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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seer bis seeräuberei (Bd. 16, Sp. 64 bis 65)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seer, s. DWB sehr.
 
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seerabe, m.
1) eine rabenart in Livland, deren schnabel wie eine säge mit zähnen versehen ist und die in thürmen und alten gebäuden nisten. Adelung. öconom. lex.2 2321.
2) der wasserrabe, kormoran, scharbe, schlucker, feuchtarsch, schwarze pelikan, pelecanus carbo. Nemnich: seerabe, f. [?], corbeau de mer. Hulsius 295a; feuchtars, seerab, sil. wasserrabe, schalichorn, q. ein schlucker, corvus aquaticus, piscivorus, voracissimus. Henisch 1079, 17; corbaccio, uccellaccio di mare, it. movetta. Kramer dict. 2, 730a; vgl. Oken 7, 412 ff.: endten, seeraben (shags). gab es hier in groszer menge. Forster reise 1, 100; zuweilen ein seerabe (corvorant), eine endte, taube oder papagay, machten dann und wann eine angenehme abwechselung in unsrer täglichen kost. 109; auszer verschiedenen arten wilder endten, gab es hier auch seeraben (shags), echte seeraben (corvorants) u. s. w. 120; die seeraben aus dem Nordland, die cormorans, grosz wie ein storch und stärcker, als der adler, und wehren sich gegen den förster noch, wenn er sie angeschossen hat. Alexis hosen12 204. dazu: da hatten grosze schaaren einer schönen seeraben-art genistet. Forster reise 1, 153; ein stück von einer see-rabenpastete (shag-pye). 158.
3) die tauchergans, auch meerrache, -racke, seerache mit dem grünen kopf, schlucker, feuchtarsch u. s. w., mergus merganser. Nemnich; der grosze säger, mergus merganser L. gemeiner säger; .. seerachen, groszer seerachen (sägerrachen); .. seerabe; — die weibchen und jungen: .. seekatz; seegeisz. Naumann vögel Deutschl. 12, 356.
4) der grönländische seerabe (oder seetaucher), auch seehenne, seeelster, der kleine alk, eine art papageientaucher, alca alle. Nemnich.
5) see-rabe, corvus marinus versicolor, in America an den Mexicanischen sümpfen. Frisch 2, 253c, s. auch Adelung. (zu 2?)
6) als fischname: die meerschwalbe, trigla hirundo. Campe; der umberfisch, sciaena umbra. Nemnich, s. seerappe.
 
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seerache(n), m. die tauchente, mergus. Nemnich; see-rach, s. DWB rachen, mergus major albus capite nigro. Frisch 2, 253c, vgl. auch öcon. lex.2 645. nach Adelung wegen seiner gefräszigkeit so benannt; doch hat schon Campe mit recht gegen diese ableitung (von rachen) protestiert und auf das landschaftliche rack, racke für rabe hingewiesen. vielleicht ist dieses verwandt mit altn. hrókr seerabe, ags. hróc, engl. rook, ahd. hruoh, mhd. ruoch, krähe, s. DWB ruch (theil 8, 1341). im einzelnen unterscheidet Nemnich: seerache mit dem rothen kopf, mergus castor; seerache mit dem grünen kopf, mergus merganser, s. auch DWB seerabe 3 und meerrache, theil 6, 1856. belege: sie (die wilden enten) werden mit unterschiedenen namen beleget, .. als: 1. seerachen, 2. gemeine grosse wilde endten. .. das erste genus nemlich die see-rachen, bringen ihre brut in Schwaben, Bayern und Oesterreicher-landen, allda man sie in grosser menge antrifft. Hohberg 3, 2, 321a; vom see-rachen dieses ist eine grosse art enten, gantz weisz, mit einem schwartzen kopffe. Döbel 1, 71.
 
