Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schwai bis schwalbe (Bd. 15, Sp. 2181 bis 2182)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwai, f. heerde (mhd. sweige, sweie): schway der süw. Steinhöwel Äsop 195 Österley.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schwaibeln, verb. lügen (Österr.) Campe nach Klein prov.-wb. 2, 147, mhd. sweibeln, schwanken, taumeln.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schwaiben, verb.: luo is 'schwaiben, abwischen, petzalen'. Aventinus 1, 429, 19 Lexer, mhd. sweiben.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schwaien, schwajen, verb., s. schweien.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schwaige, f., s. schweige.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schwaken-, schwajenhalse, f. stopper des ankertaus, mit einem schildknopf und bindseil versehen. Bobrik naut. wb. 617a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schwal, schwaal, m. fischname; leucisci, seu mugilis fluviatilis species prima, ein schwaal, furn, rettel, rotaug, rotäuglin. die schwaalen sind bey uns (in der Schweiz) bekandte fisch .. allein zu merken ist, dʒ sie bey etlichen orthen nach dem alter und jaren, andere und andere namen bekommen: als nemlich zu Lindaw am Bodensee nennen sie solche im ersten jahre fornfisch, im andern ein gnit, im dritten ein furn. etliche nennen sie im ersten jar, blieck, oder rotäuglin: im andern jar, fürling: demnach furn oder schwaal. Gesner-Forer fischb. (1598) 161a; vgl. Gesner de piscibus 180. 103; von fürnen, bliecken, oder schwalen. ein blieck ist ein junger fürn, .. so sie jährig seynd, werdens fürnling, und im dritten fürn, und am Zürichsee schwalen genennt. Mangolt fischb. 148; gardo vel gardus piscis ab Helvetiis nominatur ein schwaal, ab Argentinensibus ein retel und rotaug. Faber epitom. quat. libr. Gesneri 38; schwal, oder schwaal, ein fisch, brasme de mer Hulsius dict. (1616) 291b; schwal, leuciscus, mugilis fluviatilis voc. von 1618 bei Schmeller 2, 629; der schwal, kühling oder keuling (cyprinus idus) gardon. Oken 6, 302; in folge der verwechslungen des cyprinus erythrophthalmus und cyprinus rutilus haben Hartmann, Nenning und Schinz das zurechtfinden in der synonymie dieser beiden fische auszerordentlich erschwert, obgleich am Bodensee und am Zürichersee diese beiden fische als rotten oder rottelen (scard. erythrophth.) und als furn oder schwal (leucisc. rutilus) deutlich unterschieden werden. Siebold 181, not. 2.

[Bd. 15, Sp. 2182]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwal, schwahl,schwall (zu schwelen?) wird in Innerösterreich jene frischschlacke genannt, die im herde erstarrt, also nur in festem zustande aus demselben erhalten werden kann. schwal oder schwalboden bezeichnet ferner in Steiermark und Österreich ein aus besonders reichen grauschlacken eingeschmolzener boden in der feuergrube, auf dem das einschmelzen und frischen des roheisens dann schnell und gut bewerkstelligt wird (die schwahlarbeit). Scheuchenstuel 220.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schwal, s. auch schwall.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schwälbchen, n., dim. zu schwalbe:

