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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schustermasz bis schusterpletz (Bd. 15, Sp. 2083 bis 2084)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schustermasz, n., schuster-rahm, f. compasso, regola da calzolaio. Kramer dict. 2, 674b.
 
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schustermäszig, adj.: statt des filzes trug sie freilich ein strohhütchen auf dem kopfe, aber ein schwarz gefärbtes, das von den feinen weiszen florentinerhüten der andern frauenzimmer schustermäszig abstach. Keller 7, 95.
 
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schustern, verb. , erst nhd. besonders in niederer und mundartlicher redeweise.
1) schuster sein, das schusterhandwerk treiben, schuhe machen oder flicken Adelung; schusteren Schottel 1411; ich schustere, calceos conficio Steinbach 2, 526; ein pack schlechter pöbelhafter kerle, die ... niedrige handwerke getrieben, geschustert, gezimmert, kleider gereinigt oder wolle gestrichen hatten. Wieland Luc. 3, 124; so ein schneider oder schuhmacher, der aus der fremde kommt .. kriegt groszen zulauf, .. und wenn er ledig ist, lassen alle mägde bei ihm schneidern und schustern. Gotthelf käserei 375; Änneli .. liesz .. auch bei ihm schustern, und hatte die gnade, dasz er ihm schusterte. ebenda; die falliten und alten aber hämmerten, näheten, schusterten, klebten und bastelten gar emsig darauf los. Keller 4, 19;

und wären die zwei so getilgt durch euch aus dem leben der menschen, wer wird dann
noch schmieden das erz, noch trieren erbaun, stellmachern und schustern und schneidern.
Droysen Arist. 1, 175.

so in der Schweiz schuestere (und schuene) Hunziker 232. Seiler 264b, thür. schusder Hertel sprachsch. 223; preusz. Frischbier 2, 324a; nd. schôstern brem. wb. 4, 667. Schütze 4, 54. Dähnert 412b. Danneil 186b. ten Doornkaat Koolman 3, 138b; schaustern Schambach 181a. vielfach mit geringschätzigem nebensinne: schuhe flicken, ins schusterhandwerk pfuschen Spiesz 228; als schuster arbeiten 'ohne das meisterrecht gewonnen zu haben'. Hennig 249. Frischbier 2, 324b. schustern, geschustert, calceamenta conficere, ad pedis modum, formam chartaceam, regulam calceariam, calceum conformare, mustriculae calceamina adaptare. verum odiosum ferme est vocab. schustern, ac de veteramentariis usurpatur, notatque ex praesegminibus rupta, sive lacera calceamenta resarcire. Stieler 1938 f.
2) auch sonst vielfach von stümperhafter arbeit, pfuschen, etwas zusammenflicken, so schweizerisch, s. Stalder 2, 356. Hunziker 232. Albrecht 208b. Frischbier 2, 324b. ten Doornkaat Koolman 3, 138b. so besonders in zusammensetzungen: einem etwas anschustern; denn nichts geringeres haben wir daran (an Gotthelfs werken), als einen reichen und tiefen schacht nationalen, volksmäszigen, poetischen ur- und grundstoffs, wie er dem menschengeschlechte angeboren und nicht angeschustert ist. Keller nachl. 159. etwas verschustern, verpfuschen Hunziker 242. Schöpf 651. — zurechtschustern, in stümperhafter weise, oder aus flicken und abfällen herstellen; freier:

o ich weisz schon, wer zurecht mir hat geschustert diesz alarmen!
Droysen Aristoph. 2, 340;

in demselben sinne zusammenschustern:

was tückischen sinn's von feinden zusammen geschustert ist,
ich sollt' es je ertragen dem mich zu unterziehn? 123.

vgl. Albrecht 208b. Frischbier 2, 324b. in anderm sinne (vgl. DWB schuster 2, b):

dasz wie seinesgleichen Klas sogar
Deutschlands gute schreiber mustert
und dann stets mehr als von dem stiefel schustert.
Klopstock 3, 254 Hamel.


