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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schwäher bis schwaige (Bd. 15, Sp. 2180 bis 2181)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwäher, m. pater uxoris, schwiegervater, mhd. sweher mhd. wb. 2, 2, 766b. Lexer mhd. handwb. 2, 1350. Schmeller 2, 629, ahd. suehur Graff 6, 862; ags. sveór (aus sveohor). nah verwandte bildungen sind goth. swaihra, πενθερός, svaihro, πενθερά, an. sværa. über die verbreitung des wortes in den verwandten sprachen s. Fick vergl. wb.4 1, 152. consonant. flexion findet sich spurweise in älterer sprache (sines sweher exod. 125, 19 Diemer); schwacher gen. bei Schmeller a. a. o. schwanken in der bedeutung ist bei diesem worte seltener als sonst bei verwandtschaftsnamen: ags. sveór wird auch im sinne von vetter gebraucht, swehur, sweher glossiert levir, s. Graff a. a. o. verschwägerter, durch heirath verwandter:

Strophius,
des vaters schwäher, nahm ihn (Orest) willig auf.
Göthe 9, 47 (Iph. 3, 1);

seliger du, o gesegneter noch als könige,
der die göttin heimführt,
und auf unendlicher erde
allein als der ewigen schwäher
hoch sich preisen hört. 46, 45;

ihr habt selbst einen hübschen sohn und ein schönes gut, dem könnt' ich meine tochter geben. ich bin nicht stolz, glaubt mir, ich bin nicht stolz. ich will euch gern meinen schwäher heiszen. 15, 28; verständigte Ufo seinen schwäher Reinald. Musäus volksm. 3, 28 Hempel. das wort wird in neuerer zeit nur in gehobener oder alterthümelnder sprache gebraucht. socer, sweher, schweher, swere, swer, sweyr, suegher, sweger, swaher, schwecher, schwerer. Diefenbach 539c; socrus, sweher, schweher, schwier. 540a; schwäher, der, meiner frauwen vatter. Maaler 364d; schwäher, desz manns oder der frawen vatter, altvatter. Hulsius dict. (1616) 291b; schwäher, m. socer Schottel 1411; schwär, et schwäher, socer, conjugis pater; stiefschwäher, mariti et uxoris vitricus; gegenschwäher, consocer; oberschwäher, prosocer Stieler 1973. Steinbach 2, 532 bezeichnet das wort als landschaftlich, Adelung als veraltet. zum gebrauch in den mundarten vgl. Frommanns zeitschr. 5, 115, 20 (Elsasz). Tobler 403a. Hunziker 234. Seiler 266a. Bühler Davos 1, 151. Schmeller 2, 629. Schöpf 655. Spiesz 230. Hertel 223. Vilmar 377. Kehrein 1, 372: hochgeborner furst, lieber sweher. d. städtechr. 2, 493, 35; marggrave Jakob, mein sweher selig. 528, 36; sinem schwecher. 4, 77, 1; seinem schwecher. 5, 31, 28; irme sweher und irre swiger. 8, 293, 2; durch seines schwehers anrichten. 22, 421, 7; im testament seines schwechers. 23, 106, 17; da het si von irem schwecher .... gehört. tirol. weisth. 1, 161, 47; so ain schwecher ain oder mer aiden in das haushaben einnimbt. 4, 2, 661, 6; ein spill von ainem schwecher schwigertochter und ayden. fastn. sp. 1345; so die vermelten ir vater, muter, schweher und schwiger hinder ine verlassen. Tucher haushalt. 179; Mose aber hütet der schafe Jethro seins schwehers (schwagers 1534, s. DWB schwager 2). 2 Mos. 3, 1; die andern sagen er hab des keysers schwester gehabt und der keyser sei sein schwager nit sein schweher gewest. Franck Germ. chronicon (1538) 97; auszer rath seines schwechers. Zimm. chron.2 2, 212, 24; mit seim schweher. Wickram goldf. 61a; dem (Bertram) gab der vorgenannte könig von Elsasz seine tochter, unnd hette auch sonst kein kindt mehr, darumb so ward derselbige Bertram nach seines schwähers tode, auch könig zu Elsasz. buch d. liebe 272b; jhrem (der Penelope) alten schweher Laerte. 312b; Medea geht mit jrem alten schwäher Eheson ein. Ayrer 1234 Keller; seines blinden schwehers, der schwieger-mutter und seines weibs wird Springinsfeld nacheinander wieder los. Simpl. 3, 262 Kurz (schwehervatter 263);

oheim, schwiger, schweger und tochter sein. fastn. sp. 40, 8;

