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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schürzentuch bis schürzhemd (Bd. 15, Sp. 2068 bis 2070)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schürzentuch, n. tuch, stoff zu schürzen: mnd. schorteldôk tuch, das als schürze dient, frauenschürze: linteum, subuncula, ein lappe, ein undercled vel ein schorteldok; limas, vestis fedata, quam ancille habent ante se in laboribus, eyn schorteldk, gyneceum, s. Schiller-Lübben 4, 121a, vgl. Dähnert 410b; nl. schortel-doeck, vel schort-doeck, schorte Kilian; auch in neuern mundarten schörteldauk Woeste 230b, -dôk ten Doornkaat Koolman 3, 138a, schörtedook Stürenburg 232a; in verhochdeutschter form schürzel-tücher bei Frisch 2, 235b (Rostocker kleiderordnung von 1585).
 
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schürzenvermögen, n.: 'wem gehört die chaluppe?' — 'der tochter. ja, der tochter. ich habe sie ihr zur aussteuer geschenkt.' — 'ein schürzenvermögen also!' spöttelte der doctor. M. v. Ebner-Eschenbach dorf- und schloszgesch. 47.
 
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schürzenzins, m.: (leibeigene) müssen folgen den launenwinken ihrer herrn, und sich fügen nach dieser willen zu einer dirne, und ihnen lassen das vorkosten, oder abkaufen

[Bd. 15, Sp. 2069]


durch schweren schürzenzins (13) so sie doch kein eigenthum haben. V. Weber 4, 262. dazu die anm.: (13) auch gürtelpfennig, brautlauf, ungenoszenschaft, reitschosz, klauen- und frauengeld etc. benennungen einer abgabe, welche ehmals die leibeigenen ihrem herrn für die erlaubnisz entrichten muszten, schon in der brautnacht ihrer angetrauten genieszen zu dürffen, weil sich die gutsherrn des vorkostensrechts angemaszt hatten. auch bunzengeld, -zins, fersenpfennig, hemdeschilling, stechgroschen, s. Haltaus 1661 f. Adelung. Scherz-Oberlin 1456.
 
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schürzenzipfel, m.: sie .. griff mit der linken einen schürzenzipfel auf und wischte damit über den feuchten brustfleck. Anzengruber3 2, 272.
 
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schürzer, m. .. ein degen, der am sattelbogen nebst dem faust-hammer angemacht war, weil man den panzer-schurz mit diesem degen durchstechen kunte, ensis acutissimus ut per maculas loricarum penetrare potuerit Frisch 2, 235a:

schlachtschwerter, partesanen, schürtzer,
lemeisen, handrohr, handgeschütz. Garg. 200a;

ein gelb rübsamblat war sein schild,
ein starke hirsehüls hübsch vergüld
war sein helmlein, sein schürtzer gar
ein nadelspitzige sewporst war.
Fuchs mückenkr. 63 Genthe (1, 793);

der thewre held schlug solchs nicht ab, .
und auff sein spies wie sichs gebürt,
einen blutigen handschuh führt ...
schlug den von seinem schürtzer dar
fürs mucken königs füsz. 98 (2, 860).


