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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schürstab bis schurz (Bd. 15, Sp. 2055)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schürstab, m. stab zum schüren des feuers Campe, mhd. schürstap Lexer handwb. 2, 830: ustarius ... schurstab Dief. gloss. 630c.
 
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schürstachel, m. in hüttenwerken ein eiserner stab mit einer spitze an einem und einem hölzernen hefte am andern ende, den die schürer zum schüren gebrauchen Jacobsson 4, 66a.
 
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schürstange, f., vergl. DWB schürstab, -stock: ustarius ... schorstange, -stacke Dief. gl. 630c; ustorium schurstange nov. gl. 386b (voc. von 1420); auf diesen ruf erschien alsbald eine gestalt gleich einem ruszigen köhler .. mit einer schürstange bewaffnet, gleich einem weberbaum. Musäus volksm. 1, 36 Hempel.
 
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schürstecken, m.: ustile shurstecke Dief. gloss. 631a; schürstecken, rutabulum Dasypod.; sprichwörtlich: er nimt zu — wie ein schrsteken. Eiselein 557. Simrock sprichw. 9284.
 
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schürstein, m., s. schornstein sp. 1579.
 
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schürstock, m., dasselbe wie schürstab. Campe.
 
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schürtopf, m. (brumm)kreisel (zu schüren 4, f oder zu schurren?): dasz sie mit den reitschuhen jhrer gedancken nit durchs eysz fahren, und jhnen alsdann der abgeschnitten kopff umblauff wie ein schürdopff. Fischart groszm. 90, s. kloster 8, 618.
 
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schürung, f. appicciamento etc. Kramer diction. 2, 683a; meist bildlich: doch des jünglings edle weigerung — diente seiner schönheit zur steigerung — und zur schürung von des richters brunst. Rückert (1882) 11, 280 (8. mak.);

gieb, dasz diese seele auch durch der gebetesflammen
schürung dir die innere lebendigkeit bescheine!
Rückert bei
Keller 5, 301.


 
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schürwolle, f., für scherwolle, abgeschorene schafwolle, im gegensatz zur raufwolle Jacobsson 4, 66a. Adelung; mnd. schorwulle Schiller-Lübben 4, 122b.
 
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schürwurz, f. pflanzenname, blutwurz-gänserich, tormentilla erecta Frischbier 2, 323b.
 
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schurz, m. kurzes kleidungsstück zur bedeckung des unterleibes. es gehört zu dem adj. ahd. scurz brevis, curtus Graff 6, 551 (auch als mannesname Scurz im jahre 819, s. Förstemann namenb. 1081), ags. sceort, engl. short, s. ferner kurz I, b (theil 5, 2823) Fick3 3, 338. Skeat 550a. schwierig ist das verhältnis dieses wortes zu kurz einerseits und zwischen kurz und dem lat. curtus andrerseits. für kurz, das in der ältern zeit nur im deutschen und friesischen erscheint, und auch im hochd. häufig die nebenform kurt aufweist, ist wol entlehnung aus dem lat. oder wenigstens beeinflussung durch dasselbe (umgestaltung aus scurz nach curtus, so Hildebrand, s. th. 5, 2823) zuzugeben, vgl. J. Grimm kl. schriften 6, 332. Weigand 2, 652 f. Skeat 550a. das slav. kortŭ-kŭ dagegen (altslav. kratŭkŭ, poln. krótki, čech. krátký, russ. korótkij u. s. w., s. Miklosich etym. wb. 132a) ist eher als urverwandt anzusehen.einzelne forscher wollen auch scurz aus einem vulgärlat. excurtus herleiten, so Seiler d. entw. d. d. kultur im spiegel des d. lehnw. s. 76 und Kluge5 339a. diese ansicht ist indes schon deswegen unwahrscheinlich, weil das wort selbst schon in den ältesten zeiten in

