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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schwager bis schwäherschaft (Bd. 15, Sp. 2176 bis 2181)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwager, m. ehemann der schwester, bruder der ehefrau oder des ehemannes; erst frühmhd., mnd. und fries. bezeugt (vgl. Graff 6, 863. Steinmeyer-Sievers 3, 68, 21. 177, 2. mhd. wb. 2, 2, 767b. Lexer mhd. handwb. 2, 1332. Schiller-Lübben 4, 482a. Richthofen 1057b), aber jedenfalls älter, mit schwäher und schwieger verwandt (vgl. Noreen urgerm. lautl. 74). auch im nld. ist zwager verhältnismäszig spät bezeugt (swagher, affinis, affinitate conjunctus: et sororius: et levir Kilian); dän. svoger, schwed. svger sind lehnworte. wie bei anderen verwandtschaftsnamen, ist der begriff des wortes schwager in älterer sprache umfassender und schwankend. plur. die schwger Maaler 364d. Steinbach 2, 532, schwöger E. Alberus fab. 76 neudruck. in neuerer sprache wird der plur. auch ohne umlaut gebildet. consonant. flexion im mhd., z. b. gen. swâger Ottokar reimchr. 82502. 82607. zum gebrauche des wortes in den mundarten vgl. Schmeller 2, 626. cimbr. wb. 225b. Zingerle 54a. Höfer 3, 123. Hunziker 237. Hertel 223. Schütz 4, 231. Dähnert 476b. Mi 90a. Schambach 220a. Woeste 264a. ten Doornkaat Koolman 3, 369b.
1) in verengter bedeutung, mann der schwester, bruder der frau oder des mannes (vgl. mhd. wb., Lexer mhd. handwb., Schiller-Lübben a. a. o.). sororius, swager, swoger Diefenbach 543c; schwager, der eines anderen schwöster hat. Maaler 365d; mein schwager, cui soror mea nupsit Corvinus fons lat. (1660) 618a; herzog Chunrad von der Mosl, sein swager, so sein swester zu der ê het. Aventin b. chron. 2, 270, 23; levir voc. d. 15. jh. bei Lexer mhd. handwb. a. a. o. schwager, des manns bruder, levir; der frauen bruder, uxoris frater Frisch 2, 240c; mann der schwester des mannes, oder mann der schwester der frau: wolde em sin swager, her Sibe, welcker de andere suster hadde, dar nicht liden. quelle bei Schiller-Lübben 4, 482b.
2) im weiteren sinne jeder durch heirat verwandte (vgl. verschwägern); affinis, swager Diefenbach 16a; gesipter schwager, affinis Dasypodius; gemg, schwager, affinis, affinitate junctus Henisch 1483, 1; schwager, m., allié à quelqu'un par mariage Hulsius 291b; manere affinitatem hanc inter nos volo, wir wollen gute schwäger seyn und bleiben. Corvinus fons lat. 264b (1660); schwager, m., affinis Schottel 1411; er ist mein weitleuftiger schwager, necessitudine aliqua me attingit; naher schwager, affinitate propinquus Stieler 1973; ein naher, genauer schwager Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694a; vgl. Steinbach 2, 532 Frisch 2, 240a; erst bei Adelung wird diese anwendung als veraltet

[Bd. 15, Sp. 2177]


bezeichnet: wenn schweger und freund inn einander verhetzet, und auff einander dergrimmen. Mathesius Sar. 88b;

von freunden wir betrogen sind
was soll ich sagen? nun wolan
die schwöger wölln wir sprechen an.
Alberus fabeln 76 neudruck (18, 140);

einst reiste meister fuchs zu einem seiner schwäger.
Hagedorn 2, 20 (1771);

keine vettern und schwäger. Möser patr. phant. 4, 269 (1786). für schwiegervater (schwäher): socer, swager, schwager Diefenbach 539c; für das mnd. vgl. Schiller-Lübben 4, 482a; Lucius Tarquinius .., do he sinen swager sloch. d. chron. 2, 1, 82, 25; gein dem genannten unserm lieben schweher und schwager. quelle des 16 jh. bei Diefenbach-Wülcker 848; 2 Mos. 3, 1 hat die ausg. von 1534 schwagers für das spätere schwehers, vgl. auch 2 Mos. 18, 1—27 mit den lesarten bei Bindseil. doch auch für schwiegersohn: gener, swager Diefenb. 259c; vgl. Schiller-Lübben a. a. o. Thurneiszer unten unter schwägerlich;

