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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schüsselwäscherin bis schustak (Bd. 15, Sp. 2076 bis 2077)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schüsselwäscherin, f. weib, das bei hochzeiten u. s. w. die schüsseln aufwäscht Jacobsson 7, 280b, niederd. Gretj oder Antj Schöttelwaschers, küchenmagd Schütze 4, 65.
 
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schüsselwasser, n. spülicht Comenius sprachenth. übers. von Docemius (1657) 434; besonders nd. schottelwater: dat smekt, as schottel - water, das hat einen ekelhaften geschmack. brem. wb. 4, 685; de soppe is net so dün, as wen 't schöttelwater is. ten Doornkaat Koolman 3, 140b.
 
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schusser, m. kleine kugeln aus alabaster oder gebranntem thon, womit die kinder spielen, schnell- oder knippkügelchen Adelung. Jacobsson 4, 69a. 7, 281a, ableitung zu schieszen oder schusz, weil sie geschossen, fortgeschnellt werden, schon spätmhd. schuʒʒer, s. Lexer handwb. 2, 840. Weigand 2, 653; globus .. schusser Dief. gloss. 265c (voc. von 1469 und 1482); pallottola à giuocare Kramer dict. 2, 521c; schusser (pro schnellkaulchen) globulus fictilis Steinbach 2, 525; eine kleine kugel, schnellkäulchen, womit die kinder spielen, globulus quo pueri ludunt. ein wort so in Ober-Teutschland, absonderlich zu Nürnberg gewöhnlich. Frisch 2, 235b; mundartlich im oberd., schwäbisch Schmid 484, bair. Schm. 2, 481. Schöpf 653; das hinfüro nyemantz .. einicherlay spil, damit man den pfenning gewynnen und verliesen mag, weder mit würflen, karten, schussern oder in ander weise thun .. sol. Nürnb. polizeiordn. 89 Baader; darin kam ein seer grosz donnern, plizen, hat an vill orten zimblich alsz dy schusser stain geworffen. d. städtechron. 15, 163, 27; sie nimmt ein kleines pistol zu sich, und lädt es mit einem schusser, oder runden steinlein. Harsdörffer mordgesch. 45; lange genug hatte nun Walt auf sein mitleiden gegen das vieh gehört; jetzt warf er ohne weiters dem trauerpferd den schusser ins ohr — die kugel konnte die massa .. fortstoszen. J. Paul flegelj. 1, 93;

ich hab all mein schusser bey mir.
H. Sachs 3, 2, 62c;

spielst du mit schussern, das kügelchen rollt,
dreht sich zur grube so wie du gewollt,
läufest begierig auch hinter ihm drein,
das ist fürwahr wohl ein lustiger stein!
Göthe 4, 140;

die kleinen jungens in der pfützen
laszt sie mit ihren schussern sitzen! 13, 53.

bildlich: noch kein volk machte mit solcher schönen leichtigkeit ... den weg durch drei philosophische systeme (wie wir Deutsche) ... ähnliches übergewicht dürften wir lebhaften runden schusser Europens vielleicht auch über Italiäner und Britten behaupten. J. Paul 33 (dämmer.), 40.
 
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schusserbaum, m. ein dornartiger strauch in beiden Indien, der schoten trägt mit 2—4 runden, harten körnern darin, ungefähr von der grösze von schussern, und an deren stelle dort zum spielen gebraucht, guilandina; der gemeine schüsserbaum,

[Bd. 15, Sp. 2077]


guilandina bonduc, und der kleine kriechende schüsserbaum, guilandina bonducella Nemnich.
 
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schüsserlein, n., unregelmäsziges deminutiv zu schusz, vgl. schüszlein 1: bis das selige sprüsserlein und schüsserlein aus der höhe aufgehen und wachsen wird zu einem grünen und lustigen baum. Mathesius hist. Christi (1579) 1, 25b.
 
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schüsserling, m. , vergl. schüszling, mhd. schüʒʒerlinc Lexer handwb. 2, 840.
1) eigentlich, von pflanzen: die jungen schüsserling von den lorberbaumen. Zechendorfer von d. gebrechen der ross (Eger 1571) 1, 5; so im bilde: es will uns freilich etwas an disem schüsserling und pflenzlein gelegen sein. Mathesius hist. Christi (1579) 1, 60b; dise löbliche zweige und schüsserling für gottes gnedige gab erkennen. postilla 2, 309a.
2) übertragen, von menschen: Nickel Marckgraff ... ist ein junger schüsserling und hat des Erhart Meinreich pruder weip. d. städtechron. 2, 82, 2.
 
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schussermühle, f. mühle in der schusser gemacht werden Schm. 2, 481.
 
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schussern, verb. mit schussern spielen Adelung; mit schussern spielen, schussern, giuocare di pallottole, pallottolare Kramer diction. 2, 521c; s. auch Schmeller 2, 481. Schöpf 653 (schussern und schusserlen).
 
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schusserspiel, n., s. nd. korrespondenzbl. 3, 4.
 
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schussig, adj., in schusz befindlich (vgl. daselbst, besonders I, 1), namentlich in mundarten (oberd.) verbreitet, schweizerisch schussig, schüssig, schutzig, schützig jäh, in schneller bewegung, wildaufbrausend, vorlaut, unbesonnen, naseweis, auch für-, vorschützig Stalder 2, 356; schüzig übereilt, jäh, schnell wachsend Hunziker 234 (anders schössig zum schieszen bequem Tobler 399); sonst gewöhnlich in der form schussig hastig, übereilt, zutäppisch, unbesonnen, vorschnell im reden (vgl. DWB schuszbarthel) Seiler 266a. Höfer 3, 119. Schöpf 653 (schussig, -et) Reinwald 2, 115 (im Grabfeld: trotzig) Hertel sprachsch. 223. nd. nur in Ostfriesland schȫtig leicht und schnell vorwärts schieszend oder wachsend, schlank gewachsen, von schlanker, dünner und spitzer form, spitz verlaufend ten Doornkaat Koolman 3, 140a. — in der schriftsprache selten (auszer in zusammensetzungen), vgl. Weigand 2, 653: er hât geschlagen auf den vels und sind dâ von gangen die wasser und die güss sind schüssig worden. quelle bei Lexer handwb. nachtr. 363; nur in éinem sind wir nicht ganz von ihrer (Julie Burows) warmen und lebenskundigen vortragsweise gewonnen worden. es ist dies die fahrige und athemlos gehetzte, sozusagen schussige art, in der sie alles das, was sie den frauen sagt, vorträgt. unterhalt. am häusl. herd 1855, bd. 3, 607b. — dafür in Schlesien schûslich Frommann 4, 184.
 
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schustak, m., in den östlichen gegenden, eine ehemalige polnische silbermünze, zu 6 kreuzern oder 2 silbergroschen, deren 15 auf einen thaler gingen, aus poln. szóstak entlehnt, auch schostak, vergl. daselbst (sp. 1606) Campe. Frischbier 2, 324a. Bernd 280: die beiden arbeitsleute, die sie gebraucht hatte, forderten jeder zwei schustak. Hermes Sophiens reise 12, 17 (dazu die anmerk.: ein schustak macht rthlr.).

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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