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allen germanischen sprachen weit verbreitet ist (im deutschen findet es sich überhaupt nur in der ältesten zeit) und nicht isoliert, sondern auch in zahlreichen, ebenso alten und verbreiteten ableitungen, s. besonders schürze (engl. shirt, isl. skyrta u. s. w.) und schürzen (ags. sceortian, engl. shorten). im altn. scheint das adj. zu fehlen, dafür findet sich das subst. skortr mangel, und skorta mangeln. die annahme der entlehnung ist aber vollends ausgeschlossen dadurch, dasz das vorausgesetzte excurtus gar nicht existiert, wenigstens ist es weder im altlat. nachweisbar, noch hat es Du Cange verzeichnet (auch bei Körting lat.-roman. wb. nicht angesetzt). wenn sich daher in den roman. sprachen neben dem allgemein verbreiteten ital. span. corto, port. curto, prov. cort, franz. court, im rumänischen scurt findet (Körting a. a. o. 238; daher alban. škurtε, škurtεrε, kurz? s. G. Meyer etym. wb. 216. ital. scorto, klug, schlau, gehört kaum hierher), so darf man sich eher hier fragen, ob vielleicht das deutsche von einflusz gewesen ist, vgl. dazu schürzen. jedenfalls wird man demnach in scurz (und seinen verwandten) ein einheimisches, altererbtes wort sehen, das im engl. und nord. unversehrt erhalten ist, im deutschen dagegen frühe (vermutlich unter einflusz des lat. curtus) sein anlautendes s verloren hat. vgl. J. Grimm kl. schr. 6, 332. Hildebrand (th. 5, 2823). Weigand 2, 652 f. Franck 859. Fick3 3, 338 f. Diez4 288. Skeat 550a. Noreen urgerman. lautl. 183. 206. was nun die etymologie anbetrifft, so liegt zusammenhang mit der wurzel sker- (s. DWB scheren theil 8, 2569 ff.) auf der hand. man darf indes scurz nicht einfach als part. zu diesem verbum erklären (wie curtus vielleicht ist), wegen der abweichenden lautstufe des dentals; ein solches scheint vielmehr in dem adj. altn. skarðr, ahd. scart vorzuliegen, s. DWB scharte (8, 2222 ff.). aus demselben grunde darf man schurz, schürzen nicht unmittelbar mit sanskr. (s)krdh- klein, gering machen, krdhú verkürzt (Fick4 1, 142) gleichsetzen; vielmehr musz man eine alte erweiterung der wurzel sker- mit d zu grunde legen, die den weitern bildungen mit dh- (krdh), p (in scherbe, scharben? s. theil 8, 2560) parallel geht. dieselbe stammform liegt vielleicht in scherz, scherzen vor (theil 8, 2595 ff.), doch macht die vermittlung der bedeutung schwierigkeit. nicht zu entscheiden ist, ob lit. skurstù (perf. skurdaũ) hierher oder zu sanskr. (s)krdh gehört.
das subst. schurz findet sich erst in mhd. zeit seit dem 14. jh., s. Lexer hwb. 2, 831a: cingulus .. schurtz Dief. gl. 120b; limas, -us ... schurtz, schurtz-fleck, -tuch als die koch prauchen ... schürcz. 329c; schurtz nov. gl. 235a; nebrida schortz vel schortze dok gl. 377a; succina schurcz 563b, vgl. Dief.-Wülcker 847 (mnd. schort findet sich vereinzelt in einer bestimmten technischen verwendung, s. 1, e und stammt wol aus dem hochd.). auch im nhd. geht die form schurz ohne abweichungen durch; in der ältern sprache wird dazu ein plur. die schürze gebildet: und flochten feigenbletter zusamen, und machten jnen schürtze. 1 Mos. 3, 7; a. 1418 hielt könig Maximilian zu A. einen tanz, und forderte von den weibern, sie sollten ire hohen schlayer und schürze im zu gefallen abschaffen. Birlinger 404b nach einer handschriftlichen chronik von 1634. aus neuerer zeit fehlen belege für den plural (doch gibt noch Steinbach 2, 525 an: schurz, der, plur. schürtze). bei Hulsius 291a ist das wort auffallenderweise als fem. bezeichnet: schurtz, f. tablier. was die lebenden mundarten anbetrifft, so bieten auch sie meist die regelmäszige form, doch findet sich das wort fast nur im oberdeutschen, und ist auch hier vielfach durch fürtuch, theilweise auch durch schürzer eingeengt oder verdrängt. schweiz. schurz Hunziker 233 (daneben schöübe schürze); bei Stalder 2, 355 nur in der bedeutung 'weile', schürze heiszt vorschurz. bair. schurz, in Altbaiern üblicher fürtuech Schm. 2, 473; in Würzburg schürz, schürzer Sartorius 113; tirol. schurz Schöpf 653, ebenso kärnt. (kleiner als fürtach) Lexer 227. ganz vereinzelt steht nd. schort bei Schambach 184b, da sonst das nd. stets die weiterbildung schörte = schürze hat; es entstammt wol der nhd. schriftsprache. bedeutung.
1) schurz bezeichnet ein kurzes kleidungsstück, das den unterleib und die beine, meist nur von vorne bedeckt, also ein um die hüften geschlungenes oder (gewöhnlicher) ein vorgebundenes stück zeug u. ähnl.: schurtz, supparum, succinctorium, semicinctum, foeminale, subligaculum Dasypod.; schurtz (der) umbgurt, umbschurtz, succinctorium, supparum Maaler 364c; fürfleck, fürfäl, schurtz, castula, praecinctorium Henisch 1299, 67; schurtz, m. schürtze, plur. .. gonna, gonnella, veste un poco corta ò accorciata apposta, propriamente da donna, che và in giro, e per di sotto, larga e apperta, che prende dalla cintura

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fin' à meza gamba, it. fin' à taloni, più ò meno secondo l' uso. Kramer diction. 2, 684a; schurtz, succinctorium, tablier Schottel 1411; schurz, der, plur. die schürze, succinctorium, succinctium supparum. lederner schurz .. ein weiter schurz, cinctura fluxior Stieler 1942.
a) die neuere schriftsprache unterscheidet schurz und das später aufgenommene schürze gewöhnlich in der weise, dasz letzteres die frauentracht bezeichnet, schurz dagegen auf ein ähnliches kleidungsstück bei männern geht. so schon Steinbach 2, 525: schurtz ... succinctorium maris. einen schurtz ummachen, schürtze (die) succinctorium foemineum, perizonium. ebenso definiert Frisch 2, 235a: schurz, m. ein kleid am unter - leib, succinctorium, perizonium, das ganz um den unter-leib ist, als der becker ihre schurz-tücher, oder das nur unten am vorderleib ist, praecinctorium, und gleichsam semicinctium, oder wie unsere heutige manns-bad-schürze, castula. und weiter unten: schürze, der weibs-persohnen, sonderlich der bürgerlichen, praecinctorium foeminarum. dazu jedoch die anmerk.: einige meinen man sage schurz nur von der manns-persohnen praecinctorio. man sagt auch schurz von der weiber - kleidung, wie schon im paradisz in der ubersetzung steht: Adam und Eva machten sich schürze. der ältern sprache, die ja zunächst schürze gar nicht kennt, und auch zumeist den lebenden mundarten, in denen beide formen ihre getrennten gebiete haben (s. oben), ist diese unterscheidung natürlich fremd. belege für schurz im sinne von frauenschürze: sitzt still, sagt jenes schultheissen fraw im newen schurtz und kürssen. Garg. 151b; in Ulm und Augspurg heiszen die schürtzen fürflecke ... in Nürnberg fleck oder schurtz. frauenz.-lex. (1715), s. Schultz alltagsleb. s. 49;

manigen wol gevalten schurz
sach man an maniger vrowen.
Johann v. Würzburg Willeh. v. Österreich 33c bei
Lexer handwb. 2, 831;

esz ausz der jungfrawn schurtz und hand,
und werd noch kluger hahn genant. froschm. E 2b;

jr hauben ligt im kot herumb,
deszgleichen jr schurtz und gwendlich.
Ayrer 2643, 20 Keller

(oben v. 11: die Aluda felt wider nider unnd schlefft unnd im schlaff würfft sie die hauben und den schurtz von jr). — so auch noch in der neuern sprache auf oberdeutschem gebiete: Guntel. andre nüsse her, hihihi! gieszt mir diese über den schurz! Fr. Müller 1, 301 (d. nuszkernen); frau Hedwig selbst stand unter den dienenden mägden, sie trug keinen herzogsmantel, wohl aber einen weiszen schurz. Scheffel Ekkeh. s. 138; der unendlich faltenreiche schurz (der Friderun als braut) wallte bis zu den hochabsätzigen schuhen. 248;

drehst du mit fingern, so reinlich wie wachs,
seidene fäden vom silbernen flachs,
schüttl' ich die ageln dir schäkernd vom schurz.
Schubart 2, 211.