Îsôt sprach zu dem kindelîn:
sag an, wie lange mac des sîn,
daʒ mîn swâger Tristan
mich sô menlich als ein man
von dem tôde erlôste. Tristan 3449.

neffe der frau: to behouf syner husfrowen sint ome von wegen synes swagers, orer suster soenen, itlike gudere angestorven. quelle bei Schiller-Lübben nachtr. 276b. in redensarten und sprichwörtern tritt die umfassendere anwendung des wortes vielfach hervor: werden mich doch nicht für des dummkopfs leiblichen schwager (für einen sehr dummen menschen) halten. Schiller 3, 363 (kab. u. liebe 1, 2); es ist kein verlasz auf verwandte:

ein schwager und ein erlen bogn,
ein schnelle that nicht wol bewogn,
ein alte brück und fahles pferd,
wenn sie bestehn sein lobens werd.
Ringwaldt laut. wahrh. (1597) 371;

ein schwager bucket dem andern offt ein bein. Henisch 550, 52; ein schwager, ein hund beiszet den andern gern ab, wo er kan. Petri (1605) 2, Y 4a; schwäger seind mymmer besser freunde, denn weit von einander, oder selten zusamen. Agricola sprichw. (1534) 347; ein schwager ist offt ein spiesz. Petri a. a. o.; der sinn geht z. b. aus folgender stelle hervor: wie die historien zeugen, das nicht allein offt ein schwager ein spiesz ist, sonder das auch schweher und eidman, vatter un son, bruder mit bruder, vetter mit vettern, sehr verbitterte und hessige kriege gefürt haben. Mathes. Sar. 88b; mancher meynet, seine vettern und schwäger, seyen seine besten freunde. aber es ist oft weit gefehlet. mancher sagt im sprichwort: viel schwäger, viel knebelspiesze .. (Jacob) hatte an dem Laban einen groszen knebelspiesz. er betrog ihn nicht allein in seiner nahrung u. s. w. Schuppius schr. 234; ein schwager und knebelspiesz, prov. de rara amicitia affinium. Stieler 1973.
3) vom doctor Faustus erzählt die Zimm. chron.: vil haben allerhandt anzeigungen und vermuetungen noch vermaint, der bös gaist, den er in seinen lebzeiten nur sein schwager genannt, hab ine umbbracht. 2 3, 530, 9; schon hier erscheint also schwager im verblaszten sinne einer vertraulichen anrede (wie bruder, gevatter); vgl. Zarncke zum narrensch. 17, 23. Grimm gr. 4, 316; Georg v. Frundsberg nennt Berlichingen schwager. Berlich. 88 (vgl. Göthe 26, 208); auf eure gute gesundheit, schwager! spricht dorfrichter Michel in der 'jagd' zu dem ihm unbekannten könige, den er bewirthet; Christel, sein sohn: erlauben sie, mein herr, ihr wohlergehen. Weisze kom. opern 3 (1771) 184;

ihr wackern träger
und eure schwäger,
die kohlenbrenner
sind unsre männer.
Göthe 41, 30;

einige handwerker nennen sich gegenseitig schwager. Schm. 2, 626; nd. dorfswager, dorfgeschworener, dorfrichter. Schütze 4, 231; im kartenspiel: kouleur mit'm schwager, wenn der couleurspieler sich pik-as zu hilfe ruft. Frischbier 2, 326b; vom tode (vgl. freund Hain): du bist ein garstiger schwager. Schiller 1, 201; dagegen 213 von Bacchus:

schwager, warst auch sonst voll ränke,
schwager, wo nun deine schwänke.

in älterer studentischer sprache an den commilitonen gerichtet (wie herr bruder):

ist etwas in der welt,
das uns kann recht ergötzen,
sinds jungfern oder geld?
sinds pferde, hunde, bier, music?
sinds bücher, friede, streit und krieg?
herr schwager weit gefehlt! tabakstied von 1715.

