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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seichkachel bis seichte (Bd. 16, Sp. 169 bis 173)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seichkachel, f. nachttopf: das seichbecke, seichkachel, matula, die seichkachlen lasanum Maaler 369b; zwang in zu trinken ein geschirr oder seichkachel vol kot und seich. Steinhöwel Esop (1569) 126b; dasz die cardinäl ... jre seichkacheln mit rotem carmesin sammat uberzogen haben sollten. Fischart bienenk. 211b; man kan eim kriegsfürsten nicht nach der päpstlichen ordnung, wie den cardinälen auff dem concily zu Trient jhre sammate scheiszstül und bespiegelte seichkacheln .. nachführen. Garg. 223a;

(die frau) beutelt demnach, was an that henken (von flöhen)
in dseichkachel, sie zu ertrenken. flöhhaz 1570;

desgleichen thun auch dise maidlen,
die euch in die saichkachel beutlen,
darin erseufen und vertelben. 3402.


 
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seichkrug, m. urinale, seichchrug Dief. nov. gloss. 386b.
 
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seichkübel, m. harnkübel: der seichkübel, bruntzbecke, tralla Maaler 369b.
 
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seichlein, n. kleiner seich, kurzes harnlassen: ehrwürdiger herr, ich will ein kurzes seichlein halten, und alsbald wieder kommen. exil. melancholiae (1655) 561.
 
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seichmiere, f. niederdeutsche bezeichnung einer ameisenart, seichameise. Frisch 2, 258b.
 
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seichscherbe, f. nachttopf (vgl. DWB scherbe II, 4, theil 8, 2562): madula seychscherb, seychscherben, seichscherb Dief. 342b; urinale seichscherben 630b;

und wart mir dannocht drum nit mer,
dan ie ain seichscherb an mein kopf. fastn. sp. 284, 28.


 
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seichschwemme, f. schwemme die durch harn hervorgebracht wird: ein anzahl jhren entran diser seichschwämme und pissefort (Gargantua beseichte die Pariser). Garg. 149a.

[Bd. 16, Sp. 170]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seichseher, m. harnbeseher, spottbezeichnung eines arztes: es wird befrembden den avicennischen hauffen und die seichseher. Paracelsus opp. 1, 171 A.
 
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seichstinkig, adj. nach harn stinkend: derhalben ausz mit disen langschaubigen apoteckerpleichen, gespänstmageren, seichstinckigen, bisamknopfigen fürtzwindern, esz kul lapp isz. Garg. 161a.
 
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seicht, adj. non profundus, tenuis. das erst im mhd. als sîhte bezeugte, in anderen germanischen dialecten unbekannte wort wird etymologisch verschieden beurtheilt: während Noreen urgermanische lautlehre 26 es zu gothisch sigqan, ahd. sinkan, alts. ags. sincan sinken, stellt, Wilmanns deutsche grammtik 2 (1896) s. 450 ihm beipflichtet ('sîhte seicht zu sinken und sîgen'), und auch Kluge etym. wb.5 345a diese ableitung, wenn auch zweifelnd vertritt, hat Grimm gramm. 2, 18 sîhte mit mhd. sîhen in unmittelbare beziehung gebracht, und Osthoff in den beiträgen zur gesch. d. deutschen spr. u. litt. 8, 269 es als weiterbildung eines particips *sîhtos gefaszt und zu sanskr. siktás ausgegossen, avest. fra-hikhtô übergossen gestellt. wenn nun auch ahd. sinkan sinken und sîhan seihen in letzter linie auf einen und denselben wortkern zurückgehen, so ist doch hervorzuheben, dasz das nur im mhd. erscheinende sîhte als eine junge participiale bildung zu der eigenthümlichen bedeutung von sîhen seihen tritt und erst enstanden sein kann, als dieses verbum den besonderen sinn des leichten und tröpfelnden flieszens entwickelt hatte, weil sîhte, seicht in seiner frühesten anwendung auf pfützenartiges, nicht tiefes wasser geht, und erst von hier aus seinen weiteren, zum theil noch jetzt frisch bildlichen gebrauch gewinnt. für seicht findet sich auch die nebenform seich (s. d.), die sich wieder mit seig (s. d.) berührt, und im bairischen sprachgebiete seift Schm. 22, 232. die im 18. jh. bisweilen erscheinende schreibung seucht: der schreiber fande ihn in dem latein nicht seucht gegründet, sonder viel gelehrter als er selbsten war. Jucundiss. 134, ist mitteldeutsch, aus gegenden, wo die aussprache von ei und eu nicht genau gesondert wird, und wird gestützt durch die vorstellung, als ob das wort mit gesogen zusammenhinge. seugicht, seugcht, seucht, exhaustus Steinbach 2, 573.
1) seicht, vom wasser: seichtes wasser, da man durchwaden kann, vadum, ein seichter flusz, amnis vadosus, seichte örter im meere, brevia, ubi undae breves sunt, nec in altum assurgunt Frisch 2, 258b; seichte stellen in einem flusse, in dem meere Adelung; seichte örter, werden in einem strome diejenigen genennet, die mit niedrigerem wasser bedeckt sind, als die übrigen theile der strombahn. Jacobsson 4, 119b; kaum war die liebliche nymphe über den glatten rand des marmorbeckens hinabgeschlüpft, so sank sie in eine endlose tiefe, obgleich der betrügliche silberkies, der aus dem seichten grunde hervorschien, keine gefahr vermuthen liesz. Musäus volksm. 1, 9; wir überfuhren sie (die Donau) theils auf einstämmigen kähnen, deren sich die anwohner der flüsse bedienen, theils auf fähren, welche die barbaren auf ihren wagen über die seichten stellen schaffen. Freytag bild. 1, 154;

