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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
segensprechung bis segensspur (Bd. 16, Sp. 114 bis 115)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) segensprechung, f.: gepriesen sei der mächtige Allah! ruft Hamete Benengeli beim anfange dieses kapitels aus; gepriesen sei Allah! wiederholt er zu dreien malen, und erklärt, dasz er diese segensprechung deswegen ausruft, weil er sieht, dasz er don Quixote und Sancho nun doch wieder im freien felde hat. Tieck don Quixote 2 (1874), 55.
 
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segenspruch, m., s. DWB segensspruch.
 
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segensquell, m., dasselbe wie das folgende:

ja dich (gott), du segensquell, erhebt,
was nur ein halbes leben lebt.
Miller bei
Sauer der Göttinger dichterb. 322, 19 (Kürschner)


 
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segensquelle, f. quelle des segens. Campe. dies wort oder das vorige bietet die folgende stelle: die reihe von segensquellen, die dieser (Jacob bei dem segen über seine söhne) nannte, strebten die zeiten hinan. Herder 10, 72 Suphan.
 
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segensreich, adj., auch (heute seltener) segenreich, reich an segen. Campe, meist im sinne von segen 8 activisch, heil, glück, gedeihen spendend, schaffend:

du seegenreicher gott, der du so lieb als macht,
in diesem monath (october) uns so gnädiglich gewiesen,
sey im october auch mit lust und mit bedacht
geehrt, gelobet und gepriesen!
Brockes 2 (1739), 455;

so aber führet gott, zum heyl, und nicht zur ruthen,
der wolcken feuchte frucht, die seegens-reiche fluthen,
durch wind und wetter her. 3 (1739), 546;

zu jagen jene heiden
im heil'gen lande, über dessen hufen
die segensreichen füsze sind gewandert,
die uns zum heil vor vierzehnhundert jahren
genagelt wurden an das bittre kreuz. Shakesp. Heinrich IV. 1, 1, 1.

gewöhnlich von einem thun, leisten, geschehen, vermögen und seinen folgen: heiliger, barmherziger, allmächtiger herr und vater! lasz unsere betrachtungen seegenreich seyn. Lavater pred. über d. buch Jonas 1, 8; Hüon und Amanda, durch der kleinen geister versöhnung auch mit ihrem schicksal ausgesöhnt, bezeigen sich dankbar für die segenreiche wirksamkeit. Göthe 4, 5;

George kömmt, der held, der sieger! ..
er kehrt die segen-reiche blicke
auch uns, auch unser vater, zu.
Haller 193, 9 Hirzel;

des himmels seegenreiche kraft
läszt blumen unter dornen sprieszen.
Gotter im Göttinger musenalm. auf 1770 s. 102;

[Bd. 16, Sp. 115]



lockt's dich nun nicht, zurück es zu gewinnen,
das schöne vorrecht (des weissagens); dir zum höchsten ruhm
und allem volk zum segensreichen frommen?
Grillparzer 6 (1887), 10.

adverbial:

wir haben alle segenreich erfahren,
die welt verdank' ihm, was er sie gelehrt.
Göthe 13, 173.

nach segen 9, ertragreich, fruchtreich in sinnlicher bedeutung: einsam ging Adam im paradiese umher; er pflegte der bäume, nannte die tiere, freuete sich überall der fruchtbaren, segenreichen schöpfung. Herder blätter d. vorzeit 1, 6;

schaut die segens-reiche felder.
Brockes 2 (1739), 550.


 
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segensruf, m. ruf womit man segen wünscht, mhd. segenruof:

sælic sî und reine
deu muoter deu dîn ie genas ..
daʒ was des volkes segenruof.
Heinrich v. Neustadt Apollon. 617.


 
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segensschwanger, adj., auch segenschwanger:

wir sehn in einer groszen menge,
und fast nicht abzusehnder länge,
viel segens-schwangere alleen,
von zierlich aufgethürmten hocken,
von gersten, habern, und von rocken.
Brockes 6 (1739), 108;

schau dort den Nilstrom. bild der belebenden
vielbrüst'gen mutter, streckt er die arm' umher,
damit von seinen segensschwangern
fruchtenden wellen sich alles labe.
Herder zur phil. u. gesch. 9, 292;

(im bilde):

schon beginnt die neue schöpfungsstunde,
schon entkeimt die segenschwang're saat (der freiheit).
Hölderlin 1, 33 Köstlin;

nach diesem segenschwangern bilde (einer figur, die münzen von sich giebt) blickt
mit heiszer sehnsucht manch ein armer knappe.
Uhland (1864) 437.


 
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segensschwer, adj., auch segenschwer, nach segen 9: ein segenschwerer obstbaum;

herrliche plantagen liegen
um das schöne landhaus her,
wo die blumen segensschwer
ihre müden arme biegen.
Houwald leuchtturm 1, 7.


 
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segenssinn, m.: wie segensspruch ein leere schale (ist), wohnt nicht segenssinn darin. Benzel - Sternau bei Campe.
 
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segensspruch, m., auch segenspruch, das sprechen eines segens und eine wortverbindung, die einen segen enthält, darstellt. Campe: ob die segenssprüche (Jakobs) auf die söhne parteilich gewesen. Herder z. rel. u. theol. 2, 3; sie (sinnlich rohe völker) halten auf verwünschungen und segenssprüche ihrer weissager viel. 3, 108; ich aber weisz einen segensspruch, — gezogen aus dem heiligen buch. Rückert 11 (1882), 461.
 
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segensspur, f.:

er (der herbst) ist der rechte speise-meister
der alles zeugenden natur,
erquickt die sinnen, wie die geister,
und zeigt die gröszte seegens-spur.
Günther 215;

was seh ich? eine sanfte klarheit,
ein düstres land wird hell davon:
o himmels-kind! du bist die Wahrheit,
die segens-spur verräth dich schon!
Haller 167, 14 Hirzel;

der eigentlichen bedeutung von spur näher:

die quelle rinnt, an deren segensspur
die fromme primel und das veilchen mild
aufschlägt der blauen augen duft-azur.
Brentano 2, 578.