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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schwabenspiegel bis schwäbisch (Bd. 15, Sp. 2146 bis 2147)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwabenspiegel, m. das im 13. jahrh. nach dem vorbilde des Sachsenspiegels aufgezeichnete schwäbische landrecht; der name stammt von Goldast. der Schwaben-spiegel, codex juris suevici. Frisch 2, 239a.

[Bd. 15, Sp. 2147]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwabensprung, m. scherzhaft für eine reise über eine strecke, die als klein gelten soll: vielleicht dasz ich einen Schwabensprung thue, von Halberstadt nach Leipzig. Gleim bei Lessing 13, 98; in erwiderung hierauf schreibt Lessing: ja, liebster Gleim, lassen sie sich ja nichts abhalten, das Schwabensprüngelchen zu thun. 12, 117. der Schwabe gilt seit alter zeit als wanderlustig und reisefertig, s. DWB Schwabe 3. vielleicht aber bezieht sich der ausdruck auf riesensprünge, von denen schwäbische sagen erzählen.
 
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schwabenstreich, m. lustig-dummer streich, wie sie von den Schwaben erzählt werden: der offenherzige Friedbert hatte den Schwabenstreich begangen, der geschwätzigen matrone den raub des schleiers zu offenbaren. Musäus volksm. 2, 31 Hempel; auch noch später wuszten die Langobarden von ihnen (den Herulern) Schwabenstreiche zu erzählen, dasz sie die blühenden flachsfelder für wasser angesehen hätten, welche sie durchschwimmen müszten. Freytag ges. werke 17, 130. auch ernsthafter von einer unüberlegten handlung: ich habe neulich den sogenannten patriotencaspar verhört, darüber den grafen vergessen, kam zu spät auf den Oberhof und fand meinen freund, der vielleicht gesund mit mir gefahren wäre, erst wieder, als er blutend am wege lag. das war ein Schwabenstreich. Immermann Münchh. (1841) 4, 110. Uhland hat in der 'schwäbischen kunde' mit prächtigem humor die Schwabenstreiche zu ehren gebracht;

der mehrheit ist nicht auszuweichen,
mit helden- wie mit Schwabenstreichen
macht sie uns ihre macht bekannt.
Keller 10, 31.


 
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schwabenstückchen, n. wie das vorhergehende.
 
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schwabentanz, m. ein volksthümliches tanzspiel in Oberbaiern. Hartmann-Abele volksschauspiele 173.
 
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schwabenweber, m. Nürnberger barchentweber, deren seit 1488 viele aus Augsburg einwanderten. Schm. 2, 618. Jacobsson 4, 74a verweist unter Schwabenweber auf barchentweber.
 
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schwabenweisheit, f. die spät (im vierzigsten jahre kommende) weisheit: Engelhardt hat mein geschwürgen aufgedrückt und verkündigt mir noch einen zahn der wird mir doch endlich die Schwaben weisheit bringen. Göthe briefe 7, 283 Weim. ausgabe.
 
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schwabenweizen, m. triticum monococcum, wilder dinkel Pritzel-Jessen.
 
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schwäbetzen, verb., wie schwäbeln, im schwäbischen dialekt sprechen oder sich zu ihm hinneigen. Schm. 2, 619.
 
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schwäbin, f., mhd. Swæbinne, Swâbin mhd. wb. 2, 2, 763b. Lexer mhd. handwb. 2, 1330. Schm. 2, 618.
 
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schwäbisch, adj., mhd. swæbisch mhd. wb. 2, 2, 763b. Lexer mhd. handwb. 2, 1330, vgl. Schm. 2, 619; harpe, .. ein krummer hauer, türckischer sebel, schwäbischer blotz. Corvinus fons lat. (1660) 538b; schwäbische bräxen, dägle. 244b, vgl. DWB bauernplötzer theil 1, 1182 und blotz theil 2, 152; die rheinische, schwäbische bank (im alten deutschen reichstage) Stieler 93; der schwäbische bund, liga svevica 156; der schwäbische creisz, das schwäbische recht, landgericht. Frisch 2, 239a. schwäbische leinwand, florleinwand (s. unten); ein schwäbischer tanz, oder auch kurz ein schwäbisches (s. unten die stelle aus Voss) Adelung. schwäbische sprechart, die schwäbischen dichter, die minnesänger Campe; schwäbischer reiher, eine besondere art Behlen lex. der forst- u. jagdk. 5, 315; schwäbischer heiland, scherzhafte benennung eines Schwaben Schm. 2, 619; sprichwörtlich: schwäbisch ist gäbisch (verkehrt), bairisch ist garnichts, s. th. 4, 1, 1125; (ein buchbinder) het einen gelehrten gesellen in vilen sprachen, dann er kundt schwebisch, sechsisch unnd war sonst ein geborner Döring, die man heringsnasen pflegt znennen. Lindener schwankb. 106 Lichtenstein;

ein ritter kam dort her geriten,
er grüst sie nach schwäwischem siten
(d. h. nach feiner höfischer sitte, wie sie sich zur zeit der höfischen
poesie in Schwaben ausgebildet hatte; schwäbisch reden
im sinne von vornehm reden belegt Schmeller 2, 619 aus Pauli).
Uhland volksl.2 191 (nr. 109).

vom tanze:

schwäbisch musz hübsch lustig gehn,
dasz die röcke hinten wehn.
Voss reigen (sämmtliche ged. 4 [1802], 56 ersetzt durch polisch).

ein schwäbischer gang ist nach Veith bergwörterb. 213 im bergbau so viel als schwebender gang, d. h. ein gang mit einem fallen von 15 (20) bis 0 grad, im älteren bergrechte eine lagerstätte, deren einfallen weniger als 20 grad beträgt, vgl. Jacobsson

[Bd. 15, Sp. 2148]


4, 74a. schwäbische stampfer, 'eine gattung von papiermachern, welche die wunderlichen gebräuche der stampfer und glätter nicht angenommen haben. von diesen befinden sich viele im reiche, vorzüglich in Schwaben'. Jacobsson 7, 283a. mit kurzem ausdruck: linum suevicum, schwäbisch Corvinus fons latin. (1660) 367b; schwäbisch, eine gattung weiszer, dünner und leichter, flächsener leinwand Jacobsson 4, 74a; vielleicht gehört hierher die bei Dief.-Wülcker 848 unter schwäbisch angeführte stelle. vom schwäbischen lande: lauff in's schwebisch, geh' zum teufel. Seiler 267a, vgl. Tobler 405a.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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