oder in nachahmung alterthümlicher redeweise:

da trat ihn an die schönste maid,
die je ein graf genosz.
'gott grüsze dich, graf Walter, schön!
sieh her, sieh meinen schurz!'
Bürger 85a.

vgl. auch ein weiber-schurtz Kramer dict. a. a. o.: er .. hing einen weiberschurz auf den rücken. Stillings leben 2, 14. ferner filetschurz für -schürze:

ich bin der bär,
in einem filetschurz gefangen,
an einem seidenfaden ihr zu füszen.
Göthe 2, 92 (Lili's park).


b) einen schurz, vielfach von laub, zweigen u. ähnl., trägt der nackte zur verhüllung der scham: (Adam und Eva) machten jnen schürtze. 1 Mose 3, 7 (vgl. oben); Acanthus. so hiesz der erste, welcher in der funfzehnten Olympiade ohne schurz zu Elis lief; und Baudelot ist irrig, der die gänzliche entblöszung erst zwischen der drei und siebenzigsten und sechs und siebenzigsten Olympias aufgekommen zu seyn behauptet. Lessing 11, 221; denn in alten zeiten hatten selbst bei den olympischen spielen die kämpfer während ihrer übungen gürtel um die schaam gebunden .. unter den Barbaren unserer zeiten ist sie (diese gewohnheit) noch jezzo üblich, sonderlich bei den Asiatern, welche sich um einen aufgesezten preis im balgen und ringen üben, und solches mit einem schurz um den leib thun. Heilmann Thuc. s. 8; um das haupt trug er (der geist, in gestalt des harzischen wilden mannes) einen kranz, um die lenden einen schurz von eichenlaub. Musäus volksm. 2, 103 Hempel;

[Bd. 15, Sp. 2058]


riesen. die wilden männer sind's genannt,
am Harzgebirge wohl bekannt,
natürlich nackt in alter kraft,
sie kommen sämmtlich riesenhaft.
den fichtenstamm in rechter hand
und um den leib ein wulstig band;
den derbsten schurz von zweig und blatt.
Göthe 41, 57 (Faust II, 1).

so auch:

wächst dein toppee nicht mehr? verschieszt dein blauer schurz?
Zachariä s. 68 (? renomm. 4, 104; der schutzgeist Leipzigs ist angeredet).


c) gewöhnlich über der kleidung getragen, um diese zu schonen, zumal bei häuslichen oder sonstigen arbeiten: (Jesus) leget seine kleider ab, und nam einen schurtz, und umbgurtet sich. darnach gos er wasser in ein becken, hub an den jüngern die füsse zu wasschen, und trucknet sie mit dem schurtze, damit er umbgürtet war. Joh. 13, 4. 5; was den schurz betrifft, so habe ich mir den umgeknüpft, meine unterkleider vor den verdammten dornen in acht zu nehmen, durch die der gnädige herr sich absolut hindurcharbeiten wollte. Immermann Münchh. 1, 97;

(Jesus) leget ab die kleider sein
und gürt umb sich ein schurtz gemein.
H. Sachs 4, 1, 85c;

und als das maal geheget,
hat er sich abgeleget.
mit einem schurtz umhüllet.
A. Gryphius 2, 198.


d) so pflegen gewisse gewerke einen schurz zu tragen, der zuweilen als ihr abzeichen erscheint: schurtz, cinto, semicinto di lino lungo un braccio più ò meno che và circolarmente attorno il corpo come lo portano i fornari, pignatori etc. becker- ò becken-, hafner- etc. schurtz. Kramer dict. 2, 684a. vergl. die entsprechenden zusammensetzungen. im einzelnen:
α) kochschurz, linteum tersorium Stieler 1942, vgl. DWB kochschürze theil 5, 1564 und küchenschurz ebenda 2510.
β) ebenso trägt der kellermeister einen schurz: sein bauch war fröhlich gediehen .. einen weiszen schurz hatte er drüber geschlungen. Scheffel Ekkeh. 71.
γ) schurz des gärtners oder des gartenarbeit verrichtenden (s. DWB gärtnerschurz theil 4, 1, 1424): der weisze schurz darüber glänzt, verläszt der alte herr nach mannigfacher arbeit das gärtchen wieder .. in so untadelhafter weisze, dasz eigentlich nicht einzusehen ist, wozu der alte herr ihn umgenommen hat. Ludwig 1, 143;

und morgen sehn wir euch ...
zu einem gärtnerschurz betitelt.
Wieland 23, 194 (Oberon 10, 53).