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seerappe, m. der umberfisch, auch meerrappe, seerabe, seekrähe, sciaena umbra. Nemnich: coracinus, ein meer- oder seerapp. Gesner fischb. von Forer 29a.
 
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seerath, m. oberste behörde in einem seestaate, der die aufsicht über das gesammte seewesen und besonders die marine zusteht, admiralität, admiralitätsgericht. Campe: der seerath der republik hatte nach Vlieszingen befehl erlassen. qu. s. ebenda. jetzt kaum noch üblich.
 
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seeratte, f., s. DWB seeratze.
 
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seeratze, f. ein fisch von eigenthümlicher gestalt, s. auch DWB seeaffe, DWB seedrache, chimaera (monstrosa). Nemnich, vgl. Oken 6, 64: chimaera, Linné seeratze. ... chimaera monstrosa, Linné die gemeine seeratze. Faber fische Isl. 41; der in Jütland bei Skagen für ihn gebrauchte name: havmuus, bedeutet das nämliche als das isländische hafmus und das norwegische seerötte oder seeratze, und rührt von seinen langen schwanzfedern her. 43; chimaera cristata. die gehaubte seeratze. 45.
 
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seeraub, m.: piratica .. seraubt .. zeeroeff (gemma gemmarum. Cöln 1507). Dief. gloss. 437a; seerauberey, seeraub, l'art d'escumeurs de mer. item pillage qui se fait par mer. Hulsius 295a;

[Bd. 16, Sp. 65]


seeraub, piratica. Dentzler 2, 261a. in den andern nhd. wörterbüchern (einschlieszlich Campe) nicht verzeichnet, dafür seeräuberei (s. auch seeraubung). das wort scheint demnach eine jüngere bildung zu sein: denn nicht immer ist der seeraub, die gewaltsame aneignung fremden eigenthums auf dem meere, ein verbrechen in den augen der menschen gewesen. staatslexicon3 13, 296; neben dem seehandel trieben die Phönicier, zumal in den ältern zeiten, auch seeraub, und entführten gern schöne weiber und kinder. Becker weltgesch.8 1, 111; das schön geglättete ruderschiff für handel, seeraub, auswanderung junger volkskraft. Freytag bilder 1, 55; am 30. märz 1857 wurde seitens Hollands ein freundschafts- und handelsvertrag erneuert, wonach der sultan (von Atschin auf Sumatra) sich gemeinschaftlich mit Holland verpflichtet den strandraub an seinen küsten wie den seeraub auf seinen gewässern zu bekämpfen. Augsb. allgem. zeitung 1873, 1741b.
 
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seerauben, verb., seltne zusammenrückung von zur see rauben (oder nach seeräuber gebildet?): see-räuberey treiben, see-rauben, andar' in corso, corseggiare, piratare, pirateggiare. Kramer diction. 2, 730a, vgl. nl. see-rooven, piraticam exercere. Kilian und seeraubung.
 