 
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schurzfell, n. als schurz dienendes fell, lederner schurz, wie ihn viele handwerker tragen Jacobsson 4, 66b; seit dem 15. jahrh. bezeugt: melota ... schurtz fel Diefenb. gloss. 335a (vom jahre 1470); nebrida schortz vel schortze dok, hd. schorz felle sim.; schurtzfelle, -fal (vom jahre 1440); -duch, schurtzefel (vom jahre 1472), schirtz-, schotfel, -fell, scherce vel 377a; eyn schod vel, schoet vel (fabri), schorteldouck, schorthuch entwewung (?) nov. gl. 262a, vgl. Diefenb.-Wülcker 847; succinctorium schurtzfeel, frfleck. Golii onomast. (1579) 200; fürschurtz, schurtzfel, schurtztuch, succinctorium, semicinctorium Henisch 1304, 42; perizoma, ein schurtz fell, leder. Corvinus fons latin. 152a; grembiale di pelle (cuoio) da artigiano Kramer dict. 2, 684b; cinctorium, subligaculum Stieler 466; praecinctorium coriaceum diversorum opificum Frisch 2, 235a; ebenso nl. schors-vel succinctorium pelliceum Kilian. mundartlich allgemein verbreitet, so schweiz. schurzfël Hunziker 233, tirol. -feal Schöpf 653, thür. schurzefäll Jecht 101a, nd. schortfell Mi 76b. Schambach 184b (dafür auch schootfell brem. wb. 4, 679, s.schoszfell sp. 1601 f.): er (ein schuster) zohe auch also rostig mit seinem schürtzfell daher. Frey gartenges. 55b; M. Kr. über und über ... sonderlich wäre rathsam ... dasz ihr nur bald anfänglich sagtet, ihr wäret kein rechter löwe, sondern nur meister Klipperl. der schreiner. P. H. und zum wahrzeichen lasset das schurtzfell durch die löwen-haut hervorschlenckern. A. Gryphius 1, 721 (P. Squentz 1); ha! ha! ein schurzfell! lächelte der fremde ... ihr herr vater ist vielleicht freimäurer gewesen. Schmidt kom. dicht. 279; er setzte sich und that ein paar stiche, dann sprang er wieder auf, hakte sein schurzfell los. Grimm märchen 612 (meister Pfriem); ehrliche ehestandscandidaten, die, ganz beschwitzt von der berufsarbeit und das schurzfell noch um den leib, ... von der werkstatt zum garten der liebe springen. Eichendorff2 2, 140; diese (die bergleute) tragen ... ein hinten aufgebundenes schurzfell und kleine grüne filzhüte. Heine 3, 28 Elster; der handwerker mit seinem schurzfell. Freytag bilder 1, 273; nicht jeder muttersohn, der ein schurzfell vorbindet und im schweisze seines angesichts sein brod iszt. Heyse kinder der welt 1, 168; so stund plötzlich ein mann vor mir mit zottigem haar und schwarzem schurzfell. Scheffel Ekkeh. 323;

da kam der meister gesprungen
und deckte sein schurzfell drauf.
Schade handwerklieder 220;

das schurzfell, womit sich die füsze decken
die schmiede, wenn sie das eisen strecken.
Rückert Firdosi 1, 47;

im bilde: übel ist es, wenn er (der verstand beim dichter) mit seinem maszstabe und schurzfell uns durch das bauwerk begleitet. Ludwig 5, 511.
 
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schurzfleck, m. ein schurz, schurzfell Campe; limas .. schurtz, schurtzfleck Dief. gl. 329c (gloss. v. 1482, vgl.schurztuch); schurtzfleck, m. schurtztuch, n. tablier, ou devantier.

[Bd. 15, Sp. 2070]


Hulsius 291a; der schurzfleck, ventrale, supparus. voc. v. 1618 bei Schm. 2, 473,
 
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schurzgürtel, m. cintura, cingolo che serve à succignersi i panni. Kramer dict. 2, 684b.
 
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schürzhaft, adj., s. schürzicht.
 
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schürzhaken, m.: die funkelnden juwelen der demantringe, ohrenspangen, armbänder, schürzhaken und andern geschmeides entzückten ihr gieriges auge. Musäus volksm. 4, 44 Hempel; vgl. nl. schors-haeck, uncus adstrictorius, uncinulus quo vestis adstringitur, et succingitur; fibula et spinter. Kilian.
 
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schürzhemd, n. für schürze, s. Lexer hwb. 2, 832. Schm. 2, 473: nachdem unndter dem weyplichen geschlechte .. eyn missbrawch ... entstannden ist, also das sie ... auff offner strassen ire hewbter und angesycht mit schurtzhembden, tischtüchern und annderm, ausserhalb pfleglichs und gewonlichs gepenndes bedecken ... ist eyn erbar rate ... betrachtlich daran komen, ernstlich und vestigclich gepietennde, das hinfüro eynich frow oder junckfrow ... ir hawbt und angesicht mit schurtzhembdern, tischtüchern noch eynicher anndern wat ... nycht verdecken, noch sich darmyt unbekanntlich machen soll. Nürnb. polizeiordnung 103 Baader.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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