δ) schurz des läufers (s.läuferschurz th. 6, 329): das camisol aber (war) rosenfarbe ... und der schurtz eben so, wie in Deutschland ein gewöhnlicher läuffer-schurtz. Felsenb. 4, 271; blumenhut und schurz bleiben die zeichen eines laufers bis an das ende der tage. Immermann Münchh. 1, 100.
ε) baderschurz, supparum balneatorium Stieler 1942 (vgl. die stellen oben unter c).
ζ) schurz des metzgers:

der metzger in die metzel kam,
sein gürtel und messer mit sich nahm,
ein weiszen schurz darneben. wunderhorn 2, 229 Boxberger;

den gurt, mit kupfer hell verziert,
woran ihm stahl und messer klirrt,
den weiszen schurz thut er von sich.
Keller 9, 236.


η) des schusters: als sie (die schwäne) mit ihren schnäbeln an meinem schusterschurz zupften, verstand ich sie und legte den schurz .. ab. Ludwig 2, 432.
θ) töpferschurz (vgl. daselbst), praecinctum, tersorium fabri figularii Stieler 1942.
ι) des zimmermanns: ihr, mann im schurze, was treibt ihr da? Ludwig 4, 180.
κ) der maurer, daher auch abzeichen der freimaurer: da ich die ganze heilige synode, gleich den freimaurern mit schurz und kelle, so feierlich mit poetischem ornat angethan dasitzen sah. Eichendorff2 2, 175.
e) auch als theil der rüstung: schurz, panzer - schurz, vor alters, als im teutschen krieg annoch waren .. schurz der den unter-leib deckte bey den geharnischten reutern. Frisch 2, 225a; item sex panzer und sex hunczkappen und vier schurz. Germ. 16, 76 (urk. von 1445—6); so was sein schurtz von einem blawen kermessyn, mit gulden sternen gemengt. Galmy 44b; erstlich sollen die reuter mit wolgeübten knechten und rüstungen, nemblich woldeckenden schürtzen, ermeln, rock, krebs .. erscheinen. reutter bestallung von 1570, 1 (reichstagsabschied s. 628);

[Bd. 15, Sp. 2059]


in volget niht ir cleineʒ valten noch ir schurz,
ir zimier noch ir helm. Kolm. meisterl. 95, 92;

hierauff versah' er sich ...
mit newen waffen, wehr, und einem frembden rosse,
mit einem schwartzen schurtz', und gleichmässigem schild'.
Dietr. v. d. Werder Ariost 6, 13, 3;

der helm verbleibet hier, dort die beintartschen, liegen,
dorthin mus jhm der schurtz, die armschien hiernaus fliegen. 23, 213, 2;

dieselben brachten mit ein zeittung, die nit gut,
indessen wahr sie doch von ansehn gantz gewisse,
dann desz Rinaldi schurtz beschmieret gantz mit blut,
den küras auch zerstückt der eine sehen liesse. Tasso 8, 48.

in diesem sinne findet sich schort (und schorte?, plur. schorte) auch mnd., s. Schiller - Lübben 4, 121a. 6, 256a. bildlich verwendet:

sein brustblech sein dein gotlich tat ...
dein gotlich raut z ainem schurz
all valsch herz vor im versturz!
Liliencron histor. volksl. 1, nr. 50, 1653.