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seeräuber, m.: seeräuber sind diejenigen, welche auf der see fremden eigenthums sich mit gewalt bemächtigen, um sich zu bereichern, ohne eine vollmacht zu dieser bemächtigung von irgend einem staate zu haben. staats-lex.3 13, 297. gleichbedeutend werden im allgemeinen gebraucht pirat und corsar (letzteres eigentlich von den berberischen seeräubern an der afrikanischen küste des mittelländischen meeres), s. Campe und Eggers 1, 600. kaper bezeichnet dagegen nach Adelung einen, der vollmacht dazu hat. mhd. begegnet sêrouber (neben mer-, schif-, waʒʒerrouber) nur ganz vereinzelt in glossen, s. Lexer handwb. 2, 891: pirata, -or .. schiff-reuber, .. -morder vel rouber; see-reuber, -morder; sehe-, merhreuber; .. see-, wasser-rauber, -rouber, -rober .. nd. se-, sey-, zeerover Dief. gloss. 437a; der gewöhnliche ausdruck ist galiôt, s. Schultz höf. leben2 2, 344, anm. 1. mnd. nur vereinzelt in glossen, s. oben (sonst sêschumer Schiller-Lübben 4, 194b), neund. sêrôfer ten Doornkaat Koolman 3, 176a; nl. see-roover, pirata, praedo marinus Kilian. nhd. noch vereinzelt ohne umlaut: die ordensbrüder aber wandten dagegen für, sie hetten die insel von öffentlichen feinden und seeraubern erobert. Schütze beschr. der lande Preuszen 92b; seerauber auff Gottland. 155a (am rande); seerauber, m. un escumeur, pirate. corsaro. Hulsius 295a; derer wahren (waaren), welche du zu holen auszzeuchst, die kein zöllner anhalten, kein seerauber versencken ... kan. Opitz 2, 258; seerauber, pirata Frisch 2, 253c. gewöhnlich indes: hamiotae .., fures maritimi, seeräuber. Corvinus fons lat. 311a; pirata .. ein seeräuber, der von einem ort zum andern fähret, und sihet wo er etwas erschnappt. 481b; meer- sive seereuber, pirata. Stieler 1526; see-räuber, praedo maritimus Apin. gloss. 492a; die seeräuber führen die geraubeten hinweg. Comenius sprachenthür 485; so säuberte er (Minos) auch ... das meer so viel möglich von den seeräubern. Heilmann Thuc. 5 (1, 4); er .. erhielt den adel von Barbarossa, dem er wider die seeräuber diente. Schiller räuber 4, 2 schauspiel; endlich blieben die seeräuber vom handwerk eine untilgbare plage. Freytag 18, 247;

seeräuber hemmten seine laufbahn
und schlugen ihn und lieszen nur
ihm leben, ballen, armatur?
Immermann 13, 159 Hempel.

sprichwörtlich: die seeräuber krazen aus ihren zehn geboten eines heraus: du solt nicht stelen! Eiselein 564. — seeräuber für 'ein schiff, das ohne einen merkbrief oder kaperbrief einer landesregierung seeräuberei treibt'. Bobrik 555a; vergl.: heute sahen wir gegen s. w. ein raub-schiff ... wir nahmen uns vor, dasselbe zu verfolgen. am rande: verfolgen einen see-räuber. Mandelslo morgenländ. reisebeschreib. 25b. — von einem fische: in diesem augenblick fuhr ein fisch von seltener grösze ... aus dem wasser hervor ... sie schlug ihm mit dem ruder nach und rief: 'das ist ein wels! hat dich die gewitterschwüle heraufgelockt, alter seeräuber?'. Vischer auch einer 2, 146.
 
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seeräuberei, f., vgl. DWB seeraub: see-räuberey, f. corso in mare, pirateria Kramer dict. 2, 730a; meer- sive seereuberey, piratica Stieler 1527, seerauberey Frisch 2, 253c, vgl. nl. seerooverije Kilian, nd. sêrôferê ten Doornkaat Koolman 3, 176a. das wort bezeichnet sowol das system im allgemeinen, wie den einzelnen act, s. Campe. belege. die alten Griechen .. legten

[Bd. 16, Sp. 66]


sich, so bald sie etwas häufiger mit schiffen zu einander zu reisen angefangen, auch auf die seeräuberei. Heilmann Thuc. 6 (1, 5); in den ländern, welche das haus Oesterreich auf dem adriatischen meere besitzt .., hatte sich ein volk niedergelassen, dessen ganzes gewerb in der seeräuberei bestund. Schiller 4, 115; der reiche ertrag der seeräuberei .. hatte alle berühmte korsaren vom mittelländischen meere an den hof des vizekönigs von Neapel gelockt. 128; die raubschiffe gehörten irgend einer der unterthanen hafenstädte, welche von der seeräuberey der benachbarten Etrusker angesteckt wurden. Niebuhr 3, 495 (s. auch unter seestaat).

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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