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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schurkensohn bis schürlitzgeld (Bd. 15, Sp. 2050 bis 2052)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schurkensohn, m.: weil vielleicht im hundert und zweyten (jahre) ein schurken-sohn aus uns selber auch ein bauernschinder abgeben könnte. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. 3, 268.
 
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schurkenstreich, m. schurkischer streich, nichtswürdige handlung Campe: ich will das nicht rügen, sprach der braune, dasz sie fremde arbeit für die ihrige ausgeben, denn der schurkenstreich ist zu alltäglich. Siegfr. von Lindenb.4 4, 324; so müssen wir armen teufel nun tag und nacht herumreiten, um das herz und die einbildungskraft dieses oder jenes elenden zu einem so genannten schurkenstreich zu reitzen. Klinger 3, 60; den lesern (Schlossers) blieb der trostlose eindruck, als ob die vielgestaltige herrlichkeit der geschichte nur ein ödes einerlei glücklicher schurkenstreiche wäre. Treitschke d. gesch. 3, 697.
 
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schurkenthat, f.:

was wär das eine schurkenthat gewesen,
das fräulein morden, das ein engel ist.
Ludwig 3, 195.


 
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schurkerei, f. miseria, furfanteria, bricconeria, vigliaccheria, gagliofferia etc. das ist schurkerey. Kramer diction. 2, 684a, avaritia, sordities Stieler 1768, handlung oder handlungsweise eines schurken. Campe, jetzt nur in der stärkern bedeutung von nichtswürdigkeit, verworfenheit und ähnl.: diesz schwenzeln, diese allheit und leerheit, diese rechtliche schurkerey, diese unfähigkeit (bei Rosenkranz und Güldenstern). Göthe 19, 167; ich halte dich an deiner eigenen schurkerei, wie den schröter am faden. Schiller kab. u. liebe 1, 5; ob das nun unverständiges benehmen, die drucklegung zu fördern, oder schurkerei war, weisz ich nicht. Grillparzer4 15, 164; der erste feindliche zusammenstosz der Germanen und Römer wird durch schurkerei eines Römers herbeigeführt. Freytag bilder 1, 41;

die schurkerey des patriarchen .. hat mich
des nächsten weges wieder zu mir selbst
gebracht.
Lessing 2, 340 (Nathan 5, 5).


 
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schurkheit, f. das schurkesein (gewöhnlicher wäre schurkenhaftigkeit): Knellius ... bei was soll ich denn schwören? herz. bei deiner eigenen schurkheit, hörst? Fr. Müller Fausts leben s. 69, 10 neudruck.
 
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schurkisch, adj., schurckisch, rasponesco etc. it. bricconesco, furfantesco, birbantesco, guidonesco etc. schurkischer kerl, un huomo bricconesco. das ist schurckisch gehandelt. Kramer diction. 2, 684a; vilissime, sordide Stieler 1788; einem schurken gemäsz Campe, verworfen, nichtswürdig. von menschen: was mich in dieser besorgnisz bestärkt, ist mein schurkischer bediente, den ich endlich wegen hundert lüderlichen und infamen streichen zum teufel jagen müssen. Lessing 12, 363;

[Bd. 15, Sp. 2051]


wie? so unnatürlich schurkisch wird
er doch nicht seyn?
Grabbe 1, 274;

fehlt der schurkische genosz
jetzt mit dem räucherpulver?
Hebbel 3, 182 (rubin 2, 5).

von handlungen: es wäre denn, dasz er sich das gute zuschreiben wollte, welches glücklicher weise aus seinem schurkischen betragen entstanden. Lessing 1, 551 (Minna v. Barnh. 3, 5); das ist ein schurkischer streich, darüber du ohrfeigen verdient hättest von einem hundsfutt. Göthe 57, 198. in freierer verwendung von dingen, verwünscht, verteufelt: dasz der henker den schurkischen namen holen wolle! Lessing 1, 497 (schatz 11); aber der kopf ist mir über meine schurkischen umstände vollends noch so wüste geworden, dasz ich kaum mehr weisz, was ich schreibe. 12, 269. so auch adverbial: überhaupt geht mir's heut nacht so schurkisch. Göthe 57, 186.
 
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schürknecht, m. im hüttenbau ein gehilfe des abtreibers Jacobsson 4, 65b.
 
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schürknittel, m.: wenn das geschieht, so bist du ein höllenbrand und schürknittel des höllischen feuers. Böhme Aurora (1835) 138, 43.
 
