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schwachmaticus bis schwächterei (Bd. 15, Sp. 2166)
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[Bd. 15, Sp. 2166]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwachmaticus, m. schwächling, junge, scherzhafte, latinisierende bildung, etwa nach rheumaticus, phlegmaticus geformt Kluge studentenspr. 124b; hier aus einer quelle von 1846, doch steht das wort z. b. schon bei Bernd (1820) 280: sobald es (eine insulte) einen andern betrifft und vollends eine dame, müssen sie mir schon erlauben, mich zu wehren und den, der dazu entweder nicht das herz hat, oder nicht die galle, für einen schwachmaticus zu halten. Heyse kinder der welt 2, 69. Andresen volksetym.4 95 führt ein davon abgeleitetes mit matt spielendes adj. schwachmattisch an.
 
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schwachmuth, m. debilitas, animi mollities Stieler 1299. bei Campe als neubildung bezeichnet; es ist seltener als das davon abgeleitete schwachmüthig: mein schwachmuth, mein hang zum wunderbaren und manche irdische leidenschaften verblendeten mich. Tieck ges. nov. 4, 312.
 
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schwachmüthig, adj., vom vorigen abgeleitet, von Campe als neubildung verzeichnet, doch s. die belege und schwachmüthigkeit: wenn ich den klugen Sadal so schwachmüthig schaue. Lohenstein Armin. 2, 52a; unsere schwachmüthigen, einfältigen vorfahren. Wieland 15, 377; dann aber kam er dem schwachmüthigen Konrad (dem aller mut gefallen war) zu hülfe. Arnim kronenw. 1, 410; ich machte mir die bittersten vorwürfe, den einzigen tag so ungeschickt und schwachmütig verpfuscht zu haben. Keller 1, 401;

er, ein schwachmüthger hahnrei, tränke willig
die neig' und hefe abgestandnen wein's. Shakespeare Troil. u. Cress. 4, 1.


 
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schwachmüthigkeit, f., zum vorigen gebildet: schwachmütigkeit, impotentia Maaler 364d.
 
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schwachnervig, adj., mit übermäszig, krankhaft empfindlichen nerven, dann auch freier für unkräftig, nicht widerstandsfähig; schwachnervicht, schwachnervigt: der schwachnervigte staatsmann. Klinger 11, 150;

doch, wir bemerken, dein magen
schwachnervigter leser, empöret sich? Siegfried von Lindenberg (1784) 2, 276.


 
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schwachriechig, adj.: schwachriechig, seu schlechtriechig, odorem obtusum, vel hebetiorem habens. Stieler 1531.
 
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schwachsichtig, adj., als neubildung bei Campe angeführt, schlechte augen habend. auch wol übertragen, mit schlechter einsicht, voraussicht behaftet. hierzu schwachsichtigkeit, f.
 
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schwachsinn, m., 'mangel an sinn, d. i. nicht allein an empfindung, sondern auch am verstande' Adelung; der schwachsinn des andern geschlechtes. ebenda; schwachsinn hindert ihn, dies gehörig einzusehen und zu fühlen. Campe; es ist täuschung oder schwachsinn. Börne 3, 144. das wort ist wenig gebräuchlich, jedenfalls viel seltner als das davon abgeleitete adj.
 
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schwachsinnig, adj. stumpfen geistes, mit verkümmertem empfindungsleben: durch die verführerischen anträge des hauses Österreich bestochen, liesz endlich der schwachsinnige churfürst die gemeine sache im stich. Schiller 8, 360; ich pauke nämlich eben einen schwachsinnigen jungen grafensohn zum abiturientenexamen ein. Heyse kinder der welt 1, 28;

schwachsinnig weib mit der erlognen tugend.
Grillparzer 5, 234;

schwachsinniger! bewahrst du andrer rechte
und kannst die eignen nicht bewahren dir? 242.

in neuerem sprachgebrauche als milderer ausdruck für blödsinnig. hierzu schwachsinnigkeit, f.
 
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schwachstein, m. trapp, trapezium Nemnich, vgl. Jacobsson 8, 5a.
 
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schwächterei, f. starke hauswirtschaft, groszes ackergut mit starkem viehstand und zahlreichem gesinde (Hessen) Vilmar 376; vielleicht ist beziehung zu nd. swechte, schaar, menge z. b. von vögeln anzunehmen, s. Woeste 265a.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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