Ull Lentel het gern zu eim sweher dich ...
und spricht, und werd im dein tochter nit schir,
so musz er unsinnig werden. 514, 13;

auch Jacob dient durch klt und hitz,
inn ht seins schwehers schaff und kitz.
Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 156b;

Jacob bey seym schwäher Laban
ein überschwencklich gt gewan.
Wickram irr. reit. bilger (1556) 88a;

da kompt dein schwehr und öheim Fritz.
was meynstu, das sie wöllen jetzt?
Sachs fastn. sp. 3, 120, 215 neudruck;

hertzlieber brudr, bisz mir wilkumb
in meins herrn schwehers marggrafthumb. 16, 137, 5 Keller-Götze;

für irs vatters, ewrs schwehers, hausz. 20, 136, 16;

[Bd. 15, Sp. 2181]



gott bscher dir glück an alle zal,
deim schweher, schwiger und der braut,
die dir ist zu der eh vertraut.
Ackermann Tobias 1331 Holstein;

es wolte mir gehören
zu dencken auf ein lied
zu seines schwehres (schwehers 1690) ehren.
Opitz (1646) 2, 130;

wie offt sasz ich bethränt so bald mein schwäher klagte.
A. Gryphius (1698) 1, 104;

fleuch eilend den schwäher, fleuch die
rasenden schwestern.
Ramler 2, 211 (1801);

mit scham und furcht, o theurer schwäher, füllt
dein anblick mich.
Bürger 153a;

der meister Clemens soll
ihr schwäher werden.
Tieck 1, 181.


 
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schwäherin, f. schwiegermutter Adelung. Campe. Hunziker 234;

dem schwäher diente sie im opferhaingehege,
der schwäherin im haus mit zarter liebespflege.
Rückert (1882) 12, 267.

personen, deren kinder sich geheiratet haben, nennen sich schwäher, schwäherin (gegenschwäher-, schwäherin). Keller 8, 272, ebenda 279 das schwäherpaar.
 
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schwäherschaft, f. verwandtschaftsverhältnis des schwiegervaters zu schwiegersohn oder - tochter. Campe. verhältnis zwischen solchen, deren kinder sich heiraten: nichts von schwäherschaft! wir wollen keine gegenschwäher sein, sondern unabhängige gute freunde. Keller 6, 281;

fast war es um den plan
und um die schwäherschaft gethan.
Ludwig 3, 587 (1891).


 
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schwähervater, m. schwiegervater, schwäher (veraltet): wegen seines schwäher-vaters. Schweinichen 3, 146; Polynices, durch hülffe seines schweher vatters Adrasti. Opitz 1, 163; ich weisz nicht, herr schwervatter, warum er alles so widersinns anstellet. Simpl. 1, 337, 26 (gleich darauf schweher, vgl. 3, 262 und 263); Rebekka ... durch ihres schwäher-vaters, des gottfürchtigen und belibten alt-vaters Abrahams, abgeordneten freywerber. Butschky Pathm. 295; er schlosz seinen schwehervater von dem frieden aus. Lohenstein Arminius 1, 161; klagte solches ihrem schwähervater. d. knab. wunderhorn 2, 126 anm. Boxberger.
 
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schwahl, s. DWB schwal.
 
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schwählemer, m. zigeuner (gaunersprache) Avé-Lallemant d. gaunerth. 4, 606; s. DWB schwelemer.
 
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schwai, f. heerde (mhd. sweige, sweie): schway der süw. Steinhöwel Äsop 195 Österley.
 
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schwaibeln, verb. lügen (Österr.) Campe nach Klein prov.-wb. 2, 147, mhd. sweibeln, schwanken, taumeln.
 
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schwaiben, verb.: luo is 'schwaiben, abwischen, petzalen'. Aventinus 1, 429, 19 Lexer, mhd. sweiben.
 
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schwaien, schwajen, verb., s. schweien.
 
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schwaige, f., s. schweige.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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