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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schwadron bis schwägerlich (Bd. 15, Sp. 2175 bis 2179)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwadron, f. in älterer form squadron, aus ital. squadrone, m. (eigentlich viereckiger haufen, vgl. schwader); wie es scheint, erst im 17. jh. aufgenommen, neben dem in gleichem sinne gebrauchten escadron. schwadronenweisz aus einander gehen, turmatim se explicare Apin. gl. (1728) 489; schwadron, f. wird heut zu tage mehr als schwader oder geschwader gebraucht, turma equitum Frisch 2, 239c; escadron, schwadrone, geschwader, ein troupp in schlachtordnung gestellter reuter, welches aus 100 bis 150 und 200 mann besteht. Eggers kriegsl. (1757) 1, 791. auch Adelung bringt das wort in der form die schwadrone und fügt hinzu: indessen ist das wort in den gemeinen sprecharten am gangbarsten, in der anständigern braucht man lieber das franz. esquadron. die schwadron entspricht bei der reiterei der compagnie der fusztruppen; die bezeichnung hat das ältere schwader, geschwader verdrängt:

Fridericus Rex, unser könig und herr,
der rief seine soldaten allesammt ins gewehr:
zwei hundert bataillons und an die tausend schwadron'n.
W. Alexis (
Böhme volksth. lieder s. 69);

ganze schwadronen von pferden. Grillparzer 15, 180.
in der neueren heeressprache bezeichnet man mit schwadron die unter einem rittmeister stehende reiterabtheilung von etwa 100 pferden; fünf schwadronen bilden ein regiment; in dem an die schwadron gerichteten commando braucht man indesz das wort escadron (escadron trab, halt). in Fronspergers kriegsb. befehligt der rittmeister ein geschwader 1, 93b (1578). A. Troupitzen kriegskunst (1638) theilt die schwedische compagnie (fusztruppen) in drei squadronen ein (zu corporalschafften, also entspricht squadron unserm zug); er braucht squadron als m., z. b. 13: den ersten squadron oder flügel. Stieler dagegen braucht es als f. von einer reiterabtheilung: hinc (von schwader) Galli habent suum esquadre, et esquadron, quod nos, Gallorum simiae, non contenti nostro schwader, et geschwader etiam dicimus eine schwadron. 1950.
 
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schwadronenhieb, m. in der studentensprache ein irregulärer hieb. Kluge studentenspr. 124b.
 
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schwadronieren, verb.
1) viele worte machen, schwätzen; oft mit dem nebensinne des renommistischen; in diesem sinne ist das wort seit dem vorigen jahrhundert litterarisch bezeugt und vielfach in die volkssprache gedrungen: schwadroniren, viel worte machen Kindleben bei Kluge studentenspr. 124b, schwadroniren, vieles über eine sache schwätzen (Pfalz) Klein prov.-wb. 2, 147; schwadronier'n, viel und prahlerisch reden. Schöpf 655. Sartorius 114; vgl. Hügel 145b. Kleemann 20c. Albrecht 208b: ha! werden unsre schwadronirenden hofjunker sagen, man sieht immer, dasz er kein cavalier ist. Göthe 10, 102; in diesem tone fuhr er fort zu schwadroniren. 20, 302; er wunderte sich nicht wenig über mein schwadroniren. 25, 230; bei tafel im hauptquartier schwadronirte ein major viel über künftige belagerung. 30, 290; dieser mensch hatte eine gabe zu fabuliren und zu schwadroniren, wie ich sie noch nimmer bei jemand wahrgenommen habe. Immermann Münchh. (1841) 1, 177; die wilden menschen, deren reden und schwadroniren schon von weiten sich hören liesz. 4, 82; indem sich ein junger mensch discutierend zu mir setzte und so entsetzlich schwadronierte, dasz die milch auf dem tische sauer wurde. Heine 3, 27 Elster; fing ich in hoffnungsvollem liebes-übermuth verschiedenes von frauengunst zu schwadroniren an. Mörike 2, 49; sie schwadronirten hin und her. Gotthelf Uli der knecht 315 Vetter;

den ellenbogen aufgestemmt
sasz ich in meiner sichern ruh,
hört all' dem schwadroniren zu.
Göthe 12, 191;

den gegner lange schwadroniren hören,
steht alten weibern gut.
H. v. Kleist Amph. 3, 10.

transitiv: vors andre schwadronirt er seine eitle engländische sprache. Hermes Soph. reise 1 (1776), 7. hierzu schwadroneur, m. schwätzer, groszsprecher, vgl. Hügel 145b. Schöpf 655. Albrecht 208b. schwadronierer, m.:

und jenen schwadronirer, prinz von Wales. Shakespeare Heinrich IV 1, 1, 3.


