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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schwabe bis schwabenfeld (Bd. 15, Sp. 2145 bis 2146)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwabe, m. und f., das lästige hausinsect (blatta orientalis oder lucifuga), die bäcker-, küchenschabe, hausschabe, schwabenkäfer, schwarzer käfer. als fem. bei Campe, Adelung, Frisch 2, 239a, dagegen mit männlichem geschlechte bei Stieler 1962: der schwabe .. insectum frumentis inimicum, curculio. das masc. findet sich besonders im oberd. Schmeller 2, 619 bezeugt für das bair. der schwab (schwab-, schwabenkäfer), schwabe, f. Reinwald 1, 150b; vgl. noch zur verbreitung des wortes Tobler 405a. Schöpf 655. Castelli 252. Hügel 145b. Hertel thür. sprachsch. 223. Mi 90b. Müller-Weitz Aachener mundart 226. Weckherlin kennt schwabe in dieser bedeutung, vgl. ged. (1648) 829 (jungfrawen Margaret Kälblins grabschrift):

doch wolt es der tod anderst haben,
der gönte sie in disem teich
den würmen besser dan den schwaben;
(er) het mer gsyfert's huus von schwowe-n-un von spinne.
Arnold pfingstmontag (1816) 60;

am gewärmten heerd des reichen
lustig zirpend wie die schwabe.
Rückert (1882) 11, 390

(dazu die bemerkung: so heiszt im fränkischen eine lästige art von hausgrillen). um das haus vor den schwaben zu sichern, musz man am charfreitage die stuben in der entgegengesetzten richtung fegen, als wie man sonst gewöhnt ist, z. b. rückwärts statt vorwärts. Birlinger volksth. aus Schwaben 2, 78. es kann keinem zweifel unterliegen, dasz das wort aus schabe in spöttischem sinne umgedeutet, in diesem sinne auch in männliches geschlecht übergeführt ist. es steht im wortspiel mit dem volksnamen: (Sabine, eine schwäbische köchin, redet:) wenn er in die kuchel kommt, so wär's nothwendig, ich schliefet unter den herd. Raimund 2, 230 (alpenk. und menschenf. 1, 9). in einigen gegenden nennt man die thiere Preuszen oder Russen: es war ordentlich graulich, wie das schwarze heer, ähnlich wie die Schwaben oder Russen hinter einem küchenherd, an mir vorbeiwimmelte. Heyse kinder der welt 2, 244.
 
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schwabeln, verb. albern, viel und geschwind schwatzen; schwablig, geschwätzig, schwable, weibsperson mit geschwätziger zunge Stalder 2, 357; schwabeln, albernes zeug schwatzen (besonders in schwäbischer art); s' g'schwabel, geschwätz Schm. 2, 620, vgl. Hügel 145b; schwabelen, wie die Schwaben reden Schöpf 655. auch im hessischen: schwabeln, verworren schwätzen, unstät umherrennen Pfister 271. es liegt eine spöttische anlehnung an den namen der Schwaben vor, denen ja eine besondere geschwätzigkeit nachgesagt wird (s. DWB Schwabe 3). vergl. oberd. schweibeln Schm. a. a. o. und schwabbeln.
 
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schwäbeln, verb., im schwäbischen dialekte sprechen oder zu ihm hinneigen; 'im Werdenfelsischen werden die schwäbelnden Tyroler des Ober-Innthales von diesem umstande Schwaben genannt' Schm. 2, 619; nein, das alles sagte er nicht, sondern schwäbelte nur die worte mit verdatterter stimme herein: höret se meine dame, der wage ischt umg'falle. A. Schebest aus dem leben einer künstlerin (1857) 175.
 
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schwaben, n. das schwäbische gebiet, eigentlich dat. plur.:

fro sollen desz all kauffleut sein,
dasz alle strassen werden reyn
in Francken, Bayren, Sachssen, Schwaben.
H. Sachs 17, 278, 29 Götze.

vgl. Grimm gramm. 3, 420.

[Bd. 15, Sp. 2146]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schwaben, verb. viel trinken, in Österreich: der kerl schwabt heunt wieder. id. Austr. 113. für schwaiben, schweiben schwemmen Hintner 227.
 
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schwabenalter, n. das alter von vierzig jahren, in dem die Schwaben verständig werden.
 
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schwabenärmel, m.: appositè, das wird sich schicken, wie eine häringsnase auf einen Schwaben-ermel. A. Gryphius (1698) 1, 724 (Peter Squentz 1).
 
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schwabenblut, n.: den gutmüthigen einsiedler jammerte das unschuldige schwabenblut, er bot ihm schutz und obdach in seiner wohnung an. Musäus volksm. 2, 9 Hempel.
 
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schwabenbrödlein, n. im Elsasz eine besondere art von gebäck. Frommanns zeitschr. 4, 474.
 
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schwabenbund, m.:

noch immer mag die kunde
der bürger herz erfreu'n
vom alten Schwabenbunde,
vom städtebund am Rhein.
Schenkendorf ged. (1815) 172.


 
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schwabenfeld, n. rot und weisz getheiltes feld (im nürnbergischen wappen). quelle bei Frisch 2, 239a.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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