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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seifenbeerbaum bis seifenfeld (Bd. 16, Sp. 191 bis 192)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seifenbeerbaum, m. seifenbaum.
 
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seifenberg, m. gesteinart, die bergmännische seifen bildet (vgl. dazu auch berg 2, theil 1, 1504): Aristoteles hat auch gehört, das die Chalybes sehr köstlichen stahel und eisen machen ausz seiffenberg, dem sie kisz .. zusetzen. Mathesius Sarepta 79a.
 
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seifenblase, f. blase aus seifenschaum, bulla saponaria Stieler 183; seifenblase, bulla quae ex aqua saponata flando in calamum fieri solet, blasen so man mit strohhalm macht, den man in seifenwasser steckt. Frisch 2, 259a; seifenblasen machen, kinderspiel, bunte seifenblasen; die seifenblasen platzen; die auf dem unsichtbaren elemente (dem stickgas in einer dunsthöhle) lustig tanzenden seifenblasen. Göthe 31, 101; oft und vielseitig gebrauchtes bild einer unbeständigkeit, einer spielerischen nichtigkeit: wodurch metaphysik .. verleitet wurde, nach seifenblasen zu haschen. Kant 2, 209; er (Göze) ist für

[Bd. 16, Sp. 192]


meinen ruhm — ha! was liegt an dieser seifenblase? — er ist für meine seligkeit so besorgt! Lessing 10, 179; weht es das kleinste lüftchen fort, wie eine seifenblase vom strohhalm. Musäus 1, 43 Hempel; lange hatte sich Faust mit den seifenblasen der metaphysik, den irrwischen der moral, und den schatten der theologie herumgeschlagen. Klinger 3, 3; seifenblase, die sich vor unserm hirne aufdunset, und, wenn sie nur leidenschaft ein bischen anrührt, gleich in ein nichts zerplatzt. Fr. Müller 3, 117; der du so oft gewaltige sorgen gleich seifenblasen dir vom haupte weggewiesen. Göthe 8, 275; ha muthloser! wo sind deine hochfliegenden plane? sinds seifenblasen gewesen, die beym hauch eines weibes zerplazen? Schiller 2, 202 (räuber 5, 2); es ist ja gerade darauf angelegt, dasz an eurer burg keine seifenblase auf der andern bleibe. Fichte philos. journal 5, 75; ich habe es mir gleich gedacht, dasz es nur eine seifenblase des glücks wäre. Heyse kinder der welt 2, 19; entschwinden wie eine schimmernde seifenblase im ätherblau. Keller 5, 68;

sanft hingeschmiegt auf seidne frühlingsrasen,
auf blumen eines quellenrands,
verlachen sie die bunten seifenblasen
des lieben leeren erdentands.
Hölty 200 Halm;

dasz alles eine weile währt,
und unsers stolzes seifenblase
vor einem kleinen hauch zerfährt.
Gotter 1, 118;

der henker hole sie, die schönen seifenblasen
von eurem freiheitsmuth und seiner riesenkraft.
Bürger 102a;

(man) hat vielleicht, doch nicht zu früh, gerochen,
dasz plane — saifenblasen sind.
Schiller 1, 354;

er hat geherrscht; fürwahr, er hat geherrscht!
wie eine seifenblase ists zerronnen.
Grillparzer 5, 110;

das nenn ich eine hübsche phrase!
so bunt, wie eine seifenblase!
Hebbel 2, 16;

wahrheit wird in seinen liedern seyn und lebendige schönheit, nicht bunte seifenblasen - ideale, wie sie in hundert deutschen gesängen herum wallen. der junge Göthe 2, 442; in der form seifblase: es gehört nunmehr auch schon dazu ein Herkules, um auf dem scheidewege der tauglichkeit oder untauglichkeit im staat, jener verführerinn, die mit seifblasen zum unzeitigen genusse lockt, nicht zu folgen. Herder zur phil. 14, 41.
 
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seifenblume, f. gypsophila fastigiata. Nemnich.
 
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seifendraht, m. draht von messing, womit man die gesottene seife zerschneidet.
 
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seifenen, seifener, s. unter seifen und seifner.
 
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seifenerde, f. walkerde. Jacobsson 7, 330a, speckstein Nemnich.
 
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seifenerlet, n.?: seiffenerlet ist das überbliebene wasser aus seiffe gekocht, woraus die geschmierte wäsche warm gewaschen worden, bekömmt in währenden waschen und reiben einen starken gäscht. frauenz.-lex. (1715) 1834.
 
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seifenessenz, f. essenz aus seife und weingeist. Jacobsson 7, 330b.
 
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seifenfasz, n. fasz für seife, worin seife aufbewahrt wird. dimin. seiffenfäszlein, ist ein kleines von zinn, blech oder holtz zugerichtetes kästlein, sonder deckel, worein man die handseiffe zu legen .. in gewohnheit hat. öcon. lex. 2274.
 
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seifenfeld, n. bergmännisch, ein zur gewinnung von mineralien, die in seifen vorkommen, verliehenes grubenfeld. Veith 179.