2) vergessen ist schwadronieren im sinne von herumstreichen, sich herumtreiben: sieh dich vor, hauptmann! es spukt! ganze haufen böhmischer reiter schwadroniren im holz herum.

[Bd. 15, Sp. 2176]


Schiller räuber 2, 3 schauspiel; was? seinen bruder länger in dem luderleben verwildern zu lassen, der mit spielern und buben im lande herumschwadroniert. Göthe 57, 153; auch die folgende stelle gehört wol hierher:

sie (Fama) schämt sich nicht, und schwadronirt
herum in allen schenken,
hält jedem, und prostituirt
sich da auf allen bänken.
Blumauer Aeneis 1, 151 (1784).


3) Jacobsson 7, 283b erklärt: schwadroniren, 'mit dem degen oder säbel, rechts und links, immer um sich herum hauen, um die feinde von sich abzuhalten'. er schwadronirt sich durch die kerls durch (haut sich durch). der junge Göthe 3, 587. hiermit vergl.: einwürfe gegen seine sätze werden seiner vertheidigung die gehörige richtung geben, da er jetzt blosz schwadronirt (hierzu die anm. ein ausdruck der fechtschule), und wohl noch nicht selbst weisz, wohin er seine individuellen hiebe richten soll. Lichtenberg 7, 203.
4) aus dieser stelle ergiebt sich mit ziemlicher sicherheit, dasz der ausdruck schwadronieren für wildes, planloses fechten akademischen kreisen entstammt (vgl. schwadronenhieb). in denselben kreisen mag sich die übertragung auf planloses, groszthuerisches wesen vollzogen haben (vielleicht in anlehnung an schwadern, schwatzen). auch schwadroniren 3, sich herumtreiben (eigentlich sich herumschlagen?) kann aus dem fechterausdruck abgeleitet werden; dann würden Göthe und Blumauer den eigentlichen sinn genauer getroffen haben als Schiller.
 
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schwafeln, verb. schwatzen, gedankenlos reden:

doch schrie er wild: was schwafelt er?
J. Sturm wie schön leuchtet der morgenstern, des alten dorfschulmeisters liebstes lied.

vgl. Albrecht 208b und schwabbeln, schwappeln (schwafeln scheint aus schwawweln, schwâweln entstanden zu sein).
 
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schwäftze, subst.: die schwäftzen sind zwei kleine seimlein, so die vogelsteller zu desto schnellerem aufrukk und zuzug des netzes gebrauchen. Schottel 1411.
 
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schwägel, schwiegel, subst. offene flötenstimme in einer orgel Jacobsson 4, 74b; s. DWB schwegel.
 
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schwager, m. ehemann der schwester, bruder der ehefrau oder des ehemannes; erst frühmhd., mnd. und fries. bezeugt (vgl. Graff 6, 863. Steinmeyer-Sievers 3, 68, 21. 177, 2. mhd. wb. 2, 2, 767b. Lexer mhd. handwb. 2, 1332. Schiller-Lübben 4, 482a. Richthofen 1057b), aber jedenfalls älter, mit schwäher und schwieger verwandt (vgl. Noreen urgerm. lautl. 74). auch im nld. ist zwager verhältnismäszig spät bezeugt (swagher, affinis, affinitate conjunctus: et sororius: et levir Kilian); dän. svoger, schwed. svger sind lehnworte. wie bei anderen verwandtschaftsnamen, ist der begriff des wortes schwager in älterer sprache umfassender und schwankend. plur. die schwger Maaler 364d. Steinbach 2, 532, schwöger E. Alberus fab. 76 neudruck. in neuerer sprache wird der plur. auch ohne umlaut gebildet. consonant. flexion im mhd., z. b. gen. swâger Ottokar reimchr. 82502. 82607. zum gebrauche des wortes in den mundarten vgl. Schmeller 2, 626. cimbr. wb. 225b. Zingerle 54a. Höfer 3, 123. Hunziker 237. Hertel 223. Schütz 4, 231. Dähnert 476b. Mi 90a. Schambach 220a. Woeste 264a. ten Doornkaat Koolman 3, 369b.
1) in verengter bedeutung, mann der schwester, bruder der frau oder des mannes (vgl. mhd. wb., Lexer mhd. handwb., Schiller-Lübben a. a. o.). sororius, swager, swoger Diefenbach 543c; schwager, der eines anderen schwöster hat. Maaler 365d; mein schwager, cui soror mea nupsit Corvinus fons lat. (1660) 618a; herzog Chunrad von der Mosl, sein swager, so sein swester zu der ê het. Aventin b. chron. 2, 270, 23; levir voc. d. 15. jh. bei Lexer mhd. handwb. a. a. o. schwager, des manns bruder, levir; der frauen bruder, uxoris frater Frisch 2, 240c; mann der schwester des mannes, oder mann der schwester der frau: wolde em sin swager, her Sibe, welcker de andere suster hadde, dar nicht liden. quelle bei Schiller-Lübben 4, 482b.
2) im weiteren sinne jeder durch heirat verwandte (vgl. verschwägern); affinis, swager Diefenbach 16a; gesipter schwager, affinis Dasypodius; gemg, schwager, affinis, affinitate junctus Henisch 1483, 1; schwager, m., allié à quelqu'un par mariage Hulsius 291b; manere affinitatem hanc inter nos volo, wir wollen gute schwäger seyn und bleiben. Corvinus fons lat. 264b (1660); schwager, m., affinis Schottel 1411; er ist mein weitleuftiger schwager, necessitudine aliqua me attingit; naher schwager, affinitate propinquus Stieler 1973; ein naher, genauer schwager Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694a; vgl. Steinbach 2, 532 Frisch 2, 240a; erst bei Adelung wird diese anwendung als veraltet

[Bd. 15, Sp. 2177]


bezeichnet: wenn schweger und freund inn einander verhetzet, und auff einander dergrimmen. Mathesius Sar. 88b;

von freunden wir betrogen sind
was soll ich sagen? nun wolan
die schwöger wölln wir sprechen an.
Alberus fabeln 76 neudruck (18, 140);

einst reiste meister fuchs zu einem seiner schwäger.
Hagedorn 2, 20 (1771);

keine vettern und schwäger. Möser patr. phant. 4, 269 (1786). für schwiegervater (schwäher): socer, swager, schwager Diefenbach 539c; für das mnd. vgl. Schiller-Lübben 4, 482a; Lucius Tarquinius .., do he sinen swager sloch. d. chron. 2, 1, 82, 25; gein dem genannten unserm lieben schweher und schwager. quelle des 16 jh. bei Diefenbach-Wülcker 848; 2 Mos. 3, 1 hat die ausg. von 1534 schwagers für das spätere schwehers, vgl. auch 2 Mos. 18, 1—27 mit den lesarten bei Bindseil. doch auch für schwiegersohn: gener, swager Diefenb. 259c; vgl. Schiller-Lübben a. a. o. Thurneiszer unten unter schwägerlich;

Îsôt sprach zu dem kindelîn:
sag an, wie lange mac des sîn,
daʒ mîn swâger Tristan
mich sô menlich als ein man
von dem tôde erlôste. Tristan 3449.

neffe der frau: to behouf syner husfrowen sint ome von wegen synes swagers, orer suster soenen, itlike gudere angestorven. quelle bei Schiller-Lübben nachtr. 276b. in redensarten und sprichwörtern tritt die umfassendere anwendung des wortes vielfach hervor: werden mich doch nicht für des dummkopfs leiblichen schwager (für einen sehr dummen menschen) halten. Schiller 3, 363 (kab. u. liebe 1, 2); es ist kein verlasz auf verwandte:

ein schwager und ein erlen bogn,
ein schnelle that nicht wol bewogn,
ein alte brück und fahles pferd,
wenn sie bestehn sein lobens werd.
Ringwaldt laut. wahrh. (1597) 371;

