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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seewand bis seeweide (Bd. 16, Sp. 77 bis 78)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seewand, f.: schon stand der kronprinz ... auf dem kaiserstand, welcher eine stunde aufwärts vom see (königssee in Berchtesgaden) an den sogenannten seewänden liegt. neue preusz. zeitung 1872, nr. 188, 2e.
 
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seewanze, f. 1) eine art wasserasseln in den norwegischen meeren, oniscus psora. Nemnich. 2) die käfermuschel, auch seeassel, seekellerwurm, chiton. ebenda.
 
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seewarte, f. warte an oder in der see. Campe, wachtthurm an der küste, tour marine. Eggers 2, 880, leuchtthurm Jacobsson 4, 119b. — deutsche seewarte in Hamburg, anstalt zur beobachtung der atmosphärischen verhältnisse auf der see, meteorologische station: zu den ausgaben (des reichskanzleramts) gehören auch .. 6000 thlr. für die norddeutsche seewarte in Hamburg. Frankfurter journal vom 27. märz 1872, 2. beil., 1a.
 
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seewärts, adv. nach der see zu. Adelung. Bobrik 625b; verso mare; in alto mare. see-wärts einhalten, es see-wärts halten, tenere in alto mare [term. di piloto] voltar la proda e le vela verso alto mare. Kramer dict. 2, 730b; mnd. sewert, -wart, -wort Schiller-Lübben 4, 202a. 5, 689b. brem. wörterb. 4, 727 f. (gewöhnlich mit artikel to der sehewart u. ähnl.); wann der schiffer seewarts gedencket (versus mare, navem ascendere vult). Frisch 2, 253c; aber nachdem solches die Teutsche erfahren, haben sie die seulen in stücke zerschlagen, welches doch Germanicus weder erweren, noch rechen können, sintemal ihm sein armada, so er newlich zur seewarte angerichtet, mit allem volck zu grunde gangen. Dilich chron. 2, 43; als sie einen büchsenschusz gehöret, der doch nach der seewerts geschehen. Olearius reisebeschr. 82a; von landseen: alles

[Bd. 16, Sp. 78]


strömte seewärts (dem Zürichersee zu), wo am ausflusz der Limmat wie zwei behelmte die münster stehen. C. F. Meyer d. heilige6 4; in Davos seewăr, Seewăr sunnisîta und litzisîta, auf der von der sonne mehr bez. weniger beschienenen seite des sees. Bühler Davos 1, 145. wie die belege zeigen, verlangt die ältere sprache vor seewärts durchweg die präposition und den artikel (nach, zu der seewärts), empfindet es also noch nicht eigentlich als éin wort, obwol es gewöhnlich zusammengeschrieben wird.
 
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seewasser, n.
1) meerwasser. Adelung, vgl. Jacobsson 7, 319a. Karmarsch-Heeren3 10, 419. Bobrik 728a; acqua marina ò di mare. Kramer dict. 2, 730b; meer- sive seewasser, aqua salsa marina Stieler 2444; aqua maris salsa. Frisch 2, 253c, vergl. nl. see-waeter, aqua marina. Kilian; nach martini ist dem meer nicht mehr zu trauen, müssen sich auch befahren, dasz sie in der have, da frisch wasser mit unter das seewasser kompt, verfrieren. denn das süsse wasser wird umb diese zeit eisz, das seewasser aber in der offenbahren see gefrieret nicht. Coler hausb. (1680) 1, 58b;

seewasser soll dein trank seyn, deine nahrung
bach-muscheln. Shakespeare sturm 1, 2;

schwarzbeinigte vögel,
mit weiszen flügeln meer-überflatternde,
mit krummen schnäbeln seewasser-saufende.
H. Heine 1, 185 Elster (Nordsee 1, 5).

sprichwörtlich: er hat seewasser getrunken, von einem, der immer durstiger von etwas wird; das seewasser musz freilich scharf (gesalzen) sein, wenn so viel heringe darin schwimmen. Wander 4, 497; bildlich: das seewasser seines lebens .. süszet er sich durch das schönheitwasser ab, worin er sich stündlich badet. J. Paul Titan 1, 121.
2) seltner von dem süszen wasser der landseen. Adelung: das allerschädlichst wasser ist das murecht, see und pfitzenwasser. Sebiz feldb. 15.
3) westfälisch sêwâter (und libbersê) auch von dem gemeinen nostock, tremella meteorica, einer dem froschlaich ähnlichen masse. Woeste 160a.
 
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seewedel, m. eine art hornkorallen, gorgonia ventulina. Nemnich, gorgonia ventilabrum, savalia. Oken 5, 110.
 
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seeweg, m. weg zur see: Vasco de Gama entdeckte den seeweg nach Ostindien u. ähnl.; weg in der see: im 13. jahrhundert verlegte der fisch (hering) seine seewege und strich längs der flachen küste von Schonen und dem norwegischen ufer. Freytag 18, 244.
 
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seewegerich, m. eine art des wegerichs, die an der see wächst und als viehfutter benutzt wird, plantago maritima. Nemnich.
 
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seewehr, f. vertheidigung der see, bez. der küste; dazu seewehrmannschaft, f.; seewehrpflichtig, adj.: heute trafen von Harburg 59 seewehrpflichtige Hannoveraner hier ein. zeitungsnotiz (aus Kiel).
 
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seeweib, n., vgl. meerweib (theil 6, 1862) und meerfrau (1849 f.), von einer art fabelwesen im meere, sirene: wir segelten zwantzig tage ohne einige denckwürdige begebenheit, ausser dasz ich bey dem gold-reichen eylande Catacaumene ein unserm schiffe sich näherndes see-weib, welches beynahe die grösse eines kamels, einen ochsen-kopff, einen fischschwantz, vollkommene brüste und armen, an statt der finger aber rechte endten füsse hatte, mit etlichen pfeilen zu grossem wehklagen meiner gefärthen erlegte; welche vielleicht solche miszgeburt für eine wohnstatt einer grossen seele hielten. Lohenstein Arm. 1, 673b. für die art der seesäugethiere, welche gewöhnlich sirenen heiszt, in scherzhafter übertragung: ungeheuer und ganz unjungferlich unbescheiden ist ihre gefräszigkeit, sie treibt die seeweiber an, saftige gräser, welche auszerhalb des wassers am uferrande der flüsse stehen, abzuweiden. Brehm illustr. thierl. 2, 818. eine grosze rolle spielen seeweiber im deutschen volksglauben, doch gewöhnlich unter anderm namen (nixe, see-, wasser-jungfer, mhd. merminne, -meit, -wîp, -wunder, altn. haffrú, sǽkona u. s. w.), s. Golther myth. 146, seeweibel Mogk in Pauls grundr. 1, 1038; nl. seewijf, maer-minne, syren, q. d. mulier marina. Kilian, nd. sêwîweken Schambach 191a, seewîfken E. H. Meyer myth. 130.
 
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seeweide, f. 1) weidenbaum an einem see. Campe. 2) viehweide an der see oder an einem see. ebenda. 3) eine art hornkoralle, gorgonia anceps. Nemnich.