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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schwächfinchen bis schwachheit (Bd. 15, Sp. 2161)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwächfinchen, n. (gaunersprache) das trinkglas Avé-Lallemant gaunerth. 4, 608.
 
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schwachfisch, m. übersetzung von weakfish, eine nordamerikanische fischart bei Oken 6, 246.
 
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schwachfüszig, adj. debole, infermo sù i piedi Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 692c.
 
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schwachgeworden, adj.: der gendarmerieführer sprang dem schwachgewordenen bei. Anzengruber3 4, 35.
 
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schwachgläubig, adj. das wort ist in der sprache der reformation aufgekommen und zunächst auf den religiösen glauben bezogen (vgl. DWB schwach 3): von den ungleubigen oder schwachgleubigen. Luther 3, 243a; ein starckgleubiger kan gifft trincken und schadet jm nichts. Marci ult. ein schwachgleubiger aber trüncke den tod daran. 392a; die weyblin aber sein die schwachglawbigen, di do nicht seher brennen im geist. 9, 573, 3 Weim. ausgabe; bist du nun schwachgleubig, angefochten und beängst, so verzage deshalben nicht. Butschky Pathmos 788; was geht es diesem (dem poetischen leser von Klopstocks Messias) an, dasz einem schwachgläubigen die wütenden entschlieszungen des Adramelechs .. anstöszig gewesen sind oder seyn können. Lessing 12, 52; im weltlichen sinne: ich musz indessen unter der hand gestehen, dasz ich selbst deszfalls in gewissen augenblicken etwas schwachgläubiger bin als einem tapfern manne ziemt, und mich nicht ganz von der albernen furcht los machen kann, Deutschland möchte etwa am ende wohl gar nicht — wollen wollen. Wieland 15, 392. schwachglaubig: schwachglaubiger, languidus, debilis fide Stieler 665.
 
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schwachgefügt, part.:

wo bleibt das eitle boot,
desz schwachgefügte seiten eben noch
wettkämpften mit der kraft? Shakespeare, Troil. u. Cressida 1, 3.


 
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schwachgemut, adj. aus dem mhd. (swachgemuot) ende des vorigen jahrh. wieder aufgenommen:

und ich,
ein blöder schwachgemuther schurke. Shakespeare Hamlet 2, 2;

dieses mal
wird nicht mein leichtsinn, schwachgemuthe rührung
dich meiner rach' und deiner straf' entreiszen.
Tieck 3, 440.


 
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schwachgesinnt, adj.: das schwachgesinnte schwankende publicum. Göthe 50, 122.
 
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schwachgestengelt, part.: (der epheu) als eine schwach-gestengelte pflantze. Butschky Pathmos 706.
 
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schwachgut, adj.: der schwachgute, der die unterschiede nicht erkennt. Dya Na Sore 5, 475.
 
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schwachheit, f. , mhd. swachheit, swacheit mhd. wb. 2, 2, 780a. Lexer mhd. handwb. 2, 1332; nhd. schwachheit (die) blödigkeit, imbecillitas, debilitas, infirmitas, languor Maaler 364d. in neuerer sprache wird es, wie schon Adelung und Campe beobachten, vielfach durch schwäche verdrängt. nd. swakheid ten Doornkaat Koolman 3, 370b (im allgemeinen sonst dem nd. fremd); nld. swackheyd, imbecillitas Kilian. das fem. folgt der bedeutungsentwicklung des adjectivs, es zeigen sich entsprechende abweichungen im gebrauche der älteren und der neueren sprache.
1) die anwendung im sinne von schmach, schande, die in älterer sprache sich findet, in neuerer fehlt, erklärt sich aus dem gebrauche von schwach in der bedeutung von schimpflich (siehe schwach 1):

daʒ eim alsô vrumen man
diu swacheit solte geschehn
daʒ er in den schanden wart gesehn. Iwein 3393.

[Bd. 15, Sp. 2162]



