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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seestadt bis seestint (Bd. 16, Sp. 71 bis 72)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seestadt, f.: seestatt, meerstatt, f. ville maritime Hulsius 295a; città maritima Kramer dict. 2, 730b; see- sive meerstadt, urbs maritima Stieler 2113; nl. see-stad Kilian: ist endtlich Deutschlandt durch Carolum Magnum, und andere nachfolgende keyser, die jmmer weiter hinein nach mitternacht, in die Marck, Pommern, Preussen, seestete, Dẽnnemarck, Schweden, Liefflandt, etc. gerückt, zu desz bapsts grewel bezwungen worden. Dan. Schaller theolog. heroldt (1604) 43; bey den Sachsen und seestätten wird es (mutterwurz) wolveley geheissen. Tabernaemont. 714 J; auch eine hinreichende anzahl geübter ruderer fehlte, nicht dasz die italischen seestädte keine handelsschiffe gehabt, aber diese waren nicht als galeeren, sondern als segler gebaut. Niebuhr 3, 676; es bildete sich sogar in dem freien gebiet von Venedig damals eine partei aus, welche die wichtige seestadt dem deutschen reiche zu verbinden beabsichtigte. Giesebrecht 15, 587; damals wuchsen die wendischen seestädte, vor anderen Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald mit märchenhafter schnelligkeit zu hohem wohlstand auf. Freytag 18, 244; kaum hat uns das fährboot an's andere ufer gebracht, als uns auch schon das ganze rege und laute treiben und lärmen einer echten seestadt entgegenschallt. Allmers marschenb. 275;

ein Wrangel war's, der vor Stralsund viel böses
mir zugefügt, durch tapfre gegenwehr
schuld war, dasz mir die seestadt widerstanden.
Schiller Wallensteins tod 1, 5;

[Bd. 16, Sp. 72]



zu Magdeburg auf dem markte,
da sind der landsknecht viel,
die mischen frische karten;
die seestädt sehn zu dem spiel. wunderhorn 1, 546 Boxberger.

in dem letzten wie in den beiden ersten beispielen fast in der geltung eines eigennamens.seltner von einer stadt an einem landsee. Adelung: der besuch des kaisers Wilhelm in Konstanz am 12. d. hatte für beide theile eine besondere bedeutung .. muszte es für die alte, einst so berühmte seestadt .. von hohem interesse sein, in ihren mauern wieder einen deutschen kaiser zu sehen. Frankfurter journ. vom 16. sept. 1871, 1. beil., s. 1b. — dazu seestädter, m.: auch damals haben die seestädter die deutsche landhandlung einem schwindelgeiste aufgeopfert. Möser patriot. phant. 1, 12; der seestädter treibt die handlung als die alchimie. 20.
 
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seestärke, f., vgl. DWB seemacht 1: man wuszte, dasz Friedrich nun auch seine seestärke angewiesen habe, galeeren bereit zu halten. E. Winkelmann kaiser Friedr. II. 1 (Leipz. 1889), 33.
 
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seestaude, f. name einer gattung zoophyten, auch hornstaude, -koralle, meerstaude, -strauch, gorgonia. Nemnich.
 
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seestein, m. bernstein, der mit netzen gefischt wird. Nemnich (unter succinum). Jacobsson 7, 318b. vgl. seebernstein (theil 9, 2823).
 
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seestern, m. 1) ein mollusk von sternförmigen aussehen, dessen körper mit (4—30) strahlen besetzt ist, auch meerstern, rose, sternfisch, seequabbe, asterias. Nemnich, vgl. Campe. 2) nach Adelung auch eine art taucher, mergus glacialis.
 
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seesternkraut, n. das gelbe sternkraut, der goldne meerfenchel, inula crithmoïdes. Nemnich.
 
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seestichling, m. name zweier arten des stichlings (fisch): der kleine (see)stichling, auch stichling schlechthin, stachelbarsch, gasterosteus pungitius, und der grosze (funfzehnstachelige) seestichling oder dornfisch, gasterosteus spinachia. Nemnich. Siebold süszwasserf. 70. 72. Oken 6, 176.
 
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seestier, m. ein indischer, schöngezeichneter panzerfisch mit langen, hornähnlichen stacheln an kopf und schwanz, auch seekätzchen, horn-, kofferfisch, ostracion cornutus. Nemnich.
 
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seestille, f. windstille auf der see. Campe, wofür gewöhnlicher meer- oder meeresstille (theil 6, 1848. 60); vgl. nl. seestilte, kalm, malacia, tranquillitas maris, pellacea. Kilian.
 
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seestink, m. eine eidechsenart, s. Campe unter stink.
 
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seestint, m.
1) in der see lebender stint, von weniger widrigem geruche als der fluszstint, salmo eperlanus marinus (s. major). Nemnich. Siebold süszwasserf. 271 ff.
2) eine art meergrundeln oder trichterfische, auch blaugrundel, gobius jozo. Nemnich.
3) nach dem öconom. lex.2 2700 kleine vierfüszige thiere wie eidechsen, die sich in der erde und im wasser aufhalten.