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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schürl bis schurmist (Bd. 15, Sp. 2051 bis 2052)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schürl, m.
1) s. DWB schörl sp. 1578: schürl, s. schierl, eine schwarze berg-art, oder falsches erz, siehet dem zwitter oder zien-stein ähnlich, ist demselben aber im brenn-ofen schädlich, wann sie unter demselben bleibt, dann sie raubt im feur, gibt viel schlaken, und macht das zien hart und weiszfleckig. Frisch 2, 234c; so findet sich auch das gediegene gold in unserm Schlesien in dem sande einiger flüsse körnicht und flämmicht, bey welchem gemeiniglich ein schwerer schurl oder 'Wolffram' gewaschen wird. Volkmann Silesia subterranea (Leipz. 1720) 209, s. zeitschr. f. d. phil. 20, 489; was nicht gediegen und rein ist, sondern mit vielem stein und arsenicalischen teilen vermischt, hat den nahmen Wolffram oder schurell. 224.
2) mundartliches. a) in Tirol schürl, m. rührlöffel Schöpf 653. b) tschûrl, m. krauskopf; tschûrlkopf, auch eine grasart auf hochalpen Hintner 47. c) ferner tschurl, tschorl, f. entehrtes mädchen, tschurlkind, uneheliches kind. 48. Schöpf 770.
 
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schurlen, verb. pissen, mundartliches, besonders kinderwort, nur im deutschen südosten, so in Tirol schurlen, tschurln Schöpf 653, vgl. Hintner 49, in Kärnten tschûrln, a~ tschûrl machn Lexer 227. Schöpf 770, schles. schurlen Frommann 4, 184, erzgebirgisch schulrn, tschuln, tschorln Göpfert 42, nordböhm. tschureln, tschoreln Frommann 2, 239, siebenb. (t)schureln, von rieselndem wasser überhaupt, z. b. beim regen Kramer 122, in der Zips schirlen Schröer 201a, vgl. auch schirlen sp. 208: hat ein besenbinder bei seiner träuung in die hosen geschurlt. quelle bei Frommann 4, 184. vielleicht lehnwort aus dem slav., vgl. cech. čurati?, oder lautmalende bildung? für ersteres spricht das verbreitungsgebiet.ein anderes schurrlen findet sich in der Schweiz in dem sinne 'mit übereilung und ohne ordnung etwas thun', s. Stalder 2, 355.
 
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schürletz, schürlitz, m. name eines zeugstoffes und eines kleidungsstückes aus demselben. in der ältern sprache: ahd. scurliz, postcamisia, peripetasmatis; scorlez, palludamentum, sarochium; schurliz, subticula, subucula Graff 6, 545; mhd. schürliz, -tz, schurliz Lexer handwb. 2, 829, subucula, scurlitz, est camisia, quae sub alba induitur. glosse bei Scherz-Oberlin 1456; mnd. schorlisse, scorlitze, schurlitz, auch als bezeichnung eines alten weibes Schiller-Lübben 4, 120a, schorlitze 6, 255b: paludamentum .. scorlez Dief. gloss. 408a, peripetasma .. scurliz 427a, postcamisia 449b, subuncula scurlitz, schurlitz, schurtzduch 562c, schürlitz nov. gloss. 353b; gewöhnlich als lehnwort aus mittellat. scorlitium (= superpellicium Du Cange 7, 666c) erklärt, doch ist die herkunft dieses letzteren nicht klar (entstehung aus superpellicium kaum denkbar) und die bezeugung äuszerst dürftig, sodasz man angesichts der weiten verbreitung des wortes im deutschen und des fehlens in den romanischen sprachen eher entlehnung in umgekehrter richtung annehmen wird. was die bedeutung angeht, so war nach A. Schultz höf. leben2 1, 258 der schürliz eine art unterrock, bei bauerfrauen eine mit schafpelz gefütterte jacke 330, vgl. indes zeitschrift für d. phil. 24, 530. im nhd. wird das wort von den ältern wörterbüchern noch häufig verzeichnet: schürletz (der) barchet und alles so baum wullin ist, xylinum. Maaler 362c; schurlitz, xylinum, alles was baumwollicht. Schottel 1411; schurlitz, der, sic appellatur omne xylinum, alles was baumwollicht ist, utpote focalia è gossipio texta, ac collaria, xylina. Stieler 1943; schürletz, barchet, xylinum Dentzler 2, 257a, vgl. auch Frisch

[Bd. 15, Sp. 2052]


