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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seeweib bis seewermuth (Bd. 16, Sp. 78 bis 79)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seeweib, n., vgl. meerweib (theil 6, 1862) und meerfrau (1849 f.), von einer art fabelwesen im meere, sirene: wir segelten zwantzig tage ohne einige denckwürdige begebenheit, ausser dasz ich bey dem gold-reichen eylande Catacaumene ein unserm schiffe sich näherndes see-weib, welches beynahe die grösse eines kamels, einen ochsen-kopff, einen fischschwantz, vollkommene brüste und armen, an statt der finger aber rechte endten füsse hatte, mit etlichen pfeilen zu grossem wehklagen meiner gefärthen erlegte; welche vielleicht solche miszgeburt für eine wohnstatt einer grossen seele hielten. Lohenstein Arm. 1, 673b. für die art der seesäugethiere, welche gewöhnlich sirenen heiszt, in scherzhafter übertragung: ungeheuer und ganz unjungferlich unbescheiden ist ihre gefräszigkeit, sie treibt die seeweiber an, saftige gräser, welche auszerhalb des wassers am uferrande der flüsse stehen, abzuweiden. Brehm illustr. thierl. 2, 818. eine grosze rolle spielen seeweiber im deutschen volksglauben, doch gewöhnlich unter anderm namen (nixe, see-, wasser-jungfer, mhd. merminne, -meit, -wîp, -wunder, altn. haffrú, sǽkona u. s. w.), s. Golther myth. 146, seeweibel Mogk in Pauls grundr. 1, 1038; nl. seewijf, maer-minne, syren, q. d. mulier marina. Kilian, nd. sêwîweken Schambach 191a, seewîfken E. H. Meyer myth. 130.
 
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seeweide, f. 1) weidenbaum an einem see. Campe. 2) viehweide an der see oder an einem see. ebenda. 3) eine art hornkoralle, gorgonia anceps. Nemnich.
 
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seeweiher, m. für einen groszen weiher. Kehrein nachträge 50.
 
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seewein, m. wein vom Bodensee, s. Wander 4, 497: trinken sie indesz ein glas wein! es ist ächter alter seewein. Siegwart

[Bd. 16, Sp. 79]


1, 287; in deutschen landen gepulverte krebsaugen verordnet, gemischt mit etlichem staub von des heiligen Marcus grab und einen trunk seewein drauf. Scheffel Ekkeh. 155; nicht einen tropfen seeweins sollen die teufel in Moengals pfarrhaus zu schlucken bekommen! 200. in der Schweiz wein vom Bielersee, im gegensatz zum 'weltschen wein' vom ufer des Genfersees, s. Rütte wörterb. zu Gotthelf s. 96: weil der andere mit einigen tropfen seewein die landkarte von Europa gar deutlich aufgemalt hatte auf den tisch. Gotthelf 1, 390 Vetter.als name einer pflanze: nimb ein langes kraut, wächst in den wassern heist seewein, das hacke klein. Seuter roszarznei s. 401.
 
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seeweinrebe, f. eine sorte weinreben mit weiszgrünen, saftreichen beeren, die aus Ungarn vom Neusiedler see stammt. Nemnich.
 
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seeweiser, m.?: die priester nahmen des Jupiters bild, welches wie ein seeweiser aus weissem marmel, oben mit einem widder-kopfe gemacht, auf der seite mit smaragden und andern edelgesteinen gezieret war. Lohenstein Armin. 1, 262a.
 
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seeweiszfisch, m.: von dem brassen. dieser grosse weisz-fisch, wofür er insgemein, als ein see-weisz-fisch, gehalten wird, ist auch ein strom-fisch; jedoch werden solche auch in grossen land-seen gefunden. Döbel 4, 76a. auch bei Campe.
 
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seeweiszling, m. sehe seerab. Hulsius 295a.
 
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seewelle, f.: dann fuhren wir ab, und mich ergötzten .. die seewellen, .. wo jede auch in ihrer kleinheit sich majestätisch als tochter des unermeszlichen ozeans zeigte. Heinse Ardingh. 1, 181.
 
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seewerk, n. opus maritimum. Stieler 2558. im ältern nhd. zuweilen für säwerk, säewerk geschrieben, s. theil 8, 1614. auch folgende stelle gehört wohl eher dazu als zu see (lacus): wo die huben nit können gezehlet werden, soll das seewergk und die teiche und wiesen den seewergk gleich angeschlagen werden. Schickfusz schles. chron. 3, 229.
 
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seewermuth, m. wermuth, der in den seegegenden von Europa wächst und angenehmer riecht als der gemeine wermuth, artemisia maritima. Nemnich: ebenso enthält auch nur eine dieser pflanzen wirkliches aroma, der seewermuth. Allmers marschenb. 108; die andere pflanze ist der silbergraue weiche seewermuth (artemisia maritima), aus dem der friesische schiffer seinen wohlthuenden wärmenden magenbittern bereitet. 110.