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schürl, m.
1) s. DWB schörl sp. 1578: schürl, s. schierl, eine schwarze berg-art, oder falsches erz, siehet dem zwitter oder zien-stein ähnlich, ist demselben aber im brenn-ofen schädlich, wann sie unter demselben bleibt, dann sie raubt im feur, gibt viel schlaken, und macht das zien hart und weiszfleckig. Frisch 2, 234c; so findet sich auch das gediegene gold in unserm Schlesien in dem sande einiger flüsse körnicht und flämmicht, bey welchem gemeiniglich ein schwerer schurl oder 'Wolffram' gewaschen wird. Volkmann Silesia subterranea (Leipz. 1720) 209, s. zeitschr. f. d. phil. 20, 489; was nicht gediegen und rein ist, sondern mit vielem stein und arsenicalischen teilen vermischt, hat den nahmen Wolffram oder schurell. 224.
2) mundartliches. a) in Tirol schürl, m. rührlöffel Schöpf 653. b) tschûrl, m. krauskopf; tschûrlkopf, auch eine grasart auf hochalpen Hintner 47. c) ferner tschurl, tschorl, f. entehrtes mädchen, tschurlkind, uneheliches kind. 48. Schöpf 770.
 
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schurlen, verb. pissen, mundartliches, besonders kinderwort, nur im deutschen südosten, so in Tirol schurlen, tschurln Schöpf 653, vgl. Hintner 49, in Kärnten tschûrln, a~ tschûrl machn Lexer 227. Schöpf 770, schles. schurlen Frommann 4, 184, erzgebirgisch schulrn, tschuln, tschorln Göpfert 42, nordböhm. tschureln, tschoreln Frommann 2, 239, siebenb. (t)schureln, von rieselndem wasser überhaupt, z. b. beim regen Kramer 122, in der Zips schirlen Schröer 201a, vgl. auch schirlen sp. 208: hat ein besenbinder bei seiner träuung in die hosen geschurlt. quelle bei Frommann 4, 184. vielleicht lehnwort aus dem slav., vgl. cech. čurati?, oder lautmalende bildung? für ersteres spricht das verbreitungsgebiet.ein anderes schurrlen findet sich in der Schweiz in dem sinne 'mit übereilung und ohne ordnung etwas thun', s. Stalder 2, 355.
 
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schürletz, schürlitz, m. name eines zeugstoffes und eines kleidungsstückes aus demselben. in der ältern sprache: ahd. scurliz, postcamisia, peripetasmatis; scorlez, palludamentum, sarochium; schurliz, subticula, subucula Graff 6, 545; mhd. schürliz, -tz, schurliz Lexer handwb. 2, 829, subucula, scurlitz, est camisia, quae sub alba induitur. glosse bei Scherz-Oberlin 1456; mnd. schorlisse, scorlitze, schurlitz, auch als bezeichnung eines alten weibes Schiller-Lübben 4, 120a, schorlitze 6, 255b: paludamentum .. scorlez Dief. gloss. 408a, peripetasma .. scurliz 427a, postcamisia 449b, subuncula scurlitz, schurlitz, schurtzduch 562c, schürlitz nov. gloss. 353b; gewöhnlich als lehnwort aus mittellat. scorlitium (= superpellicium Du Cange 7, 666c) erklärt, doch ist die herkunft dieses letzteren nicht klar (entstehung aus superpellicium kaum denkbar) und die bezeugung äuszerst dürftig, sodasz man angesichts der weiten verbreitung des wortes im deutschen und des fehlens in den romanischen sprachen eher entlehnung in umgekehrter richtung annehmen wird. was die bedeutung angeht, so war nach A. Schultz höf. leben2 1, 258 der schürliz eine art unterrock, bei bauerfrauen eine mit schafpelz gefütterte jacke 330, vgl. indes zeitschrift für d. phil. 24, 530. im nhd. wird das wort von den ältern wörterbüchern noch häufig verzeichnet: schürletz (der) barchet und alles so baum wullin ist, xylinum. Maaler 362c; schurlitz, xylinum, alles was baumwollicht. Schottel 1411; schurlitz, der, sic appellatur omne xylinum, alles was baumwollicht ist, utpote focalia è gossipio texta, ac collaria, xylina. Stieler 1943; schürletz, barchet, xylinum Dentzler 2, 257a, vgl. auch Frisch

[Bd. 15, Sp. 2052]


2, 235a; bei Luther steht die schurlitz (schürlitz) Jes. 3, 23 als variante zu die koller (eigentlich: die leinenen unterkleider), s. Bindseil-Niem. 4, 7; schurczlicz quelle vom j. 1520 bei Schm. 2, 461, vgl. auch Schöpf 653 (schirlitz). — dazu die zusammensetzungen: schürlitzgeld, n. geld, das an stelle eines schürlitzes als preis bei schützenfesten gegeben wird, in Bern, s. Rochholz, zeitschr. f. d. phil. 1, 462; schürlitztuch, n.: ein halb schwarz schürlitztuch unter den preisen des Züricher freischieszens von 1465, s. ebenda; schurliztuch s. Birlinger 404a; dasz unser lieb herren schultheisz und rat zu Sursee dise nachbenempten aventüren uszgeben wellend ... darumb ze schiessende, mit namen einen ochsen ... ein gantz schürletztuch. Tschudi 2, 563a (beschreibung eines gesellenschieszens vom jahre 1452), vgl. Frisch 2, 235a.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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