2, 235a; bei Luther steht die schurlitz (schürlitz) Jes. 3, 23 als variante zu die koller (eigentlich: die leinenen unterkleider), s. Bindseil-Niem. 4, 7; schurczlicz quelle vom j. 1520 bei Schm. 2, 461, vgl. auch Schöpf 653 (schirlitz). — dazu die zusammensetzungen: schürlitzgeld, n. geld, das an stelle eines schürlitzes als preis bei schützenfesten gegeben wird, in Bern, s. Rochholz, zeitschr. f. d. phil. 1, 462; schürlitztuch, n.: ein halb schwarz schürlitztuch unter den preisen des Züricher freischieszens von 1465, s. ebenda; schurliztuch s. Birlinger 404a; dasz unser lieb herren schultheisz und rat zu Sursee dise nachbenempten aventüren uszgeben wellend ... darumb ze schiessende, mit namen einen ochsen ... ein gantz schürletztuch. Tschudi 2, 563a (beschreibung eines gesellenschieszens vom jahre 1452), vgl. Frisch 2, 235a.
 
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schürling, m. , ableitung zu scheren, vergl. schörling sp. 1578.
1) beschorener, verächtliche bezeichnung eines pfaffen, s. DWB schörling: wie die schürlinge bisher auch gethan, sampt dem gantzen bapstum. Luther 5, 182b; darin wird uns Christus beistehen, und sein werck in uns, wider den trotz aller teufel, pletting und schürling hinaus füren, amen. 6, 324a; was nur ein jglicher unverschampter schürling oder pletting hat dürffen furgeben. 8, 289b; dagegen machet (er, der pabst?) seine schürling, die da kappen und platten tragen, die müssen mit jren orden und müncherey der welt helffen. 305b;

ach vater bapst sih darein,
und lasz dich das erbarmen:
dasz wir pfaffen und schürling dein,
so plötzlich müssn verarmen.
Soltau hist. volksl. s. 463 (nr. 74 vom j. 1622).


2) bei den kürschnern schaffelle nach der schur Jacobsson 7, 280a; dafür schürling-felle, schaffelle die nach der schur noch keine rechte wolle haben. Frisch 2, 167c, vergl. Scherz - Oberlin 1456. Schm. 2, 461; dem kürsner von ainem schürling- und flämischen fell zu wurchen iv. dn. Scheirer dienstordn. von 1500, s. ebenda.
 
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schürlitz, s. DWB schürletz.
 
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schürloch, n. foramen furni per quod accenditur et lignis nutritur ignis., ofenloch, das feur anzumachen und zuschüren. Frisch 2, 234c, vgl. Adelung, so auch als technischer ausdruck: bei flammöfen die öffnung, wodurch das brennmaterial auf den rost geworfen wird Scheuchenstuel 219; mundloch im brennofen; öffnung am treibeheerd, wodurch das holz eingeschoben wird; öffnung im siede- oder schwefelofen über dem aschloche zu gleichem zwecke Jacobsson 4, 66a; öffnung bei ziegelöfen, sowie auch der lange und schmale gang, der zu dieser öffnung führt, auch feuerloch genannt. 7, 280a, bei kienruszöfen Behlen 4, 189.
 
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schürlohn, m. lohn des schürknechts für seine arbeit. Jacobsson 7, 280a.
 
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schurm, m. für schirm, s. daselbst I, 1, sp. 208; als jagdausdruck, s. II, 2, b, α (sp. 210): folgends wurde alsobald das holtz mit garn und tüchern umstellet, die stellung angerichtet, die hunde in ihren gewöhnlichen schürmen verwahret, die wild- und jägermeister zugegen. Schoch krieg- und friedens schäferey J 25 (hier vielleicht nur mundartliche aussprache für schirmen). — tirolisch schurm, m. übereilter mensch; schurm (= schurmen), verb. übereilt handeln Hintner 217. vgl. schurrimurri 1.
 
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schurmaus, f. maulwurf, vgl. DWB schermaus (theil 8, 2590) und schormaus (sp. 1578): oder (man) sol jm (dem rosz) die kleinen schrollen erden, welche ein spitz, oder schurmaus vorgraben einflöszen. Zechendorfer von gebrechen der rosz (1571) 1, 95.
 
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schurmist, m., vgl. schormist (sp. 1578): darnach schütte man seinen alten verwesenen schurmist, den man von den gassen über einen hauffen geführet hat, und hat ihn also auffeinander verwesen lassen, dieser verwesener schurmist ist der allerbeste mist zu den bäumen. alter verwesener und fein kleiner kühemist ist auch gut dazu, aber der schurmist ist noch besser. Coler hausb. (1680) 1, 221a.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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