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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schwachhirnig bis schwachmuth (Bd. 15, Sp. 2164 bis 2166)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwachhirnig, adj.: unser städtlein ist mit vielen schwachhirnigen leuten angefüllt. quelle von 1682 bei Dief.-Wülcker 848.
 
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schwächkitt, subst. das wirtshaus (gaunersprache) Avé-Lallemant gaunersp. 4, 608., s. DWB schwäche, DWB schwächen. kitt bezeichnet herberge. Avé-Lallemant a. a. o. 558.
 
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schwachkopf, m. schwacher geist, verstand: dieser rath kommt nicht aus seinem schwachkopfe. Campe; sinnlich: erbärmlichere schwachköpfe habe ich nie auf männlichen schultern gesehen. Klinger 1, 484. dummer, thörichter mensch: ich gestehe, ich hielt ihn bisher ungerechter weise für nichts mehr, als einen aufgeblasenen abergläubischen schwachkopf. Thümmel reise 5, 162; so konnte es nicht fehlen, dasz er nicht in kurzer zeit die schwachköpfe auf seiner seite hatte. Schiller 4, 281; die wichtigkeit, welche der schwachkopf sich gab. 8, 215; was hier zehn grosze menschen aufbauten, werden dort funfzig schwachköpfe wieder niederreiszen. briefe 3, 335.
 
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schwachköpfig, adj. zum vorigen gebildet: die schwachköpfig oder niedrig genung sind, Mäcenate als Mäcene zu verehren. Klopstock gelehrtenrep. (1774) 58; der letzte unsinn einer schwachköpfigen, sterbenden schwärmerin. Thümmel reise 7 (1800), 398; da (im alter) ist der mensch schwachköpfig und närrisch. Grimm märchen22 609. freier: wenn männer von redlicher gesinnung gegenwärtig zu so schwachköpfigen träumen zurückkommeu. Stüve wesen und verf. 277.
 
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schwachleibig, adj. macilentus, strigosus, gracilis, exsuccus Stieler 1133.
 
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schwächlich, adj. zum adj. schwach gebildet, mhd. swachlîch, swechlîch mhd. wb. 2, 2, 780b. Lexer mhd. handwb. 2, 1332; mnd. swakelik Schiller-Lübben nachtr. 277a; neund. swecklig Danneil 218b, sweklig Schambach 221a; nld. swackelick Kilian; schwachlich, vast blöd, infirme, effoete, imbecilliter Maaler 364d; geringlich, schwächlich, minute, minutatim, exigue, exiliter, tenuiter Henisch 1517, 18; schwächlich, adj. et adv. idem est,

[Bd. 15, Sp. 2165]


quod schwach, languidus, subdebilis, invalidus, enervis Stieler 1949; schwächlich, subdebilis Steinbach 2, 531.
1) in neuerer sprache in eingeschränktem gebrauche, von schwacher art, zur schwachheit neigend. von lebenden wesen in körperlichem sinne, nicht genügend entwickelt, um das gewöhnliche masz von kraft und gesundheit zu entfalten, entkräftet durch alter, krankheit: er ist etwas schwächlich, leviter laborat, languidulus est, invaletudine laborat Stieler 1949; ein schwächliches kind; eine schwächliche stimme. Adelung; schwächliche gesundheit Campe; freier schwächliches aussehen. der alte schwächliche mann schlägt mit vier zeilen dritthalbtausend mann. Schiller Fiesko 4, 9; die gemüthsbewegung war seinem schwächlichen körper zu stark. schriften 7, 161;

schwächlicher war sie an gliedern.
Voss Odyssee 20, 110.

in entsprechender anwendung auf die seelische natur übertragen; mangel an festigkeit auf dem gebiete des willens bezeichnend, stets in tadelndem sinne (vgl. dagegen schwach 3): ein schwächlicher character, schwächliche gesinnung, schwächliche handlungen u. a. geistige thätigkeit, phantasie, künstlerisches schaffen: eine schwächliche abhandlung; in besonderer wendung: einer mittelmäszigen, schwächlichen universität. briefe an J. v. Müller 2, 222. eine schwächliche phantasie; ein schwächliches gedicht, bild u. s. w.
2) Maaler und Henisch führen das wort nur in adverb. form auf. es begegnet mit der von ihnen bezeichneten verblassenden bedeutung öfters in der älteren sprache. der eigentlichen bedeutung sich nähernd: sprang Thermutis, welcher hefftig verwundet war, .. in den see, schwamb schwächlich an das gestade. buch d. liebe 185b. vom verlöschenden lichte: so vormynret sek sines lampen licht unde barnet swakeliken. quelle bei Schiller-Lübben nachtr. 277a. an den alten gebrauch des adv. erinnert: der erleuchtet die schwächlich sehenden — und leitet die gebrechlich gehenden. Rückert (1882) 11, 408. verblaszt: ein gottesfürchtiger gleubets, aber seer schwechlich. Luther 8, 310b.
3) im mhd. niedrig, verächtlich, dürftig (vgl. DWB schwach 1); s. mhd. wb. und Lexer mhd. handwb. a. a. o.
 