an ungebanten strâʒen
soltu tunkel fürte lâʒen:
die sîhte und lûter sîn,
dâ solte al balde rîten în. Parz. 127, 17;

iuwern wâc den wate ich wol, der ist mir noch gar sihte. minnes. 2, 19, 90 Hagen;

daʒ sô sichte wart der wâc.
Jeroschin 8037;

si wurdin dâ intsebin
allirwein der Memlin bach
sô sîchte wesin und sô vlach,
daʒ in dî schif bestûndin. 20469;

der muschel, die am seichten strande
ihr haus bald von einander bog,
bald wieder fest zusammen zog,
sah einst, mit neid und unverstande,
ein junger krebs aus seiner höhle zu.
Gellert 1, 287;

es flieszt ein seichter flusz still und betrübt vorbei.
Cronegk 2, 134;

wie ein mann verläszt
den seichten bach, sich in den strom zu werfen. Shakesp. widerspenst. zähmung 1, 1,

bildlich: das theater wird, so wie die übrige welt, durch herrschende moden geplagt, die es von zeit zu zeit überströmen und dann wieder seicht lassen. Göthe 45, 12;

swer in solher diemüete
wol getrowet gotes güete,
dem wirt der sünden waʒʒer sîhter
und des herzen arke lîhter.
Lamprecht v. Regensburg tochter Syon 2555.

[Bd. 16, Sp. 171]



2) von da aus, namentlich gern in zeugnissen aus dem bairischen und hochfränkischen sprachgebiet, übertragen auf das, was nicht tief ist, in mannigfacher weise. eigenthümlich bei Wolfram von ausgehungerten menschen, deren körper gleichsam flach, nicht wolgerundet ist:

hin von den zinnen vielen
und gâhten zuo den kielen
daʒ hungerc her durch den roup.
si möhten vliegen sô diu loup,
die magern und die sîhten,
von vleische die lîhten:
in was erschoben niht der balc. Parz. 200, 21;

sonst von flachen gefäszen: eine seichte schüssel. Adelung als oberdeutsch;

dasz wir fayl haben unser korn,
und machen das masz klein und seicht,
felschen die wag, das gwicht zu leicht.
H. Sachs 15, 246, 5 Keller-Götze;

sie schöpfen, wie vom frischen öle
die seichte lampe, neue kraft.
Pfeffel poet. versuche 2, 179;

von dem was nicht tief in die erde geht oder lagert: (die pflanze) hât ain knodot wurz, diu ist gar seiht in der erd. Megenberg 404, 7; der schnee war sehr seicht. P. Rosegger waldheimat 1 (1886), 143; die furche tief oder seicht zu machen. 356; was hast denn für ein' pflug? die schar is so grad und seicht, die greift kaum in'n boden ein. Anzengruber 5, 247;

der rauhe sturm führt durch die wüste see ..
von kaum erkannter klipp und seicht-verdecktem sand
mein schiff, zwar vor der zeit, doch an das liebe land.
A. Gryphius 2, 50;

vom baugrunde; bildlich: auf welchem seichten grunde würde demnach die öffentliche glückseligkeit stehen, wenn es von der willkühr etlicher weniger sterblicher abhinge, die groszen triebfedern des allgemeinen besten der menschheit, vernunft und tugend, nach ihren besonderen begriffen und absichten einzuschränken? Wieland 6, 291; umgekehrt auch von flachen erderhebungen; bergmännisch: seichte gebürge, welches nicht allzu hoch steiget, sondern seichte anlaufft, da man mit keinen stolln das feld aufschlieszen, sondern mit pompen und kunst-gezeugen das wasser halten musz. bergwerks-lex. (1743) 515b; auch in nicht gewerklicher rede:

o freund, erheb mich von den seichten hügeln
auf deinen flügeln!
Chr. E. v. Kleist (1765) s. 34;

von leichten, nicht dicken thränen:

wann der verwirrte blick der schönen,
ihr schwimmend aug, voll seichter thränen,
was sie verweigert, heimlich heischt.
Haller ged. 89;

in technischer sprache auch von wunden: darnach (zu merken) ob die wund grosz, klein, tief oder seicht sei. H. Braunschweig chir. (1498) 67a; ja es ist unterschied darin (in den wunden), darnach sie tief oder seicht sind. 77a; und daher: wann der knipffel gröszer und waich wirt, so öffne denselben mit einem glüenden eisen, doch brenn es seicht, darmit du dem rosz keinen schaden zufügest. Seuter roszarzn. 30; von gewebe, gespinnst: weil sich durch das seichte gespinnst leichtlich ein loch reisen läszt. Rösel insectenbelustigung (1746) 1, 70; die flügel sind seicht ausgekappet und sowohl am äuszern rande als am hintern rande mit franzen verbrämt. 136.
3) auch sonst unsinnlicher in älterer sprache von dem, was wenig eingreift, nicht tief und bedeutend ist, in ironisch mhd. redewendung sodann für gar nicht vorhanden:

der valsch was an im sîhte. Parz. 107, 28;

mîn gewalt ist sîhter,
reht manlîchiu wünne
ist worden an mir dünne. 213, 14;

und mit noch lebendiger bildlichkeit:

sô wær sîn prîs an tiefe sîht. Lohengrin 4714;

ê dô was mîn lop vil tuft:
nû ist eʒ worden sîhte. Eckenliet 144, 10;

davon ist später adverbiales seicht in dem sinne nicht tief oder ausreichend, wenig, oberflächlich geblieben: darnach wolt ich rhümen und mit henden klitzschen und sagen, die christen haben keine schrift, die da beweisen, das gottes wort sei fleisch worden. doch widerumb mich auch seicht demütigen und gerne unterricht werden, wo sie es mit der schrifft theten, die ich zuvor also, gedrehet hatte. Luther 3, 342b; ich wils nicht verteidingen, sondern angefochten, und jre seicht tieffe kunst versucht haben. 6, 119b; besonders gern in der verbindung seicht gelehrt, oberflächlich gelehrt: denn sie (die papisten) in der heiligen schrifft .. fast seicht gelert, auch nicht hertzlich sich der sache annemen. 117a; man msz mit

[Bd. 16, Sp. 172]


meinem rath, lieben herren, auff eine hoche schl schicken, das gelehrte leütte ein disputation darvon halten, dann ich z seichte gelehrt bin in dem fahl. Lindner schwankb. 112 Lichtenstein;

der schrifft bist du gelehret seicht.
H. Sachs 17, 168, 16 Keller-Götze;

denn mannicher ist seicht gelehrt,
dasz im sein kunst gar leicht entfehrt. 320, 11;

ein pfarrer auf eim dorffe sas,
der auch gar seicht geleeret was. 22, 332, 2;

der visitator mich offt kert (spricht der pfaff),
wann ich bin schlecht und seycht gelert. fastn. sp. 1, 117, 56;

vgl. auch die zusammenrückung seichtgelehrt; im comparativ seichter, weniger, leichter:

derhalben ich auch billich jetzt
was (etwas) seichter im verdamnis sitz,
als du gesell.
Ringwaldt tr. Eck. F 4a;

schlesisch seichte gehen, oberflächliche art haben:

für zeiten wars genug,
wann, was da gab die kuh und was erwarb der pflug,
die jungfern zählten her: die junckern giengen seichte,
sie waren nicht weit her und zu erreichen leichte,
wanns höflich wo gieng zu, so klang ein reuterslied,
der grüne tannenbaum und dann der lindeschmied.
Logau 2, 13;

hüte dich vor weiszen teuffeln, schwartze schaden nicht so leichte;
diese, lassen bald sich merken, jene, gehen nicht so seichte. 180, 60;

seichte lassen, vom klange eines titels:

herr Fritsche liesze gar zu seichte,
magister Fritsche klappt und klingt.
Günther 522.


