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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schwadenmehl bis schwäderich (Bd. 15, Sp. 2171 bis 2172)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwadenmehl, n.: inzwischen wird in Slesien und Böhmen ein sehr feines mehl daraus (aus panicum italicum) gezogen, das u. d. n. schwadenmehl bekannt ist; durch die benennung schwaden musz man sich nicht verleiten lassen, den rechten schwaden (festuca fluitans, s. DWB schwad 4) damit zu verwechseln. Nemnich s. v. panicum italicum.
 
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schwadenried, n.: carex panicea, das schwadenartige riedgras, das schwadenried, die fennichsegge. Nemnich.
 
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schwadenschwingel, m., dasselbe wie schwadengras, festuca fluitans Oken 3, 415.
 
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schwader, n. im älteren nhd. für das später allein übliche geschwader (4, 1, 2, 3978); aus ital. squadra, span. esquadra, eigentlich von soldaten (besonders reitern) gebildetes viereck (mhd. swader, m. Lexer 2, 1332): schwader, hauff, schaar, troupe, bende. turba, squadra, moltitudine Hulsius dict. (1616) 291b. turma, ein esquadron oder schwader reuter, eine troppe. Corvinus fons lat. (1660) 698b; schwader (m.) reuter, in specie est caterva triginta duorum equitum Stieler 1950 (turma, eyn schaar reysige,

[Bd. 15, Sp. 2172]


zween unnd treiszig reysigen, eyn geschwader. Dasyp.); schwader, m. Steinbach 2, 532 (als nicht überall gebräuchlich bezeichnet); bei Frisch 2, 239c als veraltet (das geschlecht gibt er als fem. an). schwader, n. haufe, in engerer bedeutung, reiterabtheilung, die unter einem rittmeister steht, schwadron Campe.: und in werendem streite dem orden mit seinem schwader abgefallen und den Polen zugetreten sein. Schütz beschr. der lande Preuszen (1599) 66;

in dem dasz unversehens er auff zween schwader stiesze.
Dietrich v. d. Werder Ariost 12, 69;

so kam der ritter auch auff dem Bajardo her,
ausz diesem schwader rausz mit seiner lantz und wehr. 16, 30;

bestürzte Türken, flieh't der strafe donner-keile,
womit diesz helden-paar in eure schwadern dringt.
Brockes bei
Weichmann 1, 13.

schwacher plur.: umritte er die schwadern, und ruffte. Birken ostl. lorbeerh. (1657) 188;

und vor ihrem starcken donnerknall
zittern die bewehrten schwadern all.
Moscherosch de exerc. ac. p. 293,

freier für haufe: unter einem schwader allerhand heilloser leut. Phil. Leid. (1647) 7, 252.
 
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schwader, m. dreck, breiige, kotige masse:

er gibt mir schwader mit der kellen
offt hands dhund nit essen wellen. kloster 8, 835 (
Uz v. Eckstein reichstag).

schwaderlappete, f. flüssiges, doch schales gericht Stalder 2, 358, s. schwaderlapp; g'schwader, n. sehr verdünntes geistiges getränk Lexer 228; schwaderete f. seifenwasser Stalder a. a. o. schwadder, m. flüssige masse Schultze 44a; schwatter, m. flüssige, breiige masse, kot Hertel 224; schwadder, m. durch regen gebildeter straszenschmutz Frischbier 2, 326a; der schwatterstein, enhydros, aquam in se continens. voc. von 1618 bei Schm. 2, 652; vergl. schwadern. nld. zwadder, geifer, schaum.
 
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schwaderei, f. geschwätz Hügel 145b; s. schwadern, schwaderer.
 
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schwaderer, m. schwätzer (s. schwadern); vgl. Lexer mhd. handwb. 2, 1332;

du stumpler, petler, schwadrer, rodrer. fastn. sp. 254, 24;

er thut gleich wie in der welt rott
manch schwadrer thut, durch zank er will
uns abführen vom rechten zil.
Naogeorg kaufm. übers. v.
Rulichius (1595) 4, 2;

wolan, man msz geschehen lassen, dann man nicht ainem yegklichen schwaderer für sein mawl sitzen kann. Lindener schwankb. 30 Lichtenstein (rastbüchl. 81). schlemmer, säufer (vgl. schwadern): schwederer, et schwaderer, der, id. quod schwetzer, et prœterea strepitans: it. helluo, potator, asotus, popino; schwaderinn, et schwederinn, die, multibiba, vinosa Stieler 1979. schwaderer, motacilla sylvia, eine vogelart, fliegenschnepper, waldsänger. 'anderswo wird die hirngrille, fringilla serinus, schwederle genennet. beide von schwaden, swedern, schwätzen'. Höfer 3, 122.
 
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schwadergrete, f., s. schwadern 4.
 
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schwaderhaft, adj. schwatzhaft (s. schwadern): er soll sein swaderhafft maul beschlüeszen. quelle des 17. jahrh. bei Schmid 485.
 
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schwaderhetze, f. schwätzerin (s. schwadern und hetze 4, 2, 1270): ob sie eine compagni andrer plaudermetzen und schwaderhetzen an sich habe. mägdelob 17, vgl. 52.
 
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schwäderich, schwederich, m., auch geschwäderich, n., loch in der erde, welches das von den mühlrädern oder aus einem gerinne abflieszende wasser in die erde wühlt. Diefenb.-Wülcker 848 (hier aus dem 16. jh. belegt); die bildung erklärt sich aus schwadern, schwappen, überschwappen. fischer verschlagen dieses loch, so dasz die fische bei niedrigem oder abgelaufenem wasser sich drin fangen. Frisch 2, 239c, vgl. 244c; schwaterich, n. 'der von allen seiten aus schmalen latten bestehende, auf pfählen über dem wasser ruhende kasten, in welchen beim zusetzen der mühle das wasser gelassen wird, eine vorrichtung zum behufe des fischfanges'. Spiesz 230. zu schwadern, schwanken, schwappen von flüssigen, weichen massen gehört ferner schwaderich, m. 1) offener leibesschaden (der hin und herfährt, schwankt). 2) sumpf Schmidt 214; vgl. Kehrein 1, 371. Pfister 171.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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