[Bd. 15, Sp. 2178]


über den gebrauch des wortes in studentischen kreisen des vorigen jh. s. Kluge studentensprache 14; so nennt der hallische student den Halloren schwager. ebenda 124b (vgl. DWB schwagerschaft). wol auch in studentischen kreisen ist schwager als anrede für den kutscher, den postillon aufgekommen, das sich seit dem vorigen jh. völlig einbürgert und auch in die volksdialecte eindringt, vgl. Schmeller 2, 626. Höfer 2, 123. Hügel 146a. Frommann zeitschr. 6, 276, 27 (Schlesien). Frischbier 2, 326b. Dähnert 476b. Woeste 264a. schwager für kutscher kommt schon in Ettners unw. doctor vor (1697): die jungfer köchin, oder schlieserin, wie auch Hans Schwager, der kutscher. 753. häufig seit dem 18. jahrh.: der schwager (denken sie! so nennt man den postillon). Hermes Sophiens reise 1, 5 (1776); (für postreiter): glaube mir, scheckchen, du kennst diesen abgefeimten schwager noch nicht recht. Lessing 10, 211 (und öfter im folgenden); sind wir bald zu Darmstadt? fragte ich den schwager. Merck briefs. 2, 122; wir haben einen gar jungen, lustigen, hübschen schwager gehabt, mit dem ich durch die welt fahren möchte. Göthe 10, 128; hier! halt ein, schwager! hier will ich aussteigen! 14, 160; da fragten wir denn die ebenfalls abgestiegenen schwäger, wer vor uns dahin fahre? 30, 5; noch früher, als er dem schwager das trinkgeld gegeben. J. Paul Titan 2, 36; den (postillon) bestach mein sogenannter vater, der schwager verrieth für einen species seine heiligsten pflichten. Immermann Münchh. (1841) 2, 62; der schwager (das ist der kutscher) fuhr fort. Hebel 2, 147;

die alten rudera davon (von der burg)
wies mir der schwager postillon.
Bürger 24a;

langsam karrt indessen der unbarmherzige schwager
durch den kies.
Voss Luise 2, 160;

töne, schwager ins horn,
rassle den schallenden trab.
Göthe 2, 69;

alsobald knallet in G. des reiches würdiger schwager.
zwar er nimmt euch nicht mit, aber er fährt doch vorbey.
Schiller 11, 106;

doch alle kutschirt er zum gasthof der ruh.
nun, ehrlicher schwager, wenn das ist, fahr zu.
Langbein schriften (1841) 1, 202;

schwager ritt auf seiner bahn
stiller jetzt und trüber.
Lenau 1, 181 Koch.

im verfänglichen sinne (vgl. schinkenschwager unter schinke 1 oben sp. 204), mitbewerber um die gunst eines weibes oder mitgenieszer:

und hätt ich ein mägdgen von englischer pracht
und würd ich auch stündlich zum schwager gemacht.
Günther 259;

herr schwager, glaube mir, sie (die tochter) stammt von dir allein.
Hagedorn 2, 94 (1771);

wir sind emsig nachzuspüren,
wir die anecdotenjäger,
wer dein liebchen sey und ob du
nicht auch habest viele schwäger.
Göthe 5, 61;

ein tausendschwager, dicitur de persona levi et libidinosa Stieler 1973; hurenschwager, tausend-schwager, cognato per via di puttane; vom betrogenen ehemanne gesagt: eine grosze menge schwäger haben, haver la moglie puttana e sgualdrina Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 694b; vgl. Frommann zeitschr. 3, 538, 56. Hügel 146a. Dähnert 476b; ein solcher verfänglicher sinn mag schon früh in die redensart: niemand weisz, wer des andern schwager ist, hineingelegt sein; vgl. z. b. Svarmus sp. loq.; es wil kein schwager wissen, das ein ander sein schwager gewesen ist. Petri (1605) 2, Dd 3b. Wander sprichw.-lex. 4, 410. 411.
4) in einigen gegenden bezeichnet man mit schwager das fleisch unterm kinn (kehlbraten) Schmeller 2, 626.
5) im sinne von furunkel, verlängert aus schwär Albrecht 208b.
6) pflanzen, bei denen syngenesie stattfindet, mit sichtbar kenntlichen blumen, wo staubbeutel und stengel in einer blume vereinigt und die staubbeutel walzenförmig zusammengewachsen sind, heiszen schwäger. Campe.
 
