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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seelmörder bis seelräuberin (Bd. 16, Sp. 51 bis 52)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seelmörder, m., vgl. seelenmörder: (dr. Carlstad) tödtet also auff dieser seiten die seele, wie der bapst auff jener seiten, brechen alle beide, wie die seelmörder, christliche freiheit. Luther 3, 54a; zu trotze den sündenmeistern und seelmördern. 58a; jr aber nemet mir, als ein seelmörder, meines herrn wort. 529b (ebenso 62a. 288a, dagegen 96a seelnmörder); jr seid seelmörder. 4, 63a; und thet den seelmördern und verrhetern fast wol. 6, 10a; das sie die ehe verpotten

[Bd. 16, Sp. 52]


haben widder got und seyn heyliges wort, als die seel mörder, und haben damit alle welt mit unkeuscheyt erseufft. 12, 238, 32 Weim. ausg.; (edelmann zum mönch:) thut dann irs nit, ir seelmörder? habt also pauren als wir ..., und so sies (das steuern und fröhnen) nit bald haben wöllen thun, habt irs in pan than. Schade sat. u. pasqu. 3, 105, 12. — dazu seelmörderei, f.: man solle bey leib niemand treiben noch zwingen, auff das man nicht wider ein newe seelmörderey anrichte. Luther 4, 428a; durch des bapsts binderey, seelmörderey, abgötterey, lügen und des glaubens zerstörung. 8, 235a. —
 
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seelmörderisch, adj.: die bäpstliche, seelmörderische, ärgerliche nach der mainung Pauli teufelische satzung von der pfaffen onkeusche keuscheit. Schade satiren u. pasqu. 3, 286, 8; des seint dise bäpstliche satzung ergerlich vor juden und heiden, und dasz ichs mit eim wort sag, ganz seelmörderisch. 287, 35. dafür seelmördisch: ehe ich dem seelmördischen geist wolt ein harbreit oder ein augenblick weichen. Luther 3, 55b.
 
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seelnapf, m. schüssel mit mehl und eiern, die man mit einem brotlaib den verstorbenen als opfer auf die bahre legt. Schm. 2, 256; ein gebrauch, der wol aus dem heidenthum stammt, s. E. H. Meyer mythol. s. 74.
 
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seelnetz, n., vgl. seelennetz:

mit viel menschen gesetzen,
mit bannen und gepot,
mit geltstrick und seel netzen. bergreihen s. 51 neudruck (26, 3) =
H. Sachs 22, 91, 21 Keller - Götze.


 
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seelnonne, f. unverehelichte weibliche person, die in einem seelhause (vgl. daselbst und seelweib) erhalten wird und für die seelen der verstorbenen zu beten hat. Campe. Frisch 2, 254b mhd. sêlnunne, s. Lexer handwb. 2, 867, begine Haltaus 1670, jetzt in Baiern die leichenfrau, die die leiche wäscht, ankleidet, in den sarg legt, das leichenbegängnis und den seelendienst besorgt. Klein 2, 151. Schmeller 2, 256 f. belege: an. 1423 haben Conrad und Peter die Mendel ein seel - haus gestifftet am Ponersberg für die seel-nonnen. quelle bei Haltaus 1670;

in dem der Freyheit (personifikation) wart gancz swach,
ein allte sel nün zu im sprach:
getraw nür got wol und schick dich,
so ferstu in das himelrich.
H. Folz zeitschr. für d. alterthum 8, 536, 162;

zu hand sein (des kranken schneiders) gselln sampt der seelnunnen
sprengeten auff jn (den teufel) ein weichbrunnen.
H. Sachs 5, 380d.


 
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seeloch, n.
1) im wasserbau, ein strom im watt. Jacobsson 4, 117a, s. seegatt.
2) bei den sporern loch an einer reitstange, durch welches das mundstück um den zapfen herumgebogen wird. die stange heiszt daher seelochstange. ebenda.
 
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seelotenklee, m. der gemeine steinklee, trifolium, melilotus officinalis. Nemnich.
 
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seelöwe, m. leo marinus, grosz als ein ochs, mit einem löwen-kopf. Frisch 2, 253c; name zweier robbenarten: der zottige seelöwe oder seebär, besonders in der Südsee, phoca jubata, und der glatte seelöwe, gewöhnlich seelöwe schlechthin, oder löwenrobbe (holländ. zeeleeuw, dän. søløve, schwed. sjölejon), phoca leonina, leo marinus. Nemnich, vergl. ferner Adelung. öconom. lex. 2689. Oken 7, 1460. so schon mhd. sêlewe phoca. mhd. wb. 1, 967b (wenn nicht entstellung aus seleh, vgl. DWB seel — ?); die sogenannten seelöwen oder löwenrobben werden von einigen ebenfalls als vertreter einer besonderen sippe (otaria) angesehen, während andere, ihrer kurzen ohrstummel wegen, sie mit den seebären zusammenziehen. Brehm illustr. thierl. 2, 786; so ist eure stadt gesegnet, — dasz in ihr sich begegnet — des meerschiffes mast — mit der landkarawane rast, — der löwe mit dem seelöwen. Rückert (1882) 11, 557 (43. mak.). — übertragen, ein löwe, ein groszer held zur see, s. Campe; im badischen landtage 1831 die abgeordneten aus dem seekreise. Wander 4, 496.
 
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seelpfennig, m. opfergeld für seelmessen: opfer- und seelpfennige sind gefallen. Luther briefe 3, 39;

dazu kommen dan faiszt prebenden, ...
sölpfenning, zehend, opfergelt.
Fischart dichtungen 3, 119, 87 Kurz (vgl. die anmerk. s. 450).


 
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seelraubend, adj.: ich habe einen grossen sinn und zuneigung zu dem bilde eueres gottes, der so eine schöne und seel-raubende gestalt hat. Olearius pers. baumg. 92a (8, 13). —
 
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seelräuberin, f.: es gehöret sich nicht auff solch eine

[Bd. 16, Sp. 53]


seel-räuberin (die welt) seine liebe fallen zu lassen, die alle morgen einen andern mann bey sich hat. 18a (1, 28).

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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