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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seichte bis seichung (Bd. 16, Sp. 173 bis 174)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seichte, f. , substantiv zum adj. seicht, mhd. sîhte; in verschiedener bedeutung.
1) vom wasser, untiefe, seichte stelle im flusz: die seichte, aquae non sufficiens profunditas, vadosum, aqua minus alta Frisch 2, 258b; es ist auch recht, wann ain maister naw vert mit salz, so mag er wol angevär in ain seicht varn und mag sich uber dieselb seicht schiffen. Salzburger taid. 87, 46;

wil die klippe darum spalten, wird die seichte drum erhöht?
A. Gryphius 1, 286;

mit dem plur. seichten: ängstlich vermeidet das thier die ihm so gefährlichen seichten. Brehm thierl. 2, 858;

du schaumichter Hirkan,
dein falscher grund der seichten und der tiefen
hat uns ja offt angst, bleich und nasz gemacht.
P. Fleming 103;

mein hauch, der meine suppe kühlte, würde
mir fieberschauer anwehn, dächt ich dran,
wie viel zur see ein starker wind kann schaden.
ich könnte nicht die sanduhr rinnen sehn,
so dächt ich gleich an seichten und an bänke. Shakesp. kaufmann von Venedig 1, 1;

erst in der neueren sprache tritt die ursprüngliche abstracte bedeutung, ohne plural, rein hervor: bis er geprüft hätte ihrer wasser tiefe und seichte. Rückert 11, 437.
2) seichte, übertragen, nach seicht 4: lasz uns vermeiden .. die knappheit und die weitschweifigkeit, die leere und die seichte. Rückert 11, 224.
 
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seichten, verb. seicht machen:

und wallete tieferes wasser,
ward es ein port: doch es seichtet ein sandiger boden die fläche.
Voss bei
Campe.

vgl. verseichten.
 
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seichten, verb. seihen: das das wasser durch ein tüchlin geseichtet werde. Thurneiszer von wassern (1575) 407; wenn es gesotten ist, so seichte es durch ein reines tuch. Würtz pract. der wundarzn. 343. die form steht zunächst zu dem th. 8, sp. 2796 verzeichneten sechten 2 und 3, und bestätigt die dort gegebene annahme des etymologischen zusammenhangs mit seihen, seichen; vgl. auch baslerisches seechte, seihen, seigen Seiler 267b.
 
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seichter, m. gerät zum durchseihen:

auch so hat er weder sib noch die seck,
gieszvasz, angster, seichter, trachter, noch kain beck.
Uhland volksl. 719;

in Basel seechter, seiher, seechterli, kleine seihe für thee, milch Seiler 267b. vgl. auch unter sechter 2, theil 8, 2797.
 
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seichtgelehrt, zusammenrückung aus seicht gelehrt oben unter seicht 3, mit tonrückung auf die erste silbe: seichtgelehrt: flachgelehrt ist noch minder. dan der seicht gelehrt ist, der ist doch noch durch die flech getrungen. Joachim Jungius, vgl. zeitschrift f. d. d. alterth. 36, 31; wenn man mit einem seichtgelehrten kerlen weder in dem predigtampt noch in der richterstube fortkommen kan. Chr. Weise erzn. 84 Braune.
 
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seichtheit, f. seichte art, der zustand da etwas seicht ist Adelung, als ausdruck der gewählten rede: mit der jämmerlichen verworrenheit und seichtheit seiner begriffe und vernünfteleyen. Wieland 5. suppl.-band 85;

sprecht von den alten mit mehr erfurcht, ihr jünger der seichtheit,
weil ihr ihnen ja doch alles in allem verdankt.
Platen 138a.


 
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seichtigkeit, f. ältere bildung für seichtheit, von Adelung und Campe dem gemeinen leben zugewiesen, jedoch auch der gewählten rede eigen; im eigentlichen sinne: seichtigkeit, paucitas aquae Steinbach 2, 573; übertragen, nach seicht 4: der empirismus in der ganzen blöse seiner seichtigkeit. Kant 4, 210; die seichtigkeit der schauspiel- sowohl als romandichter. Lichtenberg 4, 186.
 
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seichtling, m. seichter mensch, kopf, welcher seichte kenntnisse hat. Campe als neubildung.

[Bd. 16, Sp. 174]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seichtsinn, m.: drum zieh ich dem altmodischen tiefsinne den neumodischen seichtsinn vor. J. Paul grönl. processe 1, 34.
 
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seichtopf, m. nachttopf: madula seychduppen, seychdoppe, seychtoppen, seichtopf, seichdopf Dief. 342c; urinale seichdoppe 630b; seichtopf, pisztopf Campe.
 
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seichung, f. handlung des seichens: minctio seychunge Dief. 361c.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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