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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schürling bis schurrbahn (Bd. 15, Sp. 2052 bis 2053)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schürling, m. , ableitung zu scheren, vergl. schörling sp. 1578.
1) beschorener, verächtliche bezeichnung eines pfaffen, s. DWB schörling: wie die schürlinge bisher auch gethan, sampt dem gantzen bapstum. Luther 5, 182b; darin wird uns Christus beistehen, und sein werck in uns, wider den trotz aller teufel, pletting und schürling hinaus füren, amen. 6, 324a; was nur ein jglicher unverschampter schürling oder pletting hat dürffen furgeben. 8, 289b; dagegen machet (er, der pabst?) seine schürling, die da kappen und platten tragen, die müssen mit jren orden und müncherey der welt helffen. 305b;

ach vater bapst sih darein,
und lasz dich das erbarmen:
dasz wir pfaffen und schürling dein,
so plötzlich müssn verarmen.
Soltau hist. volksl. s. 463 (nr. 74 vom j. 1622).


2) bei den kürschnern schaffelle nach der schur Jacobsson 7, 280a; dafür schürling-felle, schaffelle die nach der schur noch keine rechte wolle haben. Frisch 2, 167c, vergl. Scherz - Oberlin 1456. Schm. 2, 461; dem kürsner von ainem schürling- und flämischen fell zu wurchen iv. dn. Scheirer dienstordn. von 1500, s. ebenda.
 
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schürlitz, s. DWB schürletz.
 
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schürloch, n. foramen furni per quod accenditur et lignis nutritur ignis., ofenloch, das feur anzumachen und zuschüren. Frisch 2, 234c, vgl. Adelung, so auch als technischer ausdruck: bei flammöfen die öffnung, wodurch das brennmaterial auf den rost geworfen wird Scheuchenstuel 219; mundloch im brennofen; öffnung am treibeheerd, wodurch das holz eingeschoben wird; öffnung im siede- oder schwefelofen über dem aschloche zu gleichem zwecke Jacobsson 4, 66a; öffnung bei ziegelöfen, sowie auch der lange und schmale gang, der zu dieser öffnung führt, auch feuerloch genannt. 7, 280a, bei kienruszöfen Behlen 4, 189.
 
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schürlohn, m. lohn des schürknechts für seine arbeit. Jacobsson 7, 280a.
 
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schurm, m. für schirm, s. daselbst I, 1, sp. 208; als jagdausdruck, s. II, 2, b, α (sp. 210): folgends wurde alsobald das holtz mit garn und tüchern umstellet, die stellung angerichtet, die hunde in ihren gewöhnlichen schürmen verwahret, die wild- und jägermeister zugegen. Schoch krieg- und friedens schäferey J 25 (hier vielleicht nur mundartliche aussprache für schirmen). — tirolisch schurm, m. übereilter mensch; schurm (= schurmen), verb. übereilt handeln Hintner 217. vgl. schurrimurri 1.
 
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schurmaus, f. maulwurf, vgl. DWB schermaus (theil 8, 2590) und schormaus (sp. 1578): oder (man) sol jm (dem rosz) die kleinen schrollen erden, welche ein spitz, oder schurmaus vorgraben einflöszen. Zechendorfer von gebrechen der rosz (1571) 1, 95.
 
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schurmist, m., vgl. schormist (sp. 1578): darnach schütte man seinen alten verwesenen schurmist, den man von den gassen über einen hauffen geführet hat, und hat ihn also auffeinander verwesen lassen, dieser verwesener schurmist ist der allerbeste mist zu den bäumen. alter verwesener und fein kleiner kühemist ist auch gut dazu, aber der schurmist ist noch besser. Coler hausb. (1680) 1, 221a.
 
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schurmund, m., aus nl. scheurmond, nebenform zu scharbock, vgl. daselbst (th. 8, 2177 f.): es habens auch etliche den schurmund genenet, weil putrefaction den mund und das zahnfleisch beschädiget hat. Coler hausb. (1680) 2, 138b.
 
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schürofen, m. bei den kalkbrennern der theil des kalkofens, worin sich das feuer befindet Jacobsson 7, 280a.
 
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schurr ,
1) als interjection, s. DWB schur V.
2) adj. —?:

der himmel und sein schutz bewahre deine krone,
die itzt noch halb so schurr um deine scheitel lacht.
Günther 1044.

[Bd. 15, Sp. 2053]



3) als masc., in Preuszen, ein stück speck Frischbier 2, 298a.
4) was heiszt schurr(e) in folgender stelle: der obriste Fititghof postirte sich mit 1000 musquetiren und 100 schurren in Grosz - Lichtenau. Hartwich geogr.-histor. landesbeschreibung (Königsberg 1722) 323b bei Frischbier 2, 323 —? vergl. auch: (pharisaei) murmurant contra christum, quod admittit peccatores, schurren, burren. Luther 12, 602, 10 Weimarer ausg. (halblat. predigten von 1523).
 
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schurrbahn, f. bahn auf dem eise, worauf die kinder schurren, gleiten, glitschen, eisbahn, besonders nd., s. Frischbier 2, 312a. nd. korrespondenzbl. 13, 85:

bruder Nickel, wenn die faulen schuljungen sollen zur schule gehn,
so bleiben sie erst ein, zwei stunden auf der schurrbahn stehn,
und schurren hin, schurren her,
die krenz und die quer.
Pröhle volksl. s. 262.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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