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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seelilie bis seellein (Bd. 16, Sp. 48 bis 49)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seelilie, f.
1) für seeblume. Campe:

langsam ruderte Hans am gestad' hin; jezt um ein röhricht,
und braunkolbiges ried; seelilien jezo durchgleitend,
gelb von blumen und weisz, breitblätterig.
Voss 1, 68 (Luise 1, 564).


2) eine art seefeder (zoophyt), pennatula encrinus. Nemnich (verschieden von der meerlilie, s. theil 6, 1854).
 
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seeling, f. eindruck, den ein schiff auf der stelle hinterläszt, wo es auf dem grunde festgesessen hat. Bobrik 624b. 640b (geschlechtsangabe nach Campe).
 
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seelinse, f. die teich-, wasser-, meerlinse, entenflott, lemna, lenticula palustris. Nemnich: seelinsen, such wasserlinsen. Wirsung arzneib. im register.
 
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seelisch, adj. auf die seele bezüglich. die gewöhnlichste, jetzt allein gebräuchliche adjectivbildung zu seele (vgl. DWB seelhaft, DWB seelich 2, seelig). obwol schon im 16. jahrh. zahlreich belegt (s. unten), wird sie in den wörterbüchern bis auf Campe einschlieszlich consequent ignoriert. seelisches wesen und ähnl.: das berürte psychicon oder sälisch wesen wird verdampt. Melanchthon hauptartikel der heil. schrift verdeutscht 24; das dreyerley principia rerum, dreyerley elementen, und dreyerley species der purgationen sind, nemlich ein leibliche, ein geistliche, und ein seelische. Thurneisser von wassern (1612) 108; so auch der seelische mensch (in der ältern sprache): etlich machen einen dryfaltigen menschen, einen gaystlichen, in dem der heylig gayst regirt, einen seelischen menschen, so ferne er nach den krefften der natur lebt, einen flaischlichen menschen. Melanchthon annotat. Römer verdeutscht (1522?) 27b; der seelisch mensch vernimpt nicht das gottes ist. S. Franck chron. 7a. — seelische kräfte, thätigkeiten, empfindungen, zustände u. anderes: die unsichtigen geistlichen creffte und seelischen würckungen. Thurneisser von probierung der harnen (1576) 2; ich sprach .. mit einer nur halb erdrükten entzükung von der vernünftigen, oder wie ich es dann und wann nannte, von der selischen liebe. Hermes Soph. reise 1, 489; wie unser seelischer zustand auf den irdischen wirkt. Tieck novellenkr. 4, 12; alle gifte im thierreiche, die durch vermischung mit dem blute der wunde tödten und blutgifte heiszen, sind nur diese beiden, zorngift und angstgift, und als solche mithin incarnirte entsetzliche affecte, die leider wie mit der muttermilch an andere wesen übertragen und dem blute derselben eingeimpft werden können, dasz sie unter den beängstigungen eines besessenseyns von fremden seelischen gewalten ihr

[Bd. 16, Sp. 49]


elendes leben aushauchen. Minerva 1847, 1, 419; untersuchungen über die seelischen regungen in der thierwelt. Gutzkow ritter vom geist 3, 455. — worin sich seele ausdrückt: wenn die katholiken solche herrliche bilder, so etwas seelisches, über die menschliche natur weit erhabenes (wie die madonna von Guido) in ihren kirchen sehen, kann man ihnen die abgötterei leichter als sonst verzeihen. Forster briefw. 1, 169. — adverbial: seelisch schön; sich seelisch beengt fühlen u. ä.in bezug auf die seele von thieren, pflanzen, dingen (sehr selten): das ein jedes bleyertz, so bald es von der sonnen nur drey tag beschienen wird ... das es fürhin zu alchymistischen künsten ... (als ein todtes ding, welches seines seelischen und geistlichen wesens beraubt) nichts mehr dienstlich ist ... die ursach ist der gar leichtfertig, unfixe, volatilische schwache geist, welcher dem bley von natur eingeleibt ist, ... abgehet. Thurneisser magna alchym. (1583) 134; s. auch unter seelverloren.
 
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seeljäger, m., vergl. DWB seelenjäger: darüber haben die Mainzischen tempelknecht und seeljäger den streit uber euch angehaben. Luther briefe 2, 482.
 
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seelknecht, m.: seel - knecht, leute die dem strassenvogt im bistum Augspurg in seinem beruf dienen, ac praediola illa quae ipsis pro laboribus ad utendum conceduntur, seellehen, vocantur, wohnungen der seel-knechte. Frisch 2, 254c. vgl. Scherz-Oberlin 1479.
 
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seelkraft, f., zuweilen, besonders in der ältern sprache, für seelenkraft, vgl. daselbst, mhd. sêlkraft. Lexer handwb. 2, 866: mens .. i. voluntas hoche selkrafft. Dief. nov. gl. 250b; nhd. bei Fischart s. unter seelhaft.
 
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seelkrank, adj., gewöhnlich seelenkrank, s. daselbst. Nas 17 predig 314b.
 
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seelkundlich, adj., als übersetzung von psychologisch, vgl. seelenkunde: der zweck Jesu geschichtlich und seelkundlich dargestellt. titel einer (anonymen) schrift bei Planck gesch. des christenth. u. s. w. 1, 249.
 
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seellehen, n., s. DWB seelknecht.
 
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seellein, n., s. seelelein.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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