3) oft, besonders in der ältern sprache, geht schustern über in die bedeutung 'geld einbüszen, zusetzen, bezahlen'; so besonders in der zusammensetzung einschustern, s. das. (th. 3, 287), geld einschustern, in ein unternehmen stecken, um dieses zu halten, oder es zusetzen, verlieren, auch absolut ich schustere ein, detrimentum patior Steinbach 2, 526; s. ferner Schm. 2, 393. brem. wb. 4, 667. Dähnert 412b. ten Doornkaat Koolman 3, 138b. dafür auch zuschustern Vilmar 375, thür. zschsder Hertel 42, ferner zusammmenschustern ebenda, wiederhereinschustern, damna resarcire Stieler 1939; er hat ganz ausgeschustert, ad incitas redactus est, ad perniciem delapsus. ebenda. selten unzusammengesetzt schustern, 'sich stümpern, schlecht fortkommen, verlust haben' Frischbier 2, 324b (nach Mühling).
4) weitere, meist mundartliche verwendungen.
a) im tricktrack (brettspiel) schustert man, 'wenn man schon in der ersten hälfte des brettes sechs doppelte steine oder bänder

[Bd. 15, Sp. 2084]


stehen hat, weil man dann hoffnung hat, den gegner zum schuster (s. das. II, 3, a) zu machen' Campe, vgl. Adelung. brem. wb. 4, 667. Dähnert 412b.
b) beim schlittschuhlaufen stümpern, anfänger sein: he schostert nog. brem. wb. 6, 286. — thür. auf einem beine schlittschuh laufen (vgl. schusterieren) Hertel sprachsch. 223.
c) einen schustern, bald hier-, bald dorthin schicken Frischbier 2, 324b.
d) in Estland einem beine machen, ihn hinausweisen Sallmann 48a.
e) im bair.-österr. für beschlafen Schm. 2, 393. Castelli 251. Hügel 144b.
f) sich einschustern bedeutet auszer dem th. 3, 287 (und oben 3) angeführten noch α) sich in etwas einarbeiten, eingewöhnen Schm. 2, 393; β) nd. sik inschostern, sich einmieten oder sich in eine gesellschaft eindrängen Schütze 4, 54.
 
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schusternagel, m.
1) schusterpfrieme f. bolino (bulino) da calzolaio Kramer dict. 2, 674b.
2) der frühlingsenzian oder himmelstengel heiszt im Zillerthal und Pinzgau schusternagelar, schusterveigelar Nemnich. Pritzel-Jessen, in Kärnten schusternagerl ebenda, in Tirol überhaupt schusternägelen ebenda, -nâgele Schöpf 651. schusternägele heiszt in Baiern (bei Kirchheim) auch das immergrün, vinca minor Pritzel-Jessen.
 
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schusternaht, f. giuntura, cucitura da calzolaio Kramer dict. 2, 674b; sutura crassior, evidens, conspicua Stieler 1343. naht, wie sie der schuster macht, oder seine art zu nähen Campe. Jacobsson 7, 281b unterscheidet deren drei, die schwarze oder geschlungene, bez. doppelte, die weisze und die einfache naht.
 
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schusterort, m. schusterpfriem, -ahle Frischbier 2, 324b. vgl. DWB ort I, 2 (th. 7, 1351).
 
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schusterpapp, m., s. schusterkleister.
 
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schusterpech, n. weiszes pech, womit die schuster die starken fäden, womit sie nähen (s. DWB pechdraht theil 7, 1518) bestreichen Adelung; gummi pini, pix solida Pritzel-Jessen, s. Jacobsson 4, 70a. 7, 281b f. Karmarsch-Heeren3 4, 406. 6, 579: pech, oder schusterpech, braucht man etwa gepulvert. Wirsung artzneyb. 8 D; nimm schuster - pech, zerlasz es in einem pfännlein, dasz es wol heisz werde, giesz ihms (dem pferde) in den huf. Hohberg 2, 219a; so ist gleichwol zu glauben, dasz disen so treu, und mildhertzigen handwercher sein schusterbech nit wenig geziert habe. Abr. a S. Clara Jud. 2, 32.
 
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schusterpflock, m.: er konnte gänse nudeln und schusterpflöcke schnitzen. Siegfr. v. Lindenb.4 1, 154.
 
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schusterpfriem(en), m., auch -pfrieme, f., vgl. DWB schusterahle und DWB schusternagel: schusterspfriem, subula Stieler 1450.
 
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schusterpletz, m. lappen, flicken von leder, wie sie bei schustern abfallen:

auch müsen dran (an den mückenwedel) prait schusterplez,
damit man vil ainsmals (auf einmal) verletz.
Fischart flöhh. 666.

in Preuszen sagt man schusterplatz für schusterjunge Frischbier 2, 549a.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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