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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
angutzen bis anhaken (Bd. 1, Sp. 363 bis 365)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) angutzen, was angucken, nur frequentativer: mit freundlichem angutzen. fastn. sp. 749, 8. 764, 23. vgl.herfürgutzen: ich glaub, es gutz da ein schneckenhorn herfür, nicht eszt es! Garg. 237b.
 
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anhab, m. initium, ein schon mhd. seltnes wort (es steht bei Haupt 5, 538 und in der tohter Sion), ahd. anahap blosz zu vermuten, gebildet wie urhap causa, origo, fermentum, also gleich diesem abzuleiten von heben, ahd. heffan, goth. hafjan, und entsprungen zur zeit, wo in dieses verbum noch kein umlaut gedrungen war. nnl. aanhef. der teufel sei ein lügener und ein anhab und ein finder der lügenen. Keisersb. post. 2, 100; ein klein anstendli oder anhab. 3, 83; da sal der den anhab tut, den schaden gen dem keiser tragen. keiserrecht 2, 78; die sie im anhab der sachen mit groszer hitz brauchen, aber darnach werden sie unnütz. Hutten 5, 331; wie viel der anhab (des kriegs) gewis, der ausgang aber so viel ungewisser zu fürchten. Kirchhof disc. mil. 6;

disz birg die Weltschen nennen do
culmen de sant Bernhardino,
den namen ihm ein dörflin gab,
welchs ligt an dises bergs anhab.
Rebmann 249.

dies gute wort erscheint bei Luther nicht und stirbt aus.
 
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anhaben in zwiefacher bedeutung,
1) an sich haben, an sich tragen, indui, von kleidungsstücken, nnl. aanhebben. ahd. daʒ kescuhe anahaben, ferre soccum (Graff 4, 730); mhd.

Adam begunde sich scamen,
daʒ er nieht het ane. Diut. 3, 51;

liecht ist dein kleid, das du an hast. ps. 104, 2; freund, wie bist du herein kommen und hast doch kein hochzeitlich kleid an? Matth. 22, 12; welche allerhand hoffarbröcklein anhatten. Garg. 57b; mein anhabendes ledernes koller. irrg. der liebe s. 319; ein knabe, der eine frisierschürze umgegürtet und ein weiszes jäckchen anhatte. Göthe 18, 142; wenn man sitzt und alles an hat (unausgezogen ist). J. Paul Hesp. 2, 1; Wehmeier, der in der alten geschichte nichts lieber fand und also abmahlte, als einen groszen mann, der wenig an hatte, wie z. b. Diogenes. Tit. 1, 119; nicht soviel haare, als ein truthahn noch in der pfanne anhat. biogr. bel. 1, 130; was hatte er denn an? fragen die leute, wie war er gekleidet? das an ist fühlbar noch los und kann immer abgetrennt geschrieben werden: sie hat die rothen schuhe an, soll sie heute an haben. bei der figürlichen anwendung ist das pronomen unentbehrlich, die

[Bd. 1, Sp. 364]


praeposition also entschieden: er hat das an sich; ich habe es (den fehler, die eigenschaft) so an mir; er wird das laster stets an sich haben.
2) einem etwas anhaben, superare, vincere aliquem: ob sie wider dich streiten, sollen sie dir doch nichts anhaben. Jer. 15, 20; denn würde er zu wort kommen, möcht man im nichts anhaben. Luther 3, 33b;

ein mann,
dem schwerter nichts hatten, dem spiesze nichts an.
Logau 1, 8, 39;

wolan so wird es mir desto gröszere ehre sein, wenn ich ihm was anhabe und zugleich meinen erstochenen landsmann rächen kan. Felsenb. 3, 414; die zeit, die sonst so viel über unsre leidenschaften vermag, kann dieser allein nichts anhaben. Wieland 8, 385; der schrecken kann mir nichts mehr anhaben. Gotter 3, 101;

sei nur brav zu jeder stunde,
niemand hat dir etwas an!
Göthe 4, 350;

und drohten mir heere,
und drohten mir drachen,
sie haben doch alle
dem knaben nichts an. 11, 234;

und dem verdammten zeug, der thier- und menschenbrut,
dem ist nun gar nichts anzuhaben. 12, 72;

diesem haupte kann die brennende sonne, der beizende schnee nichts anhaben. 14, 195; sie hat mir verziehen, gott hat mir verziehen und niemand kann mir mehr etwas anhaben. 17, 408; von einem licht erhellt, welchem sogar das hellste sonnenlicht nichts anhaben konnte. 23, 219; die englische feile schien ihm (dem diamant) nichts anzuhaben. 31, 231; so lang ich meine schildwachten bezahle, kann mir niemand was anhaben. Lenz 1, 290; die öffentliche gerechtigkeit kann dir nichts anhaben. Kant 5, 471. Fast in gleichem sinne sagt man einem etwas anthun, doch drückt dies mehr die wirkliche that, anhaben die möglichkeit der that, den vorsatz oder angrif aus, und einem etwas anhaben scheint wie angesiegen, angewinnen, weshalb ihm auch ursprünglich ein acc. der person statt des späteren dat. gebührte. es könnte noch heute gesagt werden: ich will nichts an dich haben, nihil te impugno, wie mhd. si habten in an vil vaste mit slegen, griffen, fielen in an (Ben. 1, 599a). vgl. DWB haben = erhalten.
 
