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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seeteufel bis seetreffen (Bd. 16, Sp. 74)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seeteufel, m.
1) ein fisch von unförmlicher gestalt, mit übergroszem kopf und zwei langen wurmförmigen fäden daran, auch meerfrosch, froschfisch, seeganz, -wolf, lophius piscatorius, rana piscatrix s. marina. Nemnich, vgl. Adelung. öcon. lex.2 1848. Bloch ökonom. naturgesch. der fische Deutschlands (1782) 3, 82; der bärtige seeteufel. Faber fische Isl. 55 ff.; seeteufel, rana piscatrix, eine art rochen, so scheuszlich aussieht. it. was sonsten see-kuh heiszt. Frisch 2, 253c. — nach Andresen volksetym. s. 185 umgedeutet aus seedöbel (dobula) —?
2) als vogelname.
a) das schwarze wasserhuhn, fulica aterrima, meer-, fluszteufel. Adelung.
b) der grosze lappentaucher, colymbus cristatus, s. auch DWB seedrache 5; seehahn 1. Naumann vögel Deutschl. 9, 686.
 
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seethal, n. thal, worin ein see liegt, seltner thal an einem see. Campe: in Arkadien wechselt die frische kühle der östlichen hochebene mit der herben rauhheit der nordwestlichen gebirgsthäler und der trüben schwüle der geschlossenen seethäler. Becker weltgesch.8 1, 330;

aber die jungfrau
ging, ... am arm des bescheidenen jünglings,
fröhlich den weg einher um die wassermühl' in das seethal.
Voss 1, 18 (Luise 1, 97);

unten entwallte der bach, und zerschnitt das grasige seethal. 2, 219 (id. 13, 98);

ach! bald eilen wir fern in Eutins fruchtwallendes seethal. 3, 122;

(er) erreichte das buschige seethal. 142, 40 Sauer.


 
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seethier, n. in der see lebendes thier, zum unterschiede von den landthieren. Adelung; seethiere, marina animalia. Nemnich: sehr möglich ist, dasz die jungen seehunde zuerst keine fische, sondern vielleicht krabben und andere niedere seethiere fressen. Brehm illustr. thierl. 2, 796. — dazu seethierfell, n.: ihre (der Grönländer) kleidung, wie auch hütten, sind von see-thierenfellen. Olearius pers. reisebeschr. 3, 4.
 
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seethor, n. thor nach der oder einem see zu: die kartenlegerinn und kaffeegieszerinn vor dem seethor. E. Th. A. Hoffmann (1857) 7, 352 (der goldne topf 11).
 
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seetiefe, f. tiefe der see, vgl. meeres-, DWB meertiefe (theil 6, 1848 u. 1861) und nl. see-diepte, pelagus, altum maris. Kilian.
 
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seetod, m. id est rubeta marina, forte quod rictum patentem habeat instar rubetae ranae .. gallico (nomine) crappe vel crappaude, ... quaerendum an hic sit, quem supra nomine dorsch descripsimus. Gesner de pisc. 212 f. (druckfehler für seekrot, seekröte?).
 
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seetonne, f.
1) grosze, kegelförmige tonnen, die man an gewissen stellen des meeres auf der oberfläche schwimmen läszt und durch starke ketten festhält, um den schiffern das fahrwasser anzuzeigen. Adelung. Jacobsson 4, 119a.
2) eine art kreiselschnecke im indischen meere, das teleskop, trochus telescopium. Nemnich.
 
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seetorf, m. sumpftorf. Nemnich 2, 1504 (s. v. turba).
 
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seetraube, f.
1) ein ausländischer baum mit traubenartiger frucht, traubenbaum, coccoloba Nemnich, sowie diese frucht. Campe.
2) die seetraube mit doppelten ähren, meerträubel, -(weg)tritt, roszschwanz mit doppelten kätzchen, ein in Südfrankreich und Spanien an sandigen seeufern wachsender blätterloser strauch, der eine saftige beere von säuerlichem, lieblichem geschmacke trägt, ephedra distachya. Nemnich.
3) eierstock der sepia oder seekatze, uva marina, raisin de sèche. Nemnich 2, 1282 (unter sepia).
 
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seetraum, m. traum, den man auf der see hat: hier sind einige politische seeträume. Herder 4, 401 Suphan (aus dem tagebuch der seereise 1769).
 
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seetreffen, n. treffen zur see. Adelung, vgl. DWB seegefecht, -kampf, -schlacht: da man nun bey einem see-treffen nicht allein mit dem feinde, sondern auch wider das element des wassers zu kämpfen hat. Plesse 1, 96; nunmehro ward von beiden seiten das zeichen gegeben, und das seetreffen nahm seinen anfang. Heilmann Thuc. 56 (1, 49); wir ... lieferten ihnen (den Persern) bei Salamis ein seetreffen. 85 (1, 73); die groszen vier- und fünfdecker, wie sie namentlich unter

[Bd. 16, Sp. 75]


karthagischer flagge oder in den kämpfen der hellenistischen staaten des ostens .. in seetreffen verwendet wurden. Becker weltgesch.8 3, 70; die feigen soldaten verweigern ein seetreffen; in gleicher zeit gegen männer und wellen zu kämpfen, sei zu viel. Freytag bilder 1, 138.