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schwächlichkeit, f. zum vorigen gebildet: schwächlichkeit, languor, valetudo infirma; gemüthsschwächlichkeit, animi debilitas; leibesschwächlichkeit, corporis infirmitas, imbecillitas virium; verstandesschwächlichkeit, simplicitas Stieler 1949; dachte er in einem anfall von schwächlichkeit — an des menschlichen lebens zerbrechlichkeit. Rückert (1882) 11, 546. im plur.: die schwächlichkeiten, die mich jeden winter heimsuchen. Leisewitz br. 231. übertragen auf die willensthätigkeit: zerreisze das gewebe deines geschicks nicht durch schwächlichkeit. Klinger 5, 119.
 
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schwächling, m. schwacher, kränklicher mensch, willensschwacher mensch, weichling; die bildung ist jung: schwächling, deboluccio Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 693a; körperlich: aber warum musz denn eben einem so armen schwächling wie mir diese seltenheit über den hals kommen (und mich krank machen)? Thümmel reise 6 (1794), 305. auf das geistige gebiet übertragen: das verschönern ist oft eine so grosze kunst nicht, als unvermögende prosaische schwächlinge sich einbilden möchten. Bürger 183a; der gröszte held, der klügste geschäftsmann, der berühmteste philosoph, der kälteste kaufmann, der lehrer der moral, der religion selbst — ja der mann von dem festesten stärksten character, welches mehr als alles obige sagen will, sind oft die gröszten schwächlinge an der tafel (der sinn ist hier nicht, dasz sie den anstrengungen der tafel nicht gewachsen wären; vielmehr geht der ausdruck auf willensschwäche; sie zeigen sich klein, nachgiebig den gelüsten). Klinger 11, 149; Heinrich VI. (von England): der fromme schwächling auf dem thron. Ludwig 5, 61; selbst gewissenlose schwächlinge haben sich geweigert einen frieden anzunehmen, welcher nicht ihre gesammten anhänger einschlosz. Freytag ges. werke 17, 81; seit dem beginn des (10.) jahrhunderts war sich eine lange reihe von schwächlingen und lüstlingen auf dem stuhl Petri gefolgt. Giesebrecht d. kaiserzeit 15, 345; für so einen schwächling halt' ich dich nicht, .. dasz dich ganz aus dem häusel brächt'. Anzengruber 2, 199;

nur der starke wird das schicksal zwingen,
wenn der schwächling untersinkt.
Schiller 11, 57;

der held dringt kühn voran, der schwächling bleibt zurück. 206.


 
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schwachmachen, n. bezeichnung eines bestimmten theils (tagewerks) der keilhauen- und der schlägel- und eisenarbeit. Veith bergwb. 488.

[Bd. 15, Sp. 2166]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwachmaticus, m. schwächling, junge, scherzhafte, latinisierende bildung, etwa nach rheumaticus, phlegmaticus geformt Kluge studentenspr. 124b; hier aus einer quelle von 1846, doch steht das wort z. b. schon bei Bernd (1820) 280: sobald es (eine insulte) einen andern betrifft und vollends eine dame, müssen sie mir schon erlauben, mich zu wehren und den, der dazu entweder nicht das herz hat, oder nicht die galle, für einen schwachmaticus zu halten. Heyse kinder der welt 2, 69. Andresen volksetym.4 95 führt ein davon abgeleitetes mit matt spielendes adj. schwachmattisch an.
 
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schwachmuth, m. debilitas, animi mollities Stieler 1299. bei Campe als neubildung bezeichnet; es ist seltener als das davon abgeleitete schwachmüthig: mein schwachmuth, mein hang zum wunderbaren und manche irdische leidenschaften verblendeten mich. Tieck ges. nov. 4, 312.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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