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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schuszweise bis schütt (Bd. 15, Sp. 2102 bis 2105)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schuszweise, adv. nach art eines schusses, meist freier, zu schusz I, 1; schweiz. schuzwis 'unerwartet und öfters wiederholt' Seiler 265b: der das auge seiner intention, nur allein gerade, gleichsahm schus- oder augenbliks-weise zu seinem zwek richtet, und unterdessen nicht betrachtet, durch was mittel und wege dahin zu gelangen sey. Butschky Pathmos s. 399; der luftzug strömt stosz- oder schuszweise rechts und links etliche hundert schritte weit neben dem lauinenzug. Tschudi thierleb. der alpenwelt 217.
 
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schuszweit, adj., in schuszweite befindlich Thüngen 16 (s. unter schuszgerecht).
 
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schuszweite, f. soweit ein schusz reicht, vergl. schuszbereich Jacobsson 4, 70a. Eggers 2, 849 f. Bobrik 616b: sich in schuszweite, auszer schuszweite befinden, sich bis auf schuszweite nähern, einen auf schuszweite herankommen lassen u. a., vgl. Campe: sie reiten auszer schuszweite um das schlosz. Freytag soll u. haben 2, 236. auch freier: er ist aus der schuszweite, auszer gefahr Wander 4, 398; aber merkt man denn nicht, dasz die kranke dame Klotilde sein soll, die Matzens feinen annäherungen zur schall- und schuszweite des herzens zu entfliehen sucht? J Paul Hesp. 2, 215. — die schuszweite ist für die verschiedenen geschosse verschieden, daher zusammensetzungen, wie bogen- oder pfeilschuszweite (theil 7, 1663), büchsenschuszweite: schon wollte er ihn überschreiten, als ein seltsamer zug, der sich aus büchsenschuszweite in gemessenem schritt näherte, ihn trotz seiner menschenflucht stutzen machte. Heyse kinder der welt 2, 187.
 
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schuszwunde, f. durch einen schusz verursachte wunde Adelung: mein nachbar zur linken .. ist .. im italienischen kriege bis zum obersten avancirt, wie er sagt, wegen einer lähmung des rechten fuszes durch eine schuszwunde ehrenvoll verabschiedet. Heyse kinder der welt 2, 150; also zihlete er nach dem herzen (eines crucifixes), schosz, und trafte mit den zwo kuglen die bildnusz Christi am kreuz, unter der seiten-wunden: welche schuszwunde sich gleich fleisch- und blut-farb erzeigete. quelle bei Birlinger volksthüml. 1, s. 424. — bildlich: Marie war eine durch einen prozesz verarmte .. katholikin, die in der kalten höfischen apothekers familie nichts empfing und erwartete, als stichwunden der worte

[Bd. 15, Sp. 2103]


und schuszwunden der blicke. J. Paul Hesp. 2, 40. — dazu schuszwundwasser, n., s. DWB schuszwasser. Campe.
 
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schuszwurm, m., vgl. DWB schuszschlange: iaculus .. schutwrm, schusz wurme (serpens volatilis) Dief. gl. 283a; schuszwurm, schoʒslang. nov. gl. 207b; eine art schlangen. vet. vocab. 1482 serpens jaculus Frisch 2, 236a. s. auch Dief.-Wülcker 847. Lexer handwb. 2, 838.
 
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schuszzeichen, n. ausdruck der weidmannssprache in verschiedenem sinne: 1) 'die merkmale, welche ein wild zu erkennen gibt, wenn es getroffen und wo es angeschossen worden'. 2) in manchen gegenden marken oder zettel, die man beim jagen zum ausweise seiner berechtigung bei sich tragen und den jagdaufsehern auf verlangen vorzeigen musz. 3) ehrenzeichen für einen glücklichen schusz, bestehend in einem grünen zweige auf dem hut oder der mütze Behlen 5, 559.
 
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schuszziel, n. ziel nach dem geschossen wird, mhd. schuʒzil Lexer hwb. 2, 840; freier: das ist das recht schuszzil, daruf man begert üwer antwort gütig z hören. Zwingli 1, 129.
 
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schute, schüte, f. kleines schnellsegelndes fahrzeug; übernahme aus dem schwed. skuta, dän. skude; auf altnord. skûta, schnellsegler, zurückführend und zu altnord. skjóta schieszen gehörig (vgl. schieszen 1, oben sp. 31 ff.), entsprechend auch dem niederl. schuyte, lembus, lenunculus, navigiolum, cymba, alveus, linter Kilian; als schute, schutte bereits mittelniederdeutsch Schiller - Lübben 4, 154b; Hamburger schuten, ein kahn 120 fusz lang, 18 fusz in der mitte breit, fünf fusz hoch .. sie fahren auf der Spree, Havel und Elbe. Jacobsson 4, 70a;

ein lanck sammitten schlepe,
de als dat grote stür in einer vollen schuet
en volgde hindert gat, ein schrit lanck achter uth.
Lauremberg scherzged. 2, 769;

als schüte: schüte, die von Leiden kam. Thümmel 1, 196;

den rudrer
von der schüte.
Klopstock 2, 166;

vielfach in holländ. form: schujt, navicula, nasselle Schottel 1411 (als neutr. angegeben); schuyte, f., scheute, treckscheute, barchetta, barca, gondola, barque, gondole, nacelle, esquif Rädlein 803b; schuyte (eine art von schiffen), navis tractoria Steinbach 2, 530; dasz jetzo keine grosze schiffe mehr, sondern nur kleine schuyten einlauffen können. pers. reisebeschr. 2, 3; den ankunftsaugenblick jeder der sechs schuiten, welche täglich von Harlem nach Amsterdam vorüberfuhren. Immermann Münchh. 2, 99.
 
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schutt, m. schüttung und geschüttetes; erst nhd. aufgekommenes, zufrühest in technischer sprache erscheinendes, zum verbum schütten gehöriges wort, nebenform zum fem. schütte (s. d.).
1) in technischer bedeutung.
a) zuerst seit dem 15. und 16. jh. als erdaufwurf und umwallung, besonders seitens der belagerer um eine eingeschlossene stadt: agger schut Dief. 17c; kam NebucadNezar, der könig zu Babel, mit alle seiner macht wider Jerusalem, und sie lagerten sich wider sie und baweten einen schut umb sie her. 2 kön. 25, 1; wider dich wird er bollwerck aufschlahen, und einen schutt machen. Hes. 26, 8; wo er die mauren nicht kan umbstoszen, wird er so hohen schut drumb machen, das er uber die mauren hienein schieszen und lauffen wird. Luther 3, 235a; vielleicht wird er sich rüsten mit schut und bollwerg. 5, 74b; bildlich: wer sich denn nicht hinder solch exempel legt, und jm die furcht gottes zu einem guten schutt und wallen macht, wie mag er bleiben. 1, 500a; ohne artikel: alle festunge werden jnen ein schertz sein, denn sie werden schut machen, und sie doch gewinnen. Habac. 1, 10; plur. dazu schütte: fellet bewme, und macht schütte wider Jerusalem. Jer. 6, 6; also wird der könig gegen mitternacht, daher ziehen, und schütte machen, und feste stedte gewinnen. Dan. 11, 15; bei Stieler plur. schutte: der schutt, plur. schutte, agger, humus congestitia 1944. in neuerer sprache abgestorben; Steinbach führt es als vocem non ubique usitatam auf: schutt, aufgeführte erde, agger, schutt um eine stadt führen, aggere urbem cingere, schutt auf führen, aggerem exstruere 2, 526; gelegentlich wird es aufzufrischen versucht: daher ward im dritten feldzug, 352, die belagerung der stadt begonnen. ein schutt war gegen die mauer geführt, von hölzernen wänden eingeschlossen, dasz er nicht zerfalle. Niebuhr röm. gesch. 2, 531; ein ausfall vereitelte diese gedanken, durch den die belagerer zersprengt, schirmdach und rüstzeuge eingeäschert wurden, der schutt geebnet. ebenda.
b) bei der weinkelter, so viel trauben als auf éinmal in die kelter geschüttet werden, und der saft davon:

[Bd. 15, Sp. 2104]


es ist der erste schutt
nicht anderst noch als trüb, wie ihn des trägers butt
aus küblen einher bringt. derhalben trinkt mit maszen!
wer lauters haben will der mus ihn jähren lassen.
Rompler dedication s. 1.


