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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seestrom bis seetanne (Bd. 16, Sp. 73)
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[Bd. 16, Sp. 73]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seestrom, m.
1) in den ältern Nordseedialekten meerfluth, meer, so ags. sæ-stréam, alts. sêostrôm (Hel. 2948), mnd. sêstrôm Schiller-Lübben 4, 195.
2) nhd. vereinzelt von einer bewegung des meerwassers in bestimmter richtung, s. Jacobsson 4, 318b. dafür gewöhnlich seeströmung: unter andern ward heute auch ein boot ausgesetzt um die richtung der see-ströhmung ausfündig zu machen. Forster reise 1, 37.
 
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seestrumpf, m., s. DWB seenelke 3. Campe.
 
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seestück, n. gemälde, das eine seegegend oder eine scene auf der see darstellt. Adelung, marine Jacobsson 4, 118b: spornstreichs laufe ich nun nach hause, um anstalten zu meiner abreise zu machen — will meine madonnen und seestücke recht behutsam einkästeln. Thümmel reise 9, 111; selbst der gröszte mahler, der immer auf festem lande lebte, kan über kein seestück urtheilen. Heinse Ardingh. 1, 13;

gesegnet sei was sein (Prellers) geist durch seine hand schafft,
ein jedes seestück und jede landschaft!
Hoffmann v. Fallersleben leben 6, 69.


 
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seestuhl, m. stuhl auf einem schiffe, der seine wagerechte lage bei allen veränderungen desselben unverändert beibehält, zum zweck astronomischer beobachtungen. Adelung. Jacobsson 4, 118b f.
 
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seesturm, m. sturm auf der see. Adelung: scylla .. seesturm, see-, sehestorm, -sturm, bulghe eder storm des waters. Dief. gl. 518b; fortuna di mare, burasca. Kramer dict. 2, 730b; typhon Stieler 2229; nl. see-storm, procella Kilian; jedoch wird ihre zeit (ebbe und flut) zuweilen in etwas wegen der see-stürme verrückt, wenn nehmlich der wind durch seine gewalt das wasser an seiner sonst ordinairen bewegung hindert. Dörel 4, 90a; an einigen orten in seinem buche giebt er anleitung, wie man eine schlacht, einen seesturm, eine grosze versammlung mahlen solle. Wackenroder herzenserg. 71.
 
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seet, m., im ältern nhd. ganz vereinzelt für saat, saatzeit, vgl. theil 8, 1579 ff.: im augst ist der dritt seet und der best für rhetig, rben, nopen, girlin, und rossfenchel, und das sind die zeiten so man seen sol. Columella 112b. der vokal liesze sich allenfalls aus dem mhd. plur. sæte erklären, aber woher das masc.? vielleicht eine neubildung zu dem verbum seen mit dem im oberd. verbreiteten t-suffix, s. Weinhold alem. gr. § 246 ff. (s. seiet unter 247). bair. gr. § 205 ff.
 
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seetaktik, f. kunst der kriegsführung zur see. Bobrik 680b f., tactique maritime. Eggers 2, 878 ff.
 
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seetamarinde, f. eine art koralline, sertularia tamarisca. Nemnich.
 
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seetamm, m. für seedamm (theil 9, 2826): seetämme aufzufüren. Sebiz feldb. 466 (am rande).
 
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seetang, m. , vgl. DWB seegras (2, 4), theil 9, 2835 und tang, theil 11, 108.
1) die gewöhnliche, an den nördlichen meerküsten verbreitete algenart, auch tang, meertang, meer-, see-, strandgras, wier, zostera marina. Nemnich, vgl. Karmarsch-Heeren3 1, 87: dasz moor und gras, haidekraut und waldwuchs aufgehen konnten, wo bisher nur algen und seetang gewachsen waren. Allmers marschenb. 1; man begegnet häufig groszen inseln von seetang, von abgestorbenem seegras, manchmal meilengrosz und von rötlicher farbe. Gerh. Rohlfs in der neuen deutschen rundsch. 9, 892.
2) das salzsamkraut, potamogeton marinum. Nemnich.
3) nach Jacobsson 7, 318b 'varec, ein allgemeiner name für das sodasalzkraut, salsola soda, des gemeinen stachlichten salzkrautes (salsola kali L.) und des sohlenglasschmalzes (salicornia Europaea L.).'
 
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seetanne, f.
1) der schaft- oder schachtelhalm, tannenwedel, die weisze seetanne, hippuris vulgaris. Nemnich.
2) eine art seestaude (hornkoralle), gorgonia elongata. ebenda. vgl. DWB seecypresse, theil 9, 2826.