4) erst seit dem anfang des 18. jahrh. läszt sich seicht in frischer bildlichkeit der gewählten und gehobenen sprache nachweisen, übertragen von dem seichten wasser auf das gedanken- und empfindungsleben, sowie seine äuszerungen, und vielleicht an das alte verbreitete seicht gelehrt (oben 3) anknüpfend: eine seichte rede, oratio arida Steinbach 2, 573; wie seicht die beweise der metaphysiker sind. Kant 1, 80; ein wahn, der sehr nützlich, obzwar an sich selbst sehr seicht ist. 7, 392; wollen sie, dasz man ihre seichten spöttereien unbeantwortet lassen soll? Lessing 1, 391; die seichten schlüsse, auf die dein unvermögen dich führte. 130; aber wie man den verstand nicht immer anstrengen kann: so ist es auch erlaubt, zuweilen etwas seichtes zu lesen. Gellert 2, 58; eine seichte denkart. Herder 4, 329 Suphan; es ist keinem zweifel unterworfen, dasz nichts seichter sein kann, als diese trugschlüsse des sinnreichen Eblis. Wieland 7, 44; die farbe .. ist doch blosz ein seichter augengenusz, der nicht in den ganzen menschen so eindringt, wie die form. Heinse Ardingh. 1, 360; es ist recht sehr leicht, glücklich, ruhig zu seyn mit seichtem herzen und eingeschränktem geiste. Hölderlin 2, 63; voll abscheus gegen die seichte neuerungslust der modernen welt. Treitschke d. gesch. 2, 63;

zufrieden mit der seichtesten erklärung.
Wieland 21, 220;

saalbadrisch auszuschweifen
dünket mich ein seicht bestreben.
Göthe 5, 102;

in bezug auf wertschätzung:

so seichte freuden, ein so roher kreis. Shakesp. Heinrich IV, 1, 3, 2;

wenns nur dem leben gälte,
wenns nur der erde seichte güter träfe.
Körner 3, 90 (sühne 6);

adverbial:

die reimsucht macht ihm neue müh;
er denket seichter, schreibet schlechter.
Cronegk 2, 259.


5) endlich auch von den personen, denen ein solches gedanken- und empfindungsleben eigen ist; mit ausdrücklicher ausführung des bildes:

seht, wie ein seichter flusz, der voller wirbel läuft,
je minder tief er ist, die kleinen kreise läuft!
des seichten Glycons bild, des lächlers ohne geist,
der stets die backen dehnt, stets ihre grübchen weist.
Hagedorn 1, 118;

ohne solche: die akademie ... besteht auch, wie ich höre, gröszten theils aus witzlingen und seichten köpfen. Wieland 20, 224; man verstund sich nicht auf die kunst, mit den hirnlosen spielen der phantasie, die gewöhnlich in den seichtesten köpfen der nation spuken, die zeit zu tödten. Musäus volksm. 438; der seichte tadler. Bürger 141a; sie sind ein mittelmäsziger kopf und ein seichter geist. Immermann Münchh. 3, 144; eine historische staatslehre .. bekämpfte den selbstgefälligen

[Bd. 16, Sp. 173]


wahn seichter köpfe. Treitschke d. gesch. 1, 118; ein unterthäniger, seichter schönredner. 389; die seichten vergötterer des zeitgeistes. 2, 115;

bei der nachwelt grosz zu bleiben,
dazu gehört noch etwas mehr,
als, seicht am geist, in strenger lehrart schreiben.
Gellert 1, 96;

die am arme seichter laffen
blähend mit dem fäher ficht.
Schiller 1, 307 (später: seichter thoren);

junker ist ein seichter tropf. 213;

der flinke könig hüpfte auf und ab
mit seichten spaszern und mit strohrnen köpfen. Shakesp. Heinrich IV, 1, 3, 2.


 
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seichte, f. , substantiv zum adj. seicht, mhd. sîhte; in verschiedener bedeutung.
1) vom wasser, untiefe, seichte stelle im flusz: die seichte, aquae non sufficiens profunditas, vadosum, aqua minus alta Frisch 2, 258b; es ist auch recht, wann ain maister naw vert mit salz, so mag er wol angevär in ain seicht varn und mag sich uber dieselb seicht schiffen. Salzburger taid. 87, 46;

wil die klippe darum spalten, wird die seichte drum erhöht?
A. Gryphius 1, 286;

mit dem plur. seichten: ängstlich vermeidet das thier die ihm so gefährlichen seichten. Brehm thierl. 2, 858;

du schaumichter Hirkan,
dein falscher grund der seichten und der tiefen
hat uns ja offt angst, bleich und nasz gemacht.
P. Fleming 103;

mein hauch, der meine suppe kühlte, würde
mir fieberschauer anwehn, dächt ich dran,
wie viel zur see ein starker wind kann schaden.
ich könnte nicht die sanduhr rinnen sehn,
so dächt ich gleich an seichten und an bänke. Shakesp. kaufmann von Venedig 1, 1;

erst in der neueren sprache tritt die ursprüngliche abstracte bedeutung, ohne plural, rein hervor: bis er geprüft hätte ihrer wasser tiefe und seichte. Rückert 11, 437.
2) seichte, übertragen, nach seicht 4: lasz uns vermeiden .. die knappheit und die weitschweifigkeit, die leere und die seichte. Rückert 11, 224.