c) bei bierbrauern das zu einem gebräude gehörige malz, wie man es in das dazu gehörige wasser schüttet; redensart: nach dem vorgeschriebenen schutt und gusz brauen, z. b. zu einem gebräude gehören 12 scheffel schutt (malz), 20 eimer gusz (wasser) und zwey scheffel hopfen. Jacobsson 4, 70a.
d) bei müllern das zum abmahlen aufgeschüttete getreide, auch aufschutt.
e) in der älteren landwirtschaft bestimmte menge getreide als gegebener lohn und unterhalt: der hirtenlohn und schutt, der hirtenlohn und das getreide, welches dem hirten so wohl als lohn als auch für das vieh gegeben wird. Adelung; vgl. dazu hirtenschutt unter hirtenschütte theil 4, 2, 1577.
f) im österreichischen bergbau schutt oder rolle, kleiner schachtartiger raum zum abwärtsfördern von ausgehauenen mineral- oder auch von andren massen durch hinabstürzen. Gätzschmann2 85. 76. anderes schutt vgl. unter schütte 3.
2) in freier verwendung, seit dem 17. jahrh., als stoffbezeichnung ohne plural.
a) aufgeschüttete, zusammengebrochene erd- und steinmasse von zerstörten gebäuden, gesteintrümmer u. ähnl.: schut, materie delle case ô altri edificii distrutti, les matières des maisons ou autres bâtiments abatus Rädlein 803a; vgl. dazu erd-, kalk-, sand-, steinschutt, auch mistschutt; mit schutt ausfüllen, ruderare, ruderibus locum complere, sive lapides contusos calce admistos pavimentis faciendis substernere Stieler 1944; schutt von alten maurwerk, rudera Frisch 2, 236c; man musz auch den schutt wegschaffen, den platz abräumen und ebenen. Göthe 59, 84; nicht lange nach dieser begebenheit geschah es, dasz man einen brunnen auszuräumen hatte, der im hinterhofe des landhauses unter wildem gesträuche versteckt und viele jahre lang verschüttet war: da man den schutt durcheinander störte, entdeckte man ein todtengerippe. Schiller 4, 248. beliebtes wort der dichter:

ihr zerstörten schlösser
und städte voller schutt und stein.
P. Gerhardt s. 96, 40;

ein neues schönes weltgebäude
wird aus des alten schutt entstehn.
Cronegk 2, 213;

der nur für Rom und für die freyheit lebt,
und, ihren fall den göttern zu vergeben
unfähig, sie zu überleben
verschmähend, sich in ihrem schutt begräbt.
Wieland 9, 259;

bringt .. der winter ball, konzert und schlittenfahrten wieder,
steigt unser bühnchen auch aus seinem schutt empor.
Gotter 1, 83;

trepp und gang und capelle
(sind) in schutt und trümmer verwandt.
Göthe 1, 104;

wie du emporstrebst
aus dem schutte,
säulenpaar! ...
in des brombeergesträuches schatten
deckt sie (die säulen) schutt und erde. 2, 179;

die hütte baute noch mein vater
aus ziegeln und des schuttes steinen. 181;

aus Roms verfallnem schutte. 11, 315;

dir war ein pferd in dem stalle verschüttet. die glimmenden balken
lagen darüber und schutt. 40, 250;

sprich, du hättst auf Karthagos schutt
den Marius gesehen.
Schiller 1, 269;

Priams veste war gesunken,
Troja lag in schutt und staub. 11, 390;

verödet sind die städte, Magdeburg
in schutt. 12, 8 (Wattenst., prolog);

bildlich: die abendröthe und der abendstern waren untergegangen, die erde wurde ein rauch und schutt der nacht. J. Paul Tit. 5, 149; moos und schutt der zeit. 153; der schutt falscher und halbwahrer begriffe, durch die wir uns bahn brechen müssen. Savigny syst. des röm. rechts 1, xxxii;

wie öde, hohl und leer
liegt alles vor mir da, und ausgebrannt,
ein groszer schutt, die stätte meines glücks.
Göthe 9, 308.


b) schutt, geröll von bergen und zerbröckelndem gewachsenem gestein, grus, berg-, felsenschutt; zum bau eines dammes verwendet:

sieh! wie rings der damm sich erhebt und schon nach der mitte
sich der rollende schutt, den kreis verengend, herandrängt.
Göthe 40, 360;

[Bd. 15, Sp. 2105]


bildlich:

ich brauche wahrheit — ihre stille quelle
im dunkeln schutt des irrthums aufzugraben,
ist nicht das loos der könige.
Schiller 52, 292 (Carlos 3, 5).


3) schutt, rheinisch (nach schütten 7, a unten), ein tüchtiger regenschauer. Kehrein 370. vgl. auch schütte 5.
 
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schütt, m., wie das fem. schütte 1 (s. d.):

der fels hat oben einen schüt,
er selbs unter dem wasser ist. spruch von Tegernsee bei
Schm.2 2, 490.


 
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schütt, f., s. DWB schütte.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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