aus Rom und Griechenland
mit ihres witzes schaum durchwässern
Gotter 1, 427.

ein buch für gelehrte zu durchwässert und für anfänger viel zu gelehrt Hugo Beiträge 1, 183.
2. in der eigentlichen bedeutung auch trennbar. das feld, der garten ist durchgewässert.
 
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durchwaten , durch ein nicht tiefes wasser schreiten, ahd. durhwatan praet. durhwuot Graff 1, 766, durchwatten vadare Dasypod. 452b, niederl. doorwaaden. im 14ten und 15ten jahrhundert, wo man noch richtig wăten sprach und das starke praeter. durchwuot gebrauchte (Wackernagel Leseb. 1. 969, 10), schrieb man durchwatten, was Ew. v. Kleist beibehielt: späterhin, da wo wāten gebräuchlich war, glaubten einige, mit rücksicht auf das lateinische vādere oder vădare, durchwaden einführen zu müssen.
1. untrennbar. wir durchwateten den bach.

sollen wir die tümpfel all durchwatten
Rosenblüt in den Fastnachtsp. 1118.

das durchwatten mag werden, oder vil fürt hat, vadosus Dasypod. 254b. 452b. man mag den Rotten (Rhodanus) an etlichen orten durchwatten Maaler 95c. tiefe gräben durchwahten Kirchhof Milit. discipl. 186. wann der flusz eine fuhrt hat wird er durchwadet Comenius Orbis pictus 1, 177. durchwaten zu fusz durch ein nicht tiefes wasser gehen Stieler 2448. Rädlein 209a.

und kindisch schnee und eis durchwaden
Gellert 1.

gefleckte kühe durchwatten
geführt vom ernsten stier des meierhofs büschigte sümpfe
Ew. v. Kleist 203.

dasz der sumpf an gewissen orten leicht zu durchwaden wäre Meiszner.

es haben die unvorsichtigen menschen
alles wasser getrübt im dorfe, mit pferden und ochsen
gleich durchwatend den quell, der wasser bringt den bewohnern
Göthe 40, 306.

eingehemmt in des stromes ergusz, wie ein jüngerer sauhirt,
welcher vom sturzbach fort wird gerafft, durchwatend im winter
Voss Ilias 21, 283.

die Drada hiesz der flusz, nicht zu durchwaden,
es mag im sommer oder winter sein
Gries Bojardo 1. 14, 12.

[Bd. 2, Sp. 1710]



2. trennbar. der flusz war so seicht dasz wir durchgewatet sind. ich watte durch, ich gehe durch den furt Dasypod. 254b.
 
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durchweben , einweben, dazwischen weben intertexere Beil 158.
1. das zeug war mit blumen durchwebt. ein bunt durchwebtes kleid. mit silber durchwebt Stieler 2450.

vom brautkleid seh ich sie umbeb
mit silber und mit gold durchwebt
Platen 8a.


2. uneigentlich. seine rede war mit rhetorischen blumen durchwebt.

aber der himmel hat ja dein philosophisches leben
auch mit dem glücke durchwebt und mit der freude gefärbet
Zachariä.

gras von der weiszlichen blume durchwebt und der goldnen
Klopstock 11, 207.

doch jetzo schwingt die kühle bethaute nacht
den feuchten flügel über den espenhain,
ihr frostger hauch durchwebt die finstern
lauben und scheuchet die städter heimwärts
Mastalier im Leipziger almanach der deutschen musen 1779 s. 217.

dann umflöcht ich mit hochroth blühenden bohnen die gitter
meines sommergemachs, dasz durch des säuselnden laubs
öffnungen blickte der mond und der purpurschimmer der frühe,
oder des sonnenscheins grünlich durchwobenes gold
Salis 111.

willkommen süszer dämmerschein!
der du diesz heiligthum durchwebst
Göthe 12, 139.

die mittelglieder, die hülfsglieder unserer gedanken, die sich in der gegenwart so flüchtig wie blitze wechselseitig entwickeln und durchweben 22, 191.
 
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durchweben, n.