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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
segner bis sehe (Bd. 16, Sp. 127 bis 128)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) segner, m., dasselbe wie segenvischer, aus älteren bair.-östr. quellen bezeugt Frommanns zeitschr. 7, 109, als segener Lexer mhd. hdwb. 2, 849.
 
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segner, m. ein kleineres frachtschiff auf dem Bodensee. Schmid 358. Schm.2 2, 241, 180 fasz ladung fassend. Stalder 2, 368. auch segener. Schm. a. a. o. vielleicht mit dem vorigen zusammenhängend (eigentlich schiff eines segenfischers?).
 
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segner, m. der segnet, mhd. segener (s. unten), benedicens, fortunans, gratulabundus. Stieler 1669: von kind auf huldigte man ehrfurchtsvoll den gütigen segnern (göttern) den leicht befreundbaren nothhelfern. Voss antisymb. 1, 192;

die allgerechten
götter schlagen den mann nun,
der zum verderben den seegner zwang.
Heinr. Füssli im Gött. musenalm. auf 1770 s. 57.

meist nach segnen 4 incantator. Frisch 2, 255c. Campe: zauberer, segener, wârsager sollen sich entschuldigen mit einem glüenden eisen und brenhaisen wasser. Aventin 2, 143, 10 Lexer; sich bey segnern raths erhohlen. quelle bei Frisch 2, 255c;

wer nu ein segener wolle werden,
der lerne den segen vlîʒeclich,
den si sprach.
Hugo v. Trimberg Renner 12187.


 
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segnerei, f., segensprechen der zauberer. Frisch 2, 255c, mnd. segenerie Schiller - Lübben 4, 169a. vgl. das vorige: er treibe zauberwerck, segnerey und ohnhulde künste. anmuth. weish. lustg. 113. in der hebammenordnung im Memminger stadtrecht sind die segnereien strenge verboten. Birlinger 385a.
 
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segnerin, f. zu segner, segnerinn, piatrix, foemina vota pro salute alicujus nuncupans, faciens, etiam sepulcralis magistra (leichenfrau?) et incantatrix, venefica, saga. Stieler 1669, mhd. segenerin, besprecherin: ob du je gelöbtetost an hecse unn an lachenerin, unn an segenerin. quelle bei Scherz-Oberlin 2, 860.
 
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segnung, f. , das segnen, der segen. Stieler 1669, nach Adelung von einigen neueren in der höheren schreibart für segen gebraucht, aber schon mhd. so segenunge, md. seignunge, seinunge, senunge Lexer mhd. hdwb. 2, 850, der verkürzten nebenform des verbs segen entsprechend in älterer sprache auch segung Dief. 217b (s. unten 3); mnd. segeninge Schiller-Lübben 4, 169a.
1) im sinne von segnen 2, rein verbal in einsegnung der konfirmanden u. ähnl., wie segen: dar nâch ein ymnus, lectio, ein vers, kyriel., diu segenunge. Hohenfurter benedictinerregel (in Haupts zschr. 16) 17, 11. in verbalen fügungen, ohne artikel: alse di (psalmen) gesungin werdin und ein vers der nâch, so gebe der abbit sênunge. 9, 8; als ein vers gesprochin werdi und der abbit seignunge gegebe. 11, 12; alse daʒ drîe stunt gesprochin werde, so neme er seinunge und gê ûʒ. 35, 24; und alse er seignunge inphanchin habe. 38, 7.
2) im sinne von segnen 3, segen 3: mit den segnungen deines volkes und mit meinen freudenthränen bezeichnet, wird jeder tag deines königlichen lebens zum himmel empor steigen, die guten thaten, womit du ihn erfüllt hast, zu den füszen des königs der könige niederzulegen. Wieland 7, 211;

fahr dann wohl du trauter unsrer seele,
eingewiegt von unsern segnungen,
schlummre ruhig in der grabeshöle,
schlummre ruhig bis auf wiedersehn!
Schiller 1, 182;

[Bd. 16, Sp. 128]



ein gesittet fröhlich volk
das sich, so oft ich öffentlich mich zeige,
mit segnungen um meine sänfte drängt,
dies ist das schauspiel, das ich (Elisabeth) fremden augen
mit ein'gem stolze zeigen kann. M. Stuart 2, 2;

den vater sah ich mild versöhnt, die kinder
zu seinen füszen, den segnungen sich beugende.
Göthe 57, 291.

mit objectivem gen.: aber während die lüfte von lobpreisungen und segnungen des edlen, groszmüthigen und weisen Pegrinus erschallten, schlich ich mich aus dem getümmel fort. Wieland 28, 151.
3) im sinne von segnen 4, segen 6, segunge, exorcismus. Dief. 217b.
4) im sinne von segen 9: da wider hat unser vrowe sent Maria drier hande segenunge. ad. pred. 48, 28 Leyser; Lucie dagegen, erst durch jene glücklichen segenungen zu theilnehmender liebe wieder erwacht, sah im geiste schon ihre schülerinnen sich in's hundertfache vermehren. Göthe 23, 207; die segnungen des friedens genieszen.
 
