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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schurrimurri bis schürung (Bd. 15, Sp. 2054 bis 2055)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schurrimurri, schurrmurr, m. , mundartliches wort.
1) im bair.-österreichischen bezeichnung eines heftigen, aufbrausenden, leicht auffahrenden oder eines übereilt und unüberlegt handelnden menschen, schurimuri Schm. 2, 461. Hügel 145a. Schöpf 652, schurimurri idiot. Austr. 109, schuarimuri 'spottname für einen menschen, der überall an ist und nirgends aus weisz' Castelli 251, vgl. schürig 2 und tirol. schurm Hintner 217. schon im 17. jh. bezeugt: schurimuri, turbulentus, homo inquies, turbator. voc. von 1618 bei Schm. 2, 461; schurimuri, à scheren et murren, notatque hominem turbulentum, et confusionem rerum Stieler 1247; schuri muri, homo inquies, turbulentus Dentzler 2, 257a.
2) ein anderes wort findet sich auf niederdeutschem gebiete in der bedeutung 'altes gerümpel, durcheinander geworfenes allerlei, ausrangierte geräte u. ä.', schurr-murr Mi 78a, auch schorrmorr Frischbier 2, 312a; da (im speicher) war die finsternisz, der schurrmurr, das handwerkszeug, das gerümpel .. aufeinandergehäuft. Bog. Goltz ein jugendleb. 2, 165; hier ist nicht viel zu sehen, als ein bischen getreide und schurrmurr. 168; in

[Bd. 15, Sp. 2055]


freierm sinne: dieser löbliche findet sich überhaupt .. mit den naturschönheiten, den menschen, den empfindungen .. ganz in der weise ab, wie mit bloszen förmlichkeiten und eitel schurrmurr. 308. — nl. schorremorrie und ostfries. schurremurr(e), -murt, schurjemurje bedeuten gesindel, gemeines volk, pöbel, janhagel, s. Stürenburg 238b. ten Doornkaat Koolman 3, 165a. man hat das wort aus dem judendeutschen hergeleitet und aus hebr. (5 Mos. 21, 18, der 'eigenwillige und ungehorsame sohn') erklärt, s. z. b. Sem. u. Japheth (Leipzig 1882). tijdschr. voor nederl. taal- en letterk. 8, 318, doch hat das nur geringe wahrscheinlichkeit Franck 859. annehmbarer ist die von ten Doornkaat Koolman vorgeschlagene ableitung von schurren = scharren, also 'zusammengescharrter dreck, kehricht'. der zweite theil ist wol ohne etymologische bedeutung.
 
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schürschaufel, f. feuerschaufel Schröer 289a, besonders im hüttenwesen eine breite schaufel damit die ofen - brüche aus dem ofen genommen werden Frisch 2, 234c, vgl. Adelung. Jacobsson 4, 66a.
 
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schürschotte, f., mundartliche bezeichnung der wasserjungfer, libellula Nemnich, ein friesisches wort, wol von dem geräusch der flügel hergenommen (vgl. DWB schurren), ostfries. schurschott(e) ten Doornkaat Koolman 3, 165a, helgoländ. skürkot Frommann 3, 33. nordfriesisch skirskaat bedeutet heuschrecke Johansen 140.
 
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schürstab, m. stab zum schüren des feuers Campe, mhd. schürstap Lexer handwb. 2, 830: ustarius ... schurstab Dief. gloss. 630c.
 
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schürstachel, m. in hüttenwerken ein eiserner stab mit einer spitze an einem und einem hölzernen hefte am andern ende, den die schürer zum schüren gebrauchen Jacobsson 4, 66a.
 
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schürstange, f., vergl. DWB schürstab, -stock: ustarius ... schorstange, -stacke Dief. gl. 630c; ustorium schurstange nov. gl. 386b (voc. von 1420); auf diesen ruf erschien alsbald eine gestalt gleich einem ruszigen köhler .. mit einer schürstange bewaffnet, gleich einem weberbaum. Musäus volksm. 1, 36 Hempel.
 
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schürstecken, m.: ustile shurstecke Dief. gloss. 631a; schürstecken, rutabulum Dasypod.; sprichwörtlich: er nimt zu — wie ein schrsteken. Eiselein 557. Simrock sprichw. 9284.
 
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schürstein, m., s. schornstein sp. 1579.
 
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schürstock, m., dasselbe wie schürstab. Campe.
 
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schürtopf, m. (brumm)kreisel (zu schüren 4, f oder zu schurren?): dasz sie mit den reitschuhen jhrer gedancken nit durchs eysz fahren, und jhnen alsdann der abgeschnitten kopff umblauff wie ein schürdopff. Fischart groszm. 90, s. kloster 8, 618.
 
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schürung, f. appicciamento etc. Kramer diction. 2, 683a; meist bildlich: doch des jünglings edle weigerung — diente seiner schönheit zur steigerung — und zur schürung von des richters brunst. Rückert (1882) 11, 280 (8. mak.);

gieb, dasz diese seele auch durch der gebetesflammen
schürung dir die innere lebendigkeit bescheine!
Rückert bei
Keller 5, 301.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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