ein schwager bucket dem andern offt ein bein. Henisch 550, 52; ein schwager, ein hund beiszet den andern gern ab, wo er kan. Petri (1605) 2, Y 4a; schwäger seind mymmer besser freunde, denn weit von einander, oder selten zusamen. Agricola sprichw. (1534) 347; ein schwager ist offt ein spiesz. Petri a. a. o.; der sinn geht z. b. aus folgender stelle hervor: wie die historien zeugen, das nicht allein offt ein schwager ein spiesz ist, sonder das auch schweher und eidman, vatter un son, bruder mit bruder, vetter mit vettern, sehr verbitterte und hessige kriege gefürt haben. Mathes. Sar. 88b; mancher meynet, seine vettern und schwäger, seyen seine besten freunde. aber es ist oft weit gefehlet. mancher sagt im sprichwort: viel schwäger, viel knebelspiesze .. (Jacob) hatte an dem Laban einen groszen knebelspiesz. er betrog ihn nicht allein in seiner nahrung u. s. w. Schuppius schr. 234; ein schwager und knebelspiesz, prov. de rara amicitia affinium. Stieler 1973.
3) vom doctor Faustus erzählt die Zimm. chron.: vil haben allerhandt anzeigungen und vermuetungen noch vermaint, der bös gaist, den er in seinen lebzeiten nur sein schwager genannt, hab ine umbbracht. 2 3, 530, 9; schon hier erscheint also schwager im verblaszten sinne einer vertraulichen anrede (wie bruder, gevatter); vgl. Zarncke zum narrensch. 17, 23. Grimm gr. 4, 316; Georg v. Frundsberg nennt Berlichingen schwager. Berlich. 88 (vgl. Göthe 26, 208); auf eure gute gesundheit, schwager! spricht dorfrichter Michel in der 'jagd' zu dem ihm unbekannten könige, den er bewirthet; Christel, sein sohn: erlauben sie, mein herr, ihr wohlergehen. Weisze kom. opern 3 (1771) 184;

ihr wackern träger
und eure schwäger,
die kohlenbrenner
sind unsre männer.
Göthe 41, 30;

einige handwerker nennen sich gegenseitig schwager. Schm. 2, 626; nd. dorfswager, dorfgeschworener, dorfrichter. Schütze 4, 231; im kartenspiel: kouleur mit'm schwager, wenn der couleurspieler sich pik-as zu hilfe ruft. Frischbier 2, 326b; vom tode (vgl. freund Hain): du bist ein garstiger schwager. Schiller 1, 201; dagegen 213 von Bacchus:

schwager, warst auch sonst voll ränke,
schwager, wo nun deine schwänke.

in älterer studentischer sprache an den commilitonen gerichtet (wie herr bruder):

ist etwas in der welt,
das uns kann recht ergötzen,
sinds jungfern oder geld?
sinds pferde, hunde, bier, music?
sinds bücher, friede, streit und krieg?
herr schwager weit gefehlt! tabakstied von 1715.

[Bd. 15, Sp. 2178]


über den gebrauch des wortes in studentischen kreisen des vorigen jh. s. Kluge studentensprache 14; so nennt der hallische student den Halloren schwager. ebenda 124b (vgl. DWB schwagerschaft). wol auch in studentischen kreisen ist schwager als anrede für den kutscher, den postillon aufgekommen, das sich seit dem vorigen jh. völlig einbürgert und auch in die volksdialecte eindringt, vgl. Schmeller 2, 626. Höfer 2, 123. Hügel 146a. Frommann zeitschr. 6, 276, 27 (Schlesien). Frischbier 2, 326b. Dähnert 476b. Woeste 264a. schwager für kutscher kommt schon in Ettners unw. doctor vor (1697): die jungfer köchin, oder schlieserin, wie auch Hans Schwager, der kutscher. 753. häufig seit dem 18. jahrh.: der schwager (denken sie! so nennt man den postillon). Hermes Sophiens reise 1, 5 (1776); (für postreiter): glaube mir, scheckchen, du kennst diesen abgefeimten schwager noch nicht recht. Lessing 10, 211 (und öfter im folgenden); sind wir bald zu Darmstadt? fragte ich den schwager. Merck briefs. 2, 122; wir haben einen gar jungen, lustigen, hübschen schwager gehabt, mit dem ich durch die welt fahren möchte. Göthe 10, 128; hier! halt ein, schwager! hier will ich aussteigen! 14, 160; da fragten wir denn die ebenfalls abgestiegenen schwäger, wer vor uns dahin fahre? 30, 5; noch früher, als er dem schwager das trinkgeld gegeben. J. Paul Titan 2, 36; den (postillon) bestach mein sogenannter vater, der schwager verrieth für einen species seine heiligsten pflichten. Immermann Münchh. (1841) 2, 62; der schwager (das ist der kutscher) fuhr fort. Hebel 2, 147;

die alten rudera davon (von der burg)
wies mir der schwager postillon.
Bürger 24a;

langsam karrt indessen der unbarmherzige schwager
durch den kies.
Voss Luise 2, 160;

töne, schwager ins horn,
rassle den schallenden trab.
Göthe 2, 69;

alsobald knallet in G. des reiches würdiger schwager.
zwar er nimmt euch nicht mit, aber er fährt doch vorbey.
Schiller 11, 106;

doch alle kutschirt er zum gasthof der ruh.
nun, ehrlicher schwager, wenn das ist, fahr zu.
Langbein schriften (1841) 1, 202;

schwager ritt auf seiner bahn
stiller jetzt und trüber.
Lenau 1, 181 Koch.

im verfänglichen sinne (vgl. schinkenschwager unter schinke 1 oben sp. 204), mitbewerber um die gunst eines weibes oder mitgenieszer:

und hätt ich ein mägdgen von englischer pracht
und würd ich auch stündlich zum schwager gemacht.
Günther 259;

herr schwager, glaube mir, sie (die tochter) stammt von dir allein.
Hagedorn 2, 94 (1771);

wir sind emsig nachzuspüren,
wir die anecdotenjäger,
wer dein liebchen sey und ob du
nicht auch habest viele schwäger.
Göthe 5, 61;

ein tausendschwager, dicitur de persona levi et libidinosa Stieler 1973; hurenschwager, tausend-schwager, cognato per via di puttane; vom betrogenen ehemanne gesagt: eine grosze menge schwäger haben, haver la moglie puttana e sgualdrina Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 694b; vgl. Frommann zeitschr. 3, 538, 56. Hügel 146a. Dähnert 476b; ein solcher verfänglicher sinn mag schon früh in die redensart: niemand weisz, wer des andern schwager ist, hineingelegt sein; vgl. z. b. Svarmus sp. loq.; es wil kein schwager wissen, das ein ander sein schwager gewesen ist. Petri (1605) 2, Dd 3b. Wander sprichw.-lex. 4, 410. 411.
4) in einigen gegenden bezeichnet man mit schwager das fleisch unterm kinn (kehlbraten) Schmeller 2, 626.
5) im sinne von furunkel, verlängert aus schwär Albrecht 208b.
6) pflanzen, bei denen syngenesie stattfindet, mit sichtbar kenntlichen blumen, wo staubbeutel und stengel in einer blume vereinigt und die staubbeutel walzenförmig zusammengewachsen sind, heiszen schwäger. Campe.
 
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schwägerei, f. verwandtschaft (mit spöttischem nebensinne). Campe; sprichw. schwägerei, bescheiszerei (Schlesien). Wander sprichw.-lex. 4, 411.
 
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schwägerin, f. (vgl. DWB schwager) schwester des mannes oder der frau, frau des bruders, dann in älterer sprache überhaupt 'durch heirath verwandte': mhd. swægerinne, swêgerinne Lexer mhd. handwb. 2, 1333. Schmeller 2, 626; schwägerin, alliée, moglie del fratello Hulsius dict. (1616) 291b; affinis, schwager, schwägerin Corvinus fons lat. (1660) 264b. vgl. Stieler 1973; schwägerin, cognata, parente Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694b. schwägerinn, affinitate cum aliquo conjuncta, affinis mulier Steinbach 2,

[Bd. 15, Sp. 2179]


532; schwägerin, der frauen schwester, des mannes schwester, des bruders frau. Frisch 2, 240a; für schwäherin, schwiegermutter:

er stach sin schwägerin uf die erd. d. knaben wunderhorn 2, 152 Boxberger.

miszverständlich bei Norddeutschen für schweigerin, sennerin, s. Andresen volkset.4 91, nd. swägersch Mi 90a; swêgersk Frommanns zeitschr. 4, 356 (Ostfriesland, feiner swêgerin, vgl. Schambach 220a), oberd. geschwei (s. dieses).
 
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schwägerlein, n.:

willkommen, willkommen lieb schwägerlein. wunderhorn 1, 248 Boxberger.


 
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schwägerlich, adj. affinitate conjunctus Stieler 1974; schwägerliche freundschaft, freundschwägerlich, unschwägerlich. ebenda; einen schwägerlich lieben, grüszen u. ä. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694b, vgl. Frisch 2, 240a. mhd. geswâger-, geswægerlîch; alle söhnliche und schwägerliche (schwiegersöhnliche, s. DWB schwager 2) anmut, die mir gegen euch, als eltern gebühret. Thurneiszer nothgedr. ausschr. (1584) 107; lebet hinfüro einträchtig und schwägerlich. A. Gryphius dornrose 109 Palm; dein reiter (der postreiter), — sonst genannt der schwager; weil er schwägerlich die parthey eines jeden hält, dem er vorreitet. Lessing 10, 211. hierzu schwägerlichkeit, f. Campe.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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