ach schwälbchen, du hast vergessen wie du
die mutter dereinst verlieszest.
Stolberg 2, 258.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schwalbe, f. , mhd. swalwe mhd. wb. 2, 2, 760a. Lexer mhd. handwb. 2, 1333; ahd. swalawa Graff 6, 876; im got. nicht bezeugt (Grimm gesch. d. d. spr. 205); altn. svala (s. unten), dän. svale, schwed. svala; ags. swealwe, engl. swallow; die herkunft des wortes ist dunkel (deutungsversuche bei Schade 22, 900b. Kluge et. wb.5 340a. Franck et. woordenb. 1226. Köne zu Hel. 3446); die schreibung mit b für w erscheint schon früh, vgl. z. b. Steinmeyer-Sievers gl. 3, 88, 15, für das spätmhd. und frühnhd. Diefenb. 278c, nov. gl. 204b, zur schlieszlich erfolgten wandlung in den verschluszlaut vgl. Wilmanns gr. 1, § 123. schwalb hirundo Dasypodius; Maaler 365d verzeichnet nur schwalm, m. (s. unten); schwalbe, f., une arondelle Hulsius 291b, vgl. Schottel 1411. Stieler 1965; hirundo, eine schwalbe, schwalm Corvinus fons lat. (1660) 316a. die form schwalm (m. und fem.) ist besonders alemannisch, doch begegnet sie auch sonst auf hochd. gebiete (vgl. die lesarten zur 23. fabel in Boners edelstein);

so brütelt jeder swalme sin eige.
K. Dangkrotzheim h. namenbuch 144;

sagen mir eins, ir witschweifenden schwalmen.
N. Manuel 150, 464 Bächtold;

auch wen die schwalmen nider fliegen. Keisersberg emeis 33b (1516); die schaben (verderben die eier) der schwalmen. Fischart Garg. 196a; von dem huszschwalmen, und allen schwalmen in gmein. Gesner-Heuszlin vogelb. (1582) 213a; swalme, swalm (hochd.) Dief. 278c, nov. gl. 204b; swalm, der, hirundo Maaler 365d; schwalm, m. Stalder 2, 359; schwalm, m. und die schwalma Tobler 402a; schwalm, m. Seiler 266a; dim. schwälmli Hunziker 234; schwäb. schwalm, m. Schmid 486, vgl. Schmeller 2, 632. auch auszerhalb des alem. gebietes: schwalm, m. Spiesz 229; dim. schwelmle (Rhön) Frommanns zeitschr. 6, 420; hess. als m., zuweilen auch f. Vilmar 377; schwolme, f. Pfister 259; die schwalme als landschaftlich verzeichnet bei Steinbach 2, 533:

als wie die schwalme pflegt.
A. Gryphius 1, 506;

swalme Nesselmann deutsch - preusz. voc. 20 (15. jh.); im Saml. und in Westpr. ist nach Frischbier 2, 327a schwalm, schwalmke gebräuchlich. für Ungarn bezeugt Schröer 289a schwalm, f. zur flexion: schwalm, m., gen. des schwalmen Schmeller 2, 632; hirundininus, das des schwalbens. Dentzler 1, 332b. die hornschwalme, podargus cornutus Oken 7, 112. das m scheint aus n nach b entstanden zu sein, n drang aus den anderen casus in den nom. (die schwalb'm Schöpf 657); vgl. oben albe th. 1, sp. 201 und alm sp. 244, anders gr. 2, 193. auffallend sind die bei Kilian angeführten formen mit m: swaelem, hirundo, swaelem-steenken, -steertken, -wortel.
eine andere nebenform ist swal, swale:

dur daʒ volge ab ich der swal,
diu lieʒ durch liebe noch dur leide ir singen nie. minnes. frühl. 127, 36 (
H. v. Morungen);

vgl. mhd. wb. und Lexer mhd. handwb. a. a. o. besonders dem nd. gebiete ist diese form angehörig, vgl. Schiller - Lübben 4, 483b. swale Diefenbach 278c, nov. gl. 204b (schon im as. kann inlautendes w nach l schwinden, melas für melwas Gallée § 90); oder liegt eine bildung ohne w zu grunde? altn. svala neben vlva, slngva ist auffallend. im späteren nd. gelten deminutivformen als bezeichnungen des vogels (vgl. Schiller-Lübben 4, 484a): swaalke brem. wb. 4, 1110. Dähnert 475b. ten Doornkaat Koolman 3, 370b. Frommanns zeitschr. 4, 276, 13. swleke (Fallersleben) 5, 297; swālk (Helgol.) 3, 33. Schütze 4, 231, swälk Mi 90a. in Preuszen wird aus dem nd. schwālke das daneben gebräuchliche hochd. schwālchen. Frischbier 2, 327a. hervortreten des w - lautes: swalfke (Ostfriesl.) Frommanns zeitschr. 5, 273, 10. ten Doornkaat Koolman a. a. o.; schwalfte Woeste 264b. besondere formen: swäfelk, swallig, sweigelk Danneil 217b; swöægelke, swöælke, selten swālke Schambach 223a; schwolsber Müller - Weitz Aachener mundart 226; schwalfter (Bonn), schwolver (im Siegenschen) ebenda; mnld. swaluwe, swalwe van der Schueren Teuthonista 387b Verdam; nnld. zwaluw.

