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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
segensspruch bis segenszinsen (Bd. 16, Sp. 115 bis 116)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) segensspruch, m., auch segenspruch, das sprechen eines segens und eine wortverbindung, die einen segen enthält, darstellt. Campe: ob die segenssprüche (Jakobs) auf die söhne parteilich gewesen. Herder z. rel. u. theol. 2, 3; sie (sinnlich rohe völker) halten auf verwünschungen und segenssprüche ihrer weissager viel. 3, 108; ich aber weisz einen segensspruch, — gezogen aus dem heiligen buch. Rückert 11 (1882), 461.
 
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segensspur, f.:

er (der herbst) ist der rechte speise-meister
der alles zeugenden natur,
erquickt die sinnen, wie die geister,
und zeigt die gröszte seegens-spur.
Günther 215;

was seh ich? eine sanfte klarheit,
ein düstres land wird hell davon:
o himmels-kind! du bist die Wahrheit,
die segens-spur verräth dich schon!
Haller 167, 14 Hirzel;

der eigentlichen bedeutung von spur näher:

die quelle rinnt, an deren segensspur
die fromme primel und das veilchen mild
aufschlägt der blauen augen duft-azur.
Brentano 2, 578.


 
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segensstand, m.:

ach! es wolle diesem ringe (d. h. jahre, als ring betrachtet)
seyn verpflichtet dîsz gedinge,
dasz er steh zu sichrem pfande
eurem glück und segens-stande.
Logau 2, 28, 3;

ach! diesz bange süsze drücken (das den dichter zum gesange trieb)
macht vielleicht ihr segensstand
nur der jungen frau bekannt.
trägt sie so nicht vom entzücken
der vermählungsnacht das pfand?
Bürger 75b;

was kann dir aber fehlen,
mein theures vaterland?
man hört ja weit erzählen
von deinem segensstand.
Uhland (1864) 87.


 
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segensstrom, m.:

so wird sich glück und blut und füll und überflusz,
als wie ein langer bach, der immer wachsen musz,
durch Sachsens paradiesz in seegens-ströme breiten.
Günther 607.

[Bd. 16, Sp. 116]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) segensthau: m.:

der himmel schickt (den eheleuten) den seegens - thau, vermehrt den tisch und füllt die windel.
Günther 428.


 
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segenstropfen, m., vom regen:

doch musz das gut aus allen reichen
dem balsam deiner (des meeres) düfte weichen,
der alle welt erquickt und nährt.
wo diese segenstropfen fliessen,
muss alles wachsen und erspriessen.
Drollinger 10;

da säuselten segenstropfen balsamisch herab.
K. F. Cramer bei
Campe.


 
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segenstunde, f. hora benedicta, beata. Stieler 2228, hora della benedittione e della gratia di dio. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 736b.
 
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segensvoll, adj., auch segenvoll, so allein bei Campe, voll segen, sehr reich an segen, viel segen bringend. ebenda. vgl. DWB segen 8: gedenke du immerhin böses über und wider deinen nächsten, gott wird es doch zum guten, ja zum besten zu lenken wissen, dasz du beschämt, und er und sein liebling geehrt, und sein segensvoller rathschlusz herrlich erfüllt wird. Lavater predigter über d. buch Jonas 1, 201;

die segenvolle hand, die vieler armen hütten
mit lieb und gunst bedeckt, war jedesmahl bereit.
Chr. Gryphius bei
Campe;

(von Franziska von Hohenheim:)
ihr anblick seegenvoll — wie sonnenblick den fluren.
Schiller 1, 47;

jezt schimmerst du (Philipp v. Burgund) in segenvollem licht,
da du vorhin in blutrothdüsterm schein
ein schreckensmond an diesem himmel hingst. jungfrau von Orleans 3, 4.


 
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segenswort, n.:

so wie wir nun, wenn du am grabe fällst,
nachrufen segensworte dir zum abschied.
Collin bei
Campe;

dasz ihr den friedensengel von euch stieszt,
der sanft versöhnend ob euch waltete,
die rasche gluth mit segenswort besprach
und treulich, eine liebe schwester, sorgte.
Grillparzer 5 (1887), 100.


 
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segenswunsch, m. die anwünschung des segens und die worte, deren man sich dazu bedient. Campe, heilswunsch unter anrufung gottes und allgemeiner glückwunsch, auch segenwunsch: nach gethanem gebet thun sie (die anhänger Alis unter den Muhamedanern) einen seegen-wunsch dem propheten und seinem löblichen geschlechte. pers. baumgarten 7, 15;

und so brachten bei uns auf deutscher seite gewöhnlich
auch die kinder des morgens mit händeküssen und knixchen
segenswünsche den eltern.
Göthe 40, 318;

und es neigte sich gleich mit segenswünschen (für die verlobten)
der nachbar. 334.


 
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segenszinsen, plur.:

geb ichs (das geschenk) der kirche, hat die armut nichts.
doch in des fräuleins hand da wuchert es,
bringt segenszinsen hundert, tausendfach,
und was ich vorhab, dazu brauch ich segen.
Ludwig 3 (1891), 147.