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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schusserspiel bis schusterdraht (Bd. 15, Sp. 2077 bis 2081)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schusserspiel, n., s. nd. korrespondenzbl. 3, 4.
 
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schussig, adj., in schusz befindlich (vgl. daselbst, besonders I, 1), namentlich in mundarten (oberd.) verbreitet, schweizerisch schussig, schüssig, schutzig, schützig jäh, in schneller bewegung, wildaufbrausend, vorlaut, unbesonnen, naseweis, auch für-, vorschützig Stalder 2, 356; schüzig übereilt, jäh, schnell wachsend Hunziker 234 (anders schössig zum schieszen bequem Tobler 399); sonst gewöhnlich in der form schussig hastig, übereilt, zutäppisch, unbesonnen, vorschnell im reden (vgl. DWB schuszbarthel) Seiler 266a. Höfer 3, 119. Schöpf 653 (schussig, -et) Reinwald 2, 115 (im Grabfeld: trotzig) Hertel sprachsch. 223. nd. nur in Ostfriesland schȫtig leicht und schnell vorwärts schieszend oder wachsend, schlank gewachsen, von schlanker, dünner und spitzer form, spitz verlaufend ten Doornkaat Koolman 3, 140a. — in der schriftsprache selten (auszer in zusammensetzungen), vgl. Weigand 2, 653: er hât geschlagen auf den vels und sind dâ von gangen die wasser und die güss sind schüssig worden. quelle bei Lexer handwb. nachtr. 363; nur in éinem sind wir nicht ganz von ihrer (Julie Burows) warmen und lebenskundigen vortragsweise gewonnen worden. es ist dies die fahrige und athemlos gehetzte, sozusagen schussige art, in der sie alles das, was sie den frauen sagt, vorträgt. unterhalt. am häusl. herd 1855, bd. 3, 607b. — dafür in Schlesien schûslich Frommann 4, 184.
 
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schustak, m., in den östlichen gegenden, eine ehemalige polnische silbermünze, zu 6 kreuzern oder 2 silbergroschen, deren 15 auf einen thaler gingen, aus poln. szóstak entlehnt, auch schostak, vergl. daselbst (sp. 1606) Campe. Frischbier 2, 324a. Bernd 280: die beiden arbeitsleute, die sie gebraucht hatte, forderten jeder zwei schustak. Hermes Sophiens reise 12, 17 (dazu die anmerk.: ein schustak macht rthlr.).
 
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schuster, m. schuhmacher.
I. formelles.
1) das wort ist eine bastardbildung aus schuh und lat. sutor, die auf das deutsche sprachgebiet (hd. nd. nl.) beschränkt ist und etwa seit dem 13. jahrh. auftaucht. die ältere sprache verwendet dafür sutor, zu sûtâri umgestaltet, allein, so ahd. sutari, suttari, sutare, sutere, sartor, sutor Graff 6, 61, und mhd. sûter noch bis gegen ende des 14. jahrh., s. Lexer handwb. 2, 1329. ebenso ags. sûtere, woher schottisch souter, s. Bosworth-Toller 938, isl. sútari 'gerber' Cleasby-Vigfusson 605b. da indes sûter seiner eigentlichen bedeutung ('näher') gemäsz auch für den schneider gesagt wurde, so setzte man schuh davor, um den schuhmacher deutlicher zu bezeichnen.die alte echtgermanische bezeichnung dafür ist ags. scôhwyrhta Bosworth-Toller 838b; mhd. schuoch- (schûch-, schû-) würhte, -worhte, -wurte, -worte, -warte, -wirte, -wert, -wirt, ferner -würhter und -würke, s. Lexer handwörterb. 2, 821, ebenso mnd. scho-, schuwercht, scowert, schowart, s. Schiller - Lübben 4, 130b; Kusele unde eynem andern scouwerten. d. städtechr. 6, 46, 12; der smede, der beckenwerchten, der hudecopere, gherwere unde schowerten. 354, 43; Henning Hauwer der schowerchten mester. 7, 173, 27; in Hessen noch im 14.—15. jahrh. schuchworhte, -worte, schuworte alleinherrschend, s. Vilmar 372, vgl. ferner Schm. 2, 341. über die ausläufer dieses wortes im nhd. schubert und schuchart (als eigennamen), s. diese sp. 1817 u.

[Bd. 15, Sp. 2078]


1824. die bezeichnung schuhmacher taucht ebenfalls schon mhd. auf, s. schuochmacher Lexer handwb. 2, 820 und sp. 1860 f.; mnd. schomaker, -meker Schiller-Lübben 4, 113b (belege von 1274 und 1292); sie gilt jetzt als feiner und hat schuster vielfach zurückgedrängt, besonders als offizielle bezeichnung; doch ist dieses namentlich in volksthümlicher rede noch sehr gewöhnlich. vgl. zum ganzen Kluge5 339a. Weigand 2, 653 (die richtige erklärung schon bei Frisch 2, 236b).
2) die entwicklung der lautform läszt 3 stufen unterscheiden: a) das unverkürzte schuochsûtære, b) mit verkürzung des nicht mehr verstandenen zweiten compositionsgliedes und ausfall des vocals schuochster, c) mit ausfall des h, ch vor st: schuoster. vgl. die glossen calcearius eyn schuochmecher .. schuochsuter, schster, sguster, schomaker. Dief. gl. 89b; sutor .. schuester, schuster, schuchter. 570b, vgl. Dief.-Wülcker 848; in der mhd. litteratur sind folgende formen bezeugt (s. mhd. wb. 2, 2, 363. Lexer handwb. 2, 820).
a) scuochsûtar im ältesten bair. urbar von 1240, schuohsûter bei Berthold v. Regensburg (auch -siuter) und sonst, schuchsüter bei Closener (d. städtechr. 8, 123, 22, vom j. 1362), schuhsüter Grimm weisth. 1, 754 (jahrspr. v. Neuweiler, 15. jh.?). Scherz-Oberlin 1445 belegt schuchsuter aus einer Straszburger urkunde von 1427.
b) schuchstære in einer urkunde von 1297, s. Schm. 2, 392, schchster, schuchster d. städtechron. 4, 316, anmerk. 7 (vom j. 1396), ferner monum. boica 19, 535. 22, 229, schûchster bei Beheim; schuechster: von des schuechsters katzen.

ejn kacz jn eynes schuechsters haus
vieng dar jnnen offt und dick eyn mues.
Keller altd. erzähl. 559.


c) schon früh im 14. jh. begegnet auch die form schuoster, so schon bei Heinr. v. Beringen (um 1300, handschr. von 1438, vergl. unten) und Ottokar reimchron. 35027. 65558 (1305—20 geschrieben), ferner bei Grimm weisth. 4, 187 (vom j. 1339, doch steht dafür bei Schöpflin Als. diplom. 2, 165 schuhsuter). ferner ist schuoster belegt im Münchener stadtrecht, beim Teichner (s. Lexer) und Konrad Dangkrotzheim (s. unten), schuester tirol. weisth. 1, 28, 4. 4, 307, 25. 480, 23, schuster in den fastn.-sp. des 15. jahrh. (s. unten), sowie Germ. 3, 371. sûster steht bei Beheim ged. 8, 18.
d) vereinzelt wird die gruppe chst auch durch ausfall des s erleichtert:

do sprach ich: aim schuchteren
dem ist er aller vast gelich.
Laszberg lieders. 1, 417, 6.

oder es wird st zu z umgestellt: kromer, gurtler, schchzer, scherer. Ulr. v. Richental Constanzer concil 33 Buck;

und ir vatter ain schuochzer (var. schuoster, schuochster) und bader ist. des teufels netz 4317 (ebenso 4324. 4442).