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segrer, segerer, m., aus lat. sacrarium, sacrarius, sakristei, nebenformen zu sagrer, sagerer, s. oben theil 8, 1662. nachträgliche belege: so ging st. Ulrich in den segrer und taylet darausz den chrysem. quelle bei Birlinger 385a; do gussen sy das wasser in den segrer in ainen winckel. quelle bei Scherz-Oberlin 1469; do kam der arm wider zu S. Martin in den segerer. ebenda; do erschrack er und ging in den segrer oder sacristi. Seb. Brant der heiligen leben (Straszburg, 1502) 19; es gieng eines tags desselben hertzogen fraw in sant Servatius sacristi und wolt schawen was in dem segerer were. 32.
 
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sehachse, f.: 'seheachse, die gerade linie, die aus dem sehepunkt einer sache, wornach man sieht, durch den mittelpunkt des auges geht'. Jacobsson 4, 119b; seheaxe Adelung, seheachse, sehachse Campe.
 
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sehart, f., seheart bei Campe aus Herder: erfindung und zeichnung sind früchte der denk- und sehart. Herder 1, 228 Suphan; jede (nation) hat ihre eigne sehart, ihre lieblingsschwächen, ihre methode und vortrag, ihre verständlichkeit und localschönheiten. 2, 357.
 
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sehbar, adj.: sehbar, poco usitato, in luogo di cui si dice meglio sichtbar. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 739c;

der du, was sehbar siehst.
Grillparzer 2, 55.

hierzu sehbarkeit, f.: wie die gegenstände, durch licht, schatten und farbe von einander abgesondert, in ihrer vollkommensten sehbarkeit von einem gesunden frischen auge geschaut werden sollen. Göthe 43, 418.
 
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sehe, f. (daneben selten m. in älterer sprache), ahd. seha, acies, pupilla Graff 6, 123; mhd. sehe (die sehkraft, das sehen, der blick, der augapfel, die ansicht, der anblick). mhd. wb. 2, 2, 281b. Lexer mhd. handwb. 2, 850. die sech, acies oculi Schm. 2, 245; die sêch, sêcha, aussehen: in den feldern hat's eine schlimme sêch Schöpf 666; sehe, die pupille im auge Albrecht 211b; sâ, die sehe des auges, das sehvermögen. Göpfers mundart des sächs. Erzgeb. 32; dim. seheke, pupille Frischbier 2, 336a; vgl. noch: sâichi, n., pupille des auges Kramer Bistritzer dialect 113. Frommanns zeitschr. 5, 173, 114 (enem nôm sche griweln). Adelung, der das wort verzeichnet, meint, dasz sehe im sinne von sehkraft nur noch im 'gemeinen leben' üblich sei, Campe bezeichnet sehe als ein 'niedriges aber deshalb noch nicht verwerfliches wort'. der neueren schriftsprache ist das wort fremd.
1) sehe, die pupille, augenstern u. ä.: dher euuih hrînit, hrînit sînes augin sehûn. Isidor 11, 6; das loch der uveae und auges wird genant pupilla, das schwartze kindlin die sehe und der stern der augen. Bartisch augendienst (1583) 7; augapfel: so sol man den augapfel oder die sehe wohl bedecken. Zechendorfer zwei bücher von gebrechen der ross (1571) 1, 38; sehe, 'bey einigen neuern sowohl die krystallene haut des auges, als auch der helle glänzende fleck im auge, welchen auch die mahler ausdrücken'. Adelung; in gehobener sprache:

über seine wangen rann
die sehe blutig (φοίνιαι δ' ὁμοῦ γλῆναι).
Stolberg 13, 183.

das auge:

(Polyphem spricht) schön ist mir die einzige sehe.
Rückert nachlasz (1867) 35.

bei den jägern heiszen die augen des hasen sehen (sehen oder sehne öcon. wb. v. 1744 s. 2700).
2) das vermögen zu sehen: sie möchten sich die sehe etwa schwächen wenn sie mich recht genau ansehen sollten.

[Bd. 16, Sp. 129]


Gellert 3, 241; die kurze sehe und die augenscheinliche unbärtigkeit betreffend. Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 49;

morgennebelung verbindet
mir des blickes scharfe sehe.
Göthe 5, 16;

im starren auge glühte keine sehe.
Grillparzer 6, 103;

wenn nicht das schielen .., doch einen geringeren fehler der sehe. Rückert ham. 2, 61. übertragen: die galle hat sich seiner sehe bemeistert. Lessing 10, 205.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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