2) auf körperliche zustände, eigenschaften, functionen bezogen (s. DWB schwach 2), kraftlosigkeit z. b. in folge von unzureichender entwicklung, von krankheit, alter u. s. w.: die schwachheit des leibes ist was elendes. Steinbach 2, 531; die schwachheit der weiblichen stimme; die schwachheit des alters; die schwachheit der sinnen ebenda; im plural: die schwachheiten des alters, krankheiten und schwachheiten Adelung; vor schwachheit nicht aufstehen können; der kranke liegt in groszer schwachheit ebenda. in beziehung auf krankheiten gebraucht die neuere sprache schwachheit von den entkräftungs-, mattigkeitszuständen, die die krankheit begleiten oder ihr folgen, während die ältere sprache die krankheit selbst schwachheit nennen kann (vgl. den entsprechenden gebrauch von schwach unter schwach 2): schwachheit, kräncke, une maladie Hulsius dict. (1616) 291b; fictus languor, schulkranckheit, angenommene und scheinschwachheit, da man sich nur stellet, als ob man kranck seye. Corvinus fons latin. (1660) 348b. tödtliche schwachheit, morbus lethalis Stieler 1949; haupt-schwachheit, delirio Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 693a; sich schwachheit des magens zu ziehen. Steinbach 2, 531; zog hertzog Geörg hie aus schwachait aus in ain wildtpadt in mainung, er kert wider, und starb zu Ingolstatt. d. städtechron. 15, 347, 32; oder das er sonsten schwachait halben seins leibs nit ziechen möchte. tirol. weisth. 4, 2, 702, 6; von des kaisers schwachait und tod. Aventin chron. 2, 240; und jn ist auch ein schwacheit ankomen, derhalben er da blieben bey fünff wochen. Luther 3, 410b; wann die milch (der mutter) verderbet ist, entstehen darausz (für sie selbst) allerhand brustschwachheiten, dazu offt krebs und andere beschwerliche zufälle kommen. Schuppius 479; mit abscheulicher schwachheit (der syphilis) befallen. 499; ich habe endlich gemerckt, dʒ es eine miltzschwachheit sey. 584; (das kraut) ist ihnen (den fischen) auch gesund und heilsam in ihren schwachheiten. Hohberg landl. 1, 484b; (geist und gedanke) macht alle schwachheiten des körpers mit, wird er nicht auch aufhören bey seiner zerstörung? Schiller räuber 5, 1 schauspiel; überfiel mich ein blutsturz, der ob er gleich nicht gefährlich war und schnell vorüberging, doch lange zeit eine merkliche schwachheit hinterliesz. Göthe 19, 309;

daher erfrischet er sein volck auf manche weisz,
dasz es mit gutem tranck kan durst und leyd verjagen,
die schwachheit ausz dem leib, den hunger ausz dem magen,
mit angenehmer speisz.
Weckherlin 242;

sie schickt dir ein gekochtes huhn,
das wird dir wohl in der schwachheit thun.
Tieck 2, 359.

ohnmacht (vgl.schwäche): es wandelte ihr gähling eine kleine schwachheit an. Lessing 2, 49 (Sara Sampson 3, 6).
3) auf die geistige natur des menschen bezogen: schwachheit des gedächtnis, des verstands. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 693a; schwachheit des kopfes, der beurtheilungskraft u. s. w.: heut hab ich in der schwachheit meiner sinne den ersten act verfertigt. Göthe briefe 3, 128 Weim. ausg. besonders wird das wort für das gebiet des willens in anspruch genommen, es bezeichnet den gegensatz von willensstärke und -strenge, eine milde, weiche nachgiebigkeit gegen die eigenen neigungen, die je nach den umständen als menschlich-liebenswürdige, verzeihliche eigenschaft erscheint oder als mangel im charakter sich kennzeichnet; weibliche schwachheit dem manne gegenüber:

schwachheit dein nam' ist weib! Shakespeare Haml. 1, 2;

ja, sie rühmt sogar
sich ihrer schönen schwachheit in sich selbst
und zeigt sie immer unverhohlner ihm
in ihren augen.
Wieland 18, 37 (Geron der adeliche);

seine künste waren keine andre,
als seine männerkraft und meine schwachheit.
Schiller M. Stuart 1, 4;

jetzt, Lester, darf ich ohne schaamerröthen
euch die besiegte schwachheit eingestehn. 5, 9;

schwachheit! verliebte schwachheit! Lessing 2, 138 (Emilia Galotti 2, 6); vom manne:

schwachheit lauscht im hinterhalte
nicht mehr, in gestalt der wuth;
und bey deines (Selindens) namens klange
klopft mein busen nicht mehr bange.
Gotter 1, 206;

in allgemeiner anwendung: aus schwachheit sündigen, fehlen. Kramer deutsch-ital. dict. 2, 693a;

erwürdigr vater, mein schwacheit
bewein ich stets.
Hollonius somnium vitae hum. s. 25, 388 neudr.;

die schwachheit, die er uns gezeigt,
macht ihm (ich seh's an ihrem achselzücken)
die nichts verzeihenden Katonen ungeneigt.
Wieland 10, 282 (Kombabus);

[Bd. 15, Sp. 2163]


schwacheit sol man tragen: böszheit musz man stewren und wehren. Petri 2 (1605), Ss 6a; unsere tochter empfindet an dem tage, da sie sich von der welt trennen soll, einen rückfall von schwachheit. Gotter 3, 14 (1802); (wenn er) eure vergebung sich erschmeichelt, und morgen hingeht und eurer schwachheit spottet im arm seiner huren? Schiller räuber 1, 1 schauspiel;

den (den ring) er denn auch einem jeden
die fromme schwachheit hatte, zu versprechen.
Lessing 2, 277 (Nathan 3, 7).