[Bd. 15, Sp. 2183]



die form schwalbe ist sowol in oberd. wie in md. mundarten verbreitet, vgl. Lexer 228. Zingerle 54a. Schöpf 657. Schmeller 2, 631 (der schwalben neben die schwalbe); schwalwe Hertel thür. sprachsch. 223; schwalv, f. (rheinfr.) Frommanns zeitschr. 5, 138. mit eigenthümlicher metathesis (vgl. nd. swäfelk) schwabelchen, schwobelchen (Westerw.) Kehrein 1, 371.
1) viele zusammensetzungen bestimmen näher die arten der schwalben: haus-, ufer-, thurmschwalben, see- oder meerschwalben (möven) u. s. w.; s. die verzeichnisse bei Nemnich unter hirundo. Behlen lex. d. forst- und jagdk. 5, 562. Oken 7, 90 ff. von allen diesen arten beschäftigt die in der nähe menschlicher behausungen lebende die beobachtung des volkes. sie nistet auf thürmen, hochragenden gebäuden, aber auch in traulicher, unmittelbarer nähe an den wohnungen: der schwalm liebet den menschen seer, also, dasz er gern bey jm herberg hat. Gesner-Heuszlin vogelb. 214a;

schwalben! rieff er, baut das nest,
denn man läszt
euch nicht ewig sommer hoffen.
Günther 914;

vater! es bauet der mensch sein haus; es nistet die schwalbe
im gesimse; du nährest die schwalbe; du nährest den menschen.
Stolberg 1, 142;

hoch baut die schwalb' an das gesims,
unfühlend, welchen zierrath
sie verklebt.
Göthe 2, 181.

ärmliche dachwohnung den nestern der schwalben verglichen:

wie die schwalben hoch empor
musz er unter dächern kleben.
Czepko in
Wagners archiv 1, 204.

die sorgfalt, mit der die schwalbe ihr nest baut und dichtet, wird hervorgehoben (vgl. die hübsche schilderung bei Gesner-Heuszlin a. a. o. und Fr. Stolbergs gedicht 'das schwalbenpaar' werke 2, 257);

ein swalwe klent von leime
ein hiuselin.
Neith. v. Reuenthal 30, 38.

am hause nistende schwalben bringen frieden: dört wo d'schwalme niste, ziet der husfrieden i. Seiler 266b, vgl. Schütze 4, 232. wunderh. 2, 360 Boxberger: wo noch schwalben unter unserm dache nisteten, und keine so hungrige raben, wie jetzt die falschen freunde meines vaters. Raimund 1, 227 Glossy-Sauer. schwalben schützen nach weitverbreitetem volksglauben das haus vor blitzschlag. Birlinger volksth. 1, 194, 307, 1. sie zu vertreiben oder zu tödten bringt unheil: man fröuwt sich gmeinlich jr zkunfft, und hat sy gern z herberg, also, dasz man es für ein übel hat, so einer jr nst zerschleitzt und umbkert. Gesner-Heuszlin vogelb. 214b; wer eine schwalbe tödtet, verursacht vier wochen anhaltenden regen. Grimm myth.4 3, 446 (abergl. 378). wenn man eine schwalbe aus dem hause treibt, geben die kühe rothe milch. Birlinger volksth. 1, 125, 183. wie die schwalbe mit den menschen frieden abschlieszt, erzählt eine alte fabel, vgl. Boner edelst. 23, Gerh. v. Minden 17. sogar die raubvögel schonen die schwalbe: Isidorus spricht, daʒ diu swalb von den grimmen vogeln nümmer gelaidigt werd. Megenberg 200, 15. die schwalbe weisz voraus, wenn einem hause unheil zustoszen soll: Solinus spricht, daʒ diu swalb von nâtûr wiʒʒ, wenne ain haus oder ain dach vallen well, und daʒ fleuht si danne. 200, 28. sie nistet nicht auf jedem gebäude: so erfindt sich, das uf dem domstift zu Trier kein schwalb nistet; es ruet auch keine darauf, dann sie sonst herabfallen und sterben. Zimm. chron.2 3, 197, 37. Heppe wohlred. jäger 273b warnt davor die schwalben in den häusern nisten zu lassen, da sie die wanzen herbeiziehen. trauliche anrede:

vrouwe swalewe, ir sît untugentlîch. minnes. 3, 109b Hagen;

swester mîne, swalwen, nuo
daʒ ich ouch spreche, des ist zît.
L. v. Regensburg S. Franc. leben 2494.

flug der schwalbe, bild der schnelligkeit; man sagt: die schwalben schieszen;

ein træges sneggen slîchen,
einr sneller swalwen vluc. minnes. 2, 388a Hagen;

denn kriegrischer und schneller
sind diese fremden rosse nicht.
vergebens, dasz ihr Römer
auf ihnen behender wie schwalben floht. Rhingulf 88;

huscht doch die freud' auf flügeln, schnell
wie schwalben, vor uns hin.
Bürger 47a;

reiter, sitzet schleunig auf und fliegt
als meine schwalben jauchzend vor mir her.
Grabbe 3, 302 Blumenthal.

hin und her streifen:

fuor hie umme,
nu die rehte und nu die krumme,
als die swalbe nâch irre spîse. renner 9304.

[Bd. 15, Sp. 2184]


aus dem hohen oder tiefen fluge der schwalbe schlieszt man auf kommendes gutes oder schlechtes wetter: so der schwalm so nach auff dem wasser fleügt, dasz er das schier mit dem bauch berürt, verkündet er einen rägen, sagt Aratus. Gesner-Heuszlin vogelb. 214b (nach alter fabel wurde ein habgieriger kaufmann, dessen güter im schiffbruch versanken, in eine schwalbe verwandelt; er sucht nun seine verlorene habe, vgl. Kirchhof wendunm. 3, 158 Österley). d' schwalma flügid nider, es ged ruch wetter. Tobler 402a, vgl. Hunziker 234. Wander sprichw.-lex. 4, 414, 23.
die schwalbe erjagt ihre speise im fluge: der vogel wird gespeiset in seim flug von den snâken und von den mucken oder von den fliegen in dem luft. Megenberg 200, 12;

diu swalewe vêhet die mücken vür den valken, des si bâget.
den ertvlug unt den swippersweif kan si baʒ üeben. minnes. 2, 369b Hagen.

gesang der schwalbe: es ist eine schwalbe, die uber mir hinferet, und zitzschet ein wenig. Luther 8, 256a. die schwalbe wimmert (schwiert). Comenius sprachenth. übers. von Docemius 160; zwitzern wie eine schwalbe. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694c; ich winselt wie ein kranch und schwalbe. Jes. 38, 14;

ich hôrte den süeʒen sanc
von einer swalwen, dâ si vlouc,
ir stimme diu was guot. minnes. 2, 172b Hagen;

gemessen am gesange der lerche und nachtigall als bild stümperhafter sangeskunst:

ir arme kwittel zwitter schürfen snarz ouch sange lâget,
si wil mit listen aller vogele dœne prüeven:
diu lerhe und ouch diu nahtegal diu müeʒen von der swalewen
verdulten spot. minnes. 2, 369b Hagen (vgl. schwalbennest).