e) mnd. schôster begegnet erst im 16. jahrh. (schoszter Mecklenburger polizeiordnung von 1516, schôster Wismarer urk. von 1572) und ist aus dem hd. eingedrungen, s. Schiller-Lübben 4, 113b. 122b. im mnl. entspricht scoesuttere, später durch schoenmaker ersetzt.
3) im nhd. (seit 1500) geht die form schuster (bez. schuester u. ähnl.) im allgemeinen durch, nur im 16. jahrh. begegnen noch vereinzelt im oberd. formen mit erhaltenem ch: schchster (der) schchknecht, calceolarius Maaler 364b; dem schuchster in meinem hausz ein firtel wein. Tucher haushaltb. (1507—17) s. 43 Loose; item adi 5 augusto mit Hermann Schopf schuchster abgerechet. 149 und oft; in der unter II, 1 angeführten stelle aus Franck schreibt eine andere ausgabe schgster.
4) entsprechend sind die formen der lebenden mundarten: schweiz. schuester Hunziker 232, bair. schuehster, schuechster, schuester Schm. 2, 392, österr. schuaster idiot. Austr. 107. Hügel 144b, tirol. schuechter (anderswo schuester) Schöpf 650, kärnt. schuoster Lexer 226, cimbr. schustar cimbr. wb. 229b, würzb. schuaster Sartorius 181, in Hessen selten schuster, s. Vilmar 372, thür. schuster (schsder und in Tambach schcherd) Hertel 42. sprachsch. 223, in Preuszen schuster mit kurzem u Frischbier 324a; nd. schôster brem. wb. 4, 666. Dähnert 412b. Danneil 186b. Stürenburg 233a. ten Doornkaat Koolman 3, 138b, schauster Schambach 181a. Woeste 226a.
II. gebrauch.
1) im eigentlichen sinne: schuchmacher, schuster, masc., un cordonnier Hulsius 290b; solearius .. ein schuster Corvinus fons lat. 614a; sutor Schottel 1411; calzolaio, calzolaro Kramer dict. 2, 674a; schuster, der, aliàs schuhmacher, sutor, calceolarius Stieler 1938; calceamentarius Steinbach 2, 525; dû woltest lîhte ein ritter oder ein herre sîn, sô muost dû

[Bd. 15, Sp. 2079]


ein schuochsûter sîn oder ein weber oder ein gebûre. Berthold v. Regensburg 1, 146, 1; waz es daz ein snider oder ein schuchsüter oder ein kursener oder was antwerkmannes er waz, eime herren hiesche daz er umbe in verdienet hette. d. städtechron. 8, 123, 22; item, ain iglicher schuester, der schol geben und machen ainem manne fürsaz und solen umb v gr. tirol. weisth. 4, 307, 26;

sarwurken und schuostære.
Ottokar reimchr. 35027;

die schuostær jâhen, si heten
hulzîner leist sô vil. 65558;

und swindet das gelt reht als der wint ...
dort dem schuoster, hie dem gerwer.
Konr. Dangkrotzheim hl. namenb. 462;

ein schuster, der mit rechten sachen
zeh leder ausz pappir konde machen.
Rosenplüt, s. Germ. 3, 371 (fastn. sp. 1339);

sein vater was ain schuster.
Liliencron histor. volksl. 2, nr. 128, 67;

auch was der Herzlen eren ler,
zunftmaister under den schster. 152, 154;

pecken, schneider, schuster und fleischacher. 163, 210;

so ein schuster sein lebtag nichts anders thet, denn das er seine werckstat voll schuchleisten machete, und doch nimer dran dechte, wo er leder neme einen schuch zu machen. Luther 5, 421b; es hat auch ein yedes handtwerck sein eigen heyligen ... die schster S. Crispin und Crispian. Franck weltb. 129b; dann were das leder breit genug, so dörffts der schuster nicht inn zänen umbziehen. Garg. 42b; dem schuster wöllest den allten sammatt, auch gewüxtt thuch (wachstuch) zu meinen stifeln geben. Baumgartner briefw. s. 119 Steinhausen; der schuster sey zornig worden, hab den leyst, welchen er in der hand gehabt, hinter die thür geworffen. Schuppius 60; erstlich, zu einem tantz gehört ein gutes paar schueh, das sollst du haben, und zwar von einem prafen schuster. Abr. a S. Clara Judas 2, 32; eine stadt, wo ein glücklicher autor weder schuster noch schneider .. zu bezahlen brauchte. Göthe 14, 88; es war ein schuster ohne seine schuld so arm geworden, dasz ihm endlich nichts mehr übrig blieb als leder zu einem einzigen paar schuhe. Grimm märchen 160;

(er) nennt den schuster ein zanckenfleck.
H. Sachs 4, 3, 58b;

nun, du solt werden ein schuster,
dich neren mit leder und schmer. fastn. sp. 5, 26, 303 neudruck;

zw Ulm ain schuester sas. werke 22, 517 Keller - Götze;

welche buler gar zu sehr wil mustern,
die bleibt sitzen, taug kaum endlich schustern.
Logau 2, 231, 127;

niemand will ein schuster seyn,
jedermann ein dichter.
Göthe 3, 149.

