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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schütt bis schüttelkopf (Bd. 15, Sp. 2105 bis 2107)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schütt, n. vorrichtung zum stauen und abflieszenlassen des wassers, nebenform zu schütz (s. d.), mit niederd. lautstande nach dem nd. fem. schütte Schambach 188a, mnd. schutte Schiller-Lübben 4, 156a; vgl. auch schott 2, sp. 1610 oben; bildlich:

dann ist es zeit das schütt der thränen aufzuziehen.
Göckingk lieder zweier lieb. 80.


 
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schuttberg, m. berg, erhöhung von schutt gebildet: jene schuttberge, welche alle städte des Pharaonenlandes umgeben. Brehm illustr. thierleben 2, 115.
 
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schüttboden, m. boden auf welchen getreide zum lagern geschüttet wird, kornboden, speicher. Stieler 1944: unsere schwägerin .. hat die kasten voll, das hausz beschicket, die schüttboden versehen, die keller sonder mangel. A. Gryphius 1698 1, 165; in die scheune oder auf den schüttboden. unwürd. doct. 236.
 
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schütte, schütt, f. schüttung und geschüttetes, nebenform zum masc. schutt; mhd. als schüte, schut zuerst vorkommend.
1) anschwemmung, angeschwemmtes erdreich, besonders dadurch gebildete kleine insel. Lexer mhd. handwb. 2, 832; bairisch die schütt, anschütt, erdreich, das ein flusz innerhalb des wassers oder am ufer angeschwemmt und aufgehäuft hat, fluszinsel oder werd, anschwemmung, alluvio Schm.2 2, 489; die schütt zwischen zwey Pegnizarmen in Nürnberg. ebenda; vgl. auch DWB anschütt oben theil 1, 451.
2) erdaufwurf und umwallung (vgl. DWB schutt 1): agger schütt Dief. 17c; die schütte, ein aufgeworffen erdtrich, murus, agger terrenus Maaler 362d; schütte, vallum, levee de terre, agger terrenus Schottel 1411; schutt et schütte, aggerem terrenum aut vallum notant Stieler 1945; zu befestigungs- und vertheidigungszwecken: (es wurden) mauren, türne, schütten und alle were umbgraben, geschleufet und verfellet. d. städtechron. 10, 322, 17; hatt ein behemischer herr .. den graben, schütt und mauer umb das schlöszl Weigs lassen pauen. 15, 28, 18; von belagerern errichtet: (sie) schutten eine schut umb die stad. 2 Sam. 20, 15; da füllet Pompeius die tieffen gräben mit holtz ausz und mit schütten ebnet er den graben. S. Franck chron. 1531 32a; er umbgab die statt mit iij. schütten. 34a; belagerten sie Stargardt an einer seiten und beschanzten sich mit schütten und gräben. Waissel chron. (1559) 238a; liesz etliche schifflin ausz dem Nilo, durch den graben und cannal an die schütten und bollwerk führen. buch d. liebe 219b; pflegt man von wasen und erden .. eine schütt zusammen lassen tragen. Kirchhof milit. disc. 175. vgl. auch anschütt th. 1, 451.
3) auch von sonst zusammengeschütteten oder geschwemmten dingen und dem orte ihrer lagerung in mancher art: sandschütte, steinschütte Adelung als oberdeutsch; mit erdinen schütten und grieszsand verwarte wege. Birlinger augsb.-schwäb. wb. 404b; die schütt, in Franken der schutt Schm. 2, 489; in Dillenburg heiszt die schütte ein mit bäumen bepflanzter platz in der nähe des schlosses Kehrein Nassau 2, 66, wol ursprünglich ein schuttaufwurf; bergmännisch ohne umlaut schutte, neben dem masc. schutt, blinder schacht, gesenk Veith 436; schütte, an der oberen Elbe, soviel als eine eisstopfung Jacobsson 7, 282a; bei jägern schütte, futterschüttung für wild, vgl. dazu auch schüttplatz; sonst ort für ablagerung von dünger, schutt und dergl., und dieser selbst: eine gemeine schütte, ort oder platz, dahin man allen wst oder ungeseüber einer statt hin tragt, schüt oder frt, locus congestitius Maaler 362d; schütte, loch, darein man den wust schüttet, locus congestitius, rudetum Dentzler 2, 257b; bair. die einschütt, ort wo unrat und dergl. ins wasser geschüttet zu werden pflegt; so heiszt ein platz in München: auf der einschütt. Schm. 2, 489; (dasz der schüttmeister) alle tag auf die schut gen woll und do die schut und hauffen eingleichen. Tucher baumeisterb. 58, 1; schütmeister, der der schut allenthalben wart vor den thoren und ine der stat. 57, 28.
4) schütte, ort für lagerung des aufgeschütteten getreides, speicher, schüttboden, vgl. dazu kornschütte th. 5, 1830: schütte,

