Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
segenzeug bis segmüntz (Bd. 16, Sp. 116 bis 118)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) segenzeug, m. n. zu sege, segen, f. netz gehörig, wohl das netz mit dem zubehör bezeichnend: ainer nach dem andern (ein fischer nach dem andern soll) darauf sein vach, unverhindert der andern, verfachern, doch kain vischer dem andern zu nachent, also das alweg ain segenzeug entzwischen sein mag, auch kainer dem andern seine stecken ziechen noch reuschn heben. tir. weisth. 4, 10, 3 (v. 1505).

[Bd. 16, Sp. 117]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) segenzug, m. zum gleichen wort gehörig wie das vorige, fischfang mit dem netz. tir. weisth. 4, 11, 10 (die stelle s. unter segenfischer).
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
segerbaum, m. sabina (juniperus sabina). Dief. 505c. vgl. DWB sabenbaum oben 7, 8, 1592.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
segese, f., s. DWB sense.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
segete, f., s. DWB segede.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
segge, f. riedgras, schilf, ursprünglich ein nd. wort, 'im oldenburgischen eine art eines langen und groben grases'. brem. wb. 4, 736, carex ten Doornkaat Koolman 3, 168, segg, carex, dazu als adj. seggig Danneil 191a, holst. sech (mit übergang der auslautenden media in die spirans). korrespondenzbl. des vereins f. nd. sprachf. 15, 91. segge, carex bieten auch Jacobsson 4, 119b. Nemnich 1, 881 (unterarten: schwarze oder rotbraune, gelbe, bleiche, spitzige, rauhe, zackige, lehmige, schlammige oder schöne segge, wintersegge, sandsegge, rasensegge, heidesegge, felsensegge, bruchsegge, morastsegge, hasensegge, fuchssegge, haarsegge, kugelsegge, blasensegge u. a. m.). Oken 3, 425 (gelbe, spitzige, rauhe, flohartige, zweihäusige segge, sandsegge, rasensegge, hirsensegge, geiszelsegge). Behlen 5, 603 (kleine, schlaffe, fingerförmige, sternförmige, heimlichblühende segge, sandsegge, bergsegge, sumpfsegge, waldsegge, kugelsegge). doch gilt das wort auch für das wasserviehgras, poa aquatica. Nemnich 2, 1018. entsprechende oder eng verwandte formen bieten auch andere germ. dialekte: mndl. segghe, gramen palustre majus. Kilian (als flandrisch bezeichnet), nndl. segge f. riedgras; ags. secg, m. n. carex, gladiolum, lisca Bosworth - Toller 854b, engl. sedge, riedgras, schilfgras, schwertelgras. ten Doornkaat Koolman 3, 168 vergleicht innerhalb des deutschen nd. sigge, calmus und andere sumpfpflanzen bezeichnend. 181b, oberpfälz. saich, ried, sumpfgras, carex. Schm.2 2, 212, saher, riedgras, grasspitze (s. dies oben th. 8, 1662) und führt diese bildungen auf die wurzel sak, schneiden zurück, die auch in sech, pflugmesser, säge, sichel vorliegt (s. DWB sech oben theil 8, 2773). Prien stellt das wort im korrespondenzbl. d. vereins f. nd. sprachf. 15, 91 weniger wahrscheinlich mit dem nd. flurnamen segen und den verben seigen, seihen, sickern, sinken zusammen. an saher rührt näher die bei Nemnich verzeichnete nebenform segger.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
segger, subst., s. das vorige.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
seggern, verb. hess. sägend, mit stumpfer klinge schneiden. Pfister 273, zu sägen gehörig.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
segler, m. , auch (heute seltener) segeler.
1) der segelt, mhd. sigelære, nd. segeler.
a) der mit einem segel, mit segeln fährt und allgemeiner: schiffer, segeler, nauta, navigans. Stieler 1990. patronen, segeler, stürmenner, vischer. anzeiger f. deutsche vorzeit 3, 303;

dô die sigelære
hinz Akers brâhten diu mære,
daʒ si der soldan
het heiʒen varn von dan.
Ottokar 45217 Seemüller;

niemals rühmte sich noch ein segeler (ναῦται), frei des verderbens
dort (bei der Skylla) vorüberzusteuern.
Voss Od. 12, 98;

steure muthiger segler! (Columbus).
Schiller 11, 46.

