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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schuszfinger bis schuszglene (Bd. 15, Sp. 2098 bis 2100)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schuszfinger, m. bezeichnung des zeigefingers in den ältern germ. dialekten, so mnd. schotvinger Schiller - Lübben 4, 129a, altfries. skotfinger Richthofen 1032b f., ags. scytefinger Bosworth-Toller 848a, vgl. W. Grimm kl. schr. 3, 433.
 
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schuszfrei, adj. frei, sicher vor dem schusse, auszer schuszweite Campe; schusz-frey, franco del tiro cioè a pruova del tiro del moschetto. ein schuszfreyer küris, schuszfrey seyn (im sinne von schuszfest, vgl. daselbst) Kramer dict. 2, 521c; extra teli jactum; ab ictu telorum tutum esse. Apin gloss. 488: warum fährt mancher vor schrecken auf, wenn eine kanone abgefeuert wird, ob er gleich schuszfrey steht, und auch vorher überlegt hat, dasz ihn die kugel nicht treffen könne. Mendelssohn bei Göckingk Nicolais leben s. 176; denn es gibt kanonenboote, welche nur ein fahrwasser von kaum 4 fusz wassertiefe brauchen, aber solche kanonenboote sind wiederum ihrerseits nicht schuszfrei. mit schweren feldgeschützen wird man sie in den grund bohren können. Augsb. allg. zeitung 1870, s. 3630a;

du, got, bist nu mein starcker schilt,
darunder (recht schuszfrey) verborgen
ich sicher vor gefahr und sorgen ...
kan stehts getrost und ruhwig sein.
Weckherlin ged. 23 (ps. 7, 11);

vielfach in freierem sinne: bist du gleich obrist leutenant und beydes vor meiner schönheit und meinen verehrungen schuszfrey, so seynd doch andere ... die sich gar gern dadurch berücken lassen, mir recht zu geben. Simpl. 3, 286, 15 Keller; das neue system nun hat groszen eingang und viele anhänger gefunden ... auch die gutgesinnten waren nicht allerdings schuszfrey. Claudius 6, 8. so auch: sie ist schusz-frey, ella è fatata, cioè puttana che hà ed usa rimedii contro l'ingravidamento. Kramer dict. 2, 521c.
 
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schuszgabelf.
1) in der mechanischen weberei ein kleiner zweiarmiger hebel, der bei bewegung der lade in den rost derselben eintritt, wenn kein schuszfaden vorliegt, sonst zurückgedrückt wird. Karmarsch-Heeren3 10, 531.
2) in Basel schuszgabel 'eiserne gabel mit zwei zinken, womit das heu auf den wagen und dann auf die heubühne geschossen oder gereicht wird Spreng, jetzt ladgable'. Seiler 266a, westf. schotgaffel halblangstielige heugabel Woeste 230b.
 
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schuszgarn, n. in der baumwollspinnerei am selfactor schwach gedrehtes garn (zum unterschiede vom stark gedrehten kettengarn) Karmarsch-Heeren3 1, 361.
 
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schuszgatter, n.
1) fallgatter: schusz-, schosz-, ò schutzgatter, n. saracinesca, baltresca, bertesca, rastrello di porta, das schuszgatter fallen lassen. Kramer dict. 2, 521c; trabes portarum pensiles, s. DWB fallgatter. Apin gloss. 488; clathri pensiles, cataracta, porta pensilis ex ligno ferroque cancellata quae demitti potest. einige schreiben schutzgatter, wegen des schutzes, den ein solches gatter gibt. Frisch 2, 236a. mnd. schotgadder Schiller-Lübben

[Bd. 15, Sp. 2099]


4, 125b, im ältern nhd. als masc.: da sach der wachter auff dem thurm ... der stat z rennen ain gros volck, da schray er 'feind!' und liesz den schussgatter fallen auff den wagen, das er z trymer brach. d. städtechron. 22, 523, anm. (8); der kaiser liesz ettlich seiner rhätt an ain rhat z Augspurg begeren, dasz man die schszgetter an Barfuosser, Haillig Creuczer und Unser Frauinthor sollte verschlagen und vermachen, und dasz man sie nit mecht fellen lassen. 25, 381, 11; und wo (wenn) er die pfort offen fünd, so wölt er den strunck hinunder stellen, auf das der schuszgatter nit gar zufiel. Aimon C 2b; dasz einer auff eim halben pferd, welches ein fallender schuszgatter entzwey getheilet, noch etlich meilen sey geritten. Garg. 105a; die schuszgatter (wie man sie nennet) so in den thoren herunderfallen. Kirchhof discipl. milit. 45; sollen in gegenwart der herren bau- und zeugmaister durch den zeugwart, den lech- und maurermeister auch stadtschloszer, sambt denen zu jedem schuszgatter verordneten personen alle 3 oder 4 jar die sämtliche schuszgatter niedergefället und wo einiger mangel daran erscheinen solte, derselbe unverzüglich reparieret und ergänzet werden. feuerordn. v. 1731, s. 23, bei Birlinger 404b. später ist der name mit der sache abgekommen.
2) schusz-gatter, wird auch der gatter genannt, der in den öffnungen einer stadt-mauer ist, wo ein flusz hineinflieszt, das ist vom schieszen des wassers. Frisch 2, 236a, ein gatter vor dem ausflusse eines wassers Adelung. Jacobsson 4, 69a, natürlich nicht auf den schusz des wassers zu beziehen, sondern zu dem gleichbedeutenden schütz, n., schütze, f., auch schutz, m. (vgl. daselbst), sodasz hier die form schutzgatter die richtigere ist: catarrhacta ... schuszgatter, schoszgetter Dief. gloss. 106b. auch im bilde: die schuszgätter des himmels thaten sich auff, unnd die wasser regneten hauffenweisz auff erden. Albertinus Lucifers königr. 274, 9 Liliencron.
3) schweiz. schuzgatter auch bildlich von einer überstürzt handelnden person Hunziker 234. Seiler 266a, von 1 aus übertragen; vgl. DWB schuszbarthel.
 
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schuszgebet, n.: schusz-gebet ò schusz-gebetlein, n., schusz-seufzer [zu gott] oratione giacolatoria, lancio, slancio divoto a Dio, v. stosz-gebet (so jetzt gewöhnlich) Kramer dict. 2, 521c; ich hab den priester ein teutsches bettbüchel gegeben, darinnen auserlesene schussgebeter gedruckter stunden. Abele 3, 230; er habe niemals für seinen reisenden landesherrn und für seine todtkranke frau ein stosz- oder schusz- oder anderes gebet gethan. J. Paul aus des teufels pap. 2, 260; wo er nur irgendwo vor der göttin der ewigen liebe feueranbeter oder bilderdiener auf den knieen findet ... stets wird der verfasser den durchgang durch die kirche mit einem schuszgebete (preces ejaculatoriae) nehmen und sein herz zum repetierwerk eines jeden fremden machen, in dem die andacht der liebe schlägt. palingen. 1, 65; als ich ohne schwierigkeit von dem gemalten schweizer eingelassen wurde, that ich das schuszgebet, dasz die heil. Anna mir ihren arm leihen ... und mich aus der affaire ziehen möchte. 2, 104. — meist im deminutiv schuszgebetlein: mit hinzuthuung dieses schuszgebettleins: miserere mei deus. Spee güld. tugendb. 28; ich will gewiszlich noch heut ehe dann ich schlaffen gehe, siebenmahl zur hausz capellen gehen, dasz hochwürdig sacrament mit einem fuszfall, unnd geschwinden schusz-gebettlein ersuchen. 740; lass gute seufftzger und kleine schussgebettlein zu deinem wahren herrn gott gehen. Minderer kriegsarzn. 5; man kan mitten unter dem schiessen einige kleine schuszgebettel zu gott schicken. Abraham a S. Clara etwas f. alle (1699) 55; und andere dergleichen schöne durchdringende schusz-gebettlein mehr. Conlin d. christl. weltweise 2 (1711), 91 bei Birlinger volksth. 1, s. 343; sprichwörtlich: schussgebetel durchdringen die wolken. Wander 4, 398.
 
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schuszgeld, n.
1) geld, das die jäger als belohnung für geschossenes wild oder raubzeug bekommen Adelung. Jacobsson 7, 281a. Behlen 5, 558, premium quod venatoribus datur quando quid globis plumbeis dejiciunt. Frisch 2, 236a, vgl. schieszgeld 1 (sp. 48):

seit menschendenken war kein solches thier erschienen.
auch stand ein groszer preis auf dessen kopf gesetzt;
allein weil jedermann den seinen höher schätzt,
hat niemand lust das schuszgeld zu verdienen.
Wieland 22, 175 (Oberon 4, 53).

im bilde: er hatte gehofft, er werde nach dem königschusse wenigstens so lang gute tage erleben, bis das schuszgeld aufgezehret sei, wenigstens 14. J. Paul Siebenk. 3, 2.

[Bd. 15, Sp. 2100]



2) geld als gewinn bei einem schützenfest: 'ei,' sagte sie, 'es giebt ja genug pulver und blei hier zu kaufen!' 'das will ich aber nicht, da käme mir der becher mit dem schuszgeld teuer zu stehen! manche verpuffen allerdings mehr geld, als der gewinn beträgt.' Keller 6, 325.
 
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schuszgerade, adj. schnurgerade: ich möchte lieber fünf worte so schuszgerade an's herz. Bode Tristr. Shandy 4, 172.
 
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schuszgerecht, adj. zum schieszen gerecht, passend.
1) von einem wilde, das so kommt oder steht, dasz der jäger einen tötlichen schusz anbringen kann Behlen 5, 558, in schuszweite und schuszlinie: ist ihm (dem jäger) das stück, welches er erlegen will, schuszgerecht wie auch schuszweit und hat er sein gutes abkommen, so zögere er nicht länger mit dem abbrennen. Thüngen waidm. pract. 16; dort steht der hirsch. seht ihr ihn? völlig schuszgerecht. Göthe 42, 404 (Götz 5, 1 bühnenbearb.); schon fieng ich an, meine beute verloren zu geben, als ich sie auf einmal in schuszgerechter entfernung entdeke. Schiller 4, 71.
2) in der reitkunst von einem pferde, auf das man schieszen kann, ohne dasz es im geringsten scheut Jacobsson 4, 69a.
 
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schuszgerinne, n. im bergwesen der kanal, der das wasser aus dem fluder auf die wasserräder leitet Scheuchenstuel 220, gerinne mit starkem gefälle Veith 436, vgl. ferner schoszgerinne sp. 1602.
 
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schuszglene, m. f. wurfspeer: denn er ward mit einem schutzglenen geschossen, durch seinen geraden leib, dasz er tödtlich wundt ward. buch d. liebe 270d. ebenso mnd. schotglevige Schiller-Lübben 4, 126a.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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