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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schuszgebet bis schuszlade (Bd. 15, Sp. 2099 bis 2100)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schuszgebet, n.: schusz-gebet ò schusz-gebetlein, n., schusz-seufzer [zu gott] oratione giacolatoria, lancio, slancio divoto a Dio, v. stosz-gebet (so jetzt gewöhnlich) Kramer dict. 2, 521c; ich hab den priester ein teutsches bettbüchel gegeben, darinnen auserlesene schussgebeter gedruckter stunden. Abele 3, 230; er habe niemals für seinen reisenden landesherrn und für seine todtkranke frau ein stosz- oder schusz- oder anderes gebet gethan. J. Paul aus des teufels pap. 2, 260; wo er nur irgendwo vor der göttin der ewigen liebe feueranbeter oder bilderdiener auf den knieen findet ... stets wird der verfasser den durchgang durch die kirche mit einem schuszgebete (preces ejaculatoriae) nehmen und sein herz zum repetierwerk eines jeden fremden machen, in dem die andacht der liebe schlägt. palingen. 1, 65; als ich ohne schwierigkeit von dem gemalten schweizer eingelassen wurde, that ich das schuszgebet, dasz die heil. Anna mir ihren arm leihen ... und mich aus der affaire ziehen möchte. 2, 104. — meist im deminutiv schuszgebetlein: mit hinzuthuung dieses schuszgebettleins: miserere mei deus. Spee güld. tugendb. 28; ich will gewiszlich noch heut ehe dann ich schlaffen gehe, siebenmahl zur hausz capellen gehen, dasz hochwürdig sacrament mit einem fuszfall, unnd geschwinden schusz-gebettlein ersuchen. 740; lass gute seufftzger und kleine schussgebettlein zu deinem wahren herrn gott gehen. Minderer kriegsarzn. 5; man kan mitten unter dem schiessen einige kleine schuszgebettel zu gott schicken. Abraham a S. Clara etwas f. alle (1699) 55; und andere dergleichen schöne durchdringende schusz-gebettlein mehr. Conlin d. christl. weltweise 2 (1711), 91 bei Birlinger volksth. 1, s. 343; sprichwörtlich: schussgebetel durchdringen die wolken. Wander 4, 398.
 
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schuszgeld, n.
1) geld, das die jäger als belohnung für geschossenes wild oder raubzeug bekommen Adelung. Jacobsson 7, 281a. Behlen 5, 558, premium quod venatoribus datur quando quid globis plumbeis dejiciunt. Frisch 2, 236a, vgl. schieszgeld 1 (sp. 48):

seit menschendenken war kein solches thier erschienen.
auch stand ein groszer preis auf dessen kopf gesetzt;
allein weil jedermann den seinen höher schätzt,
hat niemand lust das schuszgeld zu verdienen.
Wieland 22, 175 (Oberon 4, 53).

im bilde: er hatte gehofft, er werde nach dem königschusse wenigstens so lang gute tage erleben, bis das schuszgeld aufgezehret sei, wenigstens 14. J. Paul Siebenk. 3, 2.

[Bd. 15, Sp. 2100]



2) geld als gewinn bei einem schützenfest: 'ei,' sagte sie, 'es giebt ja genug pulver und blei hier zu kaufen!' 'das will ich aber nicht, da käme mir der becher mit dem schuszgeld teuer zu stehen! manche verpuffen allerdings mehr geld, als der gewinn beträgt.' Keller 6, 325.
 
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schuszgerade, adj. schnurgerade: ich möchte lieber fünf worte so schuszgerade an's herz. Bode Tristr. Shandy 4, 172.
 
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schuszgerecht, adj. zum schieszen gerecht, passend.
1) von einem wilde, das so kommt oder steht, dasz der jäger einen tötlichen schusz anbringen kann Behlen 5, 558, in schuszweite und schuszlinie: ist ihm (dem jäger) das stück, welches er erlegen will, schuszgerecht wie auch schuszweit und hat er sein gutes abkommen, so zögere er nicht länger mit dem abbrennen. Thüngen waidm. pract. 16; dort steht der hirsch. seht ihr ihn? völlig schuszgerecht. Göthe 42, 404 (Götz 5, 1 bühnenbearb.); schon fieng ich an, meine beute verloren zu geben, als ich sie auf einmal in schuszgerechter entfernung entdeke. Schiller 4, 71.
2) in der reitkunst von einem pferde, auf das man schieszen kann, ohne dasz es im geringsten scheut Jacobsson 4, 69a.
 
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schuszgerinne, n. im bergwesen der kanal, der das wasser aus dem fluder auf die wasserräder leitet Scheuchenstuel 220, gerinne mit starkem gefälle Veith 436, vgl. ferner schoszgerinne sp. 1602.
 
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schuszglene, m. f. wurfspeer: denn er ward mit einem schutzglenen geschossen, durch seinen geraden leib, dasz er tödtlich wundt ward. buch d. liebe 270d. ebenso mnd. schotglevige Schiller-Lübben 4, 126a.
 
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schuszkanal, m.: die heilung schreitet ganz normal vor, der schuszkanal eitert regelrecht. Heyse kinder der welt 1, 311; die schuszkanäle in den patriotenleibern wurden für rechte abzugskanäle der weltgeschichtlichen hochflut angesehen. Anzengruber3 1, s. lviii.
 
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schuszkeil, m. bei der artillerie richtkeil (womit die kanonen zum schusse gerichtet werden). Adelung. Jacobsson 4, 69b.
 
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schuszkelle, f., mundartlich für schoszkelle (s. daselbst sp. 1603) Göpfert 53. Pasch 100.
 
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schuszkettenware, f. eine art gewebe in mechanischen webereien, s. Karmarsch-Heeren3 10, 747.
 
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schuszlade, f. bei der artillerie behälter für das zum kanonenschieszen nötige gerät. Jacobsson 7, 281a.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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