besonders von einzelnen zügen des charakters, die vor dem strengen urtheile nicht bestehen, fehlerhafte eigenheit, aber auch in milderem sinne von zügen der nachgiebigkeit gegen sich und andere: schwachheit, nennt man gelinder weise einen fehler, eine begangene thorheit. Frisch 2, 239b; jemandes schwachheiten übersehen. Adelung; (die hoffart) ist eine grosze schwachheit an den jüngern Christi gewesen. Schuppius 650; der nutzen, den verständige leser sogar von den schwachheiten unsers helden in der folge zu ziehen gelegenheit bekommen könnten. Wieland 1, 304 (Agathon 5, 6); mache dir aus einer schwachheit keinen vorwurf. und mir aus einer schuldigkeit kein verdienst. Lessing 2, 84 (Sara Sampson 5, 9); dasz wir grosze thiere durchgängig eine gewisse kleine schwachheit an uns haben. Lessing 1, 131; ohne geschwätz und aufruf, mit fehlern und schwachheiten sogar, stellet er uns den mann dar. Herder zur rel. u. theol. 2, 66; eine so heldenmüthige verläugnung der allen herzen angebornen schwachheiten. Thümmel reise 7, 142 (1800); du bist also auch ein mensch — du hast schwachheiten. Schiller parasit 4, 9; die eigenheiten des wackern Reifensteins, die man schwachheiten zu nennen pflegt. Göthe 29, 102. losgelöst von der person, die handlung, das verhalten selbst bezeichnend: es ist eine schwachheit, levidense, plebejum, populare est; eine schwachheit begehen, facere inepte, temere Stieler 1949; ich lache, sagte er, wenn ich die schwachheiten ansehe, die in den vornehmsten republiquen vorgenommen werden. Weise erzn. 24 neudruck; lassen sie mir das süsze gefühl, dasz ich diese schwachheiten aus neigung gegen meine werthesten freunde begangen habe. Göthe 38, 116; schwachheiten laufen mit unter. Wander sprichw.-lex. 4, 409. im sinne von thorheit, irrthum in der umgangssprache: bilde dir keine schwachheiten ein. mit besonderer hervorhebung des begriffes der neigung: viele schwachheit für das andere geschlecht haben. Adelung. grosze herren haben gemeiniglich eine lieblingsschwachheit .. der grosze Tanzai (ein kenner übrigens von verdiensten) kannte doch kein gröszeres, als die leier gut zu spielen. Wieland 3, 29 (Agathon 11, 3); Plato .., für welchen Dionysius eine art von schwachheit behielt. 2, 360 (Agathon 10, 6); ich gesteh' es .., dasz ich die gemählde, die mir meine fantasie von diesen glücklichen menschen macht, bis zur schwachheit liebe. 14, 106 (Koxkox u. Kikequetzel 22);

wie könnt' ihm dieser die schwachheit für so ein scheusal verzeihn? 5, 138 (Amadis 17, 15).


4) in beziehung auf glaubensleben; häufig in der Lutherschen übersetzung des neuen testamentes (vgl. DWB schwach 3): ich mus menschlich davon reden, umb der schwacheit willen ewers fleisches. Röm. 6, 19; der geist hilft unser schwacheit auff. 8, 26; so ich mich je rhümen sol, wil ich mich meiner schwacheit rhümen. 2 Cor. 11, 30. von der menschlichen art im gegensatze zur göttlichen kraft und sicherheit: er hat unser schwacheit auff sich genomen. Matth. 8, 17; ob er wol gecreutziget ist in der schwacheit, so lebet er doch in der krafft gottes. 2 Cor. 13, 4; menschliche schwachheit Kramer deutsch-ital. diction. (1702) 2, 693a; die schwachheit der menschen, hominum imbecillitas Steinbach 2, 531.
5) auf das gebiet des handelns und wirkens bezogen, machtlosigkeit den umständen, hindernissen, feinden gegenüber: sind krefftig worden aus der schwacheit, sind starck worden im streit, haben der frembden heer darnider gelegt. Hebr. 11, 34; durch schwacheyt wirt man starck. Franck sprichw. (1541) 1, 139a; widerumb lernet man, das auch kein fürst sol in seiner unmacht oder schwacheit und unwitze verzagen. Luther 5, 2a; habe kein mitleiden mit der schwachheit deines feindes, dann wenn er mächtig wäre, würde er deiner nicht schonen. Olearius pers. rosenth. 8, 21.
6) vielfach, wie schon oben bemerkt wurde, ist schwachheit vor dem jüngeren schwäche zurückgetreten; ungewöhnlich sind wendungen wie: schwachheit eines brettes, einer lösung, eines getränkes, einer suppe, eines heeres, einer festung, des tones, des windes u. ähnl.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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