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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seigerglocke bis seigerkrätz (Bd. 16, Sp. 201)
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[Bd. 16, Sp. 201]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seigerglocke, f. schlagwerk der uhr (s. seiger, m. 3): dasz .. endlich die seiger-glocken die 12te stunde anzeigten. Felsenb, 4, 341; seygherklocke, horologium. gloss. bei Schiller-Lübben 4, 174a.
 
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seigerglöte, f. verschlacktes und halb verglastes blei, das beim seigern ausflieszt. Jacobsson 3, 485a; s. DWB glöte, DWB glötte, DWB glätte, glette Jacobsson 2, 122b.
 
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seigerhaken, m.: saigerhacken, werkzeug von eisen, vorn krumm gebogen, mit hölzernem stiel, das gekrätz und die kohlen aus dem seigerofen zu ziehen. Jacobsson 3, 485a.
 
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seigerhandel, m.: es ist ein ehrlicher handel, den man nennet den seiger handel (gemeint ist wechselgeschäft mit münzen, bei dem die münze mit dem seiger, der münzwage geprüft wird), denn er stehet auff verlust und gewynn, wo er recht getriben wirt, aber er wirt auch mit anderm zusatz gefelschet, dasz er nicht reyn bleibet, sonderlich mit auffwechsel, wie ich droben gesagt hab. Agricola sprichw. 226 (1534); s. seigern 1.
 
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seigerheerd, m., seigerofen,m. eine vorrichtung zur gewinnung von silber aus kupfererzen, bestehend aus zwei gegeneinander geneigten mauerbänken (seigerbänken), zwischen beiden bleibt ein spalt offen, durch den das beim schmelzen abflieszende werkblei in eine zwischen beiden bänken am boden befindliche rinne (seigergasse) tropft, die nach vorn geneigt ist und das blei in einen vortiegel ablaufen läszt. Jacobsson 3, 485a. 7, 144b. Karmarsch-Heeren3 8, 241.
 
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seigerherr, m. besitzer, leiter einer seigerhütte: das silber ausz dem kupffer zu seigern, ist eine sonderliche schöne kunst, welche vor jahren von den saigerherrn, auff den saigerhütten, wie die zuschlege recht gemacht werden sollen, in müglicher geheim gehalten worden. Ercker beschr. miner. erzt u. bergw. (1580) 100b.
 
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seigerhöhe, f. bei den markscheidern der senkrechte abstand zweier punkte, die in verschiedenen horizonten liegen. Scheuchenstuel 223.
 
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seigerhütte, f. 'werkstatt, darinn das silber aus dem silberhaltigen kupfer vermittelst zugesetzten bleyes ausgezogen wird'. Jacobsson 3, 485b. seigerhütten, officina in qua argentum ab aere separatur. Agricola bergwerkbuch (1571), register; was gar kupfferige blicksilber seyn, als die auff dem seigerhütten getrieben werden. Ercker beschr. mineral. erzt u. bergwerkarten (1580) 31a; wie durch das bley die kupferische rötte von den goldt und silber in der seigerhütten abgezogen wird. Thurneisser von probier. des harnen (1576) 56, vgl. Germ. 27, 180. hierzu seigerhüttenanrichter, m. Jacobsson 3, 485b (sieh oben seigeranrichter); seigerhüttenarbeiter, m. ebenda; seigerhüttenbuch, n. geschäftsbuch auf der seigerhütte. 7, 145a; seigerhüttenfactor, m. 3, 485b (s. oben seigerfactor); seigerhüttengekrätz, n. ebenda (s. seigergekrätz); seigerhüttengezähe, n. alles werkzeug, das zur seigerarbeit gebraucht wird. ebenda; seigerhüttenheerd, m. 'von den verschiedenen zur seigerarbeit gehörigen heerden'. 7, 145a; seigerhüttenkupfer, n. das ganz reine, von allen zusätzen befreite kupfer. ebenda; seigerhüttenkupferzain, m. 'ein langes stück kupfer, welches von frischstückenaushieben in einen eingusz oder lange form gegossen wird, davon die probe zum probieren genommen wird'. ebenda; seigerhüttenofen, m., vgl. seigerhüttenheerd; seigerhüttenvorräthe, plur. 'sind diejenigen werke, welche bei den weitläuftigen arbeiten abgesetzt und zu andern beschickungen mitgenommen und zugeschlagen werden'. 7, 145b; seigerhüttenwäsche, f. 'wo das gekrätze gewaschen und rein gemacht wird'. ebenda.
 
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seigerkienstock, m. kupferstück, aus dem durch bleizusatz das silber ausgeseigert ist, vergl. oben theil 5, sp. 685. Jacobsson 2, 398a.
 
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seigerkluft, f. 'edle klüfte, so den seigergängen zufallen und seiger fallen'. Jacobsson 4, 132a; vgl. oben seiger, adj. 4.
 
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seigerkrätz, s. seigergekrätz.