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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schüszlein bis schuszriemen (Bd. 15, Sp. 2100 bis 2101)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schüszlein, n.
1) deminutiv zu schusz, in der bedeutung I, 4, sprosz, trieb: es (das graslaub) hat just wieder so zarte schüszle. Ludwig 2, 79.
2) zu schüssel, vgl. schüssellein: lieber will ich meinen sieben knaben ihre becher und schüszlein in der finstern hölle zureichen, als fern von meinen kindern euch, ihr heiligen, in der strahlenden burg des himmels. Freytag ahnen 2, 357.
 
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schuszlich, adj., vgl. schuselig: (das mädchen) ging ungleichen schrittes den weg zurück, auf dem es hergekommen war; eine strecke säumig schlendernd, die andere schuszlich dahineilend. Anzengruber3 1, 138.
 
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schüszling, m. aufgeschossener trieb, vergl. schöszling (sp. 1604 f.) und schusz I, 4, dafür auch schieszling (sp. 50) und schützling (s. daselbst), mhd. schüʒʒelinc, schüʒling, schöszling, reis. Lexer hwb. 2, 839.
1) gewöhnlich von pflanzen: novelle summer nuwe schuszling Dief. gloss. 383b; palmes scuzzeling, auszschusz- vel schusling, schiszling .. schüszlin .. heuriger schüszling, neuer schiszling der weinreb .. schusz-, schöszling. 407b; berhafftig schüszling, scuʒʒelinc, weinreb schussling. nov. gloss. 277b; propago .. iunger weinstock, vlg. schüszling. gl. 465b; surculus .. schusling, vlg. iunge zwigel. 568c; berhaftiger schüczeling, scuziling, schusling vel iunge zweidel. nov. gloss. 356c; vitulamen ... unnutz schuszling .. schusseling unden vel neben am baum. gl. 624b; novellus, schuszling oder paum, die noch nicht getragen haben. voc. v. 1482 bei Lexer a. a. o., vgl. Pritzel-Jessen unter vitis vinifera; aufgeschossenes reis von einem jahre. Campe: er (der 'unk') verderbt die schüʒling. Megenberg 264, 8; aber der swarz (alberpaum, pappel) der switzt ze öbrist auf den schüʒlingen

[Bd. 15, Sp. 2101]


harz. 339, 31; din sün sein als die schüszling der ölbaum (sicut novelli olivarum) in dem umgang deines tisch. bibel von 1483 292b (ps. 127, 3); ein bawm hat hoffnung, wenn er schon abgehawen ist, das er sich wider verendere, und seine schüsslinge hören nicht auff. ( Luther) Hiob 14, 7.
2) übertragen auf menschen: imberbis .. schusling, vlg. junger knecht Dief. gloss. 287a; ein schusling, schussling, i. iuvenis. nov. gl. 210b; impuber vel -is schusling 212a; vitulamina spuria schuszling der basthart gloss. 624b; vgl. auch: modernus .. neu- vel schuszling 364c; schuszling nov. gloss. 258a; schüszling, s. in schiessen, schieszling, ein aufgeschossener junger mensch, eigentlich aber ein schusz unten am baum, stolo. Frisch, 2, 235b; schweizerisch schüzlig, dazu schüzligbube, knabe von 15—18 jahren, in der übergangsperiode zur männlichkeit, schüzligmaitli backfisch Hunziker 234. Seiler 266a.
3) von thieren, junges schwein von 4—6 monaten. Nemnich. Jacobsson 7, 281a; schweizerisch schüzligsou, halbausgewachsenes schwein. Seiler 266a.
 
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schuszlinie, f. linie, in der ein abgegebener schusz fliegt: er ist aus der schuszlinie. in schuszlinie kommen. Wander 4, 398; er (der feind) zog die gefallenen und die breterwagen mit sich aus der schuszlinie. Freytag soll 2, 249.
 
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schuszloch, n., mhd. schuʒloch für schieʒloch Lexer hwb. 2, 838; so auch noch nhd., s. Jacobsson 4, 281a. gewöhnlich von schieszloch geschieden, loch, das eine abgeschossene kugel (in der schieszscheibe, dem menschlichen körper u. s. w.) macht. Campe: torweit zerflennend schuszlöcher. Garg. 18b; im bergwesen loch, das mit dem bohrer ins gestein gebohrt wird, um nachher zum zweck einer sprengung mit pulver gefüllt zu werden. Jacobsson a. a. o.
 
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schuszmäszig, adj. zum schusse bequem, in einer zum schieszen geeigneten entfernung, in der jägersprache vom wilde, vgl. DWB schuszgerecht 1. Jacobsson 4, 69b. Behlen 5, 558: schuszmäszig bedeutet eine gewisse distance, in welcher man ein thier mit dem schusz erlangen kann. Heppe wohlred. jäger 271b.
 
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schuszpferd, n. 1) dasselbe wie schieszpferd (sp. 50), zur jagd abgerichtetes pferd. Nemnich. Jacobsson 4, 70a. 7, 281a. öc. lex.2 2655. Eggers 2, 772. Behlen 5, 150. 2) in folgenden stellen sind wol einfach pferde zum wechseln gemeint, vgl. schüsse, f., vorspann, also richtiger schüszpferd: allhier bekahmen wir neue schusz - pferde, mit welchen wir den 29 dieses 6 meilen bisz zur vestung Capurga ritten. Olearius persische reisebeschr. 7a (1, 4); da uns denn, weil es die erste gam, frische schüszpferde gegeben wurden, welche wir auff den abend wieder vorspanneten. 27b (1, 15). bildlich heiszt in Liv- und Estland schüszpferd ein mensch, den man zu verschickungen braucht. Hupel 213.
 
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schuszpforte, f. fallthor, vgl. DWB schuszgatter, mnl. scotporte: er stalt den strunck under die schuszpfort, also das sie gar nit niderfallen, noch sich auch die pfort nit schliessen mocht. Aimon C 2b.
 
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schuszrecht, adj. nahe und bequem zum schusse Campe, vgl. DWB schuszgerecht 1: er war aber dem schönen wild immer nachgeritten, und konnte es niemals einholen; wenn er meinte es wäre schuszrecht, so sah er es gleich wieder in weiter ferne dahin springen. Grimm märchen 258;

grade schuszrecht steht es (das unthier) für den jäger.
Geibel 5, 18.


 
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schuszregen, m. regengusz, -schauer, vgl. DWB schusz I, 1, c, 2: allein es geht ein gar starcker windt undt kommen offt schuszregen. Elisab. Charlotte briefe 3, 592 Holland.
 
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schuszriemen, m., mhd. schuʒrieme, lanzenriemen Lexer hwb. 2, 838: amentum .. schusz-, schuosriem, o. -schnur Dief. gloss. 29c; schüczriem, schuszriem, schnr nov. gloss. 20b.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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