auch in zusammensetzungen, z. b. flickschuster (theil 3, 1777) und damit gleichbedeutend früher altschuster, ferner lumpen-, sudel-, stiefel-, pantoffel-, bauern-, frauenzimmer-, hofschuster bei Stieler 1938 u. a. m.
2) sprichwörtliche redensarten und ähnl.
a) scherzhaft auf schusters rappen reiten, reisen, zu fusze, vergl. Borchardt sprichw. redensarten2 1072, wo auch synonyme wendungen zusammengestellt sind, und Wander 4, 401, 41, sowie rappe 2 (th. 8, 116): auf des schusters rappen reiten, montar' il morello del calzolaio cioè caminar' a piedi; battere le suole Kramer dict. 2, 674a; je suis venu sur la mule des cordeliers. ich bin auf des schusters rappen her geritten. Duez sprichw. 38; der wirth sagte, es gebe sich fast alle tage zufällige fuhre an, wenn nur etliche auf des schusters rappen neben hin reiten könten. Weise kl. leute 63;

auch hab' ich weder pferd noch wagen,
und, mich auffs schusters rappen hinzutragen,
das bin ich ungewohnt.
Filidor die Wittekinden (1666) H 1b;

drauf lief ich, wie ein don Quischott,
hinab hinan die erde,
bald kuhschritt und bald hundetrott,
auf meines schusters pferde.
Seume 1, 212;

hier liegt solch ein narr,
wie keiner je auf schusters rappen ritt.
Marlow Faust bei
Stern dicht. 357b.


b) schuster bleib bei deinem leisten! Eiselein 558. Simrock sprichw. 9227. Wander 4, 398, 8, als mahnung, sich nicht in angelegenheiten zu mischen, die einen nichts angehen, und von denen man nichts versteht; anders gewendet: ein schuster sol nicht weiter lügeln, denn von seinem leiste. Petri Y 4a; der schuster soll nicht über seinen leisten richten, ne sutor ultra

[Bd. 15, Sp. 2080]


crepidam Stieler 1938; der schuster soll bei seinem leisten bleiben, und der holzhauer soll den arzt nicht lehren. Musäus volksm. 1, 34 Hempel; wir haben in künsten mehr fälle, wo nicht einmal der schuster von der sohle urtheilen darf, denn der künstler findet für nöthig, subordinirte theile höhern zwecken völlig aufzuopfern. Göthe 46, 26;

desselben sollen wir uns massen ...
richten nicht mehr, denn wir verstünden
und nit wol besser machen künden,
das man nit sag: schuster, fahr schon (sacht, bedächtig),
lasz urtheil ubern schuh nit gan.
B. Waldis 2, 33, 37;

alle tadeln, der am meisten,
der am wenigsten versteht,
schuster! bleib bey deinem leisten,
wo dein witz nicht weiter geht.
Stoppe bei
Steinbach 2, 525.


c) weitere sprichwörter: die schuster vertreten die schlimmsten schuh, für die besten nemen sie geld. Petri R 3b; schuster tragen die übelsten schuhe. Eiselein 558; der schuster hat die schlechtesten schuh. Simrock sprichw. 9228; lieber dem schuster als dem apotheker. 9226; ein schuster, der schlechte stiefel macht, kommt in die hölle. 12389; die worte sind gut, sprach der schuster, hast du geld, so kriegst du schuh. wie das volk spricht5 1295; dem schuster ist der schuh wichtiger als der fusz. Wander 4, 398, 6; der schuster hat zwei lange zähn, damit er kann das leder dehn. 399, 12; schuester, schneider, leineweber verlogene leuth. 400, 26; wenn der schuster von Rom kommt, macht er schuhe wie zuvor. 35; wie der schuster, so die schuhe. 38; pralen as de schoster mit enem leest (mit seiner armut). he rekket idt uut, as de schoster dat ledder, er macht es lang und weitläuftig. brem. wb. 4, 666.
d) in Tirol der fret (oder fárlig, fahrende) schuester, der ewige jude Frommann 5, 225; in Kärnten der geande schuoster. Lexer 227. Schm. 2, 392.
3) bildliche gebrauchsweisen.
a) der schuster gilt als ein schlechter spieler: spielen wie ein schuster. Albrecht 208a. daher schuster werden von einem, der nicht die hälfte der erforderlichen augen bekommt, also doppelt verliert Adelung. doch ist in diesem sinne schneider verbreiteter, s. sp. 1270.
b) auf einer ähnlichen geringschätzung des schusters beruht wol die wendung sie hat ihm den schuster gegeben, den abschied Frischbier 2, 324a.
4) auf anderes übertragen.
a) mhd. eine schachfigur, der dritte vende (bauer):

der schuoster und ouch der ledrær.
Heinr. v. Beringen schachged. 4710.