hierher oder nach b gehört die sprichwörtliche wendung:

am gewäsche (erkennt man) den gimpel,
den segler am wimpel.
Simrock 446, 9449.


b) ein schiff hinsichtlich seiner art zu segeln. Adelung, allgemeiner auch: zu fahren überhaupt: ein guter segler, ein schnell segelndes schiff. ebenda. Bobrik 635b: der capitän ist ein junger, munterer mann, das schiff gar zierlich und nett, in Amerika gebaut, ein guter segler. Göthe 28, 78. ein schlechter oder stumpfer segler als gegensatz dazu. Bobrik 635b. segelschiff, schiff überhaupt: auch eine hinreichende anzahl geübter ruderer fehlte, nicht dasz die italischen seestädte keine handelsschiffe gehabt, aber diese waren nicht als galeeren, sondern als segler gebaut. Niebuhr 3, 676; in ausgeführtem bilde:

alle sie (die wogen) spiele des sturms,
in die nacht hinab der staatsumfassung! die segler
schwebeten, schwankten, krachten einher,
kühn gesteuert einher, und ohne steuer.
Klopstock 2, 192.


c) in freierem gebrauch:

eilende wolken! segler der lüfte!
wer mit euch wanderte, mit euch schiffte!
grüszet mir freundlich mein jugendland!
Schiller M. Stuart 3, 1.


d) so auch als bezeichnung von thieren, die eine dem segeln ähnliche bewegungsart haben.

[Bd. 16, Sp. 118]



α) eine muschelart, der papiernautilus, die schiffkuttel, seenympfe, argonauta. Nemnich 1, 435.
β) der auch segelfalter genannte schmetterling, papilio podalirius.
γ) eine alpine schwalbenart, der bergspyr, grosze spyr, cypselus alpinus heiszt auch alpensegler. Tschudi thierleben der alpenwelt (1853) 285.
δ) bezeichnung drehkranker schafe. Adelung, nd. sêgelär Schambach 189a, sêgeler korrespondenzbl. d. vereins f. nd. sprachforschung 10, 43, nach Nemnich wb. 1, 276 besonders wenn sie sich geradeaus bewegen.
e) von der vorigen anwendung (d, γ) aus übertragen götting. gedankenloser mensch, der nicht weisz was er thut, als schelte: sêgelär und swêre nâd! Schambach 189a, auch einfach: sêgelär!, olle sêgelär!, wie: 'schaf! hammel! dummkopf!' hildesheim. eigensinniger mensch. korrespondenzbl. d. vereins für nd. sprachforschung 10, 43.
2) nonnumquam etiam pro opifice velorum, seu linteario, segelmacher, sumitur. Stieler 1990. vgl. DWB segeln 2.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
sfglerin, f. zum vorigen, seglerinn, foemina vela pandens. Stieler 1990, freier:

senke nieder
adlergedank (der die welt ermessen wollte) dein gefieder,
kühne seeglerin, fantasie,
wirf ein muthloses anker hie.
Schiller 1, 275.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
segmüntz, subst. frühnhd. als pflanzenname begegnend, marrubium (von 1530) Dief. 350a. Dasypodius, daneben sigmüntze, f. (15. jahrh.), sigmintz (1521) Dief. a. a. o., semüncze, nepica. nov. gloss. 263a. sigminz erscheint auch bei Megenberg: marrubium haiʒt marobel oder sigminz und haiʒt auch ze latin prassium. 408, 34. älter sind die glossen sigiminze, simiza, nepeta, nepita, sigiminza, siminza, simiza, saminza, sisimbrium. Graff 2, 819, simeza, simzo, nepeta. Dief. 378b. vgl. auch mnd. seminte, siminte, nepeta, ags. sæminte, nereta 378c. der zweite bestandtheil des worts ist augenscheinlich münze, minze, mentha (s. dies oben theil 6, 2247).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 21 bis 30 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer
21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
Artikel 21 bis 30 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer