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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seelwartung bis seemacht (Bd. 16, Sp. 57 bis 58)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seelwartung, f. cura pastoralis animarum, officium pastoris ecclesiae. Haltaus 1671: alle pfarrer sollen vleissig vor allenn dingen der lere und lere ampts warttenn, an welchs kein seelwarttung oder recht christlich gemeyn bestehen kan. quelle vom jahre 1539 s. ebenda.
 
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seelwecken, m. und verb., s. seelenweck(en).
 
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seelwechselig, adj.: ich (als mit züchten eyn unschuldiger bürstenbinder) der damals auff Pithagorisch seelwechselig wie der finckenritter in muter leyb reiset. Garg. 33a.
 
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seelweib, n. (verschieden von seelenweib), vgl. DWB seelnonne, DWB seelschwester: mulieres quae ex aliorum misericordia unice vivunt, seel-weiber, nos solemus dicere, die von andrer leute almosen leben, s. Frisch 2, 254c; beginae, s. Haltaus 1671, totenfrau: den seelweibern 45 xr. Weim. urkunde von 1664 bei Dief.-Wülcker 851.
 
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seelwein, m. 'bei einem leichenbegängnisse ausgetheilter wein'. Lexer handwb. 2, 873: (man sol) kaynen seelweyn, prot oder gelt darfür nynndert hyn sennden .. dann allain an die ennde, die ynn in des abganngen geschefft .. bestymbt .. were. Nürnb. polizeiordn. s. 112 Baader.
 
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seelwürger, m., s. unter seelschürger. vgl. DWB seelenwürger 1.
 
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seelzagen, -zogen, verb. in den letzten zügen liegen. das wort scheint ursprünglich dem nd.-nl. sprachgebiete anzugehören, mnd. sel(e)togen, -tagen, dazu seletoginge todeskampf. Schiller-Lübben 4, 182b f.; nl. ziel-toghen, gleichbedeutend mit siel-braecken, agere animam, sub agone jacere, vulgo agonizare. Kilian, jetzt zieltogen, dazu zieltoging todeskampf. in neuern nd. mundarten seeltagen und -tögen, animam agere. Richey 249. ten Doornkaat Koolman 3, 173a, in den letzten zügen liegen, von vieh und menschen; auch bildlich, in schlechten verhältnissen sein. Schütze 4, 88 f.; altmärk. sêltaogn, nur bildlich von kindern, wenn sie vor groszer müdigkeit die augen schlieszen. Danneil 191a; preusz. seeltagen, bez. in hd. lautform seelzagen. Frischbier 2, 335b. auch in Liv- und Estland, s. Hupel 216. der zweite theil des wortes ist offenbar eine ableitung zu ziehen (*togôn oder *tugjan), vgl. Franck 1206 und ten Doornkaat Koolman a. a. o. im hd. ist das wort seit dem 16. jahrh. nachzuweisen und zwar ist es aus dem niederdeutschen entlehnt, denn neben den zu erwartenden formen seelzogen, -zögen, -zügen steht als häufigste seelzagen, offenbar aus dem nd. seeltagen umgesetzt in anlehnung an zagen, und sogar das ganz nd. seeltagen findet sich in hochd. quellen (s. daselbst). dazu kommt das vollständige fehlen des wortes in der ältern hd. sprache und in allen hochd. mundarten. belege für die einzelnen formen (auszer seeltagen):
1) seelzagen, so führt Richey 249 miszbilligend den titel eines buches an: das seelnzagende Elsasz (Nürnb. 1676), s. auch Scherz-Oberlin 1480. ferner mit derselben abschwächung der bedeutung: auf einmal wurde er gewahr, dasz das pochen ihres pulses nachliesz ... er erstarrte und rief seelzagend: Mariechen! Mariechen! Stilling jugend 72; Margrethe und Mariechen hörten im garten kaum halb die seelzagende kenntliche stimme ihres geliebten knaben. 146; zuweilen brach ein seelzagender seufzer aus. gesch. d. herrn v. Morgenthau 1, 91.
2) seelzogen: was ist dir passiert, kerl, dasz du im bette liegst und seelzogst und ankest und stöhnest, als wenn du verscheiden willst? Colshorn märchen und sagen 22.
3) seelzögen:

das jhm der athem gar entgieng,
und er zu seelzögen anfieng. froschm. Q 8b (1, 2, 23).

[Bd. 16, Sp. 58]



4) seelzügen: Flebbe ward von oben ab gerädert, allein so unglücklich, dasz, da sie ihn von dem gerüste für tod hinunter geworfen, er stark zu seel-zügen und mit dem leibe sich zu regen angefangen, daher einer von den büttelknechten hinunter gesprungen, ihm einen strick dreifach um den hals aus allen kräften zusammengezogen und mit einem fusz darauf getreten, wie aber Flebben die brust immer höher und höher gegangen, ist ein andrer mit einer eisernen keule darzu kommen, womit er ihn drei mal aufs hinter haupt, da es denn endlich mit ihm aus war. nachr. v. denen predigermördern zu Rehburg (o. o. 1715) s. 65.
 
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seelzettel, m. verzeichnis der seelen, für die seelmessen gelesen werden, s. Zwingli 1, 417 unter seelgeräth; ebenso von den juden: sy schreiben aber wie bei uns, niemant in jren seelzedel, dann wer gelt gibt, betten, got wöll diser selen eyngedenck sein, und sy setzen ins paradeisz. S. Franck weltb. 160a.
 
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seelzogen, -zögen, -zügen, s. DWB seelzagen.
 
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seelzopf, m., s. DWB seelenzopf.
 
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seemacht, f.
1) macht, kriegsmacht zur see, der besitz eines staates an kriegsschiffen, seesoldaten, kolonieen, besonders von der kriegsflotte, s. Adelung. Bobrik 624b: seemacht, copiae navales, armatura navalis. Stieler 1205, vgl. Kramer unter seeflotte, seeheer; das wichtigste ist das Thomasthor, das zum hafen führt, und unsre seemacht mit der landmacht verknüpft. Schiller 3, 97 (Fiesko 3, 5); weit furchtbarer war dagegen die seemacht. sie stand so zu sagen im verjährten besiz des siegs. 4, 128; allen krieg- und frieden - schlüssen liegt durchaus noch ein höheres bind-mittel, als die gewalt .. unter, nämlich vertrauen auf irgend ein abgewonnenes wort, auf eine charakter-, nicht see- oder landmacht. J. Paul Levana 2, 156; solchergestalt sezen sie (die bundesgenossen) die Athenienser mit ihrem gelde in den stand, ihre seemacht zu vergröszern. Heilmann Thuc. 116 (1, 99); die seemacht (der Perser) wurde durch die flotten der Phönicier und der kleinasiatischen Griechen, der Cilicier und der Aegypter, gebildet. Becker weltgesch.8 1, 321; die Deutschen entbehrten einer seemacht, wie sie jetzt gebraucht wurde. Freytag 19, 245. selten im plur.: es gibt unter den Griechen nur drei ansehnliche seemächte, die eurige (der Athener), unsere (der Korcyräer), und der Korinthier ihre. Heilmann Thuc. 44 (1, 36).
2) staat, der eine grosze seemacht (1) besitzt, der vorwiegend zur see mächtig ist. Adelung. Bobrik a. a. o.: puissances maritimes, die seemächte, darunter werden insonderheit England und Holland begriffen. Eggers 2, 268; die stadt Pisa, damals schon eine bedeutende seemacht. Schiller 9, 260; aber nicht allein als handelsstaat — auch als seemacht war es (Holland) die erste der welt. Hellwald-Schneider gesch. der nl. litt. s. 453; s. auch Herder 4, 410 unter seediener. — dafür in der ältern sprache auch seepotenz, s. daselbst.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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