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schwägerei, f. verwandtschaft (mit spöttischem nebensinne). Campe; sprichw. schwägerei, bescheiszerei (Schlesien). Wander sprichw.-lex. 4, 411.
 
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schwägerin, f. (vgl. DWB schwager) schwester des mannes oder der frau, frau des bruders, dann in älterer sprache überhaupt 'durch heirath verwandte': mhd. swægerinne, swêgerinne Lexer mhd. handwb. 2, 1333. Schmeller 2, 626; schwägerin, alliée, moglie del fratello Hulsius dict. (1616) 291b; affinis, schwager, schwägerin Corvinus fons lat. (1660) 264b. vgl. Stieler 1973; schwägerin, cognata, parente Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694b. schwägerinn, affinitate cum aliquo conjuncta, affinis mulier Steinbach 2,

[Bd. 15, Sp. 2179]


532; schwägerin, der frauen schwester, des mannes schwester, des bruders frau. Frisch 2, 240a; für schwäherin, schwiegermutter:

er stach sin schwägerin uf die erd. d. knaben wunderhorn 2, 152 Boxberger.

miszverständlich bei Norddeutschen für schweigerin, sennerin, s. Andresen volkset.4 91, nd. swägersch Mi 90a; swêgersk Frommanns zeitschr. 4, 356 (Ostfriesland, feiner swêgerin, vgl. Schambach 220a), oberd. geschwei (s. dieses).
 
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schwägerlein, n.:

willkommen, willkommen lieb schwägerlein. wunderhorn 1, 248 Boxberger.


 
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schwägerlich, adj. affinitate conjunctus Stieler 1974; schwägerliche freundschaft, freundschwägerlich, unschwägerlich. ebenda; einen schwägerlich lieben, grüszen u. ä. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694b, vgl. Frisch 2, 240a. mhd. geswâger-, geswægerlîch; alle söhnliche und schwägerliche (schwiegersöhnliche, s. DWB schwager 2) anmut, die mir gegen euch, als eltern gebühret. Thurneiszer nothgedr. ausschr. (1584) 107; lebet hinfüro einträchtig und schwägerlich. A. Gryphius dornrose 109 Palm; dein reiter (der postreiter), — sonst genannt der schwager; weil er schwägerlich die parthey eines jeden hält, dem er vorreitet. Lessing 10, 211. hierzu schwägerlichkeit, f. Campe.
 
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schwägern, schwagern, verb., von schwager abgeleitet (vgl. zum ersteren be-, verschwägern): es schwägert sich unter ihnen, sie sind oder nennen sich verwandte unter einander. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694b; so seind noch alte gesang vorhanden, in den selben stêt, das die alten teutschen helden mit den königen ausz Hispania sich befreundt und geschwegert haben. Aventinus 1, 369, 15 Lexer; der adel unternander gevettert, geschwistert, geschwegert, gefreundet, ja fast gebrüdert, gevattert, gesönet. Luther 8, 41b; freier (vgl. DWB schwager 3): so is der werlde lôp, dat deme it wol geit, de kricht vele frunde, den vaddert und swagert mannich. gl. zu Reinke de vos bei Schiller-Lübben 4, 483a;

wer pfennig hat, der hat vil fründ
den grüszt und swagert yederman.
Brant narrensch. 17, 23 (mit Zarnckes anm.).


 
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schwagerschaft, schwägerschaft, f. (vgl. DWB schwager) verwandtschaft durch heirath, im engeren (dann in neuerer sprache schwagerschaft, wenn jemand der rechte schwager einer person ist) oder weiterem sinne; auch die gesammtheit der so verbundenen: generitas, swagerschaff, zwagerscap Dief. 259c; schwagerschafft, affinitas, propinquitas Dasypod.; schwagerschafft zertrennen, freündschafft unnd schwagerschafft mit einem machen, in schwagerschafft kommen oder mitt freündschafft verbinden. Maaler 365d; schwagerschafft, affinité, alliance per mariage Hulsius dict. (1616) 291b; affinitas, schwägerschafft Corvinus fons lat. (1660) 264b; nahe, weitläuftige schwägerschaft Stieler 1973, vgl. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694b. Steinbach 2, 532. Frisch 2, 240a; doch müssen zuvor alle die so dem, der in der waal ist, gefreundt oder sonst mit schwagerschaft pisz auf den nemlichen grad, der deshalb durch ein besonder gesetz bestimpt ist, zugethan oder verwant sein, ausztreten. d. städtechron. 11, 793, 1; mit denen, die sich des willen gots nit fleiszen, demnach got hassen, machstu freundschaft und schwagerschaft. Aventinus bair. chron. 1, 237, 7; die ehre in die schwägerschaft des Mahomets gekommen zu sein. Lessing 3, 176; durch das band der blutfreundschaft und schwägerschaft gebunden. Herder 2, 111 Suphan;

wie man dann liszt, das ob den pronnen
und den bächlin sich hab angsponnen
der menschen erstlich nachbarschaft,
daraus kam sipschaft, schwagerschaft.
Fischart dicht. 2, 207, 1096 Kurz;

die steine fühlen liebeskraft;
der himmel hat verbunden,
dasz selbe halten schwägerschaft. wunderh. 1, 428 Boxberger;

vertrauliches verhältnis (s. DWB schwager 3), daher schwägerschaft trinken: er trank schwägerschaft mit allen lohnkutschern. Göthe 25, 60. in verfänglichem sinne (s. DWB schwager 3): in der groszen schwägerschaft seyn, dicesi di quelli le di cui mogli loro sono infedeli Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694b; ich bedaure Kalkagno — meinten sie etwa ich würde den empfindlichen artikel meines ehbetts preisz geben, wenn mir meines weibes tugend und mein eigener werth nicht handschrift genug ausgestellt hätten? doch willkommen mit dieser schwägerschaft. Schiller Fiesko 2, 16.

[Bd. 15, Sp. 2180]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwagerstück, n.: durch allerhand freund ja mehr bruder- als schwagerstück. Danhauer in Alem. 13, 55.
 
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schwäher, m. pater uxoris, schwiegervater, mhd. sweher mhd. wb. 2, 2, 766b. Lexer mhd. handwb. 2, 1350. Schmeller 2, 629, ahd. suehur Graff 6, 862; ags. sveór (aus sveohor). nah verwandte bildungen sind goth. swaihra, πενθερός, svaihro, πενθερά, an. sværa. über die verbreitung des wortes in den verwandten sprachen s. Fick vergl. wb.4 1, 152. consonant. flexion findet sich spurweise in älterer sprache (sines sweher exod. 125, 19 Diemer); schwacher gen. bei Schmeller a. a. o. schwanken in der bedeutung ist bei diesem worte seltener als sonst bei verwandtschaftsnamen: ags. sveór wird auch im sinne von vetter gebraucht, swehur, sweher glossiert levir, s. Graff a. a. o. verschwägerter, durch heirath verwandter:

Strophius,
des vaters schwäher, nahm ihn (Orest) willig auf.
Göthe 9, 47 (Iph. 3, 1);

seliger du, o gesegneter noch als könige,
der die göttin heimführt,
und auf unendlicher erde
allein als der ewigen schwäher
hoch sich preisen hört. 46, 45;

ihr habt selbst einen hübschen sohn und ein schönes gut, dem könnt' ich meine tochter geben. ich bin nicht stolz, glaubt mir, ich bin nicht stolz. ich will euch gern meinen schwäher heiszen. 15, 28; verständigte Ufo seinen schwäher Reinald. Musäus volksm. 3, 28 Hempel. das wort wird in neuerer zeit nur in gehobener oder alterthümelnder sprache gebraucht. socer, sweher, schweher, swere, swer, sweyr, suegher, sweger, swaher, schwecher, schwerer. Diefenbach 539c; socrus, sweher, schweher, schwier. 540a; schwäher, der, meiner frauwen vatter. Maaler 364d; schwäher, desz manns oder der frawen vatter, altvatter. Hulsius dict. (1616) 291b; schwäher, m. socer Schottel 1411; schwär, et schwäher, socer, conjugis pater; stiefschwäher, mariti et uxoris vitricus; gegenschwäher, consocer; oberschwäher, prosocer Stieler 1973. Steinbach 2, 532 bezeichnet das wort als landschaftlich, Adelung als veraltet. zum gebrauch in den mundarten vgl. Frommanns zeitschr. 5, 115, 20 (Elsasz). Tobler 403a. Hunziker 234. Seiler 266a. Bühler Davos 1, 151. Schmeller 2, 629. Schöpf 655. Spiesz 230. Hertel 223. Vilmar 377. Kehrein 1, 372: hochgeborner furst, lieber sweher. d. städtechr. 2, 493, 35; marggrave Jakob, mein sweher selig. 528, 36; sinem schwecher. 4, 77, 1; seinem schwecher. 5, 31, 28; irme sweher und irre swiger. 8, 293, 2; durch seines schwehers anrichten. 22, 421, 7; im testament seines schwechers. 23, 106, 17; da het si von irem schwecher .... gehört. tirol. weisth. 1, 161, 47; so ain schwecher ain oder mer aiden in das haushaben einnimbt. 4, 2, 661, 6; ein spill von ainem schwecher schwigertochter und ayden. fastn. sp. 1345; so die vermelten ir vater, muter, schweher und schwiger hinder ine verlassen. Tucher haushalt. 179; Mose aber hütet der schafe Jethro seins schwehers (schwagers 1534, s. DWB schwager 2). 2 Mos. 3, 1; die andern sagen er hab des keysers schwester gehabt und der keyser sei sein schwager nit sein schweher gewest. Franck Germ. chronicon (1538) 97; auszer rath seines schwechers. Zimm. chron.2 2, 212, 24; mit seim schweher. Wickram goldf. 61a; dem (Bertram) gab der vorgenannte könig von Elsasz seine tochter, unnd hette auch sonst kein kindt mehr, darumb so ward derselbige Bertram nach seines schwähers tode, auch könig zu Elsasz. buch d. liebe 272b; jhrem (der Penelope) alten schweher Laerte. 312b; Medea geht mit jrem alten schwäher Eheson ein. Ayrer 1234 Keller; seines blinden schwehers, der schwieger-mutter und seines weibs wird Springinsfeld nacheinander wieder los. Simpl. 3, 262 Kurz (schwehervatter 263);

oheim, schwiger, schweger und tochter sein. fastn. sp. 40, 8;

Ull Lentel het gern zu eim sweher dich ...
und spricht, und werd im dein tochter nit schir,
so musz er unsinnig werden. 514, 13;

auch Jacob dient durch klt und hitz,
inn ht seins schwehers schaff und kitz.
Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 156b;

Jacob bey seym schwäher Laban
ein überschwencklich gt gewan.
Wickram irr. reit. bilger (1556) 88a;

da kompt dein schwehr und öheim Fritz.
was meynstu, das sie wöllen jetzt?
Sachs fastn. sp. 3, 120, 215 neudruck;

hertzlieber brudr, bisz mir wilkumb
in meins herrn schwehers marggrafthumb. 16, 137, 5 Keller-Götze;

für irs vatters, ewrs schwehers, hausz. 20, 136, 16;

[Bd. 15, Sp. 2181]



gott bscher dir glück an alle zal,
deim schweher, schwiger und der braut,
die dir ist zu der eh vertraut.
Ackermann Tobias 1331 Holstein;

es wolte mir gehören
zu dencken auf ein lied
zu seines schwehres (schwehers 1690) ehren.
Opitz (1646) 2, 130;

wie offt sasz ich bethränt so bald mein schwäher klagte.
A. Gryphius (1698) 1, 104;

fleuch eilend den schwäher, fleuch die
rasenden schwestern.
Ramler 2, 211 (1801);

mit scham und furcht, o theurer schwäher, füllt
dein anblick mich.
Bürger 153a;

der meister Clemens soll
ihr schwäher werden.
Tieck 1, 181.


 
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schwäherin, f. schwiegermutter Adelung. Campe. Hunziker 234;

dem schwäher diente sie im opferhaingehege,
der schwäherin im haus mit zarter liebespflege.
Rückert (1882) 12, 267.

personen, deren kinder sich geheiratet haben, nennen sich schwäher, schwäherin (gegenschwäher-, schwäherin). Keller 8, 272, ebenda 279 das schwäherpaar.
 
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schwäherschaft, f. verwandtschaftsverhältnis des schwiegervaters zu schwiegersohn oder - tochter. Campe. verhältnis zwischen solchen, deren kinder sich heiraten: nichts von schwäherschaft! wir wollen keine gegenschwäher sein, sondern unabhängige gute freunde. Keller 6, 281;

fast war es um den plan
und um die schwäherschaft gethan.
Ludwig 3, 587 (1891).

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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