2) nur ganz vereinzelt bezeichnet schurz ein andres, vollständigeres kleidungsstück.
a) weiberrock, stola cingulo adsuta dependens usque ad pedes. quelle bei Schm. 2, 473; juppenschurz, lineum indusium quo superinduunt se feminae ad talos usque demissum. voc. von 1618 s. ebenda; schurtz heiszet denen Nürnbergischen weibesbildern so viel als der rock. Schultz alltagsleben s. 45. vgl. schürzhemd.
b) kittel der landleute, in Franken. Adelung.
c) auch von dem schutzleder an einem kutschwagen, das die beine des draufsitzenden deckt: grade .. fuhr ein wagen vor das haus und die stimme des hausbesitzers frug hinter dem leder hervor: 'alles in ordnung?' 'alles in ordnung', erwiederte Gabriel, und knöpfte den schurz auf. Freytag verl. handschrift 1, 178.
3) zuweilen wird schurz bildlich verwendet, so von der rede und dem versmasz, im hinblick auf die ausdehnung: du hast gesprochen als ein treuer berather, — doch hast du dich nur gefasset kurz, — mache länger der rede schurz. Rückert (1882) 11, 550 (42. mak.);

daʒ vumf silben sîn zû kurz,
zêne hân zû langen schurz.
Nic. v. Jeroschin 250.

in anderer übertragung:

so dem gehört ein narrenkolb,
der teutsch und welsch zusamen waschet:
sein hirn und red sein gelb, weisz, schwartz,
grün, roht und blaw, ein schneider-küssin,
ein alter schurtz, ein lamer schertz.
Weckherlin ged. 535.

bedeckung, im bilde: statt des phänaretischen hebstuhls nahm er zur badwanne der metakritik seine zuflucht, und deckte diese attische scurrilität mit einem schurze seines späteren schooszdichters. Hamann 7, 76. daraus entwickelt sich leicht die bedeutung 'schutz, schirm, schatten':

die ruhmes-würdig eich', die newlich mich
in ihr begrüntes zelt genommen, unter sich
und ihren grünen schurtz, der sich im umbkreis breitet
mit schaten.
W. Scherffer bei
Drechsler s. 238.


4) zahlreich sind übertragene gebrauchsweisen von schurz in technischer sprache.
a) rauchfang, schornsteinmantel, der den rauch über dem herde sammelt und nach dem ausgange zu leitet Jacobsson 4, 66a. öcon. lex.2 2654: follex, der schurtz an der fewermawer unden über dem herd. Corvinus fons latin. 274a; schurz an der feuermauren über dem herde, praecinctio camini Stieler 1942; schurtz ist derjenige von oben her ausgeklebte umfang über den heerd, der den rauch in die feuermauer hinauff führet. Schultz alltagsleb. s. 144.
b) schurz, in den bergwerken, allerhand ketten, die um ein gefäsz herum gehen, gleichsam ein ketten-schurz, catena cingens quid. Frisch 2, 235a; so die kette über der sturzbühne am treibeschachte, womit die tonnen beim umstürzen und ausleeren gefaszt werden; ferner eine kette, die bei der zusammenfügung und einzapfung der schlösser an den kunststangen gebraucht wird; eine kette vor dem brennofen, worein die krücke und der bock gelegt werden; eine kette, womit das aus der grube zu ziehende holz zusammengezogen wird. Jacobsson 4, 66a.
c) schurz, am dach, der unterste theil eines salz - kotendachs, wo die traufe herab fällt. dieser ist stark mit stroh belegt, infima tecti salinarum pars, gleichsam ein dach-schurz. Frisch 2, 235a; vgl. Jacobsson 4, 66a.
d) in der jägersprache beim rehwildpret ein büschel weisze haare hinten an der keule Adelung. Jacobsson 4, 66a; 'der hintere theil des hirsches' Nemnich. vgl. DWB schürze 4, a.

[Bd. 15, Sp. 2060]



5) andre verwendungen lassen sich nicht aus der angenommenen grundbedeutung herleiten, gehen aber wol meist auf dasselbe verb zurück.
a) nd. schort, ein bündel, z. b. holz Schambach 184b.
b) in der landwirtschaft von den nach dem alter geschiedenen abtheilungen der schweine, deren jede einen eigenen stall hat Adelung (zu scheren, abtheilen, schar u. s. w.).
c) auch von einer abtheilung menschen Schambach 184b. besonders pflegen sich nach Adelung in Sachsen bei gerichtlichen taxationen der landgüter die sachverständigen in zwei parteien zu sondern und dann je zwei und zwei, immer von jeder partei einer, die einzelnen haupttheile, wie vieh, getreide u. s. w., abzuschätzen; diese zwei zusammen nennt man dann einen schurz.
d) in der Schweiz eine weile Stalder 2, 355.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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