b) als name der schleie, s. DWB schuhmacher 2, a sp. 1861, sowie schusterfisch und schusterkarpfen:

die schley in einem wasser war
von andern vischen verachtet gar;
sie waren all jr widersacher,
und nentens einen schumacher.
sie dacht: 'ich wil es nimmer leiden' ..
und sprach: 'ich wil mein wesen andern,
gar weit ins wilde meer hin wandern,
denn mich daselbst kein visch nit kent
und nit mehr einen schuster nent'.
B. Waldis Esop 2, 19, 10.


c) bezeichnung verschiedener insectenarten, besonders in der volkssprache.
α) der schwarze springkäfer, schnellkäfer, elater Hügel 144b. Höfer 3, 120. Hertel 42. sprachsch. 223. auch in einigen theilen Hannovers. 'schuster mach schuh' rufen die kinder dem auf den rücken gelegten thiere zu.
β) der maikäfer, melolantha vulgaris, wenn er schwärzlich gefärbt ist Frischbier 2, 324a.
γ) der taumelkäfer Stürenburg 233a, vgl. DWB schuhmacher 2, d.
δ) der bockkäfer, holzbock, cerambyx Nemnich.
ε) die schabe, blatta (sutor) Nemnich. Frischbier 2, 324b.
ζ) kärnt. schuste, eine wanzenart Frommann 4, 53.
η) ostfriesisch schooster, schoomaker, wasserjungfer, libelle Stürenburg 233a, vergl. DWB schuhmacher 2, c und schneider 3, h (sp. 1270).
d) name der langbeinigen spinnen, die an den wänden kriechen, holzspinne, weberknecht, kanker, phalangium opilio Nemnich. Adelung. Höfer 3, 120, besonders nd. schoster brem. wb. 4, 666. Schambach 181a (auch schneider, s. daselbst 3, g sp. 1270).
e) im braunschweigischen und hannoverschen von einem hochrotblühenden geranium.
f) name des saupilzes, boletus luridus Pritzel-Jessen s. 458 (Wien). Oken 3, 138.

[Bd. 15, Sp. 2081]



g) in Leipzig für kaffee: einen guten schuster kochen. Albrecht 208a.
h) dreiling, ein roggengebäck, auch schusterjunge, seelenwürger, schwellhupprich. ein gewichster schusterjunge, dreiling mit butter. ebenda.
i) für menstruation, so bair. den schuehster haben oder auf der stör haben. Schm. 2, 392, vgl. nd. korrespondenzbl. 10, 76 und schuh 1, e, β, ββ (sp. 1846).
 
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schusterabzeichen, n.: drei bleiche infanteristen ... die zusammen nur ein einziges bein besaszen, das von fleisch war, indem sie auf fünf hölzernen stelzfüszen oder schusterabzeichen fuszten. J. Paul Hesp. 1, 147.
 
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schusterahle, f. ahle als werkzeug des schusters, vgl. DWB schuhahle (sp. 1853) Adelung; schuster-ahl, schuster-seul, f. lesina, subbia Kramer dict. 2, 674b; instrumentum, quo sutores corium perforant ... die schustersahl. Stieler 27; nimb ein schuesterahl, stich dem pferd auszwendig durch das naszloch. Seutter roszarzn. 131; nimm einen pfriemen oder schusteraal. Hohberg 1, 213a; sprichwörtlich: eine schusterahle taugt nur zu einem einzigen geschäft. Wander 4, 401.
 
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schusterarbeit, f. lavoro da calzolaio Kramer dict. 2, 674b; schneider- oder schusterarbeit, opera sedentaria Stieler 47.
 
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schusterausdruck, m. ausdruck, der der sprache der schuster eigenthümlich ist, s. z. b. nd. korrespondenzbl. 11, 39.
 
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schusterborste, f. setola da calzolaio Kramer diction. 2, 674b.
 
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schusterbude, f. bude, worin ein schuster seine waare feil hält Campe.
 
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schusterdraht, m.: abita i. gracilium etc. schusterdrait Dief. gloss. 3b (voc. von 1515); spago da calzolaio Kramer dict. 2, 674b; schuh- et schusterdrat, spartum, cheleuma Stieler 330;

ich bin zu schön, zu gut vor euch;
geht nur mit eurem schuster-drahte.
Picander 4, 434.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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