[Bd. 15, Sp. 2106]


heiszt beim getraide der ort, wo man es hinschüttet. Frisch 2, 236c; schweiz. schütti schüttboden Stalder 2, 356; ob iemand getraide her in die stat schüttet und derselb nicht aigner schüt hie hat, der soll ein schüt besteen (mieten) von einem burger. Nürnb. pol. ordn. 216 (15. jh.); alle kästen, speicher, schütten und gebien lagen voll (von getreide). Garg. (1590) 109; scherren und schütten, dahin jr ewer frucht verwahret. Sebiz feldb. 13; kornsäcke ab meiner schütte. Pestalozzi 2, 170; es musz ein bauer viel korn auf der schütti haben. 4, 246; wo kein korn auf der schütte ist, da läuft auch kein mehl in den kasten. daheim 31, 342b.
5) schütte, schweiz., menge herabgeschütteten regens, regen- oder hagelschauer (vgl. dazu schütten 7, a unten): schütti, regenschauer Stalder 2, 356; d'schütti, plötzlicher heftiger regen, schlag-, platzregen Seiler 265b; die schüti, platzregen Hunziker 233. s. auch schutt 3.
6) schütte, bestimmte menge getreide als gegebener lohn und unterhalt, in hirtenschütte th. 4, 2, 1577. vgl. auch oben schutt 1, e.
7) am häufigsten schütte von soviel langstroh, als auf einmal über die tenne zum ausdreschen der körner gelegt worden ist, und nach dem ausschütten dieser aus den hülsen gerafft und gebunden wird: eine schütte stroh, fasciculus stramenti, sive stramentitius Stieler 1945; bair. die schütt, bündel ausgedroschenen, nicht zerrütteten strohes, auf welchen in der regel anderthalb garben von ungedroschenem getreide gehen. Schm. 2, 488; und helt doch so viel im fewer als ein schütte stro. Mathesius Sar. 113a; mit einer schütte stroh und hauptkissen zufrieden. westfäl. Robins. 43; zog ich ... einen halm aus einer schitte stroh. unwürd. doct. 238; zwo schütten stroh. 646; da er, von allen menschen verlassen, ausgehungert, ohne kleider, ohne bette auf einer schütte vermoderten strohes lag. J. E. Schlegel 5, 373; an seiner seite findet er ein dürftiges brod nebst einem wasserkrug, und daneben eine schütte stroh zu seinem lager. Schiller 6, 113;

so kommt in meine hütte,
da steht euch milch und brot, und eine gute schütte
von frischem stroh zu dienst.
Wieland 22, 166 (Oberon 4, 37);

ein schlechtes brot und einen wasserkrug,
und in der ecke eine schütte stroh.
Hebbel 1, 154;

ins gebirg am frühen tag
schritt ich aus des waidmanns hütte,
wo der freund auf seiner schütte
noch in tiefem schlummer lag.
Geibel 2, 77;

mit obscönem beisinn:

auch trisch ich an lerer schüt nit gern. fastn. sp. 346, 28;

man sol ausz treschen ain volle garben,
und sol ain lere schüt lassen darben,
wann ain volle garb gibt reilich korn,
an lerer schüt ist alls treschen verlorn. 748, 5;

als masztheil bestimmt: funffzehn schütten machen eine mandel, und sechzig ein schock stroh. öconom. lex. 2237.
8) schütte, in bezug auf die in büscheln wachsende krapppflanze, färberröte: sie schneiden alleyne den stengel alle jar abe, damit sie den samen davon (von der röte) haben mögen, decken darnach die wurtzel zu, und werffen auff eyne jede schütte, wo sie am besten und dickesten inn forchen stehet, zweyer finger dick erdrichs, damit das gefröst der wurtzel keynen schaden thue, und sie desto dicker auffwachsen möge. Sebiz 285. nahe rührt an diese bezeichnung die schött, in oberdeutschen gegenden bündel flachs, vgl. oben sp. 1610.
9) schütte, name des taucherhuhns, colymbus troyle Nemnich, ist wol ein völlig anderes wort; in Helgoland skütt, lumme, uria. Frommann, 3, 33.
 
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schüttegabel, f. hölzerne gabel, womit das ausgedroschene krummstroh auf der scheunentenne aufgeschüttelt wird, um die darinnen hängen gebliebenen körner herauszubringen. öcon. lex. 2237.
 
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schüttegeld, n. geld zur lösung gepfändeten viehes; niederdeutscher ausdruck, vgl. dazu unten das zweite schütten, pfänden: (dasz das mastvieh) wann selbiges auszerhalb dem bruche verstreichet ... solches keineswegs geschüttet werden dürfe, sondern ohngekränket wiederum zurückgekehret werden müsse, auch von niemand dafür schüttegeld prätendiret werden könne. Möser patr. phant. 3, 213; schüttgeld Frisch 2, 236c.
 
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schüttel, m.
1) kaltes fieber, wobei man sich schüttelt, fieberfrost, mhd. schütel wb. 2, 2, 231a: nachdem soll man jn decken, ehe denn jn der schüttel ankommt. Celsus von Khüffner (1531) 32b; bricht aber der schüttel nichts minder herfür, so soll er underm kleid mit vil warmgemachten oel begossen

[Bd. 15, Sp. 2107]


werden. ebenda; schittel, febris Aventin werke 1, 390, 22; als fluch: dasz dich der schüttel! Schm. 2, 490;

das dich der schitel angee! fastn. sp. 1000, 14.


2) gerät zum schütteln, im bairischen mühlschüttel, mehlbeutel in der mühle Schm. a. a. o., mhd. mülschütel; taratantara mulischiutele l. rennele Dief. 573b.
 
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schütteldamm, m. damm in einem graben, der zur wasserscheidung oder stauung dient. Jaeobsson 4, 70b. vgl. dazu das zweite schütten 1.
 
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schüttelfrost, m. fieberfrost, wobei man sich schüttelt.
 
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schüttelkasten, m. hölzerner kasten oder sumpf, in welchem die seifensiederlauge zu der alaune gethan wird, damit sich das alaunmehl niederschlage. Jacobsson 4, 70b.
 
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schüttelkopf, m. bezeichnung eines der die gewohnheit hat den kopf zu schütteln: desz götzen Bacchi sonderbare priester, welche sie Corybantes, das ist, schüttelköpffe nenten. anm. weiszh. lustg. 641; spöttische bezeichnung eines alten mannes: ein alter schüttelkopf, ein alter, welcher mit dem kopfe schüttelt, vor schwäche. Campe, vgl. dazu schütterkopf; bezeichnung der pfautaube, columba laticauda. Nemnich 2, 1131; in Aschaffenburg schüttelköpf, eine art klösze in sauerkraut gekocht. Schm. 2, 490.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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