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anhäbig, continens, retinens, anhaltend, an sich haltend, in gutem wie bösem sinn: es (das deutsche volk) ist auch ein so rachgirig, anhebig, unleidlich volk gegen seinen feinden, das im kein greulichkeit zu vil ist. Frank weltb. 42b; zu aller not gedultig und anhebig. 67a; Democritus stach im selbs beide augen ausz, damit er der natur und götlichen dingen dester anhabiger, munterer möcht nachdenken. chron. 100b; er was kargk und anhäbig. 128b; weilen es (das bauen) grosze wissenschaft, manigfaltige vorbereitung, unverdrossenen fleisz, emsiges nachsehen, anhäbige gedult und einen offenen beutel erfordert. Hohberg 1, 20; einen guten credit anhäbig behalten. 1, 28. vgl. gehäbig.
 
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anhacken, incipere caedere, effodere: die spatzen haben die kirschen schon angehackt; der specht hackt den baum an (s.anhauen); die erde um den baum anhacken, den baum anhacken; die kartoffeln anhacken, behacken.
 
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anhaft, m. adhaesio, affixio, annexum. mhd. anehaft: âne wankes anehaft. Parz. 223, 4;

daʒ tuot al des winters kraft,
nebel, rîf, snê ist sîn anehaft.
Altschw. 71;

wie sonst anehanc von thau und reif verwandt wird. angift und anhaft. Luther 1, 214a (s. angift); dann weil der glaub geist ist, musz sein anhaft und objectum auch geistlich sein. Frank chron. 255a.
 
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anhaften, adhaerere, affixum esse: das pflaster haftet an; ihm haften (kleben) manche laster an; keine ermahnung haftet bei ihm an. häufig auch los, mit gleicher bedeutung: das pflaster haftet an der haut, an ihm haften manche laster, keine ermahnung haftet an ihm.
 
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anhageln, gleichsam aggrandinare: es hagelt an (die fenster); die kornfelder sind angehagelt.
 
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anhägern, sabulum alluere? man nennt häger einen vom flusz angeschwemmten sandhügel, beide wörter sind der alten sprache unbekannt, und kaum zu hager, mager, dürr gehörig, eher entstellt aus hocker, höcker, hügel: der strom hägert land an.
 
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anhäkeln, unco affigere, festigen: die thür anhäkeln,

[Bd. 1, Sp. 365]


spitzen anhäkeln; figürlich, einen kunden anhäkeln. Gotter 3, 300; das geht nun freilich so nicht, wenn man immer den mann gehen läszt, bis er von selbst kommt, ihn nie anhäkelt. Möser p. ph. 4, 57. sich anhäkeln: der vogel häkelt sich mit seinen krallen an (die stange); häkelt sich an durch ein verliebtes band. Menantes 1, 216; anhäkeln an kinder. J. Paul uns. loge 1, 61.
 
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anhaken, unco affigi, nnl. aanhaken: der kessel hakt noch nicht an; das papier hakt an, klebt an dem gebacknen kuchen. Zuweilen auch transitiv: das boot anhaken, den schlüssel anhaken.

 

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1) abgrasen
 ... gramen depascere, das gras wegfressen. die lämmer grasen den anger, die junge saat ab.
 
2) acker
 ... meʒʒen' Parz. 174, 30. niederfallen, s. anger .
 
3) ackerumsatz
 ... zuweilen die wechselwirtschaft, wenn das feld einige jahre als anger, dann zum getraide dient.
 
4) anger
 ... anger , m. pratum, viridarium, ahd. angar ( Graff
 ... ahd. angar ( Graff 1, 350 ), mhd. anger ( Ben. 1, 45 b ), grasbewachsnes land,
 ... ), grasbewachsnes land, weidetrift, wie schon mhd. gewöhnlich grüene anger, altn. engi pratum; vielleicht dasz der alte volksname
 ... dazu gehört, einzelne dörfer heiszen Angersbach, Angersberg, Angersdorf. die anger sind vol schafen und die awen stehen dick mit korn.
 ... landes. Ez. 34, 13 ; auf einen schönen anger. Dan. 3, 1 ; die reichen zelten auf
 ... schönen grünen angern. maulaffe 276; hütten auf dem grünen anger, den ich aus meinem fenster übersehen konte. westf. Robins.
 ... westf. Robins. 122; welch ein anger, o ihr schönen, o wie dünkt er mir
 ... umschattet war mit rasen bedeckt ein weiter grünender anger vor dem dorfe. Göthe 40, 284
 ... angers. Rückert 294 ; eigentlich liegt anger hoch und trocken, aue und wiese feucht: er kommt
 ... feucht: er kommt über wiesen und auen, umgeht auf trocknem anger manchen kleinen see. Göthe 22, 151 .
 ... 22, 151 . auch pferde werden auf dem anger getummelt: sieh .... den anger
 ... anger getummelt: sieh .... den anger voll finsterer rosse. E. v. Kleist 2, 9
 ... 2094 sagt von einem niedergestochnen ritter, dasz er den anger maʒ, wie es sonst heiszt den acker meʒʒen
 
5) anger
 ... anger , enger , steht in den weisthümern für
 
6) angerblume
 ... kurzer, ich bin langer' alsô strîtents ûf dem anger bluomen unde klê. Walth. 51, 36
 
7) angerhäusler
 ... m. hintersasz, nd. brinksitter, einwohner, der auf dem anger ansäszig ist.
 
8) aue
 ... zum frischen wasser. ps. 23, 2 ; die anger sind vol schafen und die awen stehen dick
 
9) befleischen
 ... betrat an einem frühlingsmorgen der fetten anger feuchtes grün. da sah er mit erwünschten freuden
 
10) bestellen
 ... erhellt, wiederum am saum mit schînât; anger und walt bestalt sind wunneclîch. MS.
 
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