dem zwitschern der schwalben werden worte untergelegt: klicke wie ick, klicke datt't hölt (beim dichten des nestes); oder: mutter müsst denn jung'n kittel flick'n, kittel flick'n, mit witten, mit swarten, mit swarten zwirn. bei ihrer wiederkehr: ass ick wegtôg, wegtôg hâr ick all's noch; ass ick wedderkamm, wedderkamm, wass et fleit'n gaon; un dao hêt et, hêt et: -fritt nettelkôl un schît, schît schnur! oder: ass ick wegtôg, ass ick wegtôg, waorn all d' kisten un kasten vull; ass ick wedderkamm, ass ich wedderkamm, waor allens ût, wenn't, wenn't jümm man nich belu- rrt. Danneil 217b. vgl. das schwalbenlied bei Schmeller 2, 631. Wander sprichw.-lex. 4, 111, 1. 412, 5;

fliegt die schwalbe zwitschert sie:
'da ich fortzog, da ich fortzog,
waren alle kisten und kasten voll;
da ich wiederkam, da ich wiederkam,
war alles wüst und leer'.
Immermann 13, 97 Boxberger.


die schwalbe als zugvogel: die swalben fliegent über mer und beleibent den winter dâ, alsô sprechent etleich. Megenberg 200, 22; Maria geburt, trekken de swâlkes furt. ten Doornkaat Koolman 3, 370b;

schwalben, die im lenze minnen,
fliehen, wenn der nordwind weht.
Schiller 1, 308;

wiederkehrend verkünden sie den lenz (Grimm myth. 123) und suchen ihre im herbste verlassenen nester auf: so bald schwalmen im früling widerkommend, und sy jr alt näst wider findend, so frolockend sy mit jrem vilfältigen gesang. Gesner-Heuszlin vogelb. 213b; der schwalm ist des frühlings bot, wie die krähe des winters. Schmid 623;

wanne vele swalbin komen
von den sudin her geflogin,
so werdit der lenze vornomen. ritterspiegel 1801;

kommen ist die liebe schwalbe. wunderhorn 1, 154 Boxberger;

schwalben kehren wieder,
und die erstlingslieder
kleiner vögelein
zwitschern durch den hain.
Hölty 150 Halm;

die schwalbe fliegt,
der frühling siegt,
und spendet uns blumen zum kranze. 195;

kranich und schwalbe merken ire zeit, wenn sie widerkomen sollen. Jer. 8, 7; sprichw. eine swalwe en brinkt nicht den mei. Tunnicius 774; ene swaalke maakt ninen sommer. brem. wb. 4, 1110; ein schwalbe bringt keinen sommer. Petri (1605) 2, Y 4a; eine schwalbe macht keinen sommer. Corvinus fons lat. 316a; de ersten swalften brenget noch kainen suemer. Wander sprichw.-lex. 4, 412, 2; ên oder twei swaleken mâket keinen sommer. 413, 14, vgl. 12. 13. 15;

ein swalbe ouch nicht brengit
den lenzin wan si komit geflogin. rittersp. 1789;

[Bd. 15, Sp. 2185]



der sonnenblick betrüget (im märz)
mit mildem falschem schein,
die schwalbe selber lüget,
warum? sie kommt allein.
Göthe 3, 36.

von einem misztrauischen oder beschränkten: er musz vil schwalben sehen, bisz dasz er glaubt, dasz der früeling sey. Henisch 1266, 29; der sperling nimmt das nest in besitz: wenn die schwalb den sperling ins nest lest, so musz sie wandern; wenn die schwalb weg fleugt, so bleibt der sperling. Petri (1605) 2, Bbb 6b. die schwalben sollen andrerseits nicht fortziehen, sondern den winter verborgen in todähnlichem schlafe zubringen, vgl. Gesner-Heuszlin vogelb. 213b. Heppe wohlr. jäger 273a. Nemnich unter hirundo, s. auch Frisch 2, 240c. sie lebt im frühjahr wieder auf: die schwalbe die wir im winter erstarret finden und im lenz wieder aufleben sehen. Schiller 4, 42.
weisze schwalben verkünden einen kalten sommer mit langdauernden nachtfrösten. Wander sprichw.-lex. 4, 414, 22; vgl. Gesner-Heuszlin vogelb. 213b.
die schwalben sollen der bienenzucht schädlich sein: ob gleich die schwalmen den bynen schaden thnd. Gesner-Heuszlin 214b; wann die schwalben ihre jungen auszführen, bringen sie dieselben nah zu bienstöcken, auff die bäume, da fangen die alten die bienen und bringen sie den jungen. Colerus öcon. (1680) 2, 565b; derowegen, soll man weder alte noch junge schwalben, des grausamen schadens halber, den sie denen bienstöcken zufügen, leben lassen. Hohberg adl. landleben 2, 376a.
eine grosze werthschätzung genieszt die schwalbe in der mittelalterlichen heilkunde; vgl. Megenberg 200, 16 ff. Gesner-Heuszlin vogelb. 214b ff. Colerus öcon. (1680) 2, 628b. öcon. lex. (1744) 2658. besonders werthvoll ist der in ihrem magen gefundene schwalbenstein (s. dieses und die andern zusammensetzungen).
redensarten: schwalben schieszen für lügen Dentzler 2, 258a, vgl. Wander sprichw.-lex. 3, 275, 284 (eine schwalbe im fluge zu schieszen, ist schwierig); von einem unhöflichen, der seinen hut nicht zieht: er hat schwalben unter dem hute. Wander a. a. o. 4, 415, 42; andere wendungen: hi leat an swalk ütj flä an wal an gus (gans) wedder ha (nordfries.). Firmenich 3, 5, 54; dat hadde ik mal dôn schullt, se de junge dô schêt'n swalk in de soppe (dasselbe motiv in Holteis gedicht 'suschte nischt ak heem'). Frommanns zeitschr. 3, 430, 269; wenn de swäleke wi 'ne gôs schîten will, sau bastet êr dat âsloch. Wander a. a. o. 4, 414, 24; em geit dat mûl wî dem schwlke de rsch. nd. korrespondenzbl. 3, 53.
2) mhd. swalwe bezeichnet eine art harfe A. Schultz höf. leben2 1, 552. Grimm gramm. 3, 468.
3) der europäische ziegenmelker (caprimulgus europaeus) wird auch groszbärtige schwalbe, nachtschwalbe genannt Nemnich, s. DWB schwalk 2; eine art tropischer nachtraubvögel nennt Oken 7, 112 schwalmen (podargus). cypraea hirundo, schwalbe, eine schneckenart; mytilus hirundo, schwalbe, schwalbenmuschel, eine meermuschel. ebenda.
4) im schiffsbau heiszen schwalben oder schwalken eiserne platten, die zwei parallele seiten und zwei seiten mit winkelausschnitt haben; sie dienen zur befestigung des losen kiels an dem hauptkiel. Bobrik 617b.
5) schwalbe ende des strohdaches Birlinger 405a.
6) scherzhaft für eine ohrfeige (Halle) Albrecht 208b.
7) schwalbe als kuhname Schöpf 657; für ein weisz und schwarz geflecktes thier Bühler Davos 1, 132.
8) spöttisch zur bezeichnung eines maurers. nd. korrespondenzblatt 8, 72 (sonst auch dreckschwalbe).
9) als spottname für die predigermönche:

prediger münch sind halb,
drumb heiszens ein schwalb.
Fischart 1, 127 randglosse (Kurz);

vgl. schwalbenbruder, schwalbenkutte.
10) wie mucke, grille und ähnl. für schwank, lustiger, launischer einfall: (ein) lustiger fatz-narr oder schwalbenmacher. Simpl. 1, 398 (1685).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 11 bis